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Der Tod in der Entwicklungspsychologie

Eine entwicklungspsychologische Betrachtung des Todesverständnisses im Kindesalter

Titel: Der Tod in der Entwicklungspsychologie

Hausarbeit , 2019 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Kathrin Wulf-Schmidt (Autor:in)

Psychologie - Entwicklungspsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Als Hypothese unterliegt dieser Arbeit dem Postulat, dass das Thema der Entwicklung des Todesverständnisses im Kindesalter durchaus eine entwicklungspsychologische Relevanz hat, jedoch aus anderen Gründen in den Hintergrund gerät. Dabei wird im Folgenden geprüft werden, ob die zentralen Aufgaben der Entwicklungspsychologie im benannten Themenbereich als Charakteristika eine Anwendung finden. Das heißt konkret, dass zum einen Entwicklungsveränderungen des Todesverständnisses im Kindesalter beschrieben und mögliche Erklärungen als Kernaufgabe der Entwicklungspsychologie aufgezeigt werden.

Zunächst wird daher als Ausgangspunkt beschrieben, wann das Kind überhaupt beginnt ein Bewusstsein über den Tod zu entwickeln. Basierend darauf wird unter dem Folgekapitel ein Ansatz zur Einteilung in Entwicklungsstufen dargestellt und interessanterweise werden ebenso Erklärungsansätze aufgegriffen, warum das Kind diese Entwicklungsstufen hinsichtlich des Todesverständnisses durchläuft und aufgrund noch fehlender innerpsychischer Ressourcen und notweniger Abwehrstrategien (neben der noch fehlenden kognitiven Reife) nicht in der Lage ist, die Tragweite des Todes sofort mit dem ersten Bewusstsein zu begreifen. Zum anderen werden ergänzend anwendungsorientierte Aufgaben der Entwicklungspsychologie herangezogen und nachfolgend eine Kategorisierung von Erfahrungen und deren möglichen Folge mit übergeordnetem Prognosecharakter des künftigen Entwicklungsverlaufes herangezogen.

Abschließend wird hinsichtlich des Aufgabenspektrums auch der Anwendungsbereich der Möglichkeiten zur Beeinflussung des Entwicklungsverlaufes mit dem Oberbegriff der Todeserziehung von Kindern aufgegriffen, wobei hier schwerpunktartig in prägnanter Kürze das Konzept des „Death Education“ vorgestellt werden soll. Indes gilt es Abgrenzungen zum Bereich angrenzender religiöser oder spiritueller Fragestellungen aufzuzeigen, wie die zentralen Fragen: „wo komme ich her und wo gehe ich hin“. Messbar im Sinne der Entwicklungspsychologie wäre das Todesverständnisses demnach nicht bei einer ausgereiften Vorstellung vom beispielsweise Leben nach dem Tod als die Antwort auf die Frage „wo gehe ich hin“.

Diese Konzepte und deren Einfluss, werden wertungsfrei als individuelle Konzepte anerkannt, jedoch gelten die folgenden Faktoren im Rahmen dieser Art als entscheidende für das Begreifen des Todes als Ende des diesseitigen Lebens beziehungsweise für ein entsprechendes Todesverständnis.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklungspsychologische Betrachtung des Todesverständnisses im Kindesalter

2.1 Erste Bewusstheit des Todes

2.2 Die Entwicklungsstufen des Todeskonzeptes

2.3 Kategorien von Erfahrungen und mögliche Folgen

2.4 Die Todeserziehung von Kindern

3. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die entwicklungspsychologische Relevanz der Auseinandersetzung mit dem Tod im Kindesalter. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, inwieweit das Thema Todesverständnis, welches oft in den Hintergrund der psychologischen Betrachtung gerät, als wesentliches Element der kindlichen Entwicklung begriffen werden muss und welche Rolle dabei die pädagogische Todeserziehung spielt.

  • Entwicklungsstufen des kindlichen Todesverständnisses
  • Die Rolle von Verleugnungsmechanismen bei Kindern
  • Einfluss von direkten und indirekten Todeserfahrungen
  • Das Konzept der "Death Education" im Grundschulkontext
  • Die Bedeutung einer enttabuisierten Kommunikation

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Entwicklungsstufen des Todeskonzeptes

„Das Todeskonzept bezeichnet die Gesamtheit aller kognitiven Bewusstseinsinhalte (Begriffe, Vorstellungen, Bilder), die einem Kind oder einem Erwachsenen zur Beschreibung und Erklärung des Todes zur Verfügung stehen“ (Wittkowski, 1990, S. 44). Ob das Todeskonzept eines Menschen als reif angesehen werden kann, hängt unter anderem davon ab, inwieweit die Universalität des Todes, welche das Verstehen der Unvermeidbarkeit des Todes für alle Lebewesen impliziert, anerkannt wird. Weiterhin gelten als Einflussfaktoren oder Subkonzepte eines reifen Todeskonzeptes: die Akzeptanz der Unwiderruflichkeit des Todes, die Vorstellung des Verlusts aller Lebensfunktionen mit dem Eintritt des Todes, sowie ein realistisches Verständnis der Ursachen des Todes. Aus diesen Subkonzepten und aus den Tatsachen, dass selbst Erwachsene oftmals Schwierigkeiten haben, gerade die Irreversibilität des Todes und die Implikationen zu akzeptieren, lässt sich schließen, dass der Erwerb eines ausgereiften und realistischen Todeskonzepts im Kindesalter äußerst schwierig ist (Pesel, 2006, S.13).

