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Trifft die Definition von 'Vorurteil' durch Earl E. Davis und Wolfgang Benz auf das Vorurteil 'Hexe' zu?

Title: Trifft die Definition von 'Vorurteil' durch Earl E. Davis und Wolfgang Benz auf das Vorurteil 'Hexe' zu?

Seminar Paper , 2002 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marion Luger (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Vorurteile gehören zu unserem Alltag und werden meist unbewusst angewandt. Wenn wir uns jedoch bewusst damit auseinandersetzen, erkennen wir, dass auch Vorurteile eine Geschichte besitzen – wie im Folgenden am Beispiel des Hexenglaubens dargelegt werden soll. Um die Entstehung und Entwicklung von Vorurteilen aufzuzeigen erscheint es nahe liegend, den zu untersuchenden Terminus zuerst zu definieren:
"Vorurteile sind negative oder ablehnende Einstellungen einem Menschen oder einer Menschengruppe gegenüber, wobei dieser Gruppe infolge stereotyper Vorstellungen bestimmte Eigenschaften von vornherein zugeschrieben werden, die sich [...], selbst bei widersprechender Erfahrung, schwer korrigieren lassen." (Earl E. Davis)
"Vorurteile verdichten sich zu Feindbildern, die als Bestandteile politischer Ideologien instrumentalisiert werden können. Das negative Fremdbild steht am Anfang der agierten Feindseligkeit." (Wolfgang Benz)
In der vorliegenden Arbeit soll nun überprüft werden, ob und inwiefern die Definition von „Vorurteil“ durch Earl E. Davis und Wolfgang Benz auf das Vorurteil Hexe zutreffen. Kapitel II untersucht zunächst die Funktionen und Einschätzungen des Zauberei-Glaubens. Anschließend wird in Kapitel III aufgezeigt, wie Zuschreibungen und Bewertungen entstehen und übertragen werden können. Danach beleuchtet Kapitel IV die Kreation eines konkreten Feindbildes sowie die Wurzeln, Hintergründe und Auswirkungen auf die Betroffenen. Schließlich beschreibt Kapitel V, welche Bedingungen für eine umfassende Verbreitung von Vorurteilen notwendig waren und in welchem Zusammenhang diese Expansion mit der Verfolgung des Feindbildes Hexe stand.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Zuschreibungen und Bewertungen

1. Die Bedeutung von Magie für das Volk

2. ... und für die Kirche

III. Kreation und Verdammung

IV. Kumulation und Fixierung

V. Verbreitung und Verfolgung

VI. Zusammenfassung

VII. Literaturverzeichnis

1. Quellen

2. Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entstehung und Entwicklung von Vorurteilen am Beispiel des Hexenglaubens. Dabei wird analysiert, wie durch die Kumulation von Zuschreibungen, die kirchenpolitische Instrumentalisierung und die aktive Mitwirkung der Obrigkeiten aus vagen magischen Vorstellungen ein spezifisches Feindbild konstruiert wurde, das insbesondere Frauen diskriminierte.

  • Historische Entwicklung von Magievorstellungen in Volk und Kirche
  • Konstruktion des "Hexen"-Begriffs als Feindbild
  • Rolle von Gelehrten und obrigkeitlichen Institutionen
  • Einfluss des Justizsystems und der Hexenverfolgung
  • Diskriminierung von Frauen durch negative Stereotype

Auszug aus dem Buch

IV. Kumulation und Fixierung

Als besonders verhängnisvoll jedoch erwies sich die Zusammenfassung der o. g. einzelnen Elemente in der Sabbat-Theorie und die Übertragung dieser Vorstellung auf die Bezeichnung Hexe. Der Begriff hexerye, der zum ersten Mal 1419 in Luzern erwähnt wird, diente nun nämlich als Sammelbezeichnung für die Ausübung sämtlicher Schaden stiftender Taten, die man zuvor Geistern, Dämonen und bösen Weibern zur Last gelegt hatte. Hinzu kam die Vorstellung eines durch Geschlechtsverkehr symbolisch besiegelten Pakts mit dem Teufel am „Hexensabbat“ zum Zweck der Schädigung von Mensch und Tier im Besonderen und als „Hexensekte“ zur Vernichtung des Christentums im Allgemeinen. Die RollenträgerInnen der kumulierten Eigenschaften erfuhren eine absolute Vermenschlichung; die Fähigkeit des Heilszaubers wurde ihnen abgesprochen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Arbeit definiert Vorurteile und Feindbilder und stellt den methodischen Rahmen vor, um das Hexenbild historisch zu untersuchen.

