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Militärethik in Krieg und Frieden

Über die Bedeutung der Vermittlung ethischer Grundsätze im Militär

Titre: Militärethik in Krieg und Frieden

Mémoire d'Examen Intermédiaire , 2008 , 29 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Benjamin Pommer (Auteur)

Théologie - Divers
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Die oftmals dem Soldaten zugesprochene rein militärfachliche, zuweilen sogar militaristische, Sichtweise auf seinen Beruf, die Gesellschaft und die Internationale Politik ist ein begründbares Vorurteil aus Teilen der zivilen Welt. Dennoch hat sich mit Beginn des Ersten Weltkrieges und nach dem Zweiten Weltkrieg die Profession des Soldaten und vor allem seines Führungspersonals in ihrem Selbstverständnis und ihrer Ausbildung gewandelt. Die Erkenntnis, dass ein Soldat eben kein rein militärischer Technokrat sein kann, wurde gerade in Deutschland mit der Erfahrung der Instrumentalisierung und Involvierung in Verbrechen teuer erkauft. Also sollte ein Soldat, wobei hier wieder der Offizier als Entscheidungsträger herauszuheben ist, nicht mehr können, als sein militärisches Handwerk zu beherrschen?
Oft werden die Kenntnis über politische oder soziale Zusammenhänge von Soldaten als wesensfremd empfunden und abgestempelt, dabei gibt das eingangs erwähnte Zitat eine Anregung, seinen eigenen professionellen Horizont zu erweitern. Hier steht der Soldat selbst jedoch nicht alleine in der Verantwortung, denn in Fragen der Erziehung und Ausbildung ist er auf seine militärischen und politischen Entscheidungsträger angewiesen. Gerade die Schaffung eines moralischen Gerüstes zur Bewältigung von Herausforderungen, die über das Kämpfen und Siegen hinausgehen, erscheint hierfür besonders notwendig.
Deshalb soll in dieser Arbeit der Frage nachgegangen werden, ob und inwieweit ethische Grundsätze beim Militär im Rahmen einer Militärethik zu vermitteln sind? Dazu wurde ein durchaus breiter Ansatz gewählt, um der Komplexität dieser Fragestellung gerecht werden zu können. Dabei fällt auf, dass die Militärethik in den angelsächsischen Armeen eine gewisse Tradition hat und als wissenschaftliches Betätigungsfeld durchaus lebhaft genutzt wird. Deshalb ist zunächst der Begriff der Militärethik zu definieren und in seiner Ausprägung zu erfassen, um sie darauf in ihren vorgesehenen Zusammenhang einzuordnen, ohne von der Selbstverständlichkeit einer speziellen Ethik auszugehen. Danach wird exkursiv auf die ethischen Grundsätze und Theorien vor, während sowie nach militärischen Konfliktsituationen eingegangen, um die Bedeutung für militärisches Handeln herauszustellen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Militär und Ethik

2.1. Gedanken zur Symbiose von Militär und Ethik

2.2. Militärethik aus Sicht der christlichen Theologie

2.3. Militärethik im internationalen Rechtsverständnis

3. Thesen zur Ethik in Krisen- und Kriegszeiten

3.1. „Ius ad bellum“

3.2. „Ius in bello“

3.3. „Ius post bellum“

3.4. Ethik in Zeiten neuer Bedrohungen

4. Die Vermittlung ethischer Grundsätze

4.1. Ethik der Institution Militär

4.2. Soldat als Beruf und Funktion

4.3. Der Offizier und sein Ethos

4.3.1. Kameradschaft

4.3.2. Vorgesetztenverhältnis

4.3.3. Verhältnis zur Gesellschaft

4.4. Ausbildung ethischer Grundsätze in westlichen Streitkräften

4.4.1. Bundesrepublik Deutschland

4.4.2. Vereinigte Staaten von Amerika

4.4.3. Großbritannien

4.4.4. Österreich

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob und inwieweit ethische Grundsätze innerhalb der Institution Militär vermittelt werden können, um Soldaten bei der Bewältigung komplexer sicherheitspolitischer Herausforderungen zu unterstützen. Dabei liegt der Fokus auf der Notwendigkeit einer Militärethik, die weit über rein fachliches Handwerk hinausgeht und den Soldaten als verantwortungsbewussten Akteur in internationalen Konflikt- und Friedensszenarien verortet.

  • Grundlagen der Militärethik und deren christlich-theologische sowie rechtliche Fundierung
  • Ethische Prinzipien in verschiedenen Konfliktphasen (Ius ad bellum, Ius in bello, Ius post bellum)
  • Berufsethik und Führungsrolle des Offiziers in modernen Streitkräften
  • Vergleichende Analyse der Ausbildungskonzepte in Deutschland, USA, Großbritannien und Österreich
  • Herausforderungen durch transnationale Bedrohungen und moderne Einsatzszenarien

Auszug aus dem Buch

3.2. „Ius in bello“

Die geltenden Rechtsgrundlagen im Krieg werden heute weitläufig als Humanitäres Völkerrecht bezeichnet, wobei diese Bezeichnung der ursprünglichen Bedeutung nur grob gerecht wird. Der Ursprung ist in der christlichen Theologie zu suchen, wo nach Thomas von Aquin bereits in der Situation eines „bellum iustum“ Verhältnismäßigkeit herrscht, die aber in ihrem Minimierungsgebot gegenüber der Gewaltanwendung auch nach Ende der Eskalation vorhanden sein soll. Somit wird die Verhältnismäßigkeit der Mittel, die zum Erreichen eines militärischen oder politischen Zieles angesetzt werden, ebenso wichtig wie vor der Eskalation des Konfliktes. Das erwähnte Minimierungsgebot impliziert die Mittel, aber auch den Grad der Anwendung, so dass die sprichwörtliche Kanone, die zum Schiessen auf Spatzen genutzt werden soll, auszuschließen ist.

