Obwohl im Jahr 2004 geschrieben, ist diese Arbeit aktueller denn je: Die internationale Finanzmarktkríse wirft erneut die Diskussion einer neuen Weltwährungsordnung auf. In der vorliegenden Arbeit wird die Entwicklung des Weltwährungssystems seit dem Zerfall des Systems von Bretton-Woods skizziert und Möglichkeiten einer Reform des Weltwährungssystems diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Ziel der Untersuchung
1.2. Struktur der Untersuchung
2. Das Weltwährungssystem: Historie und Aufbau
2.1. Historie des Weltwährungssystems
2.2. Aufbau des Weltwährungssystems
3. Aktuelle Probleme des Weltwährungssystems
3.1. Die Devisenspekulation
3.1.1. Entwicklung der Devisenspekulation
3.1.2. Probleme der Devisenspekulation
3.1.2.1. Liberalisierung des internationalen Kapitalverkehrs
3.1.2.2. Mängel in der Finanzaufsicht
3.1.2.3. Fehlende Entschlossenheit
3.2. Politische Koordinationsprobleme
3.2.1. Spiele zwischen Ländern
3.2.2. Politik der Zentralbanken
4. Lösungsansätze
4.1. Vorschläge zur Entschleunigung des Devisenhandels
4.2. Verbesserung der politischen Kooperation und Koordination
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Ursachen für die hohe Volatilität im heutigen Weltwährungssystem, insbesondere bedingt durch Devisenspekulation und mangelnde politische Koordination zwischen den großen Währungsräumen, und erarbeitet fundierte Lösungsansätze für eine Reform.
- Historische Entwicklung und Aufbau des Weltwährungssystems
- Problematik der Devisenspekulation und ihre Treiber
- Politische Koordinationsprobleme und Zentralbankpolitik
- Vorschläge zur Entschleunigung des Devisenhandels
- Reformstrategien durch internationale Kooperation
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Entwicklung der Devisenspekulation
Das sich aus dem Zusammenbruch des Festkurssystems von Bretton-Woods seit Mitte der 1970er Jahre ergebende Wechselkursrisiko sichern international tätige Unternehmen durch Termingeschäfte auf privatwirtschaftlicher Grundlage ab. Zum Zeitpunkt der Entstehung einer zukünftigen Zahlungsverpflichtung in einer Fremdwährung wird diese fremde Währung gleichzeitig zu einem bestimmten Kurs, der in die eigene Kalkulation eingeht, gegen eine Gebühr bei einer Bank auf Termin gekauft. Das Kursrisiko geht somit auf die Bank über, die sich wiederum bei anderen Banken und/oder durch gegenläufige Termingeschäfte gegen eine Aufwertung absichern kann. Ursprünglich waren Termingeschäfte also dazu gedacht, Käufer und Verkäufer vor Wechselkursschwankungen oder auch stark schwanken Güterpreisen abzusichern. Bereits diese Form der Absicherung führte zu einem erheblichen Anstieg der Devisenumsätze, stellt heute jedoch nur noch die Minderheit der Kontrakte an den Terminbörsen dar. Der Löwenanteil des Handels ist auf die Umsätze mit Finanzprodukten (Derivaten) zurückzuführen, deren permanente Weiterentwicklung die hohe Volatilität der Devisenmärkte stark prägt. Die internationalen Finanzintermediäre haben seit den Anfängen der Währungsabsicherung ein sehr diversifiziertes Portfolio an Swaps, Futures und Optionen entwickelt, die nicht länger realwirtschaftliche Vorgängen absichern, sondern je nach Kaufkraft des Kunden auf dessen Bedürfnisse hin optimiert werden und Extraprofite generieren sollen. Der Handel mit diesen Finanzinnovationen treibt die Devisenumsätze in immer neue Rekordhöhen und entwickelte sich spätestens seit den 1990er Jahren zu einem profitablen Geschäftszweig institutioneller Anleger, die die großen Gewinnern der Volatilität sind und sicher auch ihren Teil zu dieser Entwicklung beigetragen haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Instabilität des heutigen Weltwährungssystems durch spekulative Devisenmärkte und zielt darauf ab, Reformvorschläge zu erarbeiten.
2. Das Weltwährungssystem: Historie und Aufbau: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung von Währungssystemen und erläutert die verschiedenen Arten von Wechselkursregimen.
3. Aktuelle Probleme des Weltwährungssystems: Es werden die Ursachen für hohe Volatilität, insbesondere die exzessive Devisenspekulation, Liberalisierungseffekte sowie Koordinationsdefizite zwischen Zentralbanken und Nationalstaaten analysiert.
4. Lösungsansätze: Hier werden konkrete Reforminstrumente wie die Tobinsteuer oder Kapitalverkehrskontrollen diskutiert und Strategien zur politischen Kooperation vorgeschlagen.
5. Fazit: Das Kapitel bündelt die Erkenntnisse in einer Vision einer globalen Währungsbehörde und betont die Notwendigkeit des politischen Willens zur Veränderung.
Schlüsselwörter
Weltwährungssystem, Devisenspekulation, Wechselkursvolatilität, Finanzmärkte, Kapitalverkehr, Tobinsteuer, Zentralbankpolitik, Bretton-Woods, internationale Kooperation, Währungsregime, Finanzkrisen, Finanzaufsicht, Reform, Globalisierung, Währungsparitäten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Ursachen der aktuellen Volatilität im globalen Währungssystem und schlägt Reformen zur Stabilisierung vor.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Aspekte sind die historische Entwicklung der Währungssysteme, die Rolle der Devisenspekulation sowie politische Koordinationsprobleme zwischen den führenden Wirtschaftsmächten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erarbeitung eines fundierten Vorschlags zur Reform des internationