Der zu untersuchende Gegenstand ist eine Marmorstatue aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., entdeckt von dem italienischen Archäologen Alfonso De Franciscis in Misenum, Neapel. Die Statue misst 138 cm in der Höhe, 73 cm in der Breite und 58 cm in der Länge und trägt drei Inschriften. Für die Analyse werden die Inschriften auf der Vorderseite und der rechten Seite herangezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Die zu analysierende Quelle
2. Die Geldverteilung und das testamentarische Vermächtnis
3. Charakter und gesellschaftliche Bedeutung der Inschrift
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit interpretiert eine römische Inschrift aus Misenum, um das soziale Gefüge und die Repräsentationsstrategien von Freigelassenen in der Kaiserzeit zu beleuchten.
- Analyse des testamentarischen Vermächtnisses des Q. Cominius Abascantus
- Untersuchung der Rolle der Augustales innerhalb der lokalen Gesellschaft
- Interpretation der Statuenstiftung als Mittel der sozialen Selbstinszenierung
- Vergleichende Betrachtung finanzieller Zuwendungen und gesellschaftlicher Hierarchien
Auszug aus dem Buch
Die zu analysierende Quelle
Die zu analysierende Quelle besteht aus zwei Inschriften auf einer Statue, die von Alfonso De Franciscis, einem italienischen Archäologen, in Misenum bei Neapel gefunden und 1993 geborgen wurde und in die Jahre um 147-149 nach Christus datiert wird. Die Marmorstatue ist 138cm hoch 73cm breit und 58cm lang. Die drei Inschriften, die darauf zu sehen sind, befinden sich auf der Vorderseite und an den beiden Seiten. Gegenstand der Interpretation werden nur die Inschrift auf der Vorderseite und der rechten Seite sein. Die Statue wurde von Nymphidia Monime, der Ehefrau des Cominius Abascantus errichtet und in einer Vorhalle im Bezirk der Augustales aufgestellt. Thema der Inschriften ist das testamentarische Vermächtnis des Cominius Abascantus an den Verein der Augustales und die Bedingungen, die damit verbunden sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die zu analysierende Quelle: Dieses Kapitel stellt die archäologische Fundgeschichte sowie die grundlegenden Informationen über das Denkmal und die Akteure des Stiftungsaktes vor.
2. Die Geldverteilung und das testamentarische Vermächtnis: Der Autor erläutert hier die präzisen finanziellen Verfügungen des Verstorbenen für den Kult und die Spiele sowie deren mathematische Kalkulation.
3. Charakter und gesellschaftliche Bedeutung der Inschrift: Hier erfolgt eine Einordnung in den allgemeinen „epigraphic habit“ der Zeit und die Deutung der Inschrift als Instrument sozialen Aufstiegs.
Schlüsselwörter
Römisches Reich, Epigraphik, Misenum, Freigelassene, Augustales, Testament, Stiftungen, Sozialgeschichte, Statuen, Sesterzen, Totenkult, Quellinterpretation, Soziale Mobilität, Dekurionen, Römische Gesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert eine spezifische antike Inschrift aus Misenum, um Einblicke in die soziale Stellung und die Repräsentationspraxis von Freigelassenen im römischen Kaiserreich zu gewinnen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt der Text?
Zentrale Themen sind die finanziellen und sozialen Verpflichtungen innerhalb des Vereins der Augustales, der Totenkult und die Bedeutung öffentlicher Stiftungen für das Prestige einzelner Bürger.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, anhand der detaillierten testamentarischen Bestimmungen die gesellschaftliche Integration des Freigelassenen Q. Cominius Abascantus und sein Bestreben, sich innerhalb der lokalen Elite zu etablieren, aufzuzeigen.
Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?
Der Autor wählt einen quellenkritischen Ansatz, bei dem epigraphische Zeugnisse mit historisch-soziologischem Wissen über die römische Stadtverwaltung und Finanzstruktur verknüpft werden.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Aufschlüsselung der testamentarischen Geldflüsse, deren Zweckbestimmung und die daraus ablesbare sozioökonomische Position des Verstorbenen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Epigraphik, Augustales, Freigelassene, Soziale Mobilität und römische Sozialgeschichte charakterisieren.
Wie deutet der Autor die Statuenaufstellung im Forum?
Das Forum als Ort der Statuenaufstellung verdeutlicht laut Autor den hohen sozialen Status und den erheblichen Einfluss, den sich ein Freigelassener wie Cominius Abascantus in Misenum erarbeiten konnte.
Warum ist die Peinlichkeit der testamentarischen Beschreibung wesentlich?
Die exakte Auflistung der Verwendung des Geldes dient als Beleg für den „epigraphic habit“, durch den der Stifter seine Großzügigkeit und materielle Solidität dauerhaft im öffentlichen Raum verankern wollte.
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- Jonathan Vogel (Author), 2018, Die Misenum-Marmorstatue. Analyse und Interpretation der Inschriften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1354975