Diese Seminararbeit befasst sich mit der Frage nach der Nutzbarkeit von Chatbots beim Einholen von Informationen. Dabei werden grundliegende Informationen zu der Thematik vermittelt, sowie wegweisende Studien besprochen.
Künstliche Intelligenz ist ein nicht mehr wegzudenkender Weggefährte der modernen Menschheit. Anfangs konnte Weizenbaums (1966) berühmtes Chatbot-System ELIZA die Eingaben lediglich paraphrasieren und Rückfragen stellen. Mittlerweile haben sich die Dialog-Systeme zur natürlichsprachlichen Interaktion in zahlreiche bereichsspezifische Varianten ausdifferenziert und weiterentwickelt. Lotze (2016) zufolge würden vermehrt einfache Chatbots mit ganz basalen Funktionen zur Spracherkennung und Generierung existieren. Weiterhin existieren nach Lotze (2016) neben ambitionierten crowd-sourcing-basierten Systemen auch vermehrt aufwendig animierte Embodied Conversational Agents.
Auf die auf statistische Modelle basierenden Assistenz-Systeme und hybride künstliche Intelligenzen, die unterschiedliche Architekturansätze miteinander verbinden, weise sie auch hin. Krämer (2008) zufolge kann der einfache Chatbot als die am weitesten verbreitete Form artifizieller Dialogsysteme und die am wenigsten aufwendig gestaltete Anwendung angesehen werden. Trotz vieler Vorteile hat eine beträchtliche Anzahl von Chatbots jedoch Schwierigkeiten, die Benutzer gänzlich zufrieden zu stellen. Diverse Studien untersuchen, welche Faktoren die Interaktion mit einem Chatbot beeinflussen. Dies beinhaltet auch, wie solche Faktoren bewertet werden können. So empfiehlt Tariverdiyeva (2019) in seiner Studie die Entwicklung eines neuen Fragebogens mit UMUX-Lite. Auf Grundlage seiner festgelegten Schlüsselfaktoren soll weiteres Vorgehen erfolgen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Kapitel 1 – Einführung in die Thematik
Kapitel 1.1 – Mensch-Maschine-Interaktion
Kapitel 1.2 – Geschichte der Chatbots
Kapitel 1.3 – Design und Usability
Kapitel 2 – Wegweisende Studien
Kapitel 2.1 – Der Lewis Ansatz
Kapitel 2.2 – Der Tariverdiyeva Ansatz
Kapitel 2.3 – Diskussion
Kapitel 3 – Referenzen
Kapitel 3.1 – Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Wahrnehmung der Gebrauchstauglichkeit (Usability) von Chatbots bei Informationsabruf-Aufgaben zu analysieren und die Validität bestehender Evaluationsinstrumente kritisch zu bewerten.
- Historische Entwicklung und technologische Grundlagen von Chatbots.
- Kritische Auseinandersetzung mit dem UMUX-Lite Fragebogen.
- Evaluation des Tariverdiyeva-Ansatzes zur Identifikation von Schlüsselfaktoren.
- Vergleich und Einordnung neuer Messinstrumente wie USIC und USQ.
- Synthese von Forschungsergebnissen zur zukünftigen Standardisierung der Usability-Messung.
Auszug aus dem Buch
Kapitel 1.2 – Geschichte der Chatbots
McTear et al. (2016) erläutern, dass es Dialogbasierte Systeme schon seit relativ langer Zeit gäbe und Programmierer Ende der 80er Jahre mit der Weiterentwicklung sprachfähiger interaktiver Systeme begonnen haben. McTear (2017) zufolge können der Anstieg und der Wendepunkt der Chatbot-Entwicklung jedoch ab 2016 im intensiveren Maße beobachtet werden. Nur innerhalb des Startjahres der Bot-Plattform auf Facebook Messenger hat die Anzahl der entwickelten Bots 100.000 überschritten und liegt derzeit bei über 300.000 (Johnson, 2018). Die Entwicklung selbst werde – nach McTear (2017) – dabei von folgenden Punkten beeinflusst:
(a) Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz
(b) Verfügbarkeit von Big Data
(c) Verbesserte Konnektivität von Geräten und Cloud-basierten Ressourcen
(d) Fortschritte bei der Spracherkennung und Verarbeitung natürlicher Sprache
Darüber hinaus haben viele große Technologieunternehmen ihre Plattformen für Zertifizierungsstellen verfügbar gemacht und Investitionen in Technologien (wie Künstliche Intelligenz, Deep Learning und natürliche Sprache) getätigt. Weiterhin auch in die Verarbeitung, die für den Aufbau eines Systems unerlässlich ist – welches auf natürliche Weise mit dem Benutzer interagieren kann (McTear, 2017).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Evolution von Chatbots von einfachen Systemen wie ELIZA hin zu komplexen digitalen Assistenzsystemen und stellt die Notwendigkeit einer Validierung von Usability-Fragebögen wie UMUX-Lite dar.
