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Redewendungen im "Don Quijote". Wie und warum verändern sich Übersetzungen?

Titel: Redewendungen im "Don Quijote". Wie und warum verändern sich Übersetzungen?

Hausarbeit , 2018 , 14 Seiten , Note: 2.3

Autor:in: Jennifer Ringeisen (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Wandel der Kultur ist ein stetiger Prozess, der uns immer begleitet und damit auch die Sprachen und das Übersetzen. Das hat mich zu der Frage geführt, ob sich die Übersetzungen verändern und der Sinn gleichbleibt. Hierfür habe ich mich mit dem spanischen Klassiker "Don Quijote" von Miguel de Cervantes Saavedra aus dem siebzehnten Jahrhundert und zwei deutschen Übersetzungen befasst. Dieses Buch bietet einige Stellen, welche sich für meine Untersuchung gut eignen, da einer der Hauptcharaktere, Sancho Panza, ein Realist ist und die Sprache und Kultur dieser Zeit widerspiegelt.

Verglichen habe ich das Original mit der ersten vollständigen deutschen Übersetzung von Ludwig Tieck aus dem 18. Jahrhundert und der neusten Übersetzung von Susanne Lange aus dem Jahre 2008. Mit circa 200 Jahren Unterschied werden viele Veränderungen und auch Gemeinsamkeiten sehr deutlich.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hintergrundinformationen

2.1. Das Siglo de Oro

2.2. Miguel de Cervantes Saavedra

2.3. Handlung des Don Quijote

2.4. Ludwig Tieck

2.5. Susanne Lange

3. Diachronische Sicht auf Kultur und Sprache

4. Unterschiedliche Übersetzungen

5. Gleichbleibende Übersetzungen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Sprachwandels auf literarische Übersetzungen am Beispiel von Miguel de Cervantes’ "Don Quijote". Ziel ist es, anhand eines Vergleichs zwischen der historischen Übersetzung von Ludwig Tieck und der zeitgenössischen Fassung von Susanne Lange herauszufinden, wie sich der Umgang mit idiomatischen Redewendungen verändert hat und ob die inhaltliche Sinnhaftigkeit trotz unterschiedlicher Wortwahl gewahrt bleibt.

  • Analyse des Sprachwandels im Kontext kultureller Entwicklungen
  • Vergleich zweier deutscher Übersetzungen aus unterschiedlichen Epochen
  • Die Herausforderung bei der idiomatischen Wiedergabe von Redewendungen
  • Kreative übersetzerische Lösungsstrategien im Wandel der Zeit
  • Einfluss der Forschungsmöglichkeiten auf die Qualität der Übersetzung

Auszug aus dem Buch

Unterschiedliche Übersetzungen

Beim Lesen der Texte ist mir aufgefallen, dass sich die Übersetzungen in der Wortwahl und Formulierung sehr stark verändert haben. Fast alle Redewendungen, die ich gefunden habe, wurden unterschiedlich übersetzt. Für meine Analyse habe ich vier Textstellen rausgesucht. Mein erstes Beispiel ist folgendes:

„ - Eso pido, y barras derechas – dijo Sancho-; a eso me atengo, porque todo, al pie de la letra, ha de suceder por vuestra merced, llamándose el Caballero de la Triste Figura.” (Cervantes Saavedra 97)

Die Real Academia Española definiert „barras derechas” als „sin engaño” (Real Academia Española), also man sagt oder tut etwas ohne List und böse Hintergedanken. Heutzutage wird diese Redewendung allerdings nicht mehr häufig gebraucht.

Ludwig Tieck übersetzte diese Passage wie folgt:

„„So verlange ich’s und ohne Winkelzüge“, sagte Sancho, „hieran halte ich mich, denn buchstäblich wird es Euer Gnaden so begegnen, genannt der Ritter von der traurigen Gestalt.“ “ (Tieck 320)

„Winkelzug“ wird definiert als „listige, geheime Machenschaften“ und findet seinen Ursprung im niederdeutschen, jedoch wurde es erst ab dem 18. Jahrhundert öfter verwendet. (Wörterbuchnetz - Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm) Ich habe die Häufigkeit des Wortes im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) in zwei verschiedenen Textkorpora untersucht und dabei festgestellt, dass „Winkelzug“ laut des Deutschen Textarchives zur Lebenszeit von Ludwig Tieck 44-mal vorkommt und im DWDS Kernkorpus zwischen 2000 und 2010 hingegen nur 16-mal.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den Grundstein für die Untersuchung, indem sie das Forschungsinteresse an Übersetzungsveränderungen bei „Don Quijote“ über einen Zeitraum von 200 Jahren erläutert.

