„Das größte Problem in der Welt ist Armut in Verbindung mit fehlender Bildung. Wir müssen dafür sorgen, dass Bildung alle erreicht.“ Nelson Mandela
Ob dies in Form eines Weltmodells Schule möglich ist und in wie weit sich eben dieses Weltmodell in dem Entwicklungs- oder Schwellenland Mexiko verbreitet hat, sind Fragen, denen in dieser Arbeit nachgegangen wird. Es werden die Strukturen und die Entwicklungen des mexikanischen Bildungssystems thematisiert und im Kontext des Weltkulturmodells betrachtet, welches John W. Meyer und seine Kollegen aufgestellt und zum Teil empirisch überprüft haben.
Im ersten Kapitel werden die Theoriegrundlagen des world-polity- Konzepts erläutert, wobei sich die Ausführungen auf die für den Bildungssektor relevanten Aspekte beschränken und im Vergleich zur Länderanalyse recht knapp gehalten sind. Aus dem von Meyer u.a. beschriebenen global standardisierten Bildungssystem wird ein Kriterienkatalog entwickelt, der anschließend dazu dient, die in Mexiko realisierten Aspekte aufzuzeigen und gegebenenfalls Abweichungen sichtbar zu machen.
Das zweite Kapitel beginnt mit einem Länderportrait, welches neben Basisinformationen ebenfalls auf die internationale Orientierung Mexikos eingeht. Den Hauptteil bildet die Darstellung und Analyse des mexikanischen Bildungssystems, wobei systematisch anhand der zuvor genannten Kriterien die einzelnen Stufen und Dimensionen aufgeführt werden. Die Abweichungen, Unterschiede und Gegentendenzen, die sich aus der Analyse ergaben, werden in ausführlicher Form separat präsentiert.
Ein Fazit sowie ein Ausblick stellen den dritten Teil dieser Arbeit dar. Es werden die zuvor dargestellten Ergebnisse aufgegriffen und die Thesen des world-polity- Ansatzes mit den ökonomischen und gesellschaftlichen Bedingungen in Mexiko in Bezug gesetzt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Das Weltmodell Schule nach John W. Meyer u.a.
1.1. Auf Bildung bezogene Grundlagen des world-polity- Ansatzes
1.2. Das global standardisierte Bildungssystem – Der Kriterienkatalog
I. Die strukturelle Dimension
II. Die curriculare Dimension
III. Die organisatorische Dimension
2. Länderbeispiel Mexiko
2.1. Die Vereinigten Mexikanischen Staaten – Basisinformationen
2.2. Das mexikanische Bildungssystem – Analyse anhand des Kriterienkatalogs
I. Die strukturelle Dimension
II. Die curriculare Dimension
III. Die organisatorische Dimension
2.3. Parallelen und Abweichungen
3. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Verbreitung und Institutionalisierung des "Weltmodells Schule" nach John W. Meyer am konkreten Fallbeispiel Mexiko, um herauszufinden, inwieweit globale Bildungsstandards in einem Schwellenland implementiert wurden und wo Abweichungen zwischen Theorie und lokaler Praxis existieren.
- Analyse der theoretischen Grundlagen des world-polity-Ansatzes
- Entwicklung eines Kriterienkatalogs für globale Bildungssysteme
- Systematische Untersuchung des mexikanischen Bildungssystems
- Gegenüberstellung von globalen Modellen und lokaler gesellschaftlicher Realität
Auszug aus dem Buch
4. Das Weltmodell Schule nach John W. Meyer u.a.
Laut Adick (2003) ist aus den weltweiten Schulentwicklungen der letzten 200 Jahre eine Art Weltmodell Schule entstanden, welches sich Meyer u.a. zufolge nicht aus ökonomischen Faktoren, sondern vielmehr aus einem universalistischen und globalen kulturellen Modell heraus entwickelt hat. Dieses Modell hat seinen Ursprung in der westlichen Gesellschaft (vgl. Adick 2003, S.173ff) und wird „am stärksten und direktesten [...] von den globalen Modellen des Fortschritts und der Gerechtigkeit beeinflußt.“ (Meyer/Ramirez 2005, S.221).
