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Mob-Zocke oder "Raubrittertum im finsteren 21. Jahrhundert". Eine Satire auf Wahlkampfzeiten

Titel: Mob-Zocke oder "Raubrittertum im finsteren 21. Jahrhundert". Eine Satire auf Wahlkampfzeiten

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2009 , 75 Seiten

Autor:in: Pseu Donym (Autor:in)

Politik - Sonstige Themen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die staatliche Verschuldung steigt, obwohl die Bürger mehr und mehr Steuern, Gebühren und andere Zwangsabgaben abzugeben haben. Gleichzeitig soll der Bürger zur Wahl gehen oder besser: Er soll seine eigene Ausplünderung bestätigen! – Vor diesem Hintergrund spielt die Geschichte im Berliner Bergfried, der irgendwann tief im finsteren 21. Jahrhundert existiert haben muss. An der machtvollen Tafelrunde räkeln sich die Edlen und fachsimpeln über die Ideen der Mob-Zocke: „Wie nehmen wir ihm seine Talerchen ab und bekommen gleichzeitig so viele Kreuzchen, um an der feisten Tafelrunde wieder Platz nehmen zu dürfen?“ – Das ist die Kernfrage, die die Edlen im Berliner Bergfried täglich umtreibt. Die satirischen Ausführungen werden mit Hilfe von Zeitungsausrissen begleitet. – „Was ist Satire, was ist Realpolitik?“, stellt sich so manches Mal die schockierende Frage. +++ Für den wissenschaftlich interessierten Leser: Dieser eher humoristische Beitrag lässt sich systemtheoretisch interpretieren. Als Impulsgeber für die systemtheoretische Diskussion in der Soziologie und darüber hinaus steht der Soziologieprofessor Niklas Luhmann, der die Systemtheorie als Gesellschaftstheorie populär gemacht hat. Die Idee ist, Maschinen, Lebewesen, Menschen, Menschengruppen, Institutionen als Systeme – als lebende Organismen – aufzufassen, die sich gegenüber ihren jeweiligen Umwelten mehr oder weniger geschlossen und offen geben. „Die neuere Systemtheorie ist eine Theorie der Beziehungen zwischen System und Umwelt in dem Sinne, als sie die herkömmliche analytische Isolierung von Einzelsystemen überwinden will und Systeme immer nur im Zusammenhang mit ihrer jeweiligen Umwelt zu erfassen sucht.“ Ein interessantes Phänomen dabei ist, dass diese Systeme die Fähigkeit haben, sich aus sich selbst heraus zu reproduzieren und zu verstärken. Systeme bestätigen sich also selbst. Vor diesem Hintergrund bekommt die Lektüre noch einen besonderen Beigeschmack.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Was hier geschrieben steht

Der Schreiber spricht

Ein Platz an der Tafelrunde

Die Hochburg für Wohltaten: Die Wohlburg

Der Tanz der Edlen um die Schuldenbremse

Edle, schüret den Neid des Mobs!

Die schwere Sünde des Talerchengeheimnisses

Keine Steuer, sondern „Solidarität“!

Mobilisten - der Mob als reisender Goldesel

Wenn der Mob zur Arbeit kutschiert

Vom Brückenzoll zur Maut

Der Mob, die arme Sau

Den Mob gebührlich abkassieren

In der Schlacht gegen die bösen Steueroasen

Wer viel tafelt, braucht viele Diäten!

Die große Dürre aus dem fernen Großtum der Usaren

Vor der großen Wahl zum Bergfried

Der greise Mob muss es richten

Vom Großtum zur Bananenrepublik

Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Buch analysiert in Form einer satirischen Erzählung das Verhältnis zwischen den politisch Handelnden ("die Edlen") und der Bevölkerung ("der Mob") in Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie politische Akteure durch geschickte Rhetorik und inszenierte Wohltaten ihre eigene Machtbasis sowie die staatliche Einnahmequelle sichern, während sie gleichzeitig die Lasten der Staatsverschuldung auf die Bürger abwälzen.

  • Mechanismen der Machtausübung und Selbstbestätigung politischer Systeme.
  • Methoden der Steuer- und Gebührenerhebung zur Finanzierung staatlicher Ausgaben.
  • Die Rolle der Medien als Verstärker politischer Narrative im Wahlkampf.
  • Systemtheoretische Interpretation politischer Entscheidungsprozesse und deren Außenwirkung.

