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Gottlose Menschenfresser oder gute Wilde - Das Indiobild in den Amerikaberichten des 15. und 16. Jahrhunderts

Titre: Gottlose Menschenfresser oder gute Wilde - Das Indiobild in den Amerikaberichten des 15. und 16. Jahrhunderts

Dossier / Travail , 2009 , 37 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Dipl.-Kauffrau Katja Schulz (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Résumé Extrait Résumé des informations

Ende des 15. Jahrhunderts begann eine Welle der Amerikareisen, die sich in einer Vielzahl von Berichten über den neu entdeckten „Kontinent“ niederschlug. In der Folge erschienen viele dieser Berichte auch in deutscher Sprache. Auch wenn die ursprüngliche Intention, die Entdeckung eines Westweges nach Indien, schnell in den Hintergrund trat, sind die Berichte doch geprägt von den gleichen Vorstellungen und von dem gleichen Weltbild. Da das lullistische Bewusstsein das Fremde in die Kategorien des Bekannten und Vertrauten einfügt, denn nur hier kann es Wirklichkeit werden, wird nur das bewahrt, was im Kontext des Eigenen funktioniert. Des weiteren ist zu beachten, dass in der Frühen Neuzeit die Texte nicht nur durch die individuellen Erlebnisse des Autors konstituiert sind, sondern auch durch die topischen Bedingungen, die sich aus der antiken Rhetorik formieren. Die geschilderten Realitäten in den Berichten sind somit durch eine zeittypische Sicht vorgeformt und es gab einen Kanon der wahrnehmungs- und aufzeichnungswürdigen Aspekte einer Reise. Dadurch ergibt sich vielfach eine Beschreibung, in der sich das Erlebte und das Erwartete nur schwer voneinander trennen lassen, in der die individuelle und gruppenspezifische Perspektive des Reisenden abgebildet wird.
In der Arbeit wird ein Vergleich zwischen 6 deutschsprachigen Amerikaberichten des 15. und 16. Jh.s in Bezug auf die Beschreibungen der Indios angestellt. Es wird herausgearbeitet, inwieweit die Verfasser wirklich Erlebtes oder nur Vorstellungen und Erwartungen verarbeitet haben, oder inwieweit sie sich gegenseitig beeinflusst haben. Es wird also nachgezeichnet, wie die Schwierigkeiten, die neuen Lebensformen zu verstehen bzw. neutral zur Kenntnis zu nehmen, dazu führten, dass in den Berichten die Erfahrungen in der Fremde mit der eigenen Lebenspraxis und den daraus resultierenden Parametern des Denkens in Übereinstimmung gebracht wurden. Dazu wird zunächst kurz erläutert, wie das damals herrschende Weltbild die Wahrnehmung des Fremden in der Neuen Welt beeinflusst hat. Im folgenden werden die verschiedenen Indiobeschreibungen untersucht. In einem letzten Schritt wird eruiert, ob die Berichte intertextuell orientiert bzw. von dem herrschenden Weltbild geprägt sind, oder ob sie das Erlebte objektiviert darstellen. Die Frage, die am Ende zu beantworten sein wird, lautet also: Gab es zur damaligen Zeit ein stereotypes Indiobild? Und wenn ja, was sind die Ursachen für die stetige Verwendung dieses Bildes?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1. Überblick über die Amerikaberichte des 15. und 16. Jahrhunderts

1.2. Gang der Arbeit

2. Chronologische Einordnung und Überblick über die betrachteten Berichte

2.1. Der Kolumbusbrief

2.2. Brief des Amerigo Vespucci

2.3. Ulrich Schmidel

2.4. Hans Staden

2.5. Sebastian Münster

2.6. Jean de Léry

3. Mythen der Neuen Welt

4. Beschreibungen der Indios in den verschiedenen Berichten

4.1. äußeres Erscheinungsbild

4.1.1. Beschreibung

4.1.2. Vergleich

4.2. Charakterliche Eigenschaften

4.2.1. Beschreibung

4.2.2. Vergleich

4.3. Essgewohnheiten/ Kannibalismus

4.3.1. Beschreibung

4.3.2. Vergleich

4.4. Sexualverhalten/ Ehe

4.4.1. Beschreibung

4.4.2. Vergleich

5. Übergreifender Vergleich der Berichte

6. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Bild der „Indios“ in sechs ausgewählten deutschsprachigen Amerikaberichten des 15. und 16. Jahrhunderts, um aufzudecken, inwieweit die Schilderungen auf tatsächlichen Erlebnissen basieren oder von vorgefertigten Mythen und dem Weltbild der Autoren geprägt sind.