II. Zuschreibungen und Bewertungen: Es wird die ambivalente Bedeutung von Magie im Alltag des Volkes sowie die theologische Haltung der Kirche dazu analysiert.

III. Kreation und Verdammung: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des Teufelsbund-Glaubens und die Dämonisierung heidnischer Traditionen im Zuge der Christianisierung.

IV. Kumulation und Fixierung: Der Fokus liegt auf der Etablierung des Hexenbegriffs und der systematischen Zuordnung negativer Eigenschaften durch Gelehrte.

V. Verbreitung und Verfolgung: Die Rolle von Justizreformen, der Hexenbulle und des Buchdrucks bei der massenhaften Verbreitung des Feindbildes wird dargestellt.

VI. Zusammenfassung: Die Kernaussagen zur Entstehung des Hexenbildes durch institutionelle Instrumentalisierung werden resümiert.

VII. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Hexenglaube, Vorurteil, Feindbild, Magie, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Inquisition, Malleus Maleficarum, Teufelsbund, Hexensabbat, Frauenfeindschaft, Geschlechterrollen, Schadenszauber, Kirchengeschichte, Hexenverfolgung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische Genese des Hexenbildes und zeigt auf, wie aus einem ursprünglich magischen Volksglauben durch gezielte Zuschreibungen und institutionelle Instrumentalisierung ein konkretes, gefährliches Feindbild wurde.

Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?

Die Arbeit deckt die Funktionen von Magie im Volk, die theologische Entwicklung, die Konstruktion der Sabbat-Theorie, die Rolle der Inquisition sowie die geschlechtsspezifische Diskriminierung von Frauen ab.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern die Definitionen von Vorurteilen durch Earl E. Davis und Wolfgang Benz auf das historische Konstrukt "Hexe" anwendbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, die den Diskurs von der scholastischen Theologie bis zur juristischen Verfolgung durch die Obrigkeiten nachzeichnet.

Welche Kerninhalte umfasst der Hauptteil?

Der Hauptteil beleuchtet die Wandlung von Magievorstellungen, die systematische "Hexenlehre" durch Gelehrte und die administrativen Rahmenbedingungen, die eine Verfolgungswelle erst ermöglichten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Werk?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Hexenglaube, Feindbild, Inquisition, Malleus Maleficarum, Dämonisierung und die soziale Konstruktion des Weiblichen in der Frühen Neuzeit.

Welche Bedeutung kommt dem "Malleus Maleficarum" zu?

Das Werk wird als zentrales "Kompendium christlicher Frauenfeindschaft" identifiziert, das als offizielle Anleitung für Inquisitoren diente und Vorurteile nachhaltig festigte.

Wie veränderte sich die Rolle des Justizsystems?

Durch den Übergang vom akkusatorischen zum inquisitorischen Prozessrecht wurde es möglich, ohne konkrete Beweise durch Denunziation und Folter "Geständnisse" zu erzwingen, was die Verfolgung massiv beschleunigte.

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Details

Title
Trifft die Definition von 'Vorurteil' durch Earl E. Davis und Wolfgang Benz auf das Vorurteil 'Hexe' zu?
College
University of Vienna
Grade
1,0
Author
Marion Luger (Author)
Publication Year
2002
Pages
19
Catalog Number
V135028
ISBN (eBook)
9783640429332
ISBN (Book)
9783640429271
Language
German
Tags
Hexe Hexerei Hexenglaube Hexenverfolgung Vorurteil Feindbild Zauberei Verfolgung Ursachen Auswirkungen Hintergründe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marion Luger (Author), 2002, Trifft die Definition von 'Vorurteil' durch Earl E. Davis und Wolfgang Benz auf das Vorurteil 'Hexe' zu?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135028
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