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Devianz als Marker. Dehumanisierung am Beispiel der Neuköllner Silvesternacht 2022/23

Titel: Devianz als Marker. Dehumanisierung am Beispiel der Neuköllner Silvesternacht 2022/23

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2023 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Nico Se (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit möchte sich mit der Theorie der Devianz, ihrer Entwicklungen und mit nachgelagerten Konzepten wie Etikettierungsprozessen und Dehumanisierung auseinandersetzen. Dabei wird im ersten Teil versucht, die Begriffe näher zu ergründen, um diese anschließend miteinander in Beziehung zu setzen. Grundsätzlich wird Devianz als Konzept der Markierung / Etikettierung verstanden, um den Prozess des 'Doing Social Problems' aufzeigen zu können. Es wird versucht, kritisch aufzuzeigen, dass durch die Stigmatisierung und Marginalisierung Menschen in sozialen Gebilden dehumanisiert werden. Das soll im Kontext der Neuköllner Silvesternacht diskutiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Zugang

2.1 Devianz eine begriffliche Annäherung

2.2 Subjektbildung & Etikettierungsprozesse & Dehumanisierung

2.3 Devianz als Konzept der Markierung

3. Gewalt, diskursive Macht von Zuschreibungen, Differenzkonstruktioinen und Namensabfragen: Dehumanisierung am Beispiel der Neuköllner Silvesternacht 2022/23

4. Soziale Arbeit & Devianz und die Frage nach dem Selbstverständnis der Profession

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen von Devianz, Etikettierungsprozessen und Dehumanisierung, um die gesellschaftliche Reaktion auf die Neuköllner Silvesternacht 2022/23 kritisch zu analysieren und die Rolle der Sozialen Arbeit in diesem Kontext zu hinterfragen.

  • Theorie der Devianz als Markierungsprozess
  • Konstruktion von sozialen Problemen durch mediale Diskurse
  • Dehumanisierung und Stigmatisierung von sozialen Gruppen
  • Intersektionale Analyse gesellschaftlicher Machtverhältnisse
  • Selbstverständnis der Sozialen Arbeit zwischen Hilfe und Kontrolle

Auszug aus dem Buch

2. Theoretischer Zugang

Bei der Betrachtung der deutschen Gesellschaft lässt sich im Umgang mit als ‚Außenseiter‘ stigmatisierten Menschen vor und nach 1945 eine gewisse Kontinuität feststellen. Wolfgang Benz nutzt hierfür den nationalsozialistischen Begriff des „Gemeinschaftsfremden“, um eine Klammer für das gesellschaftliche Ordnungsprinzip von der Weimarer Republik über das Dritte Reich bis hin zur Heimerziehung in der DDR sowie der westdeutschen BRD zu setzen. (vgl. Benz/Distel 2016) In dem Erlass über „Vorbeugende Verbrechensbekämpfung“ vom 14. Dezember 1937 verschriftlicht sich diese Klammer und setzt einen wesentlichen Grundstein, nämlich die Verbindung von Verbrechensbekämpfung/Kriminalität sowie Konformität und gesellschaftlicher Exklusion.

Den als nichtkonform Stigmatisierten wurden neben medizinischen Diagnosen, auch ein vermeintlicher „moralischen Schwachsinn […] und sozialer Schwachsinn“ (Bundeszentrale für politische Bildung/Jochheim 2021) unterstellt. Im Nationalsozialismus endeten diese Zuschreibungen mit dem Tod durch das Vernichtungssystem, in der DDR für Kinder und junge Menschen in den Jugendwerkhöfen oder dem Gefängnissystem. Was in der Betrachtung jedoch alle Gesellschaften eint ist das Ordnungsprinzip der Konformität, die durch Gewalt, Umerziehung und Unterdrückung oder Auslöschung erreicht werden soll. Es entsteht eine Kontinuität in Verbindung mit einem ‚Außenseitertum‘, dem soziale Abweichung und Kriminalität zugeschrieben wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die mediale und politische Aufarbeitung der Neuköllner Silvesternacht 2022/23 als einen Prozess, der die betroffenen Menschen als ‚Fremde‘ markiert und dehumanisiert.

