Diese Hausarbeit hinterfragt, ob sich die Einstellung zur Natur von Kindern, die regelmäßig Zeit auf einem Schulbauernhof verbringen, unterscheidet von der Einstellung derer, die diese Möglichkeit nicht haben. Der Autor hat beide Gruppen von Kindern im Rahmen eines Praxissemesters mehrere Monate lang begleitet und für diese Hausarbeit eine Umfrage unter den Kindern durchgeführt.
Zuerst erläutert der Autor den theoretischen Hintergrund seiner Fragestellung, also der Änderung der Einstellung der Kinder zur Natur, und geht näher auf seine These ein, dass der Besuch des Bauernhofs sich positiv auswirkt. Im nächsten Schritt werden die Begriffe "Einstellung" und "Interesse" definiert und in Beziehung zueinander gesetzt. Anschließend wird die Rolle sowie die Möglichkeit der Integration von Naturerfahrungen in den (Biologie-)Unterricht skizziert und schließlich die Kooperation zwischen der Praktikumsschule das Autors und dem Schulbauernhof näher beschrieben. Im Anschluss an die Herleitung der Fragestellung werden die methodische Vorgehensweise sowie die Ergebnisse des Studienprojekts vorgestellt und abschließend diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Einstellung und Interesse
2.2 Naturerfahrungen im Biologieunterricht
2.3 Naturerfahrungen durch Outdoor Education
2.4 Schulbauernhof
3. Fragestellung
4. Methodische Vorgehensweise
5. Ergebnisse
6. Diskussion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des regelmäßigen Besuchs eines Schulbauernhofs auf die Einstellung zur Natur bei Schülerinnen und Schülern der fünften Klasse einer Gesamtschule in Recklinghausen, um festzustellen, ob ein solches Projekt das Interesse an der Natur positiv beeinflussen kann.
- Einfluss von außerschulischen Lernorten auf die Natureinstellung
- Bedeutung von Naturerfahrungen im Biologieunterricht
- Analyse von Einstellungsunterschieden durch Outdoor Education
- Vergleich zwischen Schulbauernhofbesuchen und regulärem Unterricht
- Relevanz von Umweltbildungsangeboten für städtisch geprägte Jugendliche
Auszug aus dem Buch
2.4 Schulbauernhof
Ein Beispiel für sekundäre außerschulische Lernorte, die im Rahmen der Outdoor Education aufgesucht werden können, sind landwirtschaftliche Betriebe. Besonders geeignet für den schulischen Kontext sind dabei vielseitige und kleinbäuerliche Betriebe (Plappert, 2016, S. 152), was auf den Schulbauernhof Recklinghausen zutrifft. Es existieren bereits an verschiedenen Schulen Projekte, bei denen Schulklassen regelmäßig Bauernhöfe aufsuchen, um dort in einer authentischen Umgebung etwas über Tiere, Pflanzen und Landwirtschaft zu lernen (z.B. Plappert, 2016; Hochgreve & Mutschler, 2014).
Im Rahmen des Projekts an der Recklinghäuser Gesamtschule besuchen zwei fünfte Klassen alle 14 Tage für jeweils vier Stunden den Schulbauernhof. Möglich gemacht wird dies durch den Schulversuch Talentschulen der Landesregierung Nordrhein-Westfalen. Dieser richtet sich an Schulen in Stadtteilen mit großen sozialen Herausforderungen und soll der Überwindung sozialer Benachteiligungen im Bildungssystem dienen. Im Rahmen des MINT-Profils, das besagte Gesamtschule seit 2020 bedient, werden den sogenannten Talentschulen zusätzliche Ressourcen für praktisches Arbeiten zur Verfügung gestellt. Insbesondere soll hier der Fokus auf die Kooperation mit lokalen Bildungspartnern gelegt werden (MSW NRW, 2019, S. 1f.).