Im Einzelnen bedeutet dies im Verhalten gegenüber Kombattanten, dass hier eine Gewaltanwendung nicht als Ziel die totale Vernichtung haben darf, sondern der Wiederherstellung eines völkerrechtskonformen Zustandes dienen soll. Gerade im Kriegsfall ist deshalb die Differenzierung der unterschiedlichen Akteure auf dem Schlacht essentiell, da so nicht nur Handlungssicherheit geboten, sondern auch moralisch eine Grundlage gebildet wird. Grundsätzliches Verbot gilt für den direkten Angriff auf Nichtkombattanten, jedoch ist dieser Fall von der indirekten Tötung zu unterscheiden, sei es mit oder ohne Gründe, die eine Schuld ausschließen können. Somit soll eine unverhältnismäßige Schädigung oder Opferung wenn nicht verhindert, so doch deutlich eingeschränkt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit, den professionellen Horizont des Soldaten über das rein militärische Handwerk hinaus durch ein moralisches Gerüst zu erweitern.

2. Militär und Ethik: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen der Militärethik, ihre Einbettung in christlich-theologische Perspektiven sowie die Bedeutung des internationalen Rechts.

3. Thesen zur Ethik in Krisen- und Kriegszeiten: Es werden ethische Prinzipien wie „Ius ad bellum“, „Ius in bello“ und „Ius post bellum“ diskutiert sowie die Schwierigkeiten im Umgang mit neuen Bedrohungen analysiert.

4. Die Vermittlung ethischer Grundsätze: Dieser Hauptteil analysiert die institutionelle Ethik, die soldatische Berufsethik sowie die unterschiedlichen Ausbildungskonzepte in Deutschland, den USA, Großbritannien und Österreich.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit unterstreicht, dass die Vermittlung ethischer Werte für moderne Streitkräfte von essenzieller Bedeutung ist und als Teil einer umfassenden Ausbildung fungiert.

Schlüsselwörter

Militärethik, Soldat, Kriegsethik, Humanitäres Völkerrecht, Führungsethik, Berufsethos, Bundeswehr, Innere Führung, Auslandseinsätze, Wertevermittlung, Ius in bello, Friedenssicherung, Offizierausbildung, Konfliktmanagement, Sicherheitsvorsorge

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Vermittlung ethischer Grundsätze für Angehörige des Militärs und wie diese in den verschiedenen Phasen eines Konfliktes sowie im Berufsalltag zur Geltung kommen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen und moralischen Rahmenbedingungen der Kriegführung, das Berufsethos von Soldaten und Führungspersonal sowie den Vergleich ethischer Ausbildungskonzepte in westlichen Staaten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu erörtern, ob und inwieweit Militärethik heute als notwendiges Instrument zur kritischen Reflexion für Soldaten vermittelbar ist, um sie bei komplexen Aufgaben zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen breiten theoretischen Ansatz, der theologische, juristische und militärwissenschaftliche Perspektiven kombiniert, ergänzt durch eine exemplarische Analyse verschiedener nationaler Streitkräfte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Militärethik, die Definition von Handlungsprinzipien in Krisenzeiten und die detaillierte Darstellung, wie westliche Armeen Werte in ihren Ausbildungskonzepten verankern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Militärethik, Berufsethos, Innere Führung, Humanitäres Völkerrecht und die verschiedenen „Ius“-Konzepte der Kriegsethik.

Welche Rolle spielt die „Innere Führung“ speziell in der Bundeswehr?

Die „Innere Führung“ dient in Deutschland als Leitbild, um den Soldaten als „Staatsbürger in Uniform“ zu formen, wobei Persönlichkeit, Gewissen und verantwortungsbewusster Gehorsam gestärkt werden sollen.

Wie unterscheidet sich die Ausbildung in den USA von der in Großbritannien?

Während in den USA ein lebenslanges Lernen mit starkem Fokus auf die Ausgestaltung des Charakters und akademische Theorien im Vordergrund steht, betont Großbritannien die christlich-ethische Tradition und die Wertevermittlung durch Vorgesetzte im Verband.

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Résumé des informations

Titre
Militärethik in Krieg und Frieden
Sous-titre
Über die Bedeutung der Vermittlung ethischer Grundsätze im Militär
Université
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Cours
Katholische Soziatethik
Note
1,7
Auteur
Benjamin Pommer (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
29
N° de catalogue
V135346
ISBN (ebook)
9783640432981
ISBN (Livre)
9783640432943
Langue
allemand
mots-clé
Militärethik Krieg Frieden Bedeutung Vermittlung Grundsätze Militär
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Benjamin Pommer (Auteur), 2008, Militärethik in Krieg und Frieden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135346
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Extrait de  29  pages
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