Seit jeher gibt es fiktionale wie auch seriöse Schriftzeugnisse, welche sich dem Thema der Gesellschaftsstrukturen und Machtverhältnisse auseinandersetzen. Um ein eben solches Machwerk soll es auch in dieser Bachelorarbeit gehen.
Konkret um die sogenannten „Protokolle der Weisen von Zion“, ein antisemitisches Pamphlet, bei dem es sich entgegen dem vollmundigen Titel um eine bloße Fälschung und keineswegs um reale Protokolle zionistischer Gelehrter handelt, welche jedoch, ungeachtet dieses Umstands, eine beeindruckende Karriere bis in die heutige Zeit vorweisen können.
In dieser Arbeit wird es um die US-amerikanische Verbreitungsgeschichte der „Protokolle der Weisen von Zion“ gehen.
Hierzu wird zunächst der Untersuchungsgegenstand, die „Protokolle“, hinreichend vorgestellt, ehe eine Betrachtung des in den USA vorherrschenden Antisemitismus erfolgt. Als Nächstes wird es um das Kernthema, die Verbreitungsgeschichte der „Protokolle“, in den USA, gehen und darum, zum einen die Herkunft der „Protokolle“ zu beleuchten, wie auch die relevanten Akteure für die Verbreitung derselbigen klar zu benennen. Im Anschluss daran erfolgt eine Untersuchung moderner Verschwörungstheorien, in denen sich Inhalte aus den „Protokollen“ wiederfinden, ehe schlussendlich, im letzten Kapitel, ein kurzes Resümee zu der vorliegenden Arbeit erfolgen wird.
Zur Untersuchung dienen hier zum einen eine Ausgabe der „Protokolle der Weisen von Zion“ als Quelle, wie auch die Werke renommierter Autoren auf dem Gebiet der Antisemitismusforschung, wie Norman Cohn, Robert Singerman, Michael Hagemeister und Wolfgang Benz. Darüber hinaus werden auch Artikel einschlägiger Institutionen, wie der Anti-Defamation-League oder dem Jewish Virtual Library, zur Untersuchung herangezogen.
Schwierigkeiten sind hierbei primär aufgrund der umstrittenen Schöpfungs- bzw. Verbreitungshistorie der „Protokolle der Weisen von Zion“ zu erwarten, doch wird auch hierauf noch in den jeweiligen Kapiteln detaillierter eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die Protokolle der Weisen von Zion
Inhalt der Protokolle
Entstehungsgeschichte
Frühe Verbreitung
Autorenschaft
Antisemitismus in den USA
Die Protokolle in den USA
Die Protokolle nach dem 2. Weltkrieg
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Verbreitungsgeschichte des antisemitischen Pamphlets „Protokolle der Weisen von Zion“ innerhalb der USA. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie diese Fälschung in den USA Verbreitung fand, welche Akteure diese vorantrieben und welche gesellschaftlichen Faktoren sowie historischen Kontexte – insbesondere in Krisenzeiten – als Nährboden für derartige Verschwörungsmythen fungierten.
- Analyse des Inhalts und der Schöpfungsgeschichte der „Protokolle“
- Untersuchung der historischen Wurzeln und Erscheinungsformen des US-amerikanischen Antisemitismus
- Identifikation zentraler Akteure und Organisationen der Verbreitung in den USA
- Betrachtung der Rezeption und Gegenreaktionen in der US-amerikanischen Gesellschaft
- Einordnung der Bedeutung des Pamphlets über das 20. Jahrhundert hinaus
Auszug aus dem Buch
Die Protokolle der Weisen von Zion
Dieser erste Abschnitt der Arbeit widmet sich der Vorstellung des eigentlichen Forschungsgegenstands. In ihm sollen die sogenannten „Protokollen der Weisen von Zion“ inhaltlich betrachtet und der Prozess ihrer Genese vorgestellt werden.
