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Weltwirtschaft in der Finanzkrise: Krisenverstärkung durch Anreizsysteme und/bzw. fehlerhaftes Regelwerk der Aufsicht, d.h. gibt es staatliches Überwachungsversagen?

Titel: Weltwirtschaft in der Finanzkrise: Krisenverstärkung durch Anreizsysteme und/bzw. fehlerhaftes Regelwerk der Aufsicht, d.h. gibt es staatliches Überwachungsversagen?

Seminararbeit , 2009 , 17 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Sascha Krüger (Autor:in)

VWL - Außenhandelstheorie, Außenhandelspolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Einleitung

Seitdem sich die Weltwirtschaft in der Finanzkrise befindet, suchen Ökonomen, Unternehmen, Institutionen sowie Politik nach Gründen und Lösungsansätzen für diese historisch einmaligen Geschehnisse. Seit der Weltwirtschaftskrise in den 1930`er
Jahren, hat es nicht mehr derartige makroökonomische Verwerfungen gegeben. Allerdings sind die Krisen nur schwer miteinander zu vergleichen, da der Grad der Globalisierung und damit die Vernetztheit der einzelnen Volkswirtschaften exponentiell
zugenommen haben. Darüber hinaus haben die Wirtschaftsakteure innovative Formen des Risikotransfers kreiert. Durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten entstand ein Leverage-Effekt, der die Weltwirtschaft nun vor eine enorme Zerreißprobe
stellt. In Krisenzeiten ist es normal die Situation an Schuld tragenden festmachen zu wollen. Niemand hat mehr an Respekt eingebüßt als die Zunft der Banker und Investmentmanager. In guten Zeiten waren sie das Aushängeschild eines Systems, das
die Renditemesslatte nicht hoch genug legen konnte. Für das Erreichen der Ziele wurden sie oft fürstlich belohnt. Nun sind sie Symbol des Niedergangs und werden für ihre Verfehlungen an den öffentlichen Pranger gestellt. Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Anreizsysteme, in denen sich die relevanten
Entscheidungsträger befinden und agieren, bzgl. ihrer Krisenrelevanz zu analysieren. Im ersten Schritt wird ein Teil der Neuen Institutionenökonomik, namentlich die
Agenturtheorie, zu Hilfe genommen, um die Legitimation von Anreizsystemen herzuleiten. Im darauf folgenden Kapitel werden die Parameter dargelegt und analysiert, die eine sinnhafte Anreizsystematik ausmachen. Anschließend findet eine
Auseinandersetzung zwischen Krise und Anreizen der Subjekte statt. Abschließend wird erörtert, ob und inwiefern es ein Überwachungsversagen des Staates gegeben hat.

Schlussbetrachtung

Die aktuelle makroökonomische Situation macht deutlich, dass die unsichtbare Hand in Verbindung mit einer laissez-fairen Wirtschaftspolitik nicht ausreicht um eine nachhaltige Wohlfahrtssteigerung für die breiten Bevölkerungsschichten zu generieren. In diesen Kontext sind auch Anreizsysteme für Vorstände, Manager und Mitarbeiter einzuordnen. Diese Systeme können, müssen jedoch nicht unbedingt Werte schaffen.
Aus der vorgestellten Theorie ist schon abzuleiten, dass Anreize sehr riskant sein können, wenn sie nicht verantwortungsvoll verwaltet werden. Die aufgezeigten Erfahrungswerte bestätigen dies...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Prinzipal-Agenten-Theorie: Basis für Anreizsysteme

3. Sinnhafte Ausgestaltung von Anreizsystemen

4. Die Bedeutung von Anreizsystemen im Kontext der Finanzkrise

5. Die Rolle der Aufsicht in der BRD

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit analysiert die Rolle von Anreizsystemen für Entscheidungsträger im Kontext der globalen Finanzkrise und untersucht, inwiefern ein staatliches Überwachungsversagen zu der krisenhaften Entwicklung beigetragen hat.

  • Anwendung der Prinzipal-Agenten-Theorie zur Legitimation von Anreizen
  • Kriterien für eine sinnhafte Ausgestaltung von Anreizsystemen
  • Analyse von Fehlsteuerungen durch Anreize in der Immobilien- und Finanzbranche
  • Rolle der staatlichen Aufsicht und notwendige regulatorische Anpassungen

Auszug aus dem Buch

4. Die Bedeutung von Anreizsystemen im Kontext der Finanzkrise

Da der Ursprung der Krise in den USA zu finden ist, bietet es sich an, am Beispiel der Immobilienbranche die Zustände zu beschreiben. Cascio und Cappelli (2009, S. 47 ff.) haben in ihrem Artikel eine Kausalkette der Beteiligten aufgebaut.

Bankinterne Kreditsachbearbeiter wurden demnach mittels Kommission für die Anzahl und das Volumen von vergebenen Hypothekendarlehen belohnt. Die externen Kreditmakler erhielten ebenso eine Kommission, die meistens noch aggressiver ausgestaltet war. Neben der variablen Anreizkomponente kam auch noch das Arbeitsplatzrisiko hinzu. Angestellte aus beiden Lagern mussten bei Minderleistung - also weniger vermittelten Krediten - mit der Kündigung rechnen.

