Diese Arbeit thematisiert ein vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördertes Programm, welches sich Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland nennt. Es ist das bisher umfangreichste Programm zum Export deutscher Studienangebote ins Ausland, wobei Deutschland sich im internationalen Vergleich trotz erfolgreichen Starts dieses Programms noch immer wenig am Import und Export von Bildung beteiligt.
Einführend wird die Ausgangslange auf dem internationalen Bildungsmarkt geschildert, die zur Initiierung des DAAD Programms geführt hat. Anschließend wird das Programm vorgestellt, wobei die Ziele des Programms, die Arten der Studienangebote und die Auswirkungen auf die Zielländer besonders hervorgehoben werden. Bezogen auf mögliche zukünftige Projekte in ausgewählten Ländern werden von den Wissenschaftlerinnen Ute Lanzendorf und Karola Hahn Länderanalysen durchgeführt, auf die im dritten Teil dieser Ausarbeitung eingegangen wird. Darauf folgend werden mögliche Chancen und Risiken grenzüberschreitender Bildungsaktivitäten von Hochschulen betrachtet, bevor abschließend der Frage nachgegangen wird, ob das DAAD Programm als transnational bezeichnet werden kann. Ein Fazit schließt die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Ausgangslage: Der tertiäre Bildungssektor im Umbruch
2. Das DAAD Programm „Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland“
2.1. Ziele des Programms
2.2. Arten der Studienangebote
2.3 Auswirkungen auf die Zielländer
3. Länderanalysen
4. Chancen und Risiken grenzüberschreitender Bildungsaktivitäten von Hochschulen
5. Das Programm als Transnational Education?
Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert das vom DAAD geförderte Programm zur Internationalisierung deutscher Hochschulen durch den Export von Studienangeboten ins Ausland. Dabei wird untersucht, wie sich das Programm in den globalen Bildungsmarkt einfügt, welche Ziele verfolgt werden und inwiefern es sich von kommerziellen Ansätzen anderer Länder abgrenzt.
- Strukturen und Rahmenbedingungen des tertiären Bildungssektors
- Ziele, Ausgestaltung und Finanzierung des DAAD-Programms
- Chancen und Risiken für Exporthochschulen und Zielländer
- Länderanalysen als Planungshilfe für Hochschulprojekte
- Einordnung des Programms als "Transnational Education"
Auszug aus dem Buch
2. Das DAAD Programm „Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland“
Seit 2001 bietet der DAAD ein Programm an, welches sich Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland nennt und vom BMBF unterstützt wird. Das Programm will „unternehmerisch geplante, konkurrenzfähige Studienangebote bis hin zu ‚offshore’-Gründungen deutscher Hochschulen oder Neugründungen von Hochschulen im Ausland unter Beteiligung deutscher Partner“ (Hahn/Lanzendorf 2005, S.8) fördern und setzt damit auf ein altbewährtes Konzept vor allem von britischen oder australischen Hochschulen (vgl. ebd., S.8). Die Wahrnehmung der neuen ökonomischen Dimension wird von führenden Hochschulforschern als besonders ambivalent beschrieben und die ‚Ökonomisierung’ der Hochschulen löst Lanzendorf und Teichler (2003) zufolge oftmals Unbehagen aus (vgl. Lanzendorf/Teichler 2003, S.234). Um diesem entgegenzuwirken, strebt das DAAD Programm neben den vor allem unternehmerischen Aspekten als spezifisch deutsche Besonderheit auch kulturelle und entwicklungspolitische Ziele an (vgl. Hahn/Lanzendorf 2005, S.8).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung stellt das DAAD-Programm vor, erläutert die Ausgangslage auf dem internationalen Bildungsmarkt und gibt einen Ausblick auf die Gliederung der Arbeit.
1. Ausgangslage: Der tertiäre Bildungssektor im Umbruch: Dieses Kapitel thematisiert die Internationalisierung von Hochschulen unter dem Einfluss des GATS und der zunehmenden Ökonomisierung von Bildung.
2. Das DAAD Programm „Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland“: Hier werden Ziele, Förderkriterien und die verschiedenen Typen der Studienangebote sowie deren Auswirkungen auf die Zielländer detailliert dargestellt.
2.1. Ziele des Programms: Die Ziele werden in den Kontext der allgemeinen Internationalisierung und der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hochschulen eingeordnet.
2.2. Arten der Studienangebote: Das Kapitel beschreibt das Spektrum von Studienmodulen über Fakultätsgründungen bis hin zu vollständigen Universitätsneugründungen.
2.3 Auswirkungen auf die Zielländer: Fokus liegt hier auf dem Bedarf der Schwellenländer an qualifizierten Fachkräften und den damit verbundenen Herausforderungen.
3. Länderanalysen: Dieses Kapitel erläutert die Funktion und das Raster der vom DAAD beauftragten Pilotstudien für potenzielle Zielländer.
4. Chancen und Risiken grenzüberschreitender Bildungsaktivitäten von Hochschulen: Es erfolgt eine Gegenüberstellung von neuen Einkommensquellen und Ansehensgewinn versus Problemen wie Qualitätsstandards und Konkurrenzdruck.
5. Das Programm als Transnational Education?: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Definition von "Transnational Education" und die Einordnung des deutschen Ansatzes im internationalen Vergleich.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das deutsche Modell sich durch eine nicht-kommerzielle Ausrichtung von angloamerikanischen Ansätzen abhebt, sein langfristiger Erfolg jedoch fraglich bleibt.
Schlüsselwörter
DAAD, Internationalisierung, Hochschulbildung, GATS, Studienexport, Ökonomisierung, Transnational Education, Bildungsmarkt, Hochschulkooperation, Public Private Partnership, Zielländer, Schwellenländer, Bildungsexport, Wettbewerbsfähigkeit, Studienangebote
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das vom DAAD geförderte Programm "Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland" und dessen Rolle im globalen Wettbewerb der Hochschulbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Internationalisierung im Hochschulbereich, die Auswirkungen des GATS, die strategische Planung durch Länderanalysen sowie Chancen und Risiken des grenzüberschreitenden Bildungsexports.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, das DAAD-Programm zu beschreiben, dessen Ziele zu analysieren und zu prüfen, ob es sich als "Transnational Education" definieren lässt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle Studien, wie die von Lanzendorf und Hahn, ausgewertet und kontextualisiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Programms, die Analyse von Zielländern, die Diskussion ökonomischer Risiken und eine begriffliche Einordnung im Bereich der transnationalen Bildung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind DAAD, Internationalisierung, Studienexport, Ökonomisierung und Transnational Education.
Wie unterscheidet sich der deutsche Bildungsexport von dem anderer Länder?
Im Gegensatz zu vielen angloamerikanischen Anbietern verfolgt Deutschland primär einen nicht-kommerziellen Ansatz, der oft auf Anschubfinanzierungen beruht.
Welche Rolle spielt das Public Private Partnership (PPP)?
PPP dient als Strategie, um die finanziellen Hürden der langfristigen Selbstfinanzierung der Auslandsprojekte durch Kooperationen mit Unternehmen zu überbrücken.
Was sind die Hauptkritikpunkte an den Auslandsprogrammen?
Die Kritikpunkte umfassen eine mögliche Inflation akademischer Titel, unzureichende Qualitätskontrollen und die Gefahr einer Vernachlässigung der Forschung zugunsten reiner Wissensvermittlung.
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- Christina Menge (Author), 2009, Das DAAD Programm zum Export deutscher Studiengänge ins Ausland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135358