Auszug aus dem Buch

Der Tanz der Edlen um die Schuldenbremse

Peer erhebt sich und schlägt mit einem Löffelchen an seinen silbernen Kelch, um sich der Aufmerksamkeit der Edlen zu versichern: „Edle, ich denke wir sind uns einig, dass es unser heiligstes Ziel ist, auch weiterhin Talerchen auszugeben. Richtig?“ Zustimmend pochen die Edlen auf Holz. Richtig! Das ist das Privileg der Edlen. Darum sitzen sie hier im Berliner Bergfried. „Wohlan“, hebt der schwarz-rote Ritter zum Sprechen an. „Und wir stellen fest, dass der Mob und auch die Gazetten und gar die Weisen zürnen, ob der großen Zahl fehlender Talerchen. Auch richtig?“ Unruhiges Gemurmel erhebt sich. Ja, der Mob rührt sich. Wie unschön!“ – Peer holt tief Luft:„Ihr Edlen, ich denke, es ist an der Zeit, dem Mob ein Signal des Friedens zu senden, auf dass er ruhiggestellt sei.“ Er hält mit einer dramatischen Pause kurz inne, um dann die Bombe platzen zu lassen: „Wir werden eine Schuldenbremse verkünden.“ – Stille! Geradezu entsetztes Schweigen breitet sich aus.

Es dauert nicht lang, da erhebt sich erzürntes Gemurmel vor allem auf der Bank der Tafel zu Peers linker Hand. Die Edlen stecken die Köpfe zusammen und tuscheln: „Ende der Wohltaten“, „Unsozial“ „Enthauptung des Sozialstaates“, sind die Worte, die zu den Ohren des Ritters Peer gelangen.

Da erhebt sich schließlich der Vasall Fürst Klaus, seines Zeichens Regent des Landes, in dem sich der Bergfried der Edlen erhebt, von seinem Gestühl und spricht an den schwarz-roten Ritter gewendet: „Edler Peer, bei allem Respekt. Eine Schuldenbremse bedeutet, keine Talerchen mehr leihen zu dürften. Wie soll ich Wohltaten über meinen Mob ausschütten? Gerade haben wir ein besonders wichtiges Projekt auf den Weg gebracht, das vorsieht, Plätze in den Kinderkrippen zu verschenken. Wie soll ich das dann umsetzen?“ Fürst Klaus schwellt noch während er’s formuliert der Kamm: „Ihr macht uns handlungsunfähig! Ihr redet abstrus!“, ereifert er sich.

Zusammenfassung der Kapitel

Ein Platz an der Tafelrunde: Einführung in das Setting des Berliner Bergfrieds und die systemtheoretische Grundhaltung der handelnden Edlen.

Die Hochburg für Wohltaten: Die Wohlburg: Analyse der Rolle der Bundesagentur für Arbeit als Instrument zur Inszenierung politischer Wohltätigkeit.

Der Tanz der Edlen um die Schuldenbremse: Darstellung der taktischen Einführung der Schuldenbremse als Mittel zur Beruhigung des Mobs ohne reale Einschränkungen.

Edle, schüret den Neid des Mobs!: Erläuterung der Strategie, den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch die Instrumentalisierung von Neid und Steuerehrlichkeit zu schwächen.

Die schwere Sünde des Talerchengeheimnisses: Aufarbeitung der Aushöhlung des Bankgeheimnisses zur Erhöhung des staatlichen Zugriffs auf private Vermögen.

Keine Steuer, sondern „Solidarität“!: Kritik an der rhetorischen Umdeutung steuerlicher Belastungen in Form des Solidaritätszuschlags.

Mobilisten - der Mob als reisender Goldesel: Untersuchung der Ökosteuer als Mittel zur Einnahmengenerierung durch die Belastung des Pendlerverkehrs.

Wenn der Mob zur Arbeit kutschiert: Analyse der steuerlichen Auswirkungen der Entfernungspauschale auf den arbeitenden Mob.

Vom Brückenzoll zur Maut: Historische Herleitung und technologische Umsetzung moderner Mautsysteme als Einnahmequelle.

Der Mob, die arme Sau: Darstellung der steuerlichen Belastung des Bürgers im Verhältnis zu seinem Gedenktag der Steuerlast.

Den Mob gebührlich abkassieren: Untersuchung der willkürlichen und vielfältigen Gebührenordnungen von Städten und Kommunen.

In der Schlacht gegen die bösen Steueroasen: Satirische Betrachtung internationaler Abkommen zur Verfolgung von Steuerflucht.