Darüber hinaus gab es keine Sanktionen für „schlechte“ Darlehen, die vermittelt bzw. vergeben wurden. D.h., dass es keinerlei Risikoadjustierung der Erträge gab. Bruttowertschöpfung war gleich Nettowertschöpfung. Bis zu einem eventuellen Ausfall der Forderung, konnten Jahre vergehen. Inzwischen ist der Kredit unter Umständen schon an eine andere Bank verkauft und das Risiko in eine andere Bilanz verlagert worden. Genauso konnten der Sachbearbeiter und der Intermediär einen anderen Arbeitsplatz innehaben, was bei der hohen Fluktuationsrate in den USA nicht unwahrscheinlich sein dürfte. Somit war es das Ziel der Akteure, so viele Kreditanträge wie möglich durch den internen Bewilligungsprozess zu bringen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema und Darlegung der Zielsetzung, die Anreizsysteme der Akteure im Kontext der Finanzkrise zu untersuchen.

2. Die Prinzipal-Agenten-Theorie: Basis für Anreizsysteme: Erläuterung der theoretischen Grundlagen zu Adverse Selection und Moral Hazard als Ursachen für Anreizprobleme.

3. Sinnhafte Ausgestaltung von Anreizsystemen: Analyse von Herausforderungen bei der Leistungsmessung, insbesondere im Hinblick auf Controllability, Alignment und Interdependency Probleme.

4. Die Bedeutung von Anreizsystemen im Kontext der Finanzkrise: Fallstudie zur Immobilienkrise in den USA, die zeigt, wie aggressive Anreizstrukturen zu übermäßiger Risikobereitschaft führten.

5. Die Rolle der Aufsicht in der BRD: Diskussion über das Versagen der staatlichen Aufsichtsorgane und aktuelle Gesetzesentwürfe zur Korrektur von Vergütungsstrukturen.

6. Schlussbetrachtung: Fazit zur Notwendigkeit einer verantwortungsvollen Gestaltung von Anreizsystemen unter staatlicher Rahmenbedingungen.

Schlüsselwörter

Finanzkrise, Anreizsysteme, Prinzipal-Agenten-Theorie, Adverse Selection, Moral Hazard, Vergütung, Bankenaufsicht, Risikoallokation, Leistungsanreize, Corporate Governance, Immobilienkrise, Performance, Aufsichtsversagen, Bonusbank, Risikomanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen fehlerhaften Anreizsystemen für Entscheidungsträger und der Verstärkung der globalen Finanzkrise.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Neue Institutionenökonomik, Anreizdesign in Finanzinstituten, die Rolle der Immobilienfinanzierung und die staatliche Aufsicht in Deutschland.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Anreizstrukturen zu riskantem Verhalten geführt haben und ob ein staatliches Überwachungsversagen vorliegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Herleitung mittels der Prinzipal-Agenten-Theorie sowie einer Analyse aktueller wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen und Debatten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Agenturtheorie, die Kriterien für sinnhafte Anreizsysteme und überträgt diese auf die Mechanismen der Finanzkrise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Finanzkrise, Prinzipal-Agenten-Beziehung, Vergütungsmodelle, Bankenaufsicht und Anreizproblematik.

Inwiefern haben Anreizsysteme die Immobilienkrise in den USA verschärft?

Durch provisionsbasierte Vergütungen ohne Risikoadjustierung wurde ein Anreiz geschaffen, möglichst viele, teils risikoreiche Hypotheken zu vergeben und zu bündeln, um kurzfristige Boni zu maximieren.

Welche Rolle spielt die "Bonusbank" als Lösungsansatz?

Die Bonusbank ermöglicht eine mittelfristige Beteiligung des Managements, indem Bonuszahlungen zeitversetzt ausgezahlt werden und ein Malus bei Minderleistung abgezogen werden kann.

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Details

Titel
Weltwirtschaft in der Finanzkrise: Krisenverstärkung durch Anreizsysteme und/bzw. fehlerhaftes Regelwerk der Aufsicht, d.h. gibt es staatliches Überwachungsversagen?
Hochschule
Universität Hamburg  (Institut für Außenhandel und Wirtschaftsintegration)
Veranstaltung
Seminar „Weltwirtschaft in der Finanzkrise“
Note
2,0
Autor
Sascha Krüger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V135198
ISBN (eBook)
9783640427895
ISBN (Buch)
9783640424863
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finanzkrise Weltwirtschaft Krisenverstärkung Anreizsysteme Aufsicht Überwachungsversagen Prinzipal-Agenten-Theorie Prinzipal Agent Vergütung Bonus Adverse Selection Hypotheken Immobilienkrise Immobilienblase Bonusbank variabel Investmentbanker Individualismus Laissez faire Goldman Sachs Bear Stearns Investmentbank Finanzinnovationen Derivate Mortage Backed Securities Rainmaker Boni Bundesbank Bafin Corporate Governace Kodex Finanzdienstleistungsaufsicht Bankenaufsicht Vergütungssysteme Anreize Fehlanreize Vorstände Manager Anreizsystematik
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GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sascha Krüger (Autor:in), 2009, Weltwirtschaft in der Finanzkrise: Krisenverstärkung durch Anreizsysteme und/bzw. fehlerhaftes Regelwerk der Aufsicht, d.h. gibt es staatliches Überwachungsversagen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135198
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Leseprobe aus  17  Seiten
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