Der Militärisch-Industrielle Komplex in Amerika und sein Einfluss in der Regierungszeit George W. Bushs


Hausarbeit, 2009
23 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Militärausgaben 2007 im internationalen Vergleich
Abb. 2: Umsätze der führenden US-Rüstungskonzerne 2002/2003
Abb. 3: US-Militärausgaben 1977-2004

1. Einleitung

3. Die Eckpfeiler des Rüstungsbooms im neuen Jahrtausend

4. Tank Wars: Das Ringen um neue Tanker für die United States Air Force

5. Ausblick

6. Fazit

Literatur:

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Militärausgaben 2007 im internationalen Vergleich

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Quiring, Manfred: Moskau erzwingt den Weg zurück zur Großmacht, in: Die Welt, 22. Februar 2008, online im Internet: (http://www.welt.de/politik/article1709731/Moskau_erzwingt_den_Weg_zurueck_zur_Grossmacht.html).

Abb. 2: Umsätze der führenden US-Rüstungskonzerne 2002/2003

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Hennes, Michael: 2003, S. 44.

Abb. 3: US-Militärausgaben 1977-2004

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Hennes, Michael: 2003, S. 42.

1. Einleitung

Über den gesamten Globus werden jährlich Milliardenbeträge in Auf- und Ausrüstung von Truppen und in die Forschung investiert um das eigentliche Kriegsereignis, so es denn eintritt, so kostengünstig und präzise zu gestallten wie möglich. So ist gar von „Chirurgischer Kriegsführung“[1] die Rede, die es aufgrund des erreichten Technologiestandards möglich mache Kollateralschäden nahezu zu vermeiden. Klar ist, dass die Rüstungsfirmen, welche die Regierungen direkt beliefern und mit ihnen zusammenarbeiten mehr und mehr an Einfluss gewinnen und auch politischen Druck ausüben können. Immerhin schaffen ihre Aufträge Arbeitsplätze und sind somit mittelbar beteiligt am Wachstum der Volkswirtschaften.

Die Existenz und er Einfluss einer militärindustriellen Lobby kann in vielen westlichen Industrieländern festgestellt werden. Diese Einflussnahme der Industrie auf die Politik, die personelle Verflechtung zwischen Politik und Industrie und die daraus resultierenden Entscheidungen und Projekte werden gemeinhin als militärisch-industrieller Komplex bezeichnet.

Diese Arbeit hat es sich nun zum Ziel gesetzt, den Einfluss des militärisch industriellen Komplexes auf die amerikanische Regierung in der Ära George Walker Bush herauszuarbeiten.

Hierzu wird in einem ersten Schritt in Form einer „Bestandsaufnahme“ ein Blick auf die Entwicklung der Rüstungsausgaben und die Verhältnismäßigkeit dieser geworfen sowie ein Überblick über Daten, Fakten und Zahlen geliefert. Als Grundlage dient hier der Bericht des Project on Government Oversight (POGO).[2] In einem weiteren Schritt wird die Verflechtung von (Militär)industrie und Regierungsadministration mit Hilfe einiger populärer Namen verdeutlicht.

Schließlich wird am Beispiel der letztendlich gescheiterten Ausschreibung von 100 Tankflugzeugen durch die United States Air Force (USAF) die Problematik des Lobbyismus durch die Rüstungsindustrie verdeutlicht um dann abschließend, in Form eines Ausblicks ein paar Worte über die kommende Amtszeit Barack Obamas zu verlieren.

Durch das amerikanische System fällt es dem Interessierten relativ leicht, den Lobbyismus nach zu verfolgen. Trotzdem gestaltet es sich relativ schwierig, an verlässliche Informationen zu gelangen, die über die tatsächlichen Zahlen und Daten, wie sie in jeder Tageszeitung veröffentlicht werden, hinausgehen. Diejenige Literatur, die sich mit dem Einfluss der Lobbyisten in Amerika befasst, spart den militärisch-industriellen Komplex nahezu vollständig aus. Michael Hennes ist hier einer der wenigen Autoren, der eine Analyse der Verflechtungen bietet.[3] Daher muss sich diese Arbeit inhaltlich, in den abgedeckten Themenbereichen, an der seinigen orientieren.