  • Analyse der Konstruktion des „Indiobildes“ in der Frühen Neuzeit
  • Vergleich von Beobachtungen zu Äußerem, Charakter und Sitten
  • Untersuchung des Einflusses antiker Rhetorik und christlicher Weltbilder
  • Kritische Hinterfragung der intertextuellen Orientierung der Reiseberichte

Auszug aus dem Buch

1.1. Überblick über die Amerikaberichte des 15. und 16. Jahrhunderts

Ende des 15. Jahrhunderts begann eine Welle der Amerikareisen, die sich in einer Vielzahl von Berichten über den neu entdeckten „Kontinent“ niederschlug. In der Folge erschienen viele dieser Berichte auch in deutscher Sprache. Auch wenn die ursprüngliche Intention, die Entdeckung eines Westweges nach Indien, schnell in den Hintergrund trat, sind die Berichte doch geprägt von den gleichen Vorstellungen und von dem gleichen Weltbild. Da das lullistische Bewusstsein das Fremde in die Kategorien des Bekannten und Vertrauten einfügt, denn nur hier kann es Wirklichkeit werden, wird nur das bewahrt, was im Kontext des Eigenen funktioniert. Des weiteren ist zu beachten, dass in der Frühen Neuzeit die Texte nicht nur durch die individuellen Erlebnisse des Autors konstituiert sind, sondern auch durch die topischen Bedingungen, die sich aus der antiken Rhetorik formieren. Die geschilderten Realitäten in den Berichten sind somit durch eine zeittypische Sicht vorgeformt und zudem gab es einen Kanon der wahrnehmungs- und aufzeichnungswürdigen Aspekte einer Reise. Dadurch ergibt sich vielfach eine Beschreibung, in der das wirklich Erlebte und das Erwartete sich nur schwer voneinander trennen lassen, in der also die individuelle und gruppenspezifische Perspektive des Reisenden abgebildet wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Untersuchung, das Bild der Indios in den Amerikaberichten des 15. und 16. Jahrhunderts zu analysieren.

2. Chronologische Einordnung und Überblick über die betrachteten Berichte: Kurze biographische und inhaltliche Darstellung der sechs untersuchten Autoren und ihrer Reiseberichte.

3. Mythen der Neuen Welt: Diskussion, wie christlich-antike Wissensstrukturen die Wahrnehmung der Reisenden beeinflussten und das Fremde in bestehende Weltbilder integrierten.

4. Beschreibungen der Indios in den verschiedenen Berichten: Detaillierte Analyse und Vergleich spezifischer Aspekte wie äußeres Erscheinungsbild, Charakter, Essgewohnheiten und Sexualverhalten.

5. Übergreifender Vergleich der Berichte: Synthese der Einzelergebnisse, die verdeutlicht, wie Autoren sich an bestehenden Topoi und Reiseberichten orientierten, um Erwartungen des Marktes zu bedienen.

6. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee darüber, dass die Berichte eher ethnozentrische Vorurteile widerspiegeln als eine objektive Darstellung, und Ausblick auf weiterführende Analysemöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Amerikaberichte, Indiobild, Frühe Neuzeit, Reisebericht, Kannibalismus, Kolonialismus, Ethnographie, Weltbild, Fremdwahrnehmung, Identität, Missionierung, Topoi, Entdeckungsgeschichte, kulturelle Konstruktion, Exotik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie das Bild der Indios in deutschsprachigen Reiseberichten des 15. und 16. Jahrhunderts konstruiert wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung umfasst die Darstellung des äußeren Erscheinungsbildes, den Charakter, Kannibalismus sowie soziale Verhaltensweisen wie Ehe und Sexualität.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Es soll geklärt werden, ob die Berichte authentische Beobachtungen wiedergeben oder durch das zeittypische Weltbild und rhetorische Topoi vorgeprägt sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet eine vergleichende Analyse an, die die sechs Berichte gegenüberstellt, um Gemeinsamkeiten und intertextuelle Abhängigkeiten aufzudecken.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Vorstellung der Quellen und eine systematische, thematische Gegenüberstellung der Indio-Beschreibungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Amerikaberichte, Indiobild, Kannibalismus, Ethnographie und kulturelle Wahrnehmung.

Warum spielt der Kannibalismus eine so große Rolle in den Berichten?

Der Kannibalismus diente den Reisenden oft als Rechtfertigung für die Missionierung oder Unterwerfung der Indios, da er das Bild des „wilden Menschen“ untermauerte.

Inwiefern beeinflusste das Mittelalter die Sicht auf die Neue Welt?

Die Reisenden versuchten, das Unbekannte in das biblische Weltbild und die antike Kosmologie einzuordnen, um Sinnstiftung zu betreiben.

Gibt es Unterschiede in der Darstellung zwischen den Autoren?

Ja, während frühe Berichte stark mythologisch geprägt sind, beginnt bei späteren Autoren wie Jean de Léry eine kritischere Auseinandersetzung mit den bereits existierenden Stereotypen.

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Résumé des informations

Titre
Gottlose Menschenfresser oder gute Wilde - Das Indiobild in den Amerikaberichten des 15. und 16. Jahrhunderts
Université
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Deutsche Philologie)
Cours
Amerikaberichte im 15. und 16. Jahrhundert
Note
1,3
Auteur
Dipl.-Kauffrau Katja Schulz (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
37
N° de catalogue
V135054
ISBN (ebook)
9783640454419
ISBN (Livre)
9783640453894
Langue
allemand
mots-clé
Indiobild Amerikaberichten 15./16. Jahrhundert
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dipl.-Kauffrau Katja Schulz (Auteur), 2009, Gottlose Menschenfresser oder gute Wilde - Das Indiobild in den Amerikaberichten des 15. und 16. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135054
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Extrait de  37  pages
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