Viele Faktoren führen dazu, dass die Inklusion einen immer höher werdenden Stellenwert in den Kindertageseinrichtungen erlangt. Einige dieser Faktoren sind die Migration, welche mit kulturellen und religiösen Diversitäten einhergeht, die Zunahme der Kinderarmut, sowie rechtliche Linien, welche im Folgendem kurz erläutert werden. Die Kinder, welche unter Armut leiden, werden oft diskriminiert, zum Beispiel aufgrund ihrer Kleidung, oder erfahren Benachteiligung. Die betroffenen Kinder sind auf die Sozialisationsinstanzen in Deutschland angewiesen. Die Kindertageseinrichtungen haben hierbei die Aufgabe, auch den Kindern aus sozial schwachen Familien Chancengleichheit zu ermöglichen. Auch durch die rechtlichen Rahmenbedingungen muss die Inklusion in den Kindertageseinrichtungen Betrachtung finden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Thematik
2. Inklusion
2.1. Definition Inklusion
2.2. Inklusion versus Integration
2.3. Inklusion in der Kita
3. Entwicklung Inklusiver Einrichtungen
3.1. Ökologisches Mehrebenmodell
3.2. Qualitätsentwicklung und -sicherung
3.3. Qualitätsstandards
4. Rheinland-Kita-Studie
4.1. Einführung
4.2. Ziele und Forschungsdesign
4.3. Ergebnisse
5. Analyse und Diskussion
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den aktuellen Forschungsstand zur Inklusion in Kindertageseinrichtungen sowie die praktische Umsetzung anhand der Rheinland-Kita-Studie, um einen Theorie-Praxis-Transfer zu leisten und Barrieren für inklusive Bildungsprozesse zu identifizieren.
- Grundlagen und Definitionen von Inklusion im Vergleich zur Integration
- Das ökologische Mehrebenmodell als theoretische Analyseinstanz
- Empirische Ergebnisse der Rheinland-Kita-Studie zur Inklusionspraxis
- Einflussfaktoren wie Personalschlüssel, Qualifikation und Ressourcen auf die Inklusion
- Handlungsempfehlungen für die staatliche und trägerbezogene Unterstützung
Auszug aus dem Buch
2.2. Inklusion versus Integration
Die Inklusion wird umgangssprachlich noch oft mit dem Begriff der Integration gleichgestellt oder vertauscht. Dies ist auf der Tatsache zurückzuführen, dass die meisten Menschen nicht wissen, dass es sich hierbei um zwei unterschiedliche Begrifflichkeiten handelt (Gerards, 2017, S. 233). Das Wort Integration stammt aus dem lateinischen „integrare“ und bedeutet „Einbeziehung, Eingliederung in ein größeres Ganzes“ (Dudenredaktion, o.J.). Die Inklusion geht „weit über den Begriff der Integration hinaus“ (Tures & Neuß, 2017, S. 7). Die wesentlichen Unterschiede zwischen der Inklusion und der Integration werden folglich kurz erläutert. Die Integration basiert auf einer zwei Gruppen Theorie, welche die Kinder mit einer Behinderung und die Kinder ohne eine Behinderung unterteilt. Die Kinder mit einer Behinderung erhalten spezielle Förderpläne. Zudem werden die Kinder je nach ihrer Diagnose nochmals in Gruppen eingeteilt. Bei der Inklusion hingegen besteht eine „Kooperation von Heil- und Frühpädagogik“ (Weltzien & Albers, 2014, S.10). Zudem wird mit der Pädagogik der Vielfalt gearbeitet. Die individuellen Bedürfnisse der Kinder werden in dem Ansatz der Inklusion analysiert und beachtet. Die Inklusion setzt ein „verändertes Verständnis von Normalität und Vielfalt in der Gesellschaft voraus“ und der Unterschied zur Integration besteht hauptsächlichen in „der Integration von Menschen mit Behinderung oder der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund“ (Weltzien & Albers, 2014, S.10).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in die Thematik: Darstellung der gesellschaftlichen Relevanz von Inklusion durch Faktoren wie Migration, Kinderarmut und rechtliche Rahmenbedingungen.
2. Inklusion: Theoretische Herleitung des Inklusionsbegriffs, Abgrenzung zur Integration und Spezifizierung der Anforderungen an Kindertageseinrichtungen.
3. Entwicklung Inklusiver Einrichtungen: Analyse der theoretischen Modelle (ökologisches Mehrebenmodell) sowie der Notwendigkeit von Qualitätsstandards für eine gelingende Inklusionsarbeit.
4. Rheinland-Kita-Studie: Methodische Vorstellung und empirische Ergebnisse der Studie zu Inklusionsbedingungen im Rheinland.
5. Analyse und Diskussion: Synthese aus Theorie und Empirie; Diskussion der Herausforderungen und Bedarfe der Einrichtungen.
6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Ausblick auf notwendige Unterstützungssysteme.
Schlüsselwörter
Inklusion, Kindertageseinrichtungen, Pädagogik der Vielfalt, Rheinland-Kita-Studie, Integration, ökologisches Mehrebenmodell, Chancengleichheit, Qualitätsstandards, Elementarbereich, Partizipation, Diversität, Behindertenrechtskonvention, Theorie-Praxis-Transfer, Fachkräftemangel, Förderverfahren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Einordnung und der konkreten Umsetzung von Inklusion in Kindertageseinrichtungen unter Berücksichtigung aktueller empirischer Befunde.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zu den Schwerpunkten gehören das Verständnis von Inklusion, die Konzeption inklusiver Einrichtungen, die Rolle von Qualitätsstandards und die identifizierten Gelingensbedingungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird untersucht, inwiefern Inklusion in der Praxis umgesetzt wird und welche Gründe gegebenenfalls gegen eine erfolgreiche Implementierung sprechen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen Theorie-Praxis-Transfer, basierend auf einer Sekundäranalyse der quantitativen und qualitativen Daten der Rheinland-Kita-Studie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Inklusion, die Vorstellung des ökologischen Mehrebenmodells und eine detaillierte Diskussion der Ergebnisse der Rheinland-Kita-Studie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Inklusion, Kindertageseinrichtungen, Pädagogik der Vielfalt, Rheinland-Kita-Studie und Chancengleichheit sind zentral.
Warum wird Inklusion oft mit Integration verwechselt?
Viele Akteure sind sich der begrifflichen Unterschiede hinsichtlich des Menschenbildes und der Systemanpassung sowie der zugrunde liegenden Theorie der "Zwei Gruppen" bei der Integration vs. der Pädagogik der Vielfalt bei der Inklusion nicht bewusst.
Was sind die Haupthindernisse für Inklusion laut der Untersuchung?
Häufig genannte Gründe sind mangelnde Nachfrage, fehlende Ressourcen (Räumlichkeiten und Personal) sowie eine fehlende bewusste Haltung der Einrichtungen zur Inklusion.
Welche Rolle spielt die Finanzierung?
Finanzielle Mittel (z.B. FInK-Pauschale) sind zwar vorhanden, jedoch wünschen sich Einrichtungen eine längerfristige Planungssicherheit und eine adäquate Unterstützung für den Personalbedarf.
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- Anonym (Autor:in), 2020, Inklusion in Kindertageseinrichtungen. Ein Theorie-Praxis-Transfer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1353304