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Der Europäische Stabilitäts- und Wachstumspakt: Überblick und Kritik

Title: Der Europäische Stabilitäts- und Wachstumspakt: Überblick und Kritik

Term Paper , 2008 , 22 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Christoph Ehret (Author)

Economics - International Economic Relations
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Summary Excerpt Details

Der Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP) als zentrales Mittel zur Überwachung der Haushaltsdisziplin und Ahndung von Verstößen gegen Haushaltsregeln in der Europäischen Union (EU) ist ein kontrovers diskutiertes fiskalpolitisches Instrument. Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die institutionelle Ausgestaltung des SWP. Vor dem Hintergrund einer steigenden Anzahl von Defizitverfahren wegen Verstößen gegen die Konvergenzkriterien wird der Frage nachgegangen, ob der SWP
Anreize zu einer soliden Finanzpolitik in den Mitgliedsländern setzen kann, und ob er Konsolidierungen defizitärer Staatshaushalte anstoßen kann. Zu diesem Zweck wird im zweiten Kapitel ein kurzer geschichtlicher Überblick über die
Entwicklung der Europäischen Gemeinschaft zum „Vertrag der Europäischen Union“ gegeben, welcher die Basis der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion(EWWU) und damit auch des SWP darstellt. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit den
Grundzügen der Europäischen Währungsunion (EWU). Darauf aufbauend werden die Grundzüge des SWP aufgezeigt und anschließend dessen institutioneller Aufbau bei seiner Gründung im Jahr 1997 offen gelegt. Zuletzt wird in diesem dritten Kapitel die Reform des Paktes im Jahr 2005 beschrieben. Das Vierte Kapitel widmet sich der ökonomischen Analyse der Wirkungen des SWP. Nach einer kritischen Bewertung der Ergebnisse der Reformen, wird der Frage nachgegangen, ob die Einführung des Paktes einen „Maastricht-Effekt“ zur Folge hatte. Ebenfalls wird betrachtet, in wie weit
der SWP von einem Zeitinkonsistenz-Problem betroffen ist. Abschließend wird auf das Problem der Fragmentierung in der Politik eingegangen und in Verbindung mit dem SWP dargelegt, ob der Pakt Anreize bieten kann, diesem Problem entgegen zu
wirken. Dies wird am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland exemplarisch gezeigt. Dabei wird auf die Reform der Bund-Länder-Finanzbeziehungen eingegangen und offen gelegt, dass diese Reformbemühungen zumindest partiell als eine Folge des
SWP gesehen werden können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 ENTWICKLUNG DER EUROPÄISCHEN UNION BIS ZUM VERTRAG VON MAASTRICHT

3 VOM VERTRAG VON MAASTRICHT ZUM STABILITÄTS- UND WACHSTUMSPAKT

3.1 GRUNDZÜGE DER EUROPÄISCHEN WÄHRUNGSUNION – DER MAASTRICHT-VERTRAG

3.2 STABILITÄTS- UND WACHSTUMSPAKT

3.3 INSTITUTIONELLER AUFBAU DES STABILITÄTS- UND WACHSTUMSPAKTES

3.3.1 Die präventive Komponente – Das Frühwarnsystem der EWU

3.3.2 Die korrektive Komponente – Das Verfahren bei übermäßigem Defizit

3.4 DIE REFORM DES SWP ALS FOLGE DES „BRÜSSELER KOMPROMISSES“

4 ÖKONOMISCHE ANALYSE DER WIRKUNG DES SWP

4.1 KRITISCHE BETRACHTUNG DER REFORMEN DES SWP

4.2 GIBT ES EINEN „MAASTRICHT-EFFEKT“?

4.3 DAS ZEITINKONSISTENZ-PROBLEM

4.4 POLITISCHE FRAGMENTIERUNG ALS ERKLÄRUNGSANSATZ FÜR FEHLENDE ANREIZE ZUR VERSCHULDUNGSBEGRENZUNG UND KONSOLIDIERUNGEN

5 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die institutionelle Ausgestaltung des Stabilitäts- und Wachstumspakts (SWP) der Europäischen Union und untersucht, ob dieser effektive Anreize für eine solide Finanzpolitik sowie nachhaltige Konsolidierungen in den Mitgliedstaaten setzen kann.

  • Institutioneller Aufbau und Reformgeschichte des Stabilitäts- und Wachstumspakts
  • Kritische ökonomische Bewertung der Wirksamkeit des SWP als haushaltspolitisches Instrument
  • Analyse des "Maastricht-Effekts" auf die Fiskalpolitik der Mitgliedsländer
  • Untersuchung des Zeitinkonsistenz-Problems und politischer Fragmentierung
  • Fallbeispiel zur Übertragbarkeit auf nationale Reformprozesse (Bundesrepublik Deutschland)

Auszug aus dem Buch

4.3 Das Zeitinkonsistenz-Problem

Der SWP unterliegt aufgrund seiner institutionellen Ausgestaltung einem Zeitinkonsistenz-Problem. Langfristig ist es für alle Nationalstaaten in der EWU vorteilhaft sich den bindenden Regeln des SWP zu unterwerfen, da hierdurch Preisstabilität und Wirtschaftswachstum gewährleistet wird. Kurzfristig besteht für die politisch handelnden Personen in den einzelnen Ländern jedoch der Anreiz bei der Gestaltung der öffentlichen Finanzen im nationalen politischen Wettbewerb zum eigenen Vorteil zu handeln. So können Politiker langfristig eine Konsolidierungspolitik ankündigen, aber kurzfristig davon zugunsten einzelner Partikularinteressen abweichen.

