Parteien und Kandidaten für politische Ämter kommen in einer Demokratie gerade heutzutage
nicht an einer professionellen Kommunikation ihrer Ideen und Konzepte vorbei. Im Kampf
um die Macht in der Mediengesellschaft und bei steigendem Wettbewerb wird die
Vermittlung von Politik immer relevanter. Dabei geht es jedoch nicht mehr nur um eine reine,
nüchterne Informationsvermittlung, sondern, wie bei jeder erfolgreichen Werbung, auch um
eine gute „Vermarktung“ des „Produktes Politik“. Gerade in Zeiten, in denen feste
Parteibindungen immer seltener werden, fällt dem Wahlkampf, als intensivste Phase der
politischen Kommunikation, eine immer wichtigere Rolle zu.
Im Jahr 2009 finden in Deutschland insgesamt 16 Wahlen statt. Neben Kommunal-, Landtags- und Europawahl(en) ist die Bundestagswahl am 27.
September zweifellos der Höhepunkt des „Superwahljahrs“ 2009. Allein der CDU/CSU
stehen für dieses Ereignis ca. 20 Millionen Euro Wahlkampfbudget zur Verfügung. Diese Summe macht die Bedeutung von Werbe- und
Kommunikationsmaßnahmen im Politikbetrieb nochmals deutlicher.
In dieser Arbeit soll die Institution Wahlkampf aus politikwissenschaftlicher Sicht genauer
beleuchtet werden. Ein besonderer Fokus soll dabei auf das Verhalten der einzelnen Akteure
und mögliche Strategien gelegt werden. Dazu wird zunächst der theoretische Hintergrund
dargelegt, in dem auch besonders die Rolle der Medien berücksichtigt wird. Im folgenden Teil
wird dann versucht die bisherige Wahlkampagne der Union im Rahmen der Bundestagswahl
2009 zu analysieren. Hierzu werden neben einem Rückblick auf den Wahlkampf 2005, die
aktuelle Situation dargelegt und einige erkennbare Strategieelemente angeführt. Im
anschließenden Schlussteil werden die Ergebnisse resümiert, bewertet und auf dieser Basis
Ausblicke für den weiteren Wahlkampfverlauf formuliert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wahlkampftheorie
2.1 Akteure
2.2 Strategien der Wahlkampfkommunikation
2.3 Die Medien als Kommunikationskanal im Wahlkampf
3. Situation und Strategie der Union im bisherigen Bundestagswahlkampf 2009
3.1 Rückblick 2005
3.2 Die Situation 2009
3.3 Strategieelemente der Unionskampagne 2009
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Institution des Wahlkampfs aus einer politikwissenschaftlichen Perspektive, wobei der Schwerpunkt auf der Analyse der Kommunikationsstrategien der CDU/CSU im Rahmen des Bundestagswahlkampfes 2009 liegt.
- Theoretische Grundlagen des Wahlkampfs als Phase intensiver politischer Kommunikation
- Die Rolle und Einflussnahme der Medien im Wahlprozess
- Analyse der Strategieelemente der Union unter Berücksichtigung des Rückblicks auf 2005
- Untersuchung der Bedeutung von Personalisierung und Themenmanagement
- Bewertung der Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf den Wahlkampf
Auszug aus dem Buch
2.1 Akteure
Wahlkämpfe lassen sich als Phase einer besonders intensiven politischen Kommunikation charakterisieren. Hierbei spielen hauptsächlich drei Akteursgruppen eine Rolle: die Kandidaten bzw. Parteien, die Wähler und die Medien. Die Kandidaten und Parteien versuchen hierbei durch eine geschickte Kommunikation möglichst viele Stimmen einzuwerben und zu diesem Zweck die Öffentlichkeit von sich zu überzeugen. Die Wähler nehmen hauptsächlich eine Informationsempfängerrolle ein, können jedoch ihrerseits auch den Wahlkampf indirekt, beispielsweise durch Teilnahme an Meinungsumfragen beeinflussen. Medien wie Zeitungen oder das Fernsehen üben in dieser Konstellation hauptsächlich eine Vermittlerrolle wahr. Sie transportieren einen Großteil der Kommunikationsmaßnahmen die von den Kandidaten und Parteien ausgeht. Zusätzlich dazu können sie auch Stimmungen in der Bevölkerung aufgreifen und diese wiederrum an die politischen Akteure herantragen oder durch Berichterstattung, Kommentare, etc. selbst Einfluss nehmen (vgl. Dörner 2002: 20f bzw. Schoen 2005: 505).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Relevanz professioneller Wahlkampfkommunikation in der Mediengesellschaft und skizziert das Ziel der Arbeit, die Strategien der Union für 2009 politikwissenschaftlich zu analysieren.
2. Wahlkampftheorie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Eckpfeiler, darunter die zentralen Akteursgruppen sowie verschiedene Strategien wie Personalisierung, Agenda-Setting und negative campaigning.
3. Situation und Strategie der Union im bisherigen Bundestagswahlkampf 2009: Hier werden die Rahmenbedingungen der Bundestagswahl 2009 und der Rückblick auf den Wahlkampf 2005 genutzt, um die aktuelle Kampagnenführung der CDU/CSU zu untersuchen.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit bewertet den Erfolg der bisherigen Strategie der Union und diskutiert kritisch die demokratietheoretischen Auswirkungen der aktuellen, auf De-Thematisierung setzenden Wahlkampfplanung.
Schlüsselwörter
Politische Kommunikation, Wahlkampf, CDU/CSU, Bundestagswahl 2009, Personalisierung, Agenda-Setting, Negative Campaigning, Medienlogik, Strategie, Angela Merkel, Finanzkrise, Politikvermittlung, Wahlkampfforschung, Politische Partizipation, Demokratie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die moderne Wahlkampfkommunikation am Beispiel der Strategie der Union (CDU/CSU) während des Bundestagswahlkampfs 2009.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Instrumente der Wahlkampfführung, der Einfluss der Medien auf politische Prozesse sowie die strategische Positionierung von Parteien und Kandidaten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, das Verhalten der Akteure sowie die Wahlkampfstrategien der Union theoretisch einzuordnen und zu bewerten, wie diese auf die Rahmenbedingungen des Jahres 2009 reagiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis der Literatur zu Wahlkampftheorie und aktueller Medienberichterstattung sowie Umfragedaten der damaligen Zeit durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, einen Rückblick auf den Wahlkampf 2005 und eine detaillierte Untersuchung der Strategieelemente der Unionskampagne 2009.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind Personalisierung, Agenda-Setting, Politikvermittlung, Wahlkampfforschung und Medienlogik.
Warum war der Rückblick auf 2005 für die Analyse so wichtig?
Der Rückblick dient dazu, aus den damaligen Fehlern, wie der missglückten Positionierung Paul Kirchhofs und der als zu marktliberal empfundenen Programmatik, die heutige Strategie der "stillen" Kampagne besser zu verstehen.
Welche Rolle spielt die Personalisierung in der Unionsstrategie 2009?
Die Personalisierung auf Angela Merkel und Karl-Theodor zu Guttenberg bildet den Kern der Strategie, um als kompetente und solide Kraft wahrgenommen zu werden, ohne durch konkrete, angreifbare programmatische Details an Zustimmung zu verlieren.
- Citation du texte
- Philipp Alvares de Souza Soares (Auteur), 2009, Politische Kommunikation in Wahlkämpfen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135639