Inhalt der Protokolle
Zunächst soll hier, für all jene, die noch nicht vertraut mit dem Inhalt der „Protokolle der Weisen von Zion“ sind, ein grober Einblick in die Gedankenwelt dieses antisemitischen Pamphlets erfolgen. Selbstverständlich dient dieser inhaltliche Überblick keineswegs der Nährung antisemitischer Ressentiments, sondern wird im Folgenden dabei helfen, gemeinsam mit der Betrachtung der Schöpfungsgeschichte, die Ausbreitung jenes Machwerks besser zu verstehen.
Bei den „Protokollen“ handelt es sich um eine Kompilation aus verschiedenen Plagiaten.1 In dieser Schrift wird in 24 sogenannten Sitzungen die Rede bzw. Reden eines nicht näher benannten Angehörigen der jüdischen Glaubensgemeinschaft, bei einer Art mehrtägigen Konzil zu den Glaubensgrundsätzen und Zielen der Juden in aller Welt wiedergegeben.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der „Protokolle der Weisen von Zion“ als antisemitisches Pamphlet ein und umreißt die Zielsetzung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen.
Die Protokolle der Weisen von Zion: Dieses Kapitel widmet sich der inhaltlichen Betrachtung der „Protokolle“ und erläutert deren Genese sowie literarische Vorlagen.
Antisemitismus in den USA: Hier erfolgt eine Analyse der historischen Rahmenbedingungen und Formen des Antisemitismus in den Vereinigten Staaten, die als Nährboden für Verschwörungstheorien dienen.
Die Protokolle in den USA: Das Kapitel untersucht detailliert die konkrete Verbreitungsgeschichte der „Protokolle“ in den USA durch diverse Akteure und Organisationen.
Die Protokolle nach dem 2. Weltkrieg: Es wird die Rezeption der „Protokolle“ nach 1945 analysiert und aufgezeigt, wie diese in jüngster Zeit in neue Verschwörungsszenarien eingebettet wurden.
Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und bewertet die Rolle der „Protokolle“ innerhalb der amerikanischen Gesellschaft im historischen Kontext.
Schlüsselwörter
Protokolle der Weisen von Zion, Antisemitismus, USA, Verschwörungstheorie, Rassismus, Boris Brasol, Henry Ford, The Dearborn Independent, Holocaust, Moderne, soziale Kontrolle, Propaganda, Bolschewismus, Judentum, QAnon
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Verbreitungsgeschichte und Rezeption des antisemitischen Pamphlets „Protokolle der Weisen von Zion“ in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Entstehungsgeschichte der Fälschung, die Analyse des US-amerikanischen Antisemitismus sowie die Identifikation der Akteure, die das Machwerk in den USA verbreiteten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und warum ein antisemitisches Pamphlet auf US-amerikanischem Boden Verbreitung finden konnte und welche sozio-ökonomischen Faktoren dies begünstigten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse renommierter Antisemitismusforscher, die Auswertung von Zeitzeugnissen (Ausgaben der „Protokolle“) und die Untersuchung historischer Dokumente.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Vorstellung der „Protokolle“, die Analyse des US-Antisemitismus sowie eine detaillierte Nachzeichnung der US-amerikanischen Verbreitungsgeschichte bis in die Gegenwart.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Antisemitismus, Verschwörungstheorien, Verbreitungsgeschichte, „Protokolle der Weisen von Zion“ und den sozio-ökonomischen Kontext der USA definiert.
Welche Bedeutung hatte Henry Ford bei der Verbreitung?
Henry Ford nutzte seine Zeitung „The Dearborn Independent“ als wesentliches Sprachrohr, um die „Protokolle“ einer breiten Öffentlichkeit in den USA zugänglich zu machen.
Wie reagierten jüdische Organisationen auf die „Protokolle“?
Jüdische Organisationen wie das American Jewish Committee versuchten zunächst, das Thema nicht öffentlich zu forcieren, um keine Aufmerksamkeit zu generieren, leisteten später jedoch verstärkt Aufklärungs- und Entkräftungsarbeit.
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- Fabian Lenz (Autor), 2021, Die Rezeption der "Protokolle der Weisen von Zion" in den USA, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1351611