Gegenstand dieser Arbeit ist die in Schumpeters `Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung´ herausgearbeitete Analyse des Unternehmergewinns oder Mehrwerts sowie dessen Konsequenz, dem Kapitalzins. Die Grundlage des Unternehmergewinns sieht Schumpeter, ausgehend von einem stationären Gleichgewicht, im Prozess eines dynamischen Kreislaufs. So wird die stationäre Wirtschaft - gekennzeichnet durch sogenannte stationäre Wirte - durch dynamische Pionierunternehmer und deren Imitatoren aus ihrem bisherigen Gleichgewicht gerissen, wodurch ein konjunktureller Aufschwung folgt.1 Ist die Innovation jedoch erfolgreich, erfolgt ein Prozess der schöpferischen Zerstörung, wobei alte Produktionsanlagen
oder Produkte entwertet und letztendlich aus der Volkswirtschaft verdrängt werden; es kommt zu einer Verlangsamung des Aufschwungs.2 Nach Schumpeter sind der Pionierbzw. Unternehmergewinn sowie der Zins lediglich ein Resultat der dynamischen Wirtschaft. Der Zins ist ein solches, da er nach Schumpeter seinen Ursprung im Unternehmergewinn findet. So ist der Zins entsprechend der extremen Version Schumpeters Zinstheorie in der stationären Kreislaufwirtschaft gleich Null.5 Diese Ansicht wird von vielen Ökonomen kritisiert. So entsteht nach Böhm-Bawerk ein Kapitalzins, aus welchem man sich ein dauerndes Einkommen schaffen kann, auch, wenn der Unternehmer hierfür „keine Hand zu seiner Entstehung gerührt hat“ und damit existiert er selbst in stationären Volkswirtschaften.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Unternehmergewinn und Mehrwert
2.1 Der Unternehmergewinn am Beispiel der Verbesserung des Produktionsprozesses
2.2 Weitere Quellen des Unternehmergewinns
2.3 Schaffung von Mehrwert durch den Einsatz neuer Kombinationen
3 Kapitalzins
3.1 Konsumtiv- vs. Produktivzins
3.2 Schumpeters Leitsätze der Zinstheorie zur Lösung des Zinsdilemmas
4 Thesenförmige Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit analysiert Joseph A. Schumpeters Theorie des Unternehmergewinns sowie des daraus abgeleiteten Kapitalzinses innerhalb seiner dynamischen Wirtschaftsentwicklung. Ziel ist es, die Entstehung dieser Größen in Abgrenzung zum statischen Gleichgewicht zu erklären und Schumpeters Leitsätze zur Zinstheorie systematisch darzulegen.
- Analyse des Unternehmergewinns als Resultat dynamischer Innovationsprozesse
- Unterscheidung zwischen statischem Gleichgewicht und dynamischer Entwicklung
- Die Rolle des Pionierunternehmers und der "schöpferischen Zerstörung"
- Herleitung des Kapitalzinses aus dem Unternehmergewinn
- Systematische Erläuterung der sechs Leitsätze der Schumpeterschen Zinstheorie
Auszug aus dem Buch
1 Problemstellung
Gegenstand dieser Arbeit ist die in Schumpeters `Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung´ herausgearbeitete Analyse des Unternehmergewinns oder Mehrwerts sowie dessen Konsequenz, dem Kapitalzins. Die Grundlage des Unternehmergewinns sieht Schumpeter, ausgehend von einem stationären Gleichgewicht, im Prozess eines dynamischen Kreislaufs. So wird die stationäre Wirtschaft - gekennzeichnet durch sogenannte stationäre Wirte - durch dynamische Pionierunternehmer und deren Imitatoren aus ihrem bisherigen Gleichgewicht gerissen, wodurch ein konjunktureller Aufschwung folgt. Ist die Innovation jedoch erfolgreich, erfolgt ein Prozess der schöpferischen Zerstörung, wobei alte Produktionsanlagen oder Produkte entwertet und letztendlich aus der Volkswirtschaft verdrängt werden; es kommt zu einer Verlangsamung des Aufschwungs. Nach Schumpeter sind der Pionier- bzw. Unternehmergewinn sowie der Zins lediglich ein Resultat der dynamischen Wirtschaft. Der Zins ist ein solches, da er nach Schumpeter seinen Ursprung im Unternehmergewinn findet. So ist der Zins entsprechend der extremen Version Schumpeters Zinstheorie in der stationären Kreislaufwirtschaft gleich Null. Diese Ansicht wird von vielen Ökonomen kritisiert. So entsteht nach Böhm-Bawerk ein Kapitalzins, aus welchem man sich ein dauerndes Einkommen schaffen kann, auch, wenn der Unternehmer hierfür „keine Hand zu seiner Entstehung gerührt hat“ und damit existiert er selbst in stationären Volkswirtschaften.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Dieses Kapitel führt in Schumpeters Analyse des Unternehmergewinns und des Kapitalzinses im Kontext einer dynamischen Wirtschaft ein und grenzt diese von statischen Modellen ab.
