Die frühneuhochdeutsche Literatur stammt aus dem 15./16.Jahrhundert. Die folgende Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der Fachliteratur dieser Zeit. Das Fachschrifttum, im weitesten Sinne, ist alles nichtdichterische Schrifttum geistlichen und weltlichen Inhalts. Die Hausarbeit bezieht sich auf das weltliche Schrifttum. Hier soll die Bedeutung des Fachschrifttums, sowie die Literatur der Artes behandelt werden, wobei auf drei Bereiche konkreter eingegangen wird. Diese sind: Bergbau, Heilkunde und verbotene Künste.
Inhaltsverzeichnis
1. Besonderheiten und Wert des Fachschrifttums
1.1. Die Sprache
1.2. Literarische Formen der Fachliteratur
1.2.1. Rezept
1.2.2. Büchlein
1.2.3. Consilium
1.2.4. Traktat
1.2.5. Weitere Formen
1.3. Literaturgeschichtliche Bedeutung
1.4. Quellenforschung
1.5. Wirkung
1.6. Forschung
2. Übersicht über die Sachgebiete
2.1. Die freien Künste (artes liberales)
2.1.1. Das Trivium
2.1.2. Quadrivium
2.2. Die Eigenkünste (artes mechanicae)
2.2.1. Das Handwerk
2.2.1.1. Bergbau
2.2.1.2. Georg Agricola
2.2.2. Das Kriegswesen
2.2.3. Seefahrt, Erdkunde Handel
2.2.4. Landbau und Haushalt
2.2.5. Tiere und Wald
2.2.6. Heilkunde
2.2.6.1. Entwicklung der medizinischen Fachsprache
2.2.6.2. Erforschung der medizinischen Fachsprache
2.2.7. Die Hofkünste
2.3. Die verbotenen Künste
2.3.1. Geheimwissenschaften
2.3.2. Magie und Mantik
2.3.3. Gaunertum und Betrug in ehrlichen Berufen
2.4. Rechtsliteratur
Zielsetzung & Themen der Seminarhausarbeit
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Bedeutung der Fach- und Sachprosa im frühneuhochdeutschen Schrifttum, wobei der Schwerpunkt auf der Darstellung der nichtdichterischen, weltlichen Literatur liegt. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie sich diese Fachliteratur als Grundlage für die deutsche Wissenschaftssprache etablierte und welche literarischen Formen sowie inhaltlichen Ausprägungen in den verschiedenen Artes-Bereichen existierten.
- Stellenwert und Charakteristika des mittelalterlichen Fachschrifttums
- Systematik der literarischen Fachformen (Rezepte, Traktate, Consilia)
- Struktur der Artes (freie, Eigen- und verbotene Künste)
- Detaillierte Analyse des Bergbaus und der Bedeutung von Georg Agricola
- Medizinische Fachsprache und volksmedizinische Traditionen
- Die Rolle der Geheimwissenschaften und der Rechtsliteratur
Auszug aus dem Buch
1.1. Die Sprache
Es wurde kein Anspruch auf ästhetische Bewertung und Wohlklang gelegt. Die Autoren bemühten sich um Klarheit, Eindeutigkeit und Genauigkeit der Aussagen. Die Fachliteratur war eine Voraussetzung dafür, dass die deutsche Sprache zu einer Sprache der Wissenschaft werden konnte. Sie bot eine Grundlage für die Geschichte der Syntax und des Prosastils. Der reiche Wortschatz ist nicht unbedingt in der Bergmannsliedern zu erkennen, sondern hauptsächlich in den Fachbüchern. Man bemühte sich um eine strenge Sachlichkeit. Dennoch waren schmückende Elemente nicht ganz aus-geschlossen. Man sagte zum Beispiel zum Aufreiben einer kranken Stelle in Rezepten: „reib bis es blute“.
Ab dem 13./14. Jahrhundert war das Fachschrifttum weit verbreitet und gelangte in fast alle Schichten des Volkes. Prag gilt als wichtiger Ausgangsort für die Fachsprache. 1348 wurde dort die Universität des Reiches gegründet. An dieser waren alle namhaften Fachautoren aus allen Wissenschaften vertreten. Von dort aus verbreitete sich unter anderem der „Schwabenspiegel“, der „Sachsenspiegel“ und das „Roßarzneibuch“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Besonderheiten und Wert des Fachschrifttums: Dieses Kapitel erläutert die sprachlichen Anforderungen und den historischen Kontext des Fachschrifttums, das sich durch Sachlichkeit und Klarheit auszeichnete.
2. Übersicht über die Sachgebiete: Das Kapitel kategorisiert die weltliche Literatur in die drei Bereiche der freien, Eigen- und verbotenen Künste und vertieft die Analyse in spezifischen Themenfeldern wie Bergbau, Heilkunde und Rechtsliteratur.
Schlüsselwörter
Frühneuhochdeutsch, Fachprosa, Sachschrifttum, Artes liberales, Artes mechanicae, Georg Agricola, Bergbau, Heilkunde, Geheimwissenschaften, Medizinische Fachsprache, Fachliteratur, Rechtsliteratur, Sachlichkeit, Wissensvermittlung, Mittelalter
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Seminarhausarbeit befasst sich mit der Entwicklung und der Bedeutung der weltlichen Fach- und Sachprosa im Frühneuhochdeutschen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit gliedert sich in die Untersuchung der freien Künste, der Eigenkünste (wie Bergbau, Handwerk, Medizin) sowie der verbotenen Künste.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den lange vernachlässigten Stellenwert des Fachschrifttums aufzuzeigen und dessen Beitrag zur Etablierung einer deutschen Wissenschaftssprache zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Die Arbeit basiert auf der Analyse relevanter literaturwissenschaftlicher Fachliteratur sowie der Auswertung von Quellen zum weltlichen Schrifttum der Epoche.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen literarischen Formen wie Rezepte und Traktate sowie die fachspezifische Literatur der unterschiedlichen Artes-Bereiche.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zentrale Begriffe sind Frühneuhochdeutsch, Fachprosa, Artes, Bergbau, Heilkunde und das Wirken von Universalgelehrten wie Georg Agricola.
Welche Bedeutung hatte das Werk von Georg Agricola für den Bergbau?
Agricola schuf mit „De re metallica“ das erste umfassende Lehr- und Handbuch für den Bergbau, das bis ins 18. Jahrhundert als Standardwerk galt.
Warum galten die sogenannten „verbotenen Künste“ als problematisch?
Diese Künste, wie Magie und Alchemie, standen häufig im Widerspruch zum christlichen Weltbild und wurden von der Kirche als Zauberei und Ketzerei eingestuft.
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- Daniela Kirchert (Autor), 2005, Entwicklung der Fach- und Sachprosa im Frühneuhochdeutschen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134999