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Die Macht der magischen Frauenrollen in der Oper des 18. und 19. Jahrhunderts. Zauberin, Hexe, Puppe/Automate

Titel: Die Macht der magischen Frauenrollen in der Oper des 18. und 19. Jahrhunderts. Zauberin, Hexe, Puppe/Automate

Masterarbeit , 2022 , 205 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Ivette Bjarnason (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit widmet sich den starken Frauen in den Opern des 18. und 19. Jahrhunderts und der Frage, weshalb und auf welche Weise ihre Macht mit magischen Fähigkeiten verbunden ist. Dazu werden geschichtliche, literarische, religiöse und musikhistorische Hintergründe einbezogen und eine nähere Betrachtung der Opernkompositionen, Libretti sowie der Aufführungsrezeptionen durchgeführt.

Der Fokus der Untersuchung richtet sich auf die weiblichen Rollenpartien in neun epochen- und gattungsübergreifend exemplarisch ausgewählten Opern, die von den Urhebern explizit mit den Bezeichnungen der "Hexe", "Zauberin" oder "Puppe/Automat" versehen wurden bzw. wo es aus der literarischen Vorlage oder dem Libretto eindeutig hervorgeht, dass die Figur über magische (Anziehungs-) Kräfte verfügt oder ihr diese von den anderen Figuren des Opernwerkes unterstellt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – Starke Frauen oder schwaches Geschlecht?

2. Der Begriff von Magie

3. Die Magie, die Religion und das Recht

4. Die Merkmale des/der Magiers/Magierin

5. Die Macht der Zauberin: Emanzipation und Selbstvernichtung

5.1 Der Urmythos - Die Zauberin in der Antike

5.2 Die Zauberinnen der griechischen Mythologie

5.2.1 Die Circe (Kirke)

Il Telemaco ossia L'isola di Circe (Telemachus oder Die Insel Circes), Drama per musica von Christoph Willibald Gluck und Marco Coltellini, UA 1765, Wien

5.2.2 Die Médée (Medea)

in: Médée, Oper von I. Cherubini und Francois Bernoit Hoffmann, UA Paris 1797

6. Die Zauberin in Erzählungen des Mittelalters, der Renaissance und Jüngeren Neuzeit

6.1 Die Mélusine

in: La magicienne von Jacques Fromental Halévy und Jules-Henri Vernoy de Saint-Georges, UA 1858 Paris

6.2 Die Armide (Armida)

in: Armide, Oper (Drama héroique) von C.W. Gluck und Philippe Quinault, Paris 1777 (Drama per musica)

6.3 Die Nastasia - „Kuma“

in: Die Zauberin (Чародейка, Charodéyka) von Pjotr Iljitsch Tschaikowski und Ippolit Schpaschinski, UA 1887 Sankt Petersburg

7. Die Macht der Hexe: Von der Zauberin zur kannibalischen Hexe

7.1 Die Hexen in Volksglauben und Märchen

in: Knusperhexe in Hänsel & Gretel, Märchenspiel von Engelbert Humperdinck und Adelheid Wette, UA Weimar 1893

und

in: Jezibaba in Rusalka, Lyrisches Märchen von A. Dvorak und Jarslav Kvapil, UA Prag 1901

8. Die Macht der Puppe (Automate): Anziehung und Projektion männlicher Phantasie

in: Olimpia (Olympia) in Hoffmanns Erzählungen (Opéra Comique) von Jules Barbier (nach dem Drame fantastique von 1851) und Michel Florentin Carré und Jacques Offenbach, UA Paris 1881

und

in: Alésia (Alesia) in La poupée, Operette (Opéra-comique) von Edmond Audran, Maurice Ordonneau und Albin Valabrègue, UA Paris 1896

9. Schlussbemerkung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der „magischen Frauenrollen“ in Opern des 18. und 19. Jahrhunderts und geht der Frage nach, inwieweit die den Frauenfiguren zugeschriebene Macht mit übernatürlichen Fähigkeiten verknüpft ist und wie diese Darstellung gesellschaftliche sowie geschlechterspezifische Dynamiken widerspiegelt.