Auf dem Schulbauernhof arbeiten die Schüler:innen in Gruppen von etwa fünf Lernenden in erster Linie praktisch zu verschiedenen Themenfeldern. Betreut werden sie dabei sowohl von den begleitenden Fachlehrer:innen als auch von auszubildenden Erzieher:innen eines Berufskollegs in Marl. Die Themen, zu denen die Schüler:innengruppen arbeiten, rotieren, sodass am Ende eines Schuljahres jede Gruppe einmal zu jedem Themenfeld gearbeitet hat. Da der Schulbauernhofbesuch ein überfachliches Projekt darstellt und an die Fächer Naturwissenschaften, Arbeitslehre und Kunst anknüpfen soll, sind nur drei der fünf Themenfelder naturwissenschaftlich angelegt. Für den Biologieunterricht interessant sind die Themenfelder Tiere, Garten und Landwirtschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Themas ein und begründet die Fragestellung durch die Beobachtung fehlender Naturerfahrungen bei Jugendlichen.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Einstellung, Interesse und Outdoor Education und verknüpft sie mit der Bedeutung des Schulbauernhofs als Lernort.
3. Fragestellung: Das Kapitel leitet aus der theoretischen Grundlage die Forschungsfrage ab, ob der Schulbauernhof einen positiven Einfluss auf die Natureinstellung der Schülerinnen und Schüler hat.
4. Methodische Vorgehensweise: Hier wird das quasi-experimentelle Forschungsdesign beschrieben, das auf einem Vergleich zwischen einer Schulbauernhofklasse und einer Kontrollgruppe basiert.
5. Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die Datenanalyse zur Einstellung und den Naturerfahrungen der Schülerinnen und Schüler im Vergleich zum Jugendreport.
6. Diskussion und Ausblick: Das Fazit interpretiert die Ergebnisse in Bezug auf die Hypothese und diskutiert die Möglichkeiten zur Integration von Naturerfahrungen im Biologieunterricht.
Schlüsselwörter
Schulbauernhof, Natureinstellung, Biologieunterricht, Outdoor Education, Umweltbildung, Jugendreport Natur, außerschulische Lernorte, Gesamtschule, empirische Studie, Naturerfahrungen, Schülerinteresse, Lernmotivation, Talentschulen, Naturschutz, Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Studie untersucht den Einfluss des regelmäßigen Besuchs eines Schulbauernhofs in Recklinghausen auf die Natureinstellung von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe fünf.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich auf Naturerfahrungen, die Integration von Outdoor Education in den Biologieunterricht sowie die Bedeutung von außerschulischen Lernorten für das Interesse an der Natur.
Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu belegen, ob Schülerinnen und Schüler, die regelmäßig an einem Schulbauernhofprojekt teilnehmen, eine positivere Einstellung zur Natur ausprägen als Gleichaltrige ohne diesen Kontakt.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Datenerhebung genutzt?
Es wurde ein quasi-experimentelles Post-Design gewählt, bei dem Fragebögen adaptiert vom "Jugendreport Natur" eingesetzt wurden, um einen Vergleich zwischen einer Experimentalgruppe und einer Kontrollgruppe durchzuführen.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Begriffe Einstellung und Interesse, die Skizzierung verschiedener Formen von Naturerfahrungen sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung der empirischen Ergebnisse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Schulbauernhof, Natureinstellung, Outdoor Education, Biologieunterricht und außerschulische Lernorte.
Inwiefern unterscheidet sich die EG (Experimentalgruppe) von der Kontrollgruppe?
Die EG besucht regelmäßig den Schulbauernhof, während die Kontrollgruppe in diesem Zeitraum ausschließlich am regulären Unterricht in der Schule teilnimmt.
Zu welchem Ergebnis kommt der Autor in Bezug auf die Hypothese?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Schülerinnen und Schüler der Experimentalgruppe eine positivere Natureinstellung zeigen, was die Hypothese eines positiven Einflusses des Schulbauernhofs stützt.
- Quote paper
- Jan Caspers (Author), 2023, Besuch eines Schulbauernhofs. Einfluss auf die Einstellung zur Natur bei Schüler:innen einer Gesamtschule (5. Klasse), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1351021