Das Weltmodell Schule entwickelte sich innerhalb der weltweiten Bildungsexpansion, die sich durch Faktoren wie steigendem Schulbesuch oder auch sinkender Analphabetismusrate auszeichnet (vgl. Adick 2003, S.176f). Meyer u.a. (1977) diagnostizierten auf Grund ihrer umfassenden Studien für die Zeit von 1950-1970 eine Weltbildungsrevolution, dessen implizite Strukturveränderungen sich „nicht durch ‚technische Erfordernisse’ und ihren Beitrag zum effizienten Erreichen von Zwecken erklären lassen.“ (Tacke 2006, S.94)
„Education everywhere expanded independent of the constraints and stimuli that economic, political, and social structures provided in previous time. This [...] has led us to speculate that the causes of this expansion lie in characteristics of the contemporary world system...“ (Meyer u.a. 1977, S.255)
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der globalen Bildungsstandards und die spezifische Forschungsfrage bezüglich der Verbreitung des Weltmodells Schule im Kontext des Schwellenlandes Mexiko.
1. Das Weltmodell Schule nach John W. Meyer u.a.: Darstellung der theoretischen Fundamente des world-polity-Konzepts und Ableitung eines Kriterienkatalogs zur Analyse von nationalen Bildungssystemen im globalen Kontext.
2. Länderbeispiel Mexiko: Umfassende Analyse des mexikanischen Bildungssystems anhand der Kriterien, ergänzt durch Basisinformationen zum Land sowie eine kritische Betrachtung von Parallelen und Abweichungen.
3. Fazit und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund bestehender Strukturangleichungen sowie Diskussion der Grenzen des theoretischen Ansatzes in Bezug auf die lokale gesellschaftliche Realität in Mexiko.
Schlüsselwörter
Weltmodell Schule, John W. Meyer, Bildungssystem, Mexiko, Globalisierung, world-polity-Ansatz, Bildungsexpansion, Schwellenland, Curriculare Reform, Isomorphie, Bildungsstandardisierung, Chancengleichheit, Entwicklungszusammenarbeit, Bildungspolitik, Strukturangleichung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie globale Bildungstrends – insbesondere das "Weltmodell Schule" – von Nationalstaaten adaptiert werden und welche Herausforderungen dabei in einem Schwellenland wie Mexiko auftreten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen des Neo-Institutionalismus bzw. world-polity-Ansatzes, die globale Standardisierung von Bildung sowie deren praktische Umsetzung im mexikanischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, den Grad der Übereinstimmung zwischen einem global standardisierten Bildungsmodell und dem realen mexikanischen Bildungssystem zu überprüfen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird ein deduktiver Ansatz verwendet: Aus der Theorie von John W. Meyer wird ein Kriterienkatalog abgeleitet, der als Analyseinstrument für die empirische Betrachtung des mexikanischen Bildungssystems dient.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Kriterienkatalogs und die anschließende, systematische Analyse der strukturellen, curricularen und organisatorischen Dimensionen des Bildungswesens in Mexiko.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind insbesondere das "Weltmodell Schule", "world-polity", "Isomorphie", "Bildungsexpansion" sowie spezifische mexikanische Bildungsstrukturen.
Wie zeigt sich die "Entkopplung" im mexikanischen Schulsystem?
Die Entkopplung zeigt sich daran, dass formal gesetzlich verankerte Ansprüche auf Bildungsgerechtigkeit in der Praxis aufgrund von Armut, Gewalt und unzureichenden Ressourcen nicht für alle Bevölkerungsgruppen, insbesondere die indigene Bevölkerung, gleichermaßen umgesetzt werden können.
Welche Rolle spielt die "telesecundaria" in Mexiko?
Die telesecundaria ist ein Beispiel für den Versuch, Bildung durch Fernsehen in ländliche Gebiete zu bringen, was zwar den Ausbau der Bildung unterstützt, aber laut der Arbeit das grundlegende Problem der sozialen Ungleichheit nicht lösen kann.
- Quote paper
- Christina Menge (Author), 2008, Die globale Internationalisierung der Bildung nach John W. Meyer im Kontext des Bildungssystems Mexikos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135114