Diese Seminararbeit setzt sich mit der Frage auseinander, inwiefern sich der Freiheitsbegriff von Thomas Hobbes von dem seines Kritikers Bischof Bramhall unterscheidet.
Zu Beginn wird mithilfe der Primärquelle „Leviathan“ ein Überblick über Thomas Hobbes Staatstheorie geschaffen, sowie die Freiheit im Naturzustand, als auch nach der Verstaatlichung, dargestellt. Im nachfolgenden Teil wird der Fokus auf Bischof Bramhalls Ansichtspunkte gelegt und versucht, Gemeinsamkeiten und Gegensätze zu erkennen. Daraufhin folgt eine Auswertung und die Beantwortung der Forschungsfrage. Als Basis dieser Seminararbeit dient u. a. Thomas Hobbes Werk „Leviathan“ (1651), „The Hunting of the Leviathan“ von Mintz und darüber hinaus diverse Sekundärquellen wie beispielsweise „Freiheit und Furcht bei Hobbes“ von Roland Reiske, der sich bereits intensiv mit Thomas Hobbes Freiheitsbegriff auseinandersetzte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Hintergrund
2. 1 Der Naturzustand nach Thomas Hobbes
2.2 Der Gesellschaftsvertrag nach Thomas Hobbes
2.3 Thomas Hobbes Leviathan
3. Der Freiheitsbegriff
3.1 Freiheit nach Thomas Hobbes
3.2 Freiheit nach Bischof Bramhall
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Unterschiede im Freiheitsbegriff zwischen Thomas Hobbes und seinem Kritiker Bischof Bramhall, um die jeweiligen philosophischen Ansätze sowie deren politische Implikationen und Motive vor dem historischen Hintergrund des 17. Jahrhunderts kritisch zu beleuchten.
- Vergleich der Freiheitskonzepte von Thomas Hobbes und Bischof Bramhall
- Analyse von Naturzustand und Gesellschaftsvertrag in der Theorie von Hobbes
- Untersuchung der Rolle des Leviathan als Ausdruck absoluter Staatsgewalt
- Kontrastierung von Materialismus/Determinismus (Hobbes) und scholastischem Denken (Bramhall)
- Historischer Kontext der Debatte während der Englischen Bürgerkriege
Auszug aus dem Buch
3.1 Freiheit nach Thomas Hobbes
Thomas Hobbes definierte Freiheit folgendermaßen: „Nach dieser eigentlichen und allgemein angenommenen Bedeutung des Wortes Freiheit wird der f r e i genannt, welcher durch nichts gehindert wird, das zu tun, wozu er Geschicklichkeit und Kräfte besitzt. […] Fr e i e r W i l l e endlich bedeutet nicht die Freiheit des Willens, sondern des Wollenden.“ (Leviathan, 2. Teil, Kap. 21, Absatz 2 ff.; Auslassungen J.S.W).
Hobbes habe zudem zwischen zwei Arten von Freiheit unterschieden. Zum einen der Freiheit etwas zu tun und der Fähigkeiten, beziehungsweise dem Vermögen etwas zu tun. Dies erklärt er folgendermaßen: Wird eine Person in seinem Handeln von einem äußeren Hindernis (beispielsweise einem Käfig oder einem Gefängnis) behindert, sei er oder sie handlungsunfähig und besäße somit keine Freiheit. Wenn die selbe Handlung allerdings aufgrund der eigenen körperliche Verfassung nicht ausführbar ist, sei er oder sie nicht unfrei, jedoch fehle es ihm oder ihr an den nötigen Fähigkeiten etwas zu tun (vgl. Leviathan, 2. Teil, Kap. 21).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach den Unterschieden des Freiheitsbegriffs zwischen Hobbes und Bramhall vor und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die verwendeten Quellen.
2. Historischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die gesellschaftliche und politische Situation im 17. Jahrhundert, einschließlich des Englischen Bürgerkriegs, die als Grundlage für Hobbes' Entwicklung einer neuen Staatstheorie diente.
2. 1 Der Naturzustand nach Thomas Hobbes: Das Kapitel beschreibt den Naturzustand bei Hobbes als einen kriegerischen Zustand aller gegen alle, der durch konkurrierende Interessen und das Fehlen einer ordnenden Instanz geprägt ist.
2.2 Der Gesellschaftsvertrag nach Thomas Hobbes: Hier wird der Prozess der Gründung des souveränen Staates durch einen Gesellschaftsvertrag analysiert, der als Ausweg aus dem Naturzustand dient.
2.3 Thomas Hobbes Leviathan: Dieses Kapitel analysiert die Symbolik und die Funktion des Leviathan als absolutistischer Souverän, der für Ordnung und Schutz sorgt.
3. Der Freiheitsbegriff: Dieses Kapitel führt in das zentrale Thema der Arbeit ein und beleuchtet die Relevanz des Freiheitsbegriffs für Ethik und Vertrauensverhältnisse im Staat.
3.1 Freiheit nach Thomas Hobbes: Hier wird detailliert dargelegt, dass Hobbes Freiheit negativ durch das Fehlen äußerer Hindernisse definiert und zwischen Handlungsfreiheit und Fähigkeiten unterscheidet.
3.2 Freiheit nach Bischof Bramhall: Dieses Kapitel arbeitet heraus, wie Bramhall den freien Willen des Menschen verteidigt, indem er ihm die Kraft zur Selbstbestimmung zuschreibt, die nicht kausal determiniert ist.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie trotz unterschiedlicher Freiheitsbegriffe beide Denker die Notwendigkeit einer starken Monarchie unterstützten, wobei sie sich in der Begründung und der Machtverteilung grundlegend unterschieden.
Schlüsselwörter
Thomas Hobbes, Bischof Bramhall, Leviathan, Freiheit, Freiheitsbegriff, Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Souverän, Determinismus, Willensfreiheit, Scholastik, Englischer Bürgerkrieg, Staatstheorie, Absolutismus, Selbsterhaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Definitionen von Freiheit bei Thomas Hobbes und seinem Zeitgenossen Bischof Bramhall.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Hauptthemen sind die Staatstheorie von Thomas Hobbes, der kontroverse Freiheitsbegriff sowie die theologische und philosophische Kritik durch Bischof Bramhall.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Verständnis von Freiheit dieser beiden Denker im Kontext ihrer Zeit aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine literaturgestützte Analyse von Primärquellen wie dem „Leviathan“ und verschiedenen Sekundärquellen, um die philosophischen Argumente zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine detaillierte Ausarbeitung des Freiheitsbegriffs nach Hobbes und Bramhall sowie deren gegensätzliche Sichtweisen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Freiheit, Leviathan, Naturzustand, Absolutismus, Determinismus und Willensfreiheit.
Warum stand Hobbes mit seiner Theorie in der Kritik der Kirche?
Hobbes forderte eine staatliche Souveränität, die auch die geistliche Macht einschloss, was den Anspruch der Kirche auf eine eigene, unabhängige Autorität herausforderte.
Wie unterscheidet sich Bramhalls Bild der Freiheit von dem von Hobbes?
Während Hobbes Freiheit als das Fehlen äußerer Hindernisse betrachtet, vertritt Bramhall ein Konzept der moralischen Entscheidungsfreiheit durch einen freien Willen, der nicht durch Notwendigkeiten determiniert ist.
- Arbeit zitieren
- Jessica Wulkesch (Autor:in), 2021, "Leviathan". Der Freiheitsbegriff bei Hobbes und seinem Kritiker Bischof Bramhall, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1356564