  • Analyse von geschichtlichen, literarischen, religiösen und musikgeschichtlichen Hintergründen magischer Frauenfiguren.
  • Untersuchung der Differenzierung von Magie, Religion und Recht im historischen Kontext.
  • Charakterisierung der weiblichen Rollen durch archetypische Zuschreibungen wie Zauberin, Hexe und Puppe/Automate.
  • Betrachtung von Libretti, Aufführungsrezeptionen und der musikalischen Ausgestaltung der untersuchten Opernwerke.
  • Nachweis übereinstimmender Motive und magischer Elemente in der Darstellung der Machtausübung durch Frauen.

Auszug aus dem Buch

Die Merkmale des/der Magiers/Magierin

In vielen Gesellschaften auf der Welt sei die Ausübung der Magie Spezialisten vorbehalten, die das ausschließliche Eigentum an der Magie inne hätten. In der übrigen Gesellschaft sei die populäre Magie verbreitet, die weniger exklusiv sei, jedoch auch ihre Praktiker habe, die durch die Kenntnis des Rezeptes und den Zugang zur Tradition ein Minimum an Qualifikation aufwiesen. Eine ähnliche Auffassung hätte auch im christlichen Europa geherrscht. Wer immer die Magie praktizierte, hätte als Magier gegolten und wurde als solcher bestraft. Für die Kirche und die Gesetze hätte es keine Magie ohne Magier gegeben.

Es gäbe Eigenschaften, deren Besitz den Magier vom gewöhnlichen Menschen unterscheide; zum Teil seien es erworbene Eigenschaften, zum Teil angeborene, solche die einem verliehen würden und andere die man einfach besäße. Der Magier sei angeblich an bestimmten physischen Merkmalen erkennbar, die ihn bezeichneten und ihn bloßstellten. Er sei an seinen Augen zu erkennen sei, weil die Pupille die Iris aufgezehrt habe und das Bild verkehrt erschiene. Man hätte geglaubt, daß der Magier keinen Schatten habe. Im Mittelalter suchte man an seinem Körper das signum diaboli. Im Übrigen hätten ohne Zweifel viele Zauberer aufgrund ihrer hysterischen Verfassung Stigmatisierungen und Zonen der Anästhesie gehabt. Der Glaube an einen besonderen Blick des Magiers beruhe zum Teil sicherlich auf wirklichen Beobachtungen, denn überall gäbe es Menschen, die wegen ihres lebhaften, fremdartigen, flackernden und falschen, mit einem Wort ihres „bösen Blicks“ gefürchtet oder ungern gesehen seien.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung – Starke Frauen oder schwaches Geschlecht?: Diese Einleitung reflektiert die kritische Darstellung der Frau im Operngeschehen und hinterfragt die These der „ewigen Niederlage“, indem sie Zeitbezogenheit und gesellschaftliche Einflüsse als entscheidende Faktoren hervorhebt.

2. Der Begriff von Magie: Dieses Kapitel definiert Magie als ein flexibles System von Vorstellungen und Verhaltensweisen, das sich historisch und soziologisch von institutionalisierter Religion oder Wissenschaft abgrenzt.

3. Die Magie, die Religion und das Recht: Hier werden die theoretischen Abgrenzungen zwischen magischen Praktiken und religiösen Institutionen diskutiert, wobei insbesondere das Konfliktpotenzial durch Machtstrukturen und rechtliche Normen beleuchtet wird.

4. Die Merkmale des/der Magiers/Magierin: Das Kapitel katalogisiert physische und soziale Attribute, die historisch zur Identifikation von Magiern und Magierinnen herangezogen wurden, wie Stigmata oder die Zugehörigkeit zu bestimmten sozialen Außenseitergruppen.

5. Die Macht der Zauberin: Emanzipation und Selbstvernichtung: Dieser Abschnitt analysiert das Spannungsfeld zwischen der Macht der Zauberin als emanzipatorisches Potenzial und der Gefahr ihrer destruktiven Auswirkungen in klassischen Mythologien wie jener von Medea oder Circe.

