Das DAAD Programm zum Export deutscher Studiengänge ins Ausland


Seminararbeit, 2009

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Ausgangslage: Der tertiäre Bildungssektor im Umbruch

2. Das DAAD Programm „Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland“
2.1. Ziele des Programms
2.2. Arten der Studienangebote
2.3 Auswirkungen auf die Zielländer

3. Länderanalysen

4. Chancen und Risiken grenzüberschreitender Bildungsaktivitäten von Hochschulen

5. Das Programm als Transnational Education?

Fazit

Literatur

Internetquellen

Einleitung

Diese Arbeit thematisiert ein vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördertes Programm, welches sich Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland nennt. Es ist das bisher umfangreichste Programm zum Export deutscher Studienangebote ins Ausland, wobei Deutschland sich im internationalen Vergleich trotz erfolgreichen Starts dieses Programms noch immer wenig am Import und Export von Bildung beteiligt.

Einführend wird die Ausgangslange auf dem internationalen Bildungsmarkt geschildert, die zur Initiierung des DAAD Programms geführt hat. Anschließend wird das Programm vorgestellt, wobei die Ziele des Programms, die Arten der Studienangebote und die Auswirkungen auf die Zielländer besonders hervorgehoben werden. Bezogen auf mögliche zukünftige Projekte in ausgewählten Ländern werden von den Wissenschaftlerinnen Ute Lanzendorf und Karola Hahn Länderanalysen durchgeführt, auf die im dritten Teil dieser Ausarbeitung eingegangen wird. Darauf folgend werden mögliche Chancen und Risiken grenzüberschreitender Bildungsaktivitäten von Hochschulen betrachtet, bevor abschließend der Frage nachgegangen wird, ob das DAAD Programm als transnational bezeichnet werden kann. Ein Fazit schließt die Arbeit ab.

1. Ausgangslage: Der tertiäre Bildungssektor im Umbruch

Hochschulen hatten seit jeher Kontakte ins Ausland. Jedoch konzentrierten diese sich überwiegend auf wissenschaftliche Kooperationen und die Forschung (vgl. Lanzendorf/Teichler, S.235). Auch der Begriff der „Internationalisierung“ hat bereits in den 1990er Jahren Einzug in die Hochschulforschung gehalten. Hochschulen streben seitdem eine stärkere internationale Ausrichtung an, die Hahn (2005) als „traditionelle Internationalisierung“ (ebd., S.31) bezeichnet. Darunter werden „klassische Zusammenarbeit und Austausch mit einer ausgewogenen beiderseitigen Wertschöpfung akademischen, sozialen, kulturellen, politischen und ‚symbolischen’ Kapitals“ (ebd., S.31) verstanden, wobei der ausgewogene gegenseitige Nutzen in Anbetracht der neueren Entwicklungen im Hochschulsektor in den Hintergrund zu rücken scheint (vgl. ebd., S.31).

Unter anderem durch das General Agreement on Trade in Services (GATS), welches den grenzüberschreitenden Handel mit Dienstleistungen regelt, haben sich die internationalen Kontakte von Hochschulen auf wirtschaftliche Unternehmungen ausgedehnt. „Erziehung und Bildung“ ist einer der Dienstleistungssektoren des GATS, innerhalb dessen fünf Bildungsbereiche unterschieden werden, von denen einer die tertiäre Bildung ist. Mit Hochschulbildung kann auf offeneren Märkten gehandelt werden, woraus Konkurrenzdruck und internationaler Wettbewerb entsteht. Immer mehr Hochschulen exportieren einzelne Studienangebote in andere Länder, denn durch das GATS wird die Präsenz von Bildungsdienstleistern außerhalb ihrer Ursprungsländer erleichtert (vgl. Lanzendorf/Teichler 2003, S.232f). Nachdem seit längerem Bildungsanbieter aus Australien, Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika den weltweiten Bildungsmarkt dominieren, sollen nun auch die deutschen Hochschulen mit ihren Angeboten mehr internationale Präsenz zeigen. Dies wird von politischer Seite durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den DAAD gefördert. Die weltweit steigende Nachfrage an Bildung stellt auch für Hochschulen einen (nicht zuletzt wirtschaftlichen) Anreiz dar, sich international zu positionieren. Lanzendorf und Teichler (2003) verwenden in diesem Zusammenhang den Begriff ‚Ökonomisierung’, der einen sich anbahnenden Paradigmenwechsel innerhalb des tertiären Bildungssektors am Prägnantesten bezeichnet (vgl. ebd., S.234). Die Werte der traditionellen Internationalisierung wie Austausch und Kooperation sind jedoch nicht verschwunden, es hat lediglich eine Akzentverschiebung von kosmopolitischer Wissenschaftskultur hin zu unternehmerischen Aspekten wie Wettbewerb und Konkurrenzdenken stattgefunden und die Zukunft wird zeigen, inwieweit die neuen hochschulischen Aktivitäten die alten behindern oder verdrängen (vgl. Hahn 2005, S.31f).

2. Das DAAD Programm „Studienangebote deutscher Hochschulen im
Ausland“

Seit 2001 bietet der DAAD ein Programm an, welches sich Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland nennt und vom BMBF unterstützt wird. Das Programm will „unternehmerisch geplante, konkurrenzfähige Studienangebote bis hin zu ‚offshore’-Gründungen deutscher Hochschulen oder Neugründungen von Hochschulen im Ausland unter Beteiligung deutscher Partner“ (Hahn/Lanzendorf 2005, S.8) fördern und setzt damit auf ein altbewährtes Konzept vor allem von britischen oder australischen Hochschulen (vgl. ebd., S.8). Die Wahrnehmung der neuen ökonomischen Dimension wird von führenden Hochschulforschern als besonders ambivalent beschrieben und die ‚Ökonomisierung’ der Hochschulen löst Lanzendorf und Teichler (2003) zufolge oftmals Unbehagen aus (vgl. Lanzendorf/Teichler 2003, S.234). Um diesem entgegenzuwirken, strebt das DAAD Programm neben den vor allem unternehmerischen Aspekten als spezifisch deutsche Besonderheit auch kulturelle und entwicklungspolitische Ziele an (vgl. Hahn/Lanzendorf 2005, S.8). Eine Akzentverschiebung weg von „kosmopolitischer Wissenschaftskultur“ (Lanzendorf/Teichler 2003, S.235) hin zu unternehmerischen Aspekten wie Wettbewerb und Konkurrenzdenken in der Hochschulbildung ist trotz allem nicht zu leugnen und wird besonders innerhalb der Diskussion um das GATS und dessen Auswirkungen auf den Hochschulraum deutlich.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Das DAAD Programm zum Export deutscher Studiengänge ins Ausland
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Transnational - transstaatlich - transkulturell
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V135358
ISBN (eBook)
9783640432998
ISBN (Buch)
9783640432950
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
DAAD, Hochschule
Arbeit zitieren
Christina Menge (Autor), 2009, Das DAAD Programm zum Export deutscher Studiengänge ins Ausland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135358

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