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Propagandistische Aussagen in der deutschsprachigen Presse im Generalgouvernement 1939-1945

Title: Propagandistische Aussagen in der deutschsprachigen Presse im Generalgouvernement 1939-1945

Scientific Study , 2009 , 20 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Radoslaw Lis (Author)

Speech Science / Linguistics
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Summary Excerpt Details

Wörter können das Bewusstsein prägen und Wirklichkeit schaffen. In totalitären und autoritären Systemen ist die Rolle der Sprache von besonderer Bedeutung. Die Nationalsozialisten haben sich, wie wohl keine anderen Politiker im 20. Jahrhundert, auf die Kraft ihrer Sprache berufen, die sich in ihren Augen höchste Priorität verdient. Sie waren wohl die ersten, die die politische Bedeutung der Sprache nicht nur durchschauten, sondern unter dem Aspekt der Massenbeeinflussung auch nutzten. Sie räumten der Sprache in ihren politischen Handlungen eine besondere Bedeutung ein, die ihr lange niemand mehr eingeräumt hatte.
Die „Krakauer Zeitung“ lässt im Allgemeinen drei Grundtypen von Wörtern durch die vergleichende Methode isolieren: Erstens sind es Wörter, die von den Nationalsozialisten neugeprägt wurden. Zweitens können hier Wörter erwähnt werden, die umgedeutet wurden oder eine zusätzliche spezifische Bedeutung erhielten. Und schließlich sind es auch Wörter, die sehr häufig verwendet wurden und durch die hohe Gebrauchsfrequenz ihren hohen Stellenwert im NS-Sprachgebrauch signalisierten.
Die „Krakauer Zeitung“ scheint hier ein musterhaftes Beispiel für die von den Nationalsozialisten betriebene Sprachmanipulation zu sein. Nach der Lektüre des Tagesblattes wird man sich dessen bewusst, wie mit Hilfe von spezifischem Sprachgebrauch eine Beeinflussung der Meinungen der Gesellschaft unter der Besatzung durchgesetzt und auf welche Art und Weise ein präpariertes Bild der politischen Geschehnisse sprachlich „verkauft“ werden konnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Polen

3. Bolschewisten

4. Alliierten

5. Juden

6. Deutsche

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den gezielten Einsatz von Sprache als Propagandainstrument in der „Krakauer Zeitung“ während der deutschen Besatzung des Generalgouvernements in den Jahren 1939 bis 1945. Ziel der Untersuchung ist es, aufzuzeigen, wie durch spezifische Wortwahl, Sprachmanipulation und die Konstruktion von Feindbildern die öffentliche Meinung beeinflusst und die Ideologie des Nationalsozialismus in der besetzten Bevölkerung verankert werden sollte.

  • Analyse von NS-Sprachmanipulation in der Besatzungspresse
  • Konstruktion und Diffamierung von Feindbildern (Polen, Bolschewisten, Alliierten, Juden)
  • Propagandistische Stilisierung und Heroisierung der Deutschen
  • Rolle der Sprache zur Legitimation des Besatzungsregimes
  • Methodische Untersuchung des NS-Sprachgebrauchs und seiner Wirkungsweise

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Wörter können das Bewusstsein prägen und Wirklichkeit schaffen. In totalitären und autoritären Systemen ist die Rolle der Sprache von besonderer Bedeutung. Die Nationalsozialisten haben sich, wie wohl keine anderen Politiker im 20. Jahrhundert, auf die Kraft ihrer Sprache berufen, die sich in ihren Augen höchste Priorität verdient. Sie waren wohl die ersten, die die politische Bedeutung der Sprache nicht nur durchschauten, sondern unter dem Aspekt der Massenbeeinflussung auch nutzten. Sie räumten der Sprache in ihren politischen Handlungen eine besondere Bedeutung ein, die ihr lange niemand mehr eingeräumt hatte.1

Die „Krakauer Zeitung“ lässt im Allgemeinen drei Grundtypen von Wörtern durch die vergleichende Methode isolieren: Erstens sind es Wörter, die von den Nationalsozialisten neugeprägt wurden. Zweitens können hier Wörter erwähnt werden, die umgedeutet wurden oder eine zusätzliche spezifische Bedeutung erhielten. Und schließlich sind es auch Wörter, die sehr häufig verwendet wurden und durch die hohe Gebrauchsfrequenz ihren hohen Stellenwert im NS-Sprachgebrauch signalisierten.2

Die „Krakauer Zeitung“ scheint hier ein musterhaftes Beispiel für die von den Nationalsozialisten betriebene Sprachmanipulation zu sein. Nach der Lektüre des Tagesblattes wird man sich dessen bewusst, wie mit Hilfe von spezifischem Sprachgebrauch eine Beeinflussung der Meinungen der Gesellschaft unter der Besatzung durchgesetzt und auf welche Art und Weise ein präpariertes Bild der politischen Geschehnisse sprachlich „verkauft“ werden konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung von Sprache in totalitären Systemen und führt in die methodische Untersuchung des NS-Sprachgebrauchs in der „Krakauer Zeitung“ ein.

