Für viele Unternehmen werden Akquisitionen in zunehmendem Maße zum festen Bestandteil der Unternehmensentwicklung. Mitte der neunziger Jahre von Unternehmensvorständen verwendete Schlagworte wie Shareholder Value, Global Player oder Stärkung der Kernkompetenzen finden offensichtlich auch in der steigenden Zahl von Akquisitionen konkreten Niederschlag in der Geschäftstätigkeit. In einem Atemzug mit der fortschreitenden Entwicklung der Akquisitionstätigkeit ist ihre hohe Misserfolgsquote zu nennen. Empirische Erhebungen zum Akquisitionserfolg ermitteln in Abhängigkeit von der jeweiligen Untersuchungsmethodik Misserfolgsquoten zumeist zwischen 30% und 60%. Die zentralen Problembereiche werden allgemein in unzureichenden strategischen Analysen der Akquisition, in der Ermittlung überhöhter Unternehmenswerte sowie in der mangelhaften Integration des Akquisitionsobjekts in den Unternehmensverbund des Akquisiteurs gesehen.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
I.1 Begriffsabgrenzungen
I.2 Aquisitionen als Maßnahme marktwertorientierter Unternehmensführung
II Der Akquisitionsprozess
II.1 Grundmodell für Entscheidungsprozesse
II.2 Prozessdarstellung einer Unternehmensakquisition
II.2.1 Akquisitionsziele und -strategien
II.2.2 Due Diligence und Business-Plan
II.2.3 Unternehmensbewertung
II.2.4 Verhandlung/ Kaufpreisermittlung
II.2.5 Vertragsabschluß/ Closing (und Kauf)
II.2.6 Integration in den Konzern/ Erfolgskontrolle
II.3 Komplexität des Akquisitionsprozesses
III Unternehmensbewertung von Akquisitionsobjekten
III.1 Gegenstand und Zweck der Unternehmensbewertung bei Akquisitionen
III.2 Objektive vs. subjektive vs. funktionale Unternehmensbewertung
III.3 Verfahren der Unternehmensbewertung
III.3.1 Einzelbewertungsverfahren
III.3.2 Gesamtbewertungsverfahren
III.3.2.1 Investitionstheoretische Verfahren
III.3.2.2 Vergleichsverfahren
III.3.3 Mischverfahren
III.4 Kritische Würdigung der Verfahren im Rahmen von Akquisitionen
IV Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Unternehmensbewertung als zentrale Entscheidungsgrundlage im Akquisitionscontrolling. Dabei wird analysiert, wie verschiedene Bewertungsverfahren dabei helfen, den Wert eines Akquisitionsobjekts zu bestimmen und eine fundierte Basis für den strategischen Erwerb von Unternehmen zu schaffen.
- Grundlagen des Akquisitionsprozesses und dessen Komplexität
- Methoden der Unternehmensbewertung (Einzel-, Gesamt- und Mischverfahren)
- Die Funktion der Due Diligence bei der Datengewinnung
- Bedeutung der wertorientierten Unternehmensführung (Shareholder Value)
- Kritische Analyse und Eignung verschiedener Bewertungsansätze für Akquisitionen
Auszug aus dem Buch
III.2 Objektive vs. subjektive vs. funktionale Unternehmensbewertung
Die Bewertung von Unternehmen und Unternehmensanteilen stellt ein in der betriebswirtschaftlichen Lehre und Praxis viel diskutiertes und heftig umstrittenes Gebiet dar. Die Gegensätzlichkeiten der im Zeitablauf vertretenen Lehrmeinungen und die Komplexität der behandelten Themenbereiche erschweren die Durchführung praktischer Bewertungsaufgaben und wecken vielfach Zweifel an der Zuverlässigkeit und Aussagekraft der ermittelten Ergebnisse. In der Theorie der Unternehmensbewertung lassen sich im Zeitablauf drei maßgebliche Bewertungsansätze erkennen:
1) Die objektive Unternehmensbewertung,
2) Die subjektive Unternehmensbewertung und
3) Die funktionale Unternehmensbewertung.
Der bis in die 60er Jahre dominierenden objektiven Unternehmensbewertung liegt die Vorstellung zugrunde, dass ein objektiver Unternehmenswert existiere, der allgemein gültig sei. In diesem objektiven Wert sollen besondere Eigenschaften, Interessen oder sonstige subjektive Faktoren des potentiellen Käufers oder Verkäufers völlig außer Betracht gelassen werden. Zu bewerten ist lediglich das Unternehmen „wie es steht und liegt“. Der Gesamtwert ergibt sich dieser Sichtweise nach aus der Summe der Einzelteile. Die auf diesen Annahmen basierenden Methoden bezeichnet man als Einzelbewertungsverfahren (vgl. Kap. III.3.1).
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Dieses Kapitel führt in die steigende Bedeutung von Unternehmensakquisitionen ein und grenzt die zentralen Begriffe voneinander ab.
II Der Akquisitionsprozess: Das Kapitel erläutert den strukturierten Ablauf einer Akquisition von der Zielfindung über die Due Diligence bis hin zur Integration.
III Unternehmensbewertung von Akquisitionsobjekten: Hier werden theoretische Ansätze und praktische Verfahren der Unternehmensbewertung detailliert vorgestellt und kritisch gewürdigt.
IV Fazit: Das Kapitel resümiert, dass die Unternehmensbewertung ein essentielles, aber nicht alleiniges Entscheidungskriterium für erfolgreiche Akquisitionen darstellt.
Schlüsselwörter
Akquisitionscontrolling, Unternehmensbewertung, Due Diligence, Shareholder Value, Akquisitionsprozess, Ertragswertverfahren, Discounted Cash Flow, DCF-Methode, Kaufpreisermittlung, Unternehmensakquisition, Wertsteigerung, Investitionstheoretische Verfahren, Vergleichsverfahren, Mischverfahren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Unternehmensbewertung als entscheidungsrelevantes Instrument im Akquisitionscontrolling.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen der Akquisitionsprozess, die verschiedenen Bewertungsverfahren und deren Anwendung in der Praxis sowie die Bedeutung der wertorientierten Unternehmensführung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen und die Grenzen verschiedener Bewertungsverfahren für die Entscheidungsfindung bei Unternehmensübernahmen darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine deskriptive und analytische Aufarbeitung der gängigen Literatur und theoretischen Konzepte der Unternehmensbewertung in Kombination mit praxisbezogenen Erkenntnissen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in den Akquisitionsprozess, die methodische Einordnung der Unternehmensbewertung sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Einzel-, Gesamt- und Mischverfahren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Akquisitionscontrolling, Unternehmensbewertung, Due Diligence und Shareholder Value.
Warum ist die Due Diligence für die Unternehmensbewertung so wichtig?
Die Due Diligence liefert die notwendigen Basisinformationen und quantifizierbaren Daten (Chancen- und Risikopotentiale), ohne die eine fundierte Unternehmensbewertung nicht möglich wäre.
Welche Herausforderung ergibt sich bei der Anwendung der DCF-Methode?
Die größte Schwierigkeit besteht in der Prognose der wertrelevanten Überschüsse (Cash Flows) sowie der Bestimmung des passenden Kapitalkostensatzes bei einer langen Laufzeit.
- Quote paper
- Nina Brill (Author), 2002, Unternehmensbewertung als Entscheidungsgrundlage im Akquisitionscontrolling, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13521