2. Bestandaufnahme und Überblick

Der Kalte Krieg und das damit verbundene Wettrüsten zwischen Amerika (USA) und der Sowjetischen Republik (UdSSR) trieben die US-Militärausgaben in Schwindel erregende Höhen. Unter Jimmy Carter (1977 bis 1981) betrug das jährliche Budget des Verteidigungshaushaltes noch knapp über 100 Mrd. US-Dollar, bei der Amtsübernahme Präsident Bush Seniors im Jahre 1989 hatte er sich schon nahezu verdreifacht.[4]

Doch das Ende des Kalten Kriegs und die Entwicklung von einer bipolaren hin zu einer multipolaren Welt wirkte sich nicht in dem Maße bremsendauf die Rüstungsausgaben aus, wie es eigentlich zu erwarten wäre. Zwar stoppte das Wettrüsten mit der UdSSR, und deren Verteidigungshaushalt verringerte sich exponentiell, die Amerikanischen Rüstungs- und Verteidigungsausgaben brachen jedoch nicht ein, sondern steigen seit 1998 sogar wieder um ein Vielfaches an.[5]

Bill Clinton versuchte während seiner Präsidentschaft die Rüstungsausgaben zu beschränken. Doch schon nach kurzer Zeit musste auch er wieder mehr Geld für den Verteidigungshaushalt bereitstellen weil er dem Druck, den das Militär ausübte nicht viel entgegen zu setzen hatte. So verweigerte er beispielsweise seine Unterstützung für das Verbot von Landminen und gab den zunehmenden Rüstungsforderungen durch das Militär mehr und mehr nach. Schon während seiner Amtszeit konnte beobachtet werden, dass Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsprogramme zugunsten eines exorbitanten Militärhaushalts eingefroren wurden.[6]

Schon 1997 schreibt Krieger über die Militärausgaben der USA:

Mit ca. 265 Mrd. Dollar pro Jahr übersteigt das US-Verteidigungsbudget die addierten Militäraufwendungen der neun nächsten ausgabenstärksten Nationen. Es ist um mehr als das fünfundzwanzigfache größer als die addierten Militärausgaben von Ländern, die als potentielle Gegner der Vereinigten Staaten angesehen werden könnten, wie Iran, Irak, Libyen, Syrien und Nordkorea.[7]

Auch in der Ära Bush bestimmen Erhöhungen der Militär- und Rüstungsausgaben das Tagesgeschehen. Die jährlichen Ausgaben in diesem Sektor betrugen 2002 rund 30 Prozent des gesamten US-Amerikanischen Jahreshaushalts und 42 Prozent der weltweiten Rüstungsausgaben, 2004 lagen sie sogar bei 48 Prozent.[8]

Diese enormen Summen, die in Aus- und Aufrüstung der Streitkräfte investiert werden, sind eine wichtige Subvention für die international agierenden Wirtschaftsakteure in ganz Amerika. Insbesondere die Rüstungsindustrie (hier besonders die 5 Großkonzerne Boeing, Northrop-Grumman, Lockheed Martin, Raytheon und General Dynamics), deren Produkte zu einem Drittel direkt vom Pentagon gekauft werden[9], und ihren Zulieferern kommt dies zugute. Doch die Produkte und Entwicklungen der Rüstungsindustrie werden nicht nur für militärische Zwecke genutzt. "Ob Wetterradar, Laser in CD- und DVD-Abspielgeräten oder in der Medizin, ob kohlefaserverstärkte High-Tech-Verbundstoffe, Mobilfunk oder das Internet - alle diese Produkte sind zuerst fürs Militär entwickelt worden,"[10] werden jedoch auch der zivilen Nutzung zugeführt. Große Teile des Silicon Valley entstanden und fungieren heute noch als Zulieferer der Rüstungsindustrie. Lockheed Martin, einer der fünf größten Rüstungsunternehmen war in den achtziger Jahren mit mehr als 25 000 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber und verhalf Computerfirmen wie Hewlett-Packard und Intel zu Milliardenaufträgen. Die fünf größten amerikanischen Rüstungskonzerne beschäftigen zusammen mehr als 540.000 Mitarbeiter; die Anzahl der Erwerbstätigen in den Zulieferbetrieben sind hierbei noch nicht bedacht. Das gemeinsame Auftragsvolumen lag schon 2002 bei rund 80 Mrd. US-Dollar und ist seitdem weiterhin exponentiell gestiegen (allein 22,6 Prozent im ersten Halbjahr 2003 gegenüber dem Vorjahr).[11] Somit ist es nicht verwunderlich, dass die US-Regierung sich nicht scheut, den Rüstungsfirmen Milliardensubventionen zukommen zu lassen, immerhin dienen diese dem gesamten Hochtechnologiesektor Amerikas und schaffen und erhalten tausende Arbeitsplätze.[12] Die amerikanische Außen- und Sicherheitspolitik, insbesondere unter der Bush-Administration ist also auch massiv wirtschaftlich orientiert. Sie betreibt ein massives deficit spending, indem sie Rüstungsindustrie und Landwirtschaft gezielt subventioniert um einem Einbruch in diesem Sektor vorzubeugen. Am Beispiel Boeing wird dies offensichtlich: Wie Abb. 2 zeigt gleicht Boeing, beziehungsweise die US-Regierung, den Umsatzeinbruch im Privatsektor des Flugzeugriesen, der durch die Terroranschläge vom 11. September 2001 hervorgerufen wurde, durch Aufträge im Militärsektor aus. Die Aufträge aus dem Pentagon subventionieren also den Rüstungskonzern, der sonst durch die Krise der Luftfahrt milliardenschwere Abschreibungen machen müsste.