2. Hintergrundinformationen: Dieses Kapitel liefert den nötigen historischen und biographischen Kontext zu Cervantes, seinem Meisterwerk sowie den Übersetzern Ludwig Tieck und Susanne Lange.

3. Diachronische Sicht auf Kultur und Sprache: Hier wird der theoretische Rahmen zum Sprachwandel aufgespannt, wobei die Unterschiede zwischen den Literaturepochen Barock und Romantik beleuchtet werden.

4. Unterschiedliche Übersetzungen: Der Hauptteil analysiert konkrete Textbeispiele, bei denen die Übersetzer sehr unterschiedliche Wege wählten, um spanische Redewendungen ins Deutsche zu übertragen.

5. Gleichbleibende Übersetzungen: In diesem Teil stellt die Autorin fest, dass es nur wenige Fälle gibt, in denen beide Übersetzer nahezu identische Formulierungen verwendeten.

6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass kreative übersetzerische Anpassungen durch Sprachwandel und bessere Recherchebedingungen heute einfacher möglich sind als zu Tiecks Zeiten.

Schlüsselwörter

Don Quijote, Übersetzung, Sprachwandel, Cervantes, Redewendungen, Ludwig Tieck, Susanne Lange, Barock, Romantik, Idiomatik, Literaturanalyse, Kulturtransfer, Sprachvergleich, Übersetzungswissenschaft, Sancho Panza

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich die Übersetzung spanischer Redewendungen aus dem Roman „Don Quijote“ im Laufe der Zeit verändert hat und ob dabei der ursprüngliche Sinn erhalten bleibt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Sprachwandel, Übersetzungspraxis, literarische Epochen (Barock und Romantik) und der Vergleich historischer mit modernen Übersetzungslösungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Analyse, wie Übersetzer mit kulturell geprägten und idiomatischen Besonderheiten umgehen, wenn sie mit einer zeitlichen Distanz von circa 200 Jahren arbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer kontrastiven Textanalyse, bei der das spanische Original mit zwei deutschen Übersetzungen (Tieck und Lange) verglichen und deren semantische Auslegung untersucht wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit ausgewählten Textpassagen, analysiert die Herkunft der verwendeten Redewendungen und bewertet die unterschiedlichen Übersetzungsstrategien der jeweiligen Zeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Don Quijote, Übersetzung, Sprachwandel, Idiomatik, Kulturtransfer und der direkte Vergleich von Übersetzerstilen.

Wie unterscheidet sich die Vorgehensweise von Susanne Lange von jener von Ludwig Tieck?

Während Tieck bei schwierigen Redewendungen zum Teil archaische oder eher literarische Begriffe wählte, zeigt sich bei Lange eine modernere, kreativere Herangehensweise, die oft auf bessere Recherchemöglichkeiten zurückgreift.

Inwiefern beeinflusst der Sprachwandel die Übersetzung von „Don Quijote“?

Der Sprachwandel führt dazu, dass Begriffe mit der Zeit ihre Konnotation verlieren oder veraltern, was Übersetzer dazu zwingt, entweder neue Sprechstile anzupassen oder auf zeitgenössische idiomatische Entsprechungen auszuweichen.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Redewendungen im "Don Quijote". Wie und warum verändern sich Übersetzungen?
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
2.3
Autor
Jennifer Ringeisen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
14
Katalognummer
V1351943
ISBN (PDF)
9783346858726
ISBN (Buch)
9783346858733
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Linguistik Translation Spanisch Don Quijote
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jennifer Ringeisen (Autor:in), 2018, Redewendungen im "Don Quijote". Wie und warum verändern sich Übersetzungen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1351943
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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