Entsprechend der für die Entwicklungspsychologie eher typischen Einteilung der Entwicklung in die Tendenz diskontinuierlicher Entwicklungsstufen (Lohaus et al., 2015, S. 6-7), teilte die ungarische Psychologin Maria Nagy, als diesbezügliche Pionierin 1948, die Entwicklung des Verständnisses des Todesbegriffs und des Todeskonzeptes bei Kindern in die folgenden drei Entwicklungsstufen ein (Feifel, 1959, S. 321):

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Fehlen des Themas Tod in der Entwicklungspsychologie und begründet die Relevanz der Untersuchung des kindlichen Todesverständnisses.

2. Entwicklungspsychologische Betrachtung des Todesverständnisses im Kindesalter: Dieses Hauptkapitel analysiert empirische Erkenntnisse und theoretische Ansätze zur kindlichen Auseinandersetzung mit der Sterblichkeit.

2.1 Erste Bewusstheit des Todes: Dieses Kapitel beschreibt, dass bereits Kleinkinder ein Bewusstsein für den Tod entwickeln, auch wenn dieses zunächst schwer erfassbar ist.

2.2 Die Entwicklungsstufen des Todeskonzeptes: Hier werden die drei Stufen nach Maria Nagy erläutert, die den Prozess der kognitiven Verarbeitung des Todes als endgültig und universal beschreiben.

2.3 Kategorien von Erfahrungen und mögliche Folgen: Dieses Kapitel kategorisiert indirekte mediale sowie direkte, teils traumatische Todeserfahrungen und deren Auswirkungen auf die kindliche Psyche.

2.4 Die Todeserziehung von Kindern: Das Kapitel evaluiert das Konzept der "Death Education" als pädagogischen Ansatz zur Enttabuisierung und zur Förderung kindlicher Bewältigungskompetenzen.

3. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Kinder bei der Auseinandersetzung mit existentiellen Themen sensibel zu begleiten.

Schlüsselwörter

Entwicklungspsychologie, Kindesalter, Todesverständnis, Tod, Sterben, Todeskonzept, Death Education, Verleugnung, kognitive Entwicklung, Trauer, Trauma, kindliche Erfahrungswelt, pädagogische Erziehung, Existenzfragen, Psychodynamik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der psychologischen Auseinandersetzung von Kindern mit den Themen Tod und Endlichkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die kognitiv-entwicklungspsychologischen Stufen des Todesverständnisses, die psychodynamische Abwehr (Verleugnung) und die Möglichkeiten einer pädagogischen Todeserziehung.

Was ist die primäre Zielsetzung der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Entwicklung des Todesverständnisses ein integrativer, hochrelevanter Bestandteil der kindlichen Entwicklung ist, der professionelle Begleitung erfordert.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die auf entwicklungspsychologischen Standardwerken und klinischen Studien, unter anderem von Irvin D. Yalom und Maria Nagy, basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Bewusstseinswerdung, die Stufenmodelle des Todeskonzepts, die Kategorisierung von Lebenserfahrungen und die didaktische Einordnung von "Death Education".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Todesverständnis, Kindesalter, Entwicklungspsychologie, Death Education und psychische Bewältigungsstrategien.

Warum wird das Thema Tod bei Kindern oft verdrängt?

Erwachsene neigen aufgrund eigener Ängste und dem Wunsch, Kinder zu schützen, zur Verharmlosung oder Sprachlosigkeit, was einen offenen Umgang mit dem Thema erschwert.

Welche Rolle spielt die "Death Education" in der Schule?

Sie bietet einen Rahmen, um Tod und Trauer didaktisch aufbereitet zu vermitteln, damit Kinder eine realitätsangepasste Haltung und Handlungskompetenz entwickeln können.

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Details

Titel
Der Tod in der Entwicklungspsychologie
Untertitel
Eine entwicklungspsychologische Betrachtung des Todesverständnisses im Kindesalter
Hochschule
DIPLOMA Fachhochschule Nordhessen; Zentrale
Note
1,0
Autor
Kathrin Wulf-Schmidt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
19
Katalognummer
V1351792
ISBN (PDF)
9783346859730
ISBN (Buch)
9783346859747
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entwicklungspsychologie eine betrachtung todesverständnisses kindesalter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kathrin Wulf-Schmidt (Autor:in), 2019, Der Tod in der Entwicklungspsychologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1351792
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Leseprobe aus  19  Seiten
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