Insbesondere für Projekte, Entwicklungen und Aufträge der Rüstungsriesen Lockheed Martin, Boeing, Northrop, Raytheon und General Dynamics wird ein Großteil des US-Verteidigungsbudgets ausgegeben. Schon 1999 erhöhte Clinton den Verteidigungshaushalt wieder auf nahezu 300 Mrd. US-Dollar. Diese Erhöhung wurde durch die Rüstungsindustrie als absolut erforderlich, jedoch noch nicht ausreichend bewertet. Nicholas D. Chabraja, Vorstandsvorsitzender und Teilhaber von General Dynamics warf vor dem Economic Club of Washington der Regierung Clinton vor, die nationale Sicherheit durch Einsparungen bei der Rüstungsindustrie zu gefährden und somit eine Demoralisierung der Streitkräfte herbeizuführen.[13]

John Kenneth Galbraith, einer der einflussreichsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts sah sogar eine gesellschaftspolitische Strategie in der Kombination aus Steuersenkungen auf der einen, und Subventionen in Milliardenhöhe auf der anderen Seite. Die massive Staatsversschuldung wird öffentlich durch die Bedrohung der nationalen Sicherheit legitimiert um gleichzeitig durch die Staatsverschuldung den Ausbau des Sozialstaats rigoros zu unterbinden. Steuersenkungen und Subventionen für das wohlhabende Bürgertum werden auf Kosten von wichtigen Wohlfahrtsprogrammen für die Unterschicht bewilligt. Unterstützung durch die Regierung erhält also nur das obere eine ein Prozent der Gesamtbevölkerung also die Spitzenverdiener, die inzwischen zusammen so viel verdienen wie die unteren 40 Prozent der Erwerbstätigen zusammen (1979 betrug die Ratio noch 1:2).[14] Die Nutznießer wiederum revanchieren sich mit exorbitanten Spendensummern für die Wahlkampfteams der Abgeordneten.[15]

[...]


[1] Vgl.: Ermert, Karl (Hg.): Surgery strike. Über Zusammenhänge von Sprache und Politik, Rehburg-Loccum 1992.

[2] Vgl. http://www.pogo.org

[3] Hennes, Michael: Der Neue Militärisch-Industrielle Komplex in den USA, in: Aus Politik und Zeitgeschehen, 46/2003, (Hennes: 2003)

[4] Vgl. Abb. 3.

[5] Vgl. Abb. 2.

[6] Vgl. Krieger, David: Präsident Clinton und die Abrüstung, 1997, online im Internet (http://www.uni-muenster.de/PeaCon/wuf/wf-97/9740204m.htm),[ letzter Zugriff: 05.03.2009].

[7] A.a.O.

[8] Vgl. Abb. 1.

[9] Hennes: 2003, S. 46.

[10] Hohensee, Matthias/ Rees, Jürgen: Grenze des Möglichen, in: Wirtschaftswoche, Nr. 15 vom 03.04.2003, S. 98.

[11] Hennes: 2003, S. 43.

[12] Hennes: 2003, S. 44.

[13] Chabraja, Nicholas D.: Rede vor dem Economic Club of Washington 14.10.1999.

online: (http://www.economicclub.org/archives/fulltext/arch-chabraja.htm) , [letzter Zugriff: 05.03.2009].

[14] Hennes: 2003, S. 46.

[15] A.a.O.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Der Militärisch-Industrielle Komplex in Amerika und sein Einfluss in der Regierungszeit George W. Bushs
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
2
Autor
Jahr
2009
Seiten
23
Katalognummer
V135072
ISBN (eBook)
9783640429967
ISBN (Buch)
9783640430185
Dateigröße
710 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Militärisch-Industrielle, Komplex, Amerika, Einfluss, Regierungszeit, George, Bushs
Arbeit zitieren
Patrick Gälweiler (Autor), 2009, Der Militärisch-Industrielle Komplex in Amerika und sein Einfluss in der Regierungszeit George W. Bushs , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135072

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