Kapitel 1 – Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Grundlagen der Mensch-Maschine-Interaktion, die historische Entwicklung der Chatbot-Technologie und zentrale Konzepte des Designs und der Usability.
Kapitel 2 – Wegweisende Studien: Hier werden bekannte Ansätze zur Messung der Benutzerzufriedenheit diskutiert, insbesondere der UMUX-Lite sowie die weiterführenden Ansätze von Tariverdiyeva, die kritisch auf ihre Eignung und Standardisierbarkeit geprüft werden.
Kapitel 3 – Referenzen: Dieses Kapitel listet sämtliche verwendete Literatur und Quellen auf, die für die theoretische Fundierung und die Analyse der Studien herangezogen wurden.
Schlüsselwörter
Chatbots, Usability, Mensch-Maschine-Interaktion, UMUX-Lite, Benutzerzufriedenheit, Information Retrieval, Tariverdiyeva, USIC, USQ, Evaluation, Standardisierung, Dialogsysteme, Künstliche Intelligenz, UX-Forschung, Fragebogen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wahrgenommenen Gebrauchstauglichkeit (Perceived Usability) von Chatbots, speziell in Aufgaben, die den Abruf von Informationen (Information Retrieval) betreffen.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der technologischen Geschichte von Chatbots, den Methoden zur Messung der User Experience sowie der Validierung neuerer Fragebögen gegenüber dem etablierten UMUX-Lite.
Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Seminararbeit?
Das primäre Ziel ist es, Grundlagen zu festigen und bestehende Forschungsergebnisse zu Usability-Messinstrumenten kritisch zu hinterfragen sowie als korrigierend oder ergänzend einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird bevorzugt verwendet?
Es handelt sich um eine explorative Analyse, die auf einer umfassenden Literaturstudie sowie dem Vergleich und der Diskussion aktueller wissenschaftlicher Studien zum Thema Chatbot-Evaluation basiert.
Welche Inhalte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Einordnung, die kritische Diskussion des UMUX-Lite-Ansatzes (Lewis) sowie die Würdigung der Ansätze von Tariverdiyeva und deren empirische Weiterentwicklungen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit definiert sich primär über die Begriffe Chatbots, User Satisfaction, UMUX-Lite, Usability-Messung und Information Retrieval.
Was kritisiert der Autor an der aktuellen Forschung zur Usability von Chatbots?
Der Autor weist darauf hin, dass viele Studien zu einseitig auf die Universität Twente fokussiert sind und fordert eine breitere, dezentralisierte Forschung, um Befangenheit zu vermeiden und die Ergebnisse zu validieren.
Welche Bedeutung kommt dem Tariverdiyeva-Ansatz zu?
Der Ansatz gilt als Versuch, durch die Identifikation von 18 spezifischen Schlüsselfaktoren eine genauere Messung der Usability zu erreichen als mit dem rein generischen UMUX-Lite Fragebogen.
Sieht der Autor in der Zukunft eine Ablösung textbasierter Chatbots?
Ja, der Autor diskutiert, ob zukünftig virtuelle Welten oder VR-Systeme, die möglicherweise über Blicksteuerung (Fixationen/Sakkaden) kommunizieren, die heutige textbasierte Interaktion ergänzen oder ersetzen könnten.
Wie bewertet die Arbeit die Zuverlässigkeit des UMUX-Lite?
Der UMUX-Lite wird als valides und schnelles Messinstrument anerkannt, jedoch als ergänzendes Instrument zum SUS gesehen; zudem wird die mangelnde Klarheit bei seiner direkten Anwendung kritisiert.
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- Thomas Theumer (Autor), 2020, Chatbots in der Informationsbeschaffung. Wahrgenommene Benutzerfreundlichkeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1355189