2 Unternehmergewinn und Mehrwert: Hier werden die Quellen des Unternehmergewinns, insbesondere durch Innovationen und neue Kombinationen, sowie die Entstehung eines Mehrwerts im dynamischen Prozess detailliert untersucht.
3 Kapitalzins: Dieses Kapitel widmet sich der Herleitung des Kapitalzinses aus dem Unternehmergewinn und erläutert die sechs zentralen Leitsätze der Zinstheorie Schumpeters.
4 Thesenförmige Zusammenfassung: Der letzte Teil fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit in einer strukturierten, punktuellen Übersicht zusammen.
Schlüsselwörter
Unternehmergewinn, Kapitalzins, Schumpeter, dynamische Wirtschaft, Innovation, schöpferische Zerstörung, stationäres Gleichgewicht, Mehrwert, Pionierunternehmer, Zinstheorie, Produktivzins, Kreislaufwirtschaft, Wertagio, Unternehmertum, Konjunkturzyklus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die ökonomische Theorie von Joseph A. Schumpeter, insbesondere die Entstehung von Unternehmergewinn und Kapitalzins innerhalb einer dynamischen, durch Innovation geprägten Wirtschaftsentwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Unterscheidung zwischen stationären und dynamischen Wirtschaftsprozessen, die Rolle der Innovation bei der Gewinnentstehung sowie die theoretische Fundierung des Kapitalzinses bei Schumpeter.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Ursprung des Unternehmergewinns und des Kapitalzinses aus Schumpeters Perspektive darzustellen und seine theoretischen Leitsätze kritisch einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine dogmengeschichtliche Analyse, die auf der intensiven Auswertung von Schumpeters Hauptwerk "Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung" sowie relevanter ökonomischer Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Quellen des Unternehmergewinns durch Prozess- und Produktinnovationen sowie eine detaillierte Erläuterung der sechs Leitsätze der Zinstheorie Schumpeters.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Unternehmergewinn, Kapitalzins, Innovation, schöpferische Zerstörung, Dynamik und die Unterscheidung zwischen Konsumtiv- und Produktivzins.
Warum ist der Zins in einer stationären Wirtschaft laut Schumpeter gleich Null?
Weil in einer statischen Kreislaufwirtschaft keine systematische Zeitpräferenz existiert und die Grenzproduktivität des Kapitals aufgrund fehlender dynamischer Investitionsmöglichkeiten gegen Null geht.
Wie unterscheidet sich der Unternehmergewinn vom normalen Einkommen?
Der Unternehmergewinn ist kein dauerhaftes Einkommen, sondern ein temporärer Überschuss, der als Folge von erfolgreichen Innovationen und der Durchbrechung des stationären Gleichgewichts auftritt, bevor Imitatoren den Gewinn wieder abschmelzen.
- Citation du texte
- Franziska Prüfling (Auteur), 2009, Dogmengeschichte: Schumpeters Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135407