Wer viel tafelt, braucht viele Diäten!: Debatte über die Diätenerhöhungen der Abgeordneten und die Versuche zur Einführung eines Automatismus.

Die große Dürre aus dem fernen Großtum der Usaren: Analyse der Auswirkungen der internationalen Finanzkrise auf das hiesige Großtum.

Vor der großen Wahl zum Bergfried: Zusammenfassung der Vorbereitungsmaßnahmen auf den Wahlkampf durch neue Wohltaten-Pakete.

Der greise Mob muss es richten: Betrachtung der Rentenpolitik als Mittel zur Sicherung der Wählerstimmen bei der älteren Bevölkerung.

Vom Großtum zur Bananenrepublik: Reflexion über die drohende Staatsverschuldung und die Gefahr des ökonomischen Kollapses.

Schlüsselwörter

Großtum, Mob, Edle, Berliner Bergfried, Talerchen, Wohltaten, Schuldenbremse, Steuerlast, Systemtheorie, Finanzkrise, Abwrackprämie, Solidaritätszuschlag, Diäten, Politische Satire, Staatsverschuldung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Werk grundsätzlich?

Das Buch ist eine satirische Analyse politischer und wirtschaftlicher Machtstrukturen, bei der das politische System als "Bergfried" und die Gesellschaft als "Mob" metaphorisch dargestellt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen Staatsverschuldung, das Steuersystem, die Rolle der Medien in der politischen Kommunikation, die Instrumentalisierung von sozialen Wohltaten und die Finanzkrise.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, durch eine bitter-böse Satire aufzuzeigen, wie politisch handelnde Akteure durch rhetorische Winkelzüge und eine geschickte Inszenierung ihre eigenen Interessen (Macht und finanzielle Versorgung) über das Gemeinwohl stellen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt dem zugrunde?

Der Autor nutzt einen systemtheoretischen Ansatz, inspiriert von Niklas Luhmann, um politische Institutionen als in sich geschlossene Systeme zu interpretieren, die ihre eigene Existenzgrundlage stets aus der Umwelt (dem Mob) beziehen.

Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?

Der Hauptteil behandelt die verschiedenen "Talerchen-Zock-Methoden" (Steuern, Gebühren, Maut), die Reaktion der Politik auf die Finanzkrise und die Instrumentalisierung politischer Versprechen vor Wahlen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe wie "Mob", "Edle", "Talerchen" und "Berliner Bergfried" prägen die satirische Ausdrucksweise des Werkes.

Wie wird die Rolle der Medien dargestellt?

Die Medien ("Gazetten") agieren als Komplizen des Systems, die durch ihre Berichterstattung entweder den Unmut des Mobs schüren oder die edlen Wohltaten der Politiker legitimieren.

Wie wird die "Schuldenbremse" in diesem Kontext bewertet?

Sie wird nicht als fiskalisches Instrument zur Sanierung, sondern als taktisches Ablenkungsmanöver dargestellt, dessen Einführung mit großem Tam-Tam zelebriert wird, während das System in der Praxis kaum verändert wird.

Welche Rolle spielen die "Wirtschaftsweisen" im Buch?

Sie werden als das "weise Volk" beschrieben, deren Analysen und Warnungen vor der Staatspleite von den Edlen entweder ignoriert, instrumentalisiert oder aktiv diskreditiert werden, wenn sie nicht ins Konzept passen.

Wie lautet die Schlussfolgerung des Autors?

Der Autor lässt das Ende des "Großtums" offen, deutet jedoch an, dass jede Hochkultur an ihrer eigenen Selbstgefälligkeit und Gier zugrunde geht, wobei die Hoffnung bleibt, dass das Volk die Mechanismen hinter den politischen Fassaden rechtzeitig durchschaut.

Ende der Leseprobe aus 75 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mob-Zocke oder "Raubrittertum im finsteren 21. Jahrhundert". Eine Satire auf Wahlkampfzeiten
Autor
Pseu Donym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
75
Katalognummer
V135031
ISBN (eBook)
9783640401741
ISBN (Buch)
9783640401369
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mob-Zocke Raubrittertum Jahrhundert Satire Wahlkampfzeiten Thema Staatsverschuldung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Pseu Donym (Autor:in), 2009, Mob-Zocke oder "Raubrittertum im finsteren 21. Jahrhundert". Eine Satire auf Wahlkampfzeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135031
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Leseprobe aus  75  Seiten
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