Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Analyse zweier exemplarischer Gespräche, anhand derer unterschiedliche Aspekte der interkulturellen Kommunikation beziehungsweise der Interkulturalität aufgezeigt werden. Zunächst erfolgt im Abschnitt 2 eine Übersicht über die relevanten Aspekte in der Forschungsliteratur Anschließend erfolgt in Abschnitt 3 die Analyse der beiden Beispielgespräche. Die Arbeit endet im Abschnitt 4 mit einer kurzen Schlussfolgerung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hintergrund
2.1 Interkulturelle Kompetenz
2.2 Rapport Management
3 Empirische Auswertung
3.1 Beispiel 1
3.1.1 Sprachliche Phänomene als Ausdruck kultureller Unterschiede
3.1.2 Hinweise für oder gegen interkulturelle Kommunikation
3.1.3 Beispiele für Rapport Management
3.2 Beispiel 2
3.2.1 Sprachliche Phänomene als Ausdruck kultureller Unterschiede
3.2.2 Hinweise für oder gegen interkulturelle Kommunikation
3.2.3 Beispiele für Rapport Management
4 Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, mittels der Gesprächsanalyse verschiedene Aspekte der interkulturellen Kommunikation und die Anwendung des Rapport-Management-Modells zu untersuchen, um aufzuzeigen, wie kulturelle Differenzen in der Kommunikation zur Beziehungsgestaltung und Wissenserweiterung genutzt werden.
- Analyse von zwei exemplarischen Gesprächssituationen zwischen deutschen und chinesischen Gesprächspartnern.
- Untersuchung sprachlicher Phänomene als Indikatoren für kulturelle Unterschiede.
- Anwendung des Rapport-Management-Modells nach Helen Spencer-Oatey auf reale Dialoge.
- Evaluation der interkulturellen Kompetenz und ihrer förderlichen Rolle in der Kommunikation.
- Beurteilung, wie durch Ironie, Smalltalk und non-verbale Kommunikation soziale Bindungen (Rapport) aufrechterhalten werden.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Sprachliche Phänomene als Ausdruck kultureller Unterschiede
Zu Beginn des Ausschnitts kommentiert die Assistentin C15, dass sich C14s Vorschlag kleinerer Essensportionen günstig für den deutschen Finanzleiter D7 auswirken würde. Daraufhin formuliert D7 eine Regel, nach der er sich im Umgang mit Essen richtet. (Z.414-417) Weiterhin verwendet D7 wiederholt die Partikel NE am Ende des Satzes. Dies kann als eine Vergewisserung gedeutet werden, dass die Gesprächspartner die Aussage verstanden haben (Z. 417, 425, 434, 439, 443). C 14 rekontextualisiert und kulturalisiert diese individuelle Regel, indem er D7s Gewohnheit mit der sozialen Referenz „euopÄer“ begründet (Z. 419). Nach einer Ratifizierung durch D7 stellt C14 einen Vergleich zu China an.
Seine Feststellung „nicht MEHR“ impliziert, dass der Umgang mit dem Essen in China früher ein anderer war als heute. Die Negation stellt hierbei eine typischerweise für Vergleiche verwendete Form dar. D7 ratifiziert den genannten kulturellen Unterschied ausdrücklich (Z. 422). Es folgt eine explizite Bewertung C14s bezüglich der Tatsache, dass die Gewohnheit den Teller leer zu essen, in China nicht mehr existiert „DAS ist schllimm“ (Z. 423). An der Stelle ist auch zu erwähnen, dass prosodisch die Sprache von C14 von deutlicher Aussprache geprägt. Dies wird zum Beispiel Z. 423 deutlich („DAS ist schlImm“): Die dreisilbige Äußerung enthält zwei Betonungen, wobei aus phonologischer Sicht eine Hauptbetonung auf „schlImm“ ausreichend wäre.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über das Ziel der Arbeit, anhand zweier Gesprächsanalysen interkulturelle Kommunikation und Interkulturalität zu untersuchen und diesen Prozess durch die Forschungsliteratur einzuordnen.
2 Hintergrund: Das Kapitel erläutert theoretische Grundlagen der interkulturellen Kommunikation und führt das Rapport-Management-Modell von Spencer-Oatey als analytisches Rahmenwerk ein.
3 Empirische Auswertung: Dieser Abschnitt widmet sich der detaillierten Analyse zweier praktischer Gesprächsbeispiele, unterteilt in linguistische Merkmale, interkulturelle Kommunikation und Rapport-Methoden.
4 Schlussfolgerung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz, die bestätigt, dass kulturelle Unterschiede in beiden untersuchten Fällen erfolgreich zur Rapportbildung genutzt wurden und theoretische Modelle des interkulturellen Austauschs bestätigen.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kommunikation, Gesprächsanalyse, Rapport-Management, Spencer-Oatey, Interkulturelle Kompetenz, Kulturvergleich, Diskursorganisation, soziale Interaktion, Sprachliche Phänomene, Kommunikationstheorie, Fremdspracheninteraktion, Smalltalk, Common ground, kulturelle Unterschiede, Diskursive Interkultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert zwei konkrete Gesprächsbeispiele zwischen deutschen und chinesischen Kollegen, um die Dynamik interkultureller Kommunikation und die Aufrechterhaltung harmonischer Beziehungen zu beleuchten.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf dem Rapport-Management, der interkulturellen Kompetenz, der bewussten Thematisierung kultureller Normen und der Rolle non-verbaler Kommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche kulturelle Hintergründe durch sprachliche Strategien im Dialog konstruktiv genutzt werden können, statt zu Missverständnissen zu führen.
Welche methodischen Ansätze werden zur Analyse verwendet?
Die Autorin stützt sich auf das Rapport-Management-Modell nach Helen Spencer-Oatey sowie diskursanalytische Ansätze zur Untersuchung sprachlicher Phänomene.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Fallstudien, in denen jeweils sprachliche Phänomene, Hinweise für oder gegen eine gelungene kulturelle Kommunikation und die Anwendung von Rapport-Management-Techniken geprüft werden.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rapport-Management, Interkulturalität, Diskursorganisation, Common ground und kulturelle Differenz geprägt.
Warum wird im zweiten Fallbeispiel explizit auf die "Daumen-Hoch"-Geste eingegangen?
Die Autorin führt diese Geste als wichtiges non-verbales Element an, das als affirmative Kommunikation innerhalb eines diskursiven Austausches dient und hier zur Rapportstärkung zwischen den Beteiligten beiträgt.
Wie bewertet die Autorin die Rolle von Ironie in den untersuchten Gesprächen?
Ironie wird im zweiten Beispiel als positives Mittel eingestuft, um eine lockere Gesprächsatmosphäre zu schaffen, bestehende Spannungen (wie beim Thema kulturelle Stereotype) abzumildern und die soziale Verbindung nicht zu gefährden.
- Citar trabajo
- Zeynep Akay (Autor), 2022, Das Konzept der Gesprächsanalyse. Analyse anhand von Bespielen und Aspekte der Interkulturalität, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1350341