2. Theoretischer Zugang: Analysiert die historische Kontinuität im Umgang mit stigmatisierten Gruppen in Deutschland und führt das Konzept der Devianz als sozialen Konstruktionsprozess ein.

3. Gewalt, diskursive Macht von Zuschreibungen, Differenzkonstruktioinen und Namensabfragen: Dehumanisierung am Beispiel der Neuköllner Silvesternacht 2022/23: Untersucht anhand von Pressematerial die mediale Inszenierung von Gewalt zur Rechtfertigung von Ordnungs- und Sanktionsdiskursen.

4. Soziale Arbeit & Devianz und die Frage nach dem Selbstverständnis der Profession: Kritisiert die Rolle der Sozialen Arbeit als Akteurin in Kontrollkontexten und plädiert für eine menschenrechtsbasierte Praxis auf Augenhöhe.

5. Fazit: Fasst zusammen, dass Devianz eine diskursive Praxis darstellt, und fordert eine kritische Auseinandersetzung mit Normalitätsvorstellungen sowie die Auflösung stigmatisierender Zuschreibungen.

Schlüsselwörter

Devianz, Etikettierung, Soziale Arbeit, Neukölln, Dehumanisierung, soziale Probleme, Stigmatisierung, Mediale Konstruktion, Machtverhältnisse, Marginalisierung, Normalität, Kontrolldiskurs, Doing Social Problems, Intersektionalität, Selbstverständnis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie soziale Abweichung (Devianz) mittels medialer und politischer Zuschreibung konstruiert wird und welche Auswirkungen diese Etikettierungsprozesse auf betroffene Gruppen haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Soziologie der sozialen Probleme, die Analyse medialer Berichterstattung, historische Kontinuitäten bei der Stigmatisierung von Außenseitern sowie die Rolle der Sozialen Arbeit im Kontrollgefüge.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diskursive Praxen der Devianz (z.B. „Doing Social Problems“) zur Marginalisierung von Menschen beitragen und wie eine kritische Soziale Arbeit diesen Prozessen entgegenwirken kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die insbesondere auf konstruktivistische Ansätze (z.B. den Labeling-Ansatz nach Schetsche oder das Verständnis von Devianz nach Peters) zurückgreift, um aktuelle Fallbeispiele zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich den theoretischen Grundlagen der Etikettierung, der konkreten Medienanalyse der Neuköllner Silvesternacht 2022/23 sowie der Reflexion des professionellen Selbstverständnisses der Sozialen Arbeit im Spannungsfeld von Hilfe und staatlicher Kontrolle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Devianz, Etikettierung, Soziale Arbeit, Stigmatisierung, Dehumanisierung und die mediale Konstruktion von sozialen Problemen.

Wie wird das Konzept des „Nicht-Orts“ in der Arbeit verstanden?

Der „Nicht-Ort“ dient als beschreibendes Konzept für eine rassifizierende und marginalisierende Sichtweise der Mehrheitsgesellschaft, die bestimmte Räume außerhalb der erwünschten Normvorstellungen ansiedelt.

Warum ist die intersektionale Perspektive auf die Silvesternacht relevant?

Die intersektionale Perspektive hilft, Machtverhältnisse mitzudenken, indem Kategorien wie race, class, space und gender gemeinsam mit Devianz betrachtet werden, um die gesamte Tiefe der Kriminalitätskonstruktion sichtbar zu machen.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Devianz als Marker. Dehumanisierung am Beispiel der Neuköllner Silvesternacht 2022/23
Hochschule
Evangelische Hochschule Berlin
Note
1,0
Autor
Nico Se (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
19
Katalognummer
V1351711
ISBN (PDF)
9783346858160
ISBN (Buch)
9783346858177
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Devianz Dehumanisierung Rassismus Subjektbildung Etikettierungsprozesse Markierung diskursive Macht von Zuschreibungen Differenzkonstruktioinen Soziale Arbeit Haltung Stigmatisierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nico Se (Autor:in), 2023, Devianz als Marker. Dehumanisierung am Beispiel der Neuköllner Silvesternacht 2022/23, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1351711
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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