2. Polen: Hier wird analysiert, wie die Propaganda Polen als feindliche Gruppe diffamierte, um das Besatzungsregime zu rechtfertigen und Widerstand zu diskreditieren.

3. Bolschewisten: Dieses Kapitel zeigt auf, wie der Bolschewismus als existenzielle Bedrohung stilisiert und der Feind mit Begriffen wie „Bolschewistische Seuche“ oder „Mongolensturm“ markiert wurde.

4. Alliierten: Der Fokus liegt auf der Diskreditierung der Westmächte durch Begriffe wie „Gangster“ oder „Luftgangster“, um deren militärische Aktionen zu denunzieren.

5. Juden: Dieses Kapitel dokumentiert die antisemitische Hetze in der Zeitung, die Juden als „Hauptfeind“ und „Parasiten“ darstellte, um die rassistische Verfolgung zu legitimieren.

6. Deutsche: Hier wird aufgezeigt, wie die Propaganda ausschließlich positive, heroisierende Begriffe für Deutsche nutzte, um ein Bild der Überlegenheit und der „gerechten Ordnung“ zu erzeugen.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Propaganda, Krakauer Zeitung, Generalgouvernement, Sprachmanipulation, Feindbilder, Antisemitismus, Bolschewismus, NS-Sprachgebrauch, Besatzungspolitik, Ideologie, Kriegspropaganda, Diffamierung, Heroisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Funktion und den Einsatz von Sprache als Propagandainstrument der nationalsozialistischen Besatzungsmacht innerhalb der „Krakauer Zeitung“ zwischen 1939 und 1945.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die sprachliche Konstruktion von Feindbildern, die Stilisierung des „deutschen Wesens“ und die methodische Beeinflussung der öffentlichen Meinung unter der Besatzungsherrschaft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Wirkungsweise der nationalsozialistischen Sprachmanipulation aufzuzeigen und zu dokumentieren, wie durch den gezielten Einsatz von Begriffen politische Gegner entmenschlicht und die eigene Ideologie gefestigt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit nutzt die vergleichende Methode, um Grundtypen von Wörtern (Neubildungen, Umdeutungen, häufige Gebrauchsfrequenz) in der „Krakauer Zeitung“ zu isolieren und zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung spezifischer Feindgruppen (Polen, Bolschewisten, Alliierten, Juden) sowie der positiven Selbstinszenierung der deutschen Besatzer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere: Nationalsozialismus, Propaganda, Krakauer Zeitung, Antisemitismus, Sprachmanipulation, Feindbilder und Besatzungspolitik.

Wie wurde das Bild des „Feindes“ allgemein in der Zeitung konstruiert?

Durch die konsequente Verwendung von pejorativen Begriffen wie „Ungeziefer“, „Schädling“, „Parasit“ oder „Barbaren“ wurde versucht, politische Gegner und Minderheiten als minderwertig und gefährlich darzustellen.

Welche Rolle spielten Begriffe wie „Jüdische Weltpest“ oder „Bolschewistische Seuche“?

Diese Begriffe dienten der Pathologisierung der Feindbilder, um die Vernichtung dieser Gruppen als eine Art „Gesundung“ oder „Reinigung“ des europäischen Kulturraums zu legitimieren.

Wie unterschied sich die Darstellung der Deutschen von den Feindbildern?

Während bei Feindbildern Pathos zur Abwertung eingesetzt wurde, nutzte die Propaganda bei der Darstellung der Deutschen Pathos und Superlative, um eine heroische, überlegene und „göttliche“ Rolle des Nationalsozialismus zu betonen.

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Details

Title
Propagandistische Aussagen in der deutschsprachigen Presse im Generalgouvernement 1939-1945
College
Warsaw University
Grade
Sehr gut
Author
Radoslaw Lis (Author)
Publication Year
2009
Pages
20
Catalog Number
V135382
ISBN (eBook)
9783640434732
ISBN (Book)
9783640435265
Language
German
Tags
Propaganda Presse Deutsch 1939 1945 Krakau Zeitung Zeitschrift Manipulation Nationalsozialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Radoslaw Lis (Author), 2009, Propagandistische Aussagen in der deutschsprachigen Presse im Generalgouvernement 1939-1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135382
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