6. Die Zauberin in Erzählungen des Mittelalters, der Renaissance und Jüngeren Neuzeit: Dieses Kapitel verschiebt den Fokus auf literarische und opernhafte Narrative der Folgezeit, die mythologische Motive wie das der Mélusine oder der Armide in neue musikalische Zusammenhänge überführen.

7. Die Macht der Hexe: Von der Zauberin zur kannibalischen Hexe: Hier findet eine Untersuchung des Hexenbildes statt, das sich vom Konzept einer „Volksmagie“ hin zum moralisch verurteilten und oft kannibalisch konnotierten Feindbild entwickelt, exemplarisch dargestellt an Märchenstoffen wie „Hänsel und Gretel“.

8. Die Macht der Puppe (Automate): Liebe und Projektion männlicher Phantasie: Der letzte inhaltliche Hauptteil erforscht das Motiv des künstlichen Menschen, insbesondere der Puppe, als Spiegelbild männlicher Sehnsüchte und patriarchaler Vorstellungen von weiblicher Passivität und Kontrolle.

Schlüsselwörter

Magie, Volksglauben, Hexenverfolgung, Operngeschichte, Frauenrollen, Mythologie, Okkultismus, Automaten, Geschlechterrollen, Zauberer, Machtausübung, Emanzipation, Religion, Ritualistik, Musiktheater.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie magische Frauenfiguren – kategorisiert als Zauberinnen, Hexen oder Puppen – in der europäischen Oper des 18. und 19. Jahrhunderts dargestellt wurden und wie diese Rollen mit Machtansprüchen und Geschlechterbildern verknüpft sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung umfasst die historische Definition von Magie, die rechtliche und religiöse Verfolgung von Frauen, die literarischen Wurzeln der Stoffe sowie deren musikalische und szenische Adaption im Opernrepertoire.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die übereinstimmenden Motive und magischen Elemente zu identifizieren, die diese drei Frauentypen verbinden, und zu analysieren, wie ihre „Macht“ innerhalb der jeweiligen Opern von den Komponisten und Librettisten konstruiert und aufgelöst wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Vorgehensweise, die historische Diskursanalyse, Text- und Librettoanalyse sowie musikwissenschaftliche Untersuchungen von Partituren und Aufführungsrezeptionen kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden exemplarisch verschiedene Opernfiguren – von Circe und Medea über Mélusine und Armide bis hin zu Kuma, der Knusperhexe und Olimpia – detailliert analysiert und in ihren jeweiligen Epochen kontextualisiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Magie, Hexenverfolgung, Operngeschichte, Weiblichkeit, Mythos, Emanzipation, Partituren und Projektion männlicher Phantasie.

Welche Rolle spielt der "Wald" in der Darstellung der Hexe?

Der Wald fungiert als ein ambivalenter Handlungsort, der die Hexe in einen Bereich jenseits zivilisatorischer Normen stellt, wo sie über lebens- und todbringende Kräfte verfügt und sich somit der Kontrolle staatlicher oder kirchlicher Macht entzieht.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Automaten von der der Hexe?

Während die Hexe durch aktive, oft sozial gefürchtete Machtausübung und Teufelspakte charakterisiert ist, stellt die Puppe (der Automat) ein Objekt der Projektion dar, das die Sehnsucht nach totaler Kontrolle über das weibliche Gegenüber durch den männlichen Schöpfer symbolisiert.

Ende der Leseprobe aus 205 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Macht der magischen Frauenrollen in der Oper des 18. und 19. Jahrhunderts. Zauberin, Hexe, Puppe/Automate
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Institut für Theaterwissenschaft)
Note
1,3
Autor
Ivette Bjarnason (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
205
Katalognummer
V1355612
ISBN (PDF)
9783346883667
ISBN (Buch)
9783346883674
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zauberin Hexe Puppe Automate Oper
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ivette Bjarnason (Autor:in), 2022, Die Macht der magischen Frauenrollen in der Oper des 18. und 19. Jahrhunderts. Zauberin, Hexe, Puppe/Automate, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1355612
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