Diese Bachelorarbeit untersucht die psychologischen Auswirkungen der Ausprägungen von Führungskräften in den Merkmalen der dunklen Triade (Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie) auf die Mitarbeiter*innen. Zur Erfassung der psychologischen Auswirkungen wird das Wohlbefinden mit der emotionalen Erschöpfung, der Arbeits- und Berufsbelastung sowie den psychosomatischen Symptomen der Mitarbeiter*innen als abhängige Variablen gemessen.
Dafür wurden 95 Mitarbeiter*innen mit einer/einem direkten Vorgesetzten im Rahmen einer Online-Befragung um Selbstauskunft sowie um eine Fremdbeurteilung ihrer Vorgesetzten in den Merkmalen der dunklen Triade gebeten. Es wurden positive signifikante Korrelationen zwischen Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie mit allen abhängigen Variablen gefunden. Zudem zeigen die multiplen Regressionsanalysen, dass die Ausprägung in Psychopathie einer Führungskraft die emotionale Erschöpfung sowie die Arbeits- und Berufsbelastung von Mitarbeiter*innen signifikant vorhersagt. Entgegen den Erwartungen sagt Psychopathie die psychosomatischen Symptome von Mitarbeiter*innen nicht vorher. Zudem stellen Narzissmus und Machiavellismus anders als angenommen keine signifikanten Prädiktoren für die Vorhersage von der emotionalen Erschöpfung, Arbeits- und Berufsbelastung sowie den psychosomatischen Symptomen der Mitarbeiter*innen dar.
Im Laufe dieser Arbeit wird zuerst der theoretische Hintergrund ausführlich erläutert, um ein grundlegendes Verständnis für die untersuchten Zusammenhänge aufzubauen. Im Anschluss daran folgt die Vorstellung der Fragestellung dieser Arbeit und die Aufstellung sowie Herleitung der Hypothesen. Danach wird die methodische Vorgehensweise genau erläutert und die Ergebnisse dargestellt. Zuletzt folgt der Diskussionsteil, in dem die Ergebnisse zusammengefasst und interpretiert werden, Einschränkungen der Arbeit erläutert sowie Implikationen für Forschung und Praxis aufgestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Die dunkle Triade
2.1.1 Das Konzept der dunklen Triade
2.1.2 Dark Leadership
2.1.3 Zusammenhänge mit anderen Persönlichkeitsmerkmalen
2.1.4 D-Faktor
2.1.5 Narzissmus
2.1.6 Machiavellismus
2.1.7 Psychopathie
2.1.8 Die dunkle Triade im Arbeitskontext
2.2 Stress
2.3 Emotionale Erschöpfung
2.4 Arbeits- und Berufsbelastung
2.5 Psychosomatik
2.5.1 Belastungs- und Beanspruchungsmodell
3 Fragestellung und Hypothesen
3.1 Fragestellung
3.2 Hypothesen
3.2.1 Emotionale Erschöpfung
3.2.2 Arbeits- und Berufsbelastung
3.2.3 Psychosomatik
4 Methode
4.1 Versuchsplan und Ablauf der Untersuchung
4.2 Beschreibung der Stichprobe
4.3 Itemkonstruktion
4.3.1 Dunkle Triade
4.3.2 Arbeits- und Berufsbelastung
4.3.3 Emotionale Erschöpfung
4.3.4 Psychosomatische Beschwerden
4.3.5 Weitere Konstrukte
4.4 Untersuchungsinstrument
4.5 Durchführung der Studie
5 Ergebnisse
5.1 Datenaggregation und deskriptive Datenanalyse
5.2 Hypothesenprüfung
5.2.1 Ergebnisse: Emotionale Erschöpfung
5.2.2 Ergebnisse: Arbeits- und Berufsbelastung
5.2.3 Ergebnisse: Psychosomatik
5.2.4 Weitere Ergebnisse
6 Diskussion
6.1 Zusammenfassung und Interpretation
6.2 Einschränkungen der Untersuchung
6.3 Implikationen für Forschung und Praxis
7 Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Persönlichkeitsmerkmale der dunklen Triade (Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie) bei Führungskräften auf das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter. Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen diesen Führungsmerkmalen und den abhängigen Variablen emotionale Erschöpfung, Arbeits- und Berufsbelastung sowie psychosomatische Symptome empirisch zu erfassen und zu analysieren.
- Analyse der Führungspersönlichkeit anhand der dunklen Triade
- Messung psychologischer Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter
- Einfluss von Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie im Arbeitskontext
- Erweiterung der Forschung um die Aspekte Arbeitsbelastung und Psychosomatik
- Untersuchung von Zusammenhängen mittels Online-Befragung
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Dark Leadership
Dark Leadership orientiert sich an der dunklen Triade und darunter wird die narzisstische, machiavellistische und psychopathische Art zu Führen zusammengefasst. Zu Dark Leadership gehören die Selbstsüchtigkeit, Manipulation und antisoziale Seite einer Führungspersönlichkeit. Das Pendant dazu bietet die helle Führung, bei der die Betonung auf Altruismus, Selbstlosigkeit und sozialem Verhalten liegt (Furtner, 2017).
Für die dunkle Seite von Führung gibt es eine Reihe von Begriffen, wie destruktive Führung, toxische Führung, missbräuchliche Führung oder unethische Führung. Führungskräfte mit hohen Ausprägungen in den Merkmalen Narzissmus, Machiavellismus oder Psychopathie weisen charakteristische Merkmale für einen toxischen Führungsstil auf. Die typischen Merkmale, welche eine solche Führungskraft aufweist, wie Selbstverliebtheit, Machtorientierung und Gefühlskälte, sind dabei nicht immer vollständig oder gleich ausgeprägt. Jedoch reichen auch leichte Varianten davon aus, um toxisch zu führen. Mobbing, Schikane oder Schreien sind Verhaltensweisen, welche einem bewussten und direktem toxischen Handeln zugeordnet werden können. Diese Verhaltensweisen werden stets bei Mitarbeiter*innen angewendet, welche gleichrangig oder unterstehend sind. Das genaue Gegenteil erfolgt bei höher stehenden Kolleg*innen: Denn im Rahmen dieser Personen wird viel Charm, Eloquenz sowie Anteilnahme gezeigt (Furtner, 2017). Furtner (2017) erklärt weiterführend, dass narzisstische, machiavellistische und psychopathische Personen nach Positionen streben, die ihnen Macht und Erfolg zusichern, weshalb davon auszugehen ist, dass eine beachtliche Anzahl von Führungspositionen von Personen mit Eigenschaften der dunklen Triade besetzt ist. Narzisstische Führung hat bislang am meisten Beachtung gefunden und gilt als die hellste Art der Führung im Rahmen von Dark Leadership. Wohingegen die psychopathische Führung als die unbekannteste und dunkelste Art zu Führen gilt (Furtner, 2017).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsrelevanz der dunklen Triade im Kontext von Führung ein und erläutert die steigende Bedeutung dieses Themas für die arbeitspsychologische Forschung.
2 Theoretischer Hintergrund: Hier werden die Konstrukte der dunklen Triade, Stress, emotionale Erschöpfung, Arbeitsbelastung und Psychosomatik theoretisch definiert und in den Arbeitskontext eingebettet.
3 Fragestellung und Hypothesen: Dieses Kapitel begründet die Forschungsrelevanz und leitet aus dem theoretischen Wissen neun Hypothesen ab, die den Zusammenhang zwischen Führungsmerkmalen und Mitarbeiterwohlbefinden untersuchen.
4 Methode: Hier werden der Versuchsaufbau der Online-Studie, die Charakteristika der Stichprobe sowie die verwendeten wissenschaftlichen Messinstrumente und Fragebogenkonstruktionen detailliert beschrieben.
5 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Datenanalyse, inklusive der Korrelationsanalysen und multiplen Regressionsmodelle, um die aufgestellten Hypothesen zu prüfen und zu bewerten.
6 Diskussion: Die Arbeit schließt mit einer Interpretation der Ergebnisse, einer kritischen Reflexion der Untersuchungseinschränkungen sowie konkreten Implikationen für die Unternehmenspraxis und zukünftige Forschung ab.
Schlüsselwörter
Dunkle Triade, Narzissmus, Machiavellismus, Psychopathie, Dark Leadership, Führungskräfte, Mitarbeiter, Emotionale Erschöpfung, Arbeitsbelastung, Psychosomatik, Arbeitszufriedenheit, Stress, Online-Studie, psychologische Auswirkungen, Wohlbefinden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss Führungskräfte mit spezifischen dunklen Persönlichkeitsmerkmalen auf das psychische Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter haben.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?
Die Arbeit verknüpft die Konzepte der dunklen Triade (Narzissmus, Machiavellismus, Psychopathie) mit den arbeitspsychologischen Stressparametern emotionale Erschöpfung, allgemeine Arbeitsbelastung und psychosomatische Symptome.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Ziel ist es zu ermitteln, ob und in welchem Ausmaß psychologische Ausprägungen von Vorgesetzten in den Merkmalen der dunklen Triade als Stressoren für Mitarbeiter fungieren und deren Wohlbefinden beeinträchtigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Untersuchung verwendet?
Es wurde eine quantitative Online-Studie durchgeführt, bei der 95 Teilnehmer mittels einer Fremdeinschätzungsskala ihre Führungskräfte bewerteten und zudem Selbstauskünfte zu ihrem eigenen Stresserleben gaben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Neben einer theoretischen Fundierung der Begriffe im Hauptteil werden methodisch korrekte statistische Analysen (Korrelationen und multiple Regressionsanalysen) durchgeführt, um Hypothesen zur Vorhersage von Belastungen durch Führungskräfte zu prüfen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Kernbegriffe sind die dunkle Triade, Dark Leadership, emotionale Erschöpfung, Arbeitsbelastung und psychosomatische Symptome im Arbeitskontext.
Welche Rolle spielt die Eigenschaft der Psychopathie in dieser Arbeit?
Die Ergebnisse zeigen, dass Psychopathie unter den drei untersuchten Konstrukten die stärkste Rolle spielt und als einziger signifikanter Prädiktor für emotionale Erschöpfung und Arbeitsbelastung identifiziert wurde.
Wie unterscheidet sich diese Studie von der von Volmer et al.?
Während Volmer et al. eine Längsschnittstudie durchführten, basiert diese Bachelorarbeit aufgrund forschungsökonomischer Gründe auf einer punktuellen Einmalmessung.
- Citation du texte
- Sarah Holly (Auteur), 2023, Die dunkle Triade von Führungskräften. Psychologische Auswirkungen auf Mitarbeiter:innen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1353291