Hierdurch entstehen politische Konjunkturzyklen, durch welche die angekündigte Konsolidierungspolitik unglaubwürdig wird. Die institutionellen Rahmenbedingungen des SWP sind aufgrund ihres grundsätzlichen Aufbaus nicht geeignet dieses Glaubwürdigkeitsproblem zu lösen. Der SWP ist zwar regelgebunden aufgebaut, lässt doch enormen Spielraum, um die bestehenden Regelungen diskretionär auszulegen. Der Handlungsspielraum des ECOFIN im Defizitverfahren zeigt deutlich, dass der Sanktionsmechanismus des SWP nicht automatisiert ist, sondern von Abstimmungsergebnissen abhängt und somit nicht dazu beitragen kann, das Zeitinkonsistenz-Problem des SWP zu lösen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik des Stabilitäts- und Wachstumspakts als fiskalpolitisches Instrument und Definition der Zielsetzung der Arbeit.

2 ENTWICKLUNG DER EUROPÄISCHEN UNION BIS ZUM VERTRAG VON MAASTRICHT: Historischer Rückblick auf die Entstehung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion und die Vorläufer der heutigen EU.

3 VOM VERTRAG VON MAASTRICHT ZUM STABILITÄTS- UND WACHSTUMSPAKT: Darstellung der vertraglichen Grundlagen, des institutionellen Aufbaus des SWP sowie der Reformen des Jahres 2005.

4 ÖKONOMISCHE ANALYSE DER WIRKUNG DES SWP: Wissenschaftliche Untersuchung der Wirksamkeit des Pakts unter Einbeziehung von Anreizstrukturen, politischer Fragmentierung und der Glaubwürdigkeit fiskalischer Disziplin.

5 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Anreizwirkungen des SWP und Ausblick auf die Notwendigkeit ergänzender nationaler prozeduraler Regelungen.

Schlüsselwörter

Stabilitäts- und Wachstumspakt, Haushaltsdisziplin, Fiskalpolitik, Maastricht-Vertrag, Konvergenzkriterien, Defizitverfahren, Konsolidierung, Zeitinkonsistenz, Politische Fragmentierung, Europäische Währungsunion, Haushaltsdefizit, Reform, Brüsseler Kompromiss

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit des Stabilitäts- und Wachstumspakts (SWP) in der Europäischen Union und dessen Eignung als Instrument zur Sicherung der Haushaltsdisziplin in den Mitgliedstaaten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die institutionelle Ausgestaltung des Pakts, die Reformen von 2005, die Analyse von Anreizstrukturen für nationale Regierungen sowie die Auswirkungen politischer Fragmentierung auf die Haushaltsführung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob der SWP tatsächlich Anreize für solide Finanzpolitiken bietet oder ob seine institutionellen Schwächen und Ermessensspielräume das Ziel einer nachhaltigen Konsolidierung untergraben.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine polit-ökonomische Analyse, die bestehende Literatur und Forschungsergebnisse zum SWP sowie zu fiskalischen Institutionen zusammenführt und auf das konkrete Regelwerk der EU anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine detaillierte institutionelle Beschreibung des Präventions- und Korrekturmechanismus sowie eine ökonomische Analyse, die Aspekte wie das Zeitinkonsistenz-Problem und politische Fragmentierung beleuchtet.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Haushaltsdisziplin, Fiskalpolitik, Konvergenzkriterien, Defizitverfahren und Konsolidierung definiert.

Wie wird das "Brüsseler Kompromiss" in der Arbeit bewertet?

Der Autor führt den "Brüsseler Kompromiss" als Beispiel für die Unzulänglichkeit der ursprünglichen SWP-Regelungen an, da politischer Druck dazu führte, dass die Regeln zu Gunsten defizitärer Mitgliedstaaten aufgeweicht wurden.

Welche Rolle spielen die nationalen Reformen, etwa in Deutschland?

Das deutsche Beispiel der Föderalismusreform wird als Fallstudie verwendet, um zu zeigen, dass der SWP zwar Impulse liefern kann, jedoch ergänzende, bindende prozedurale Regelungen auf nationaler Ebene notwendig sind, um nachhaltige Haushaltsdisziplin zu gewährleisten.

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Details

Title
Der Europäische Stabilitäts- und Wachstumspakt: Überblick und Kritik
College
University of Heidelberg  (Alfred-Weber-Institut)
Course
Blockseminar „Reformen der Finanzbeziehungen von Bund und Ländern“
Grade
2,3
Author
Christoph Ehret (Author)
Publication Year
2008
Pages
22
Catalog Number
V135371
ISBN (eBook)
9783640417636
ISBN (Book)
9783640412471
Language
German
Tags
SWP Stabilitäts- und Wachstumspakt Maastricht Europäische Union EU Maastricht-Effekt Zeitinkonsistenz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Ehret (Author), 2008, Der Europäische Stabilitäts- und Wachstumspakt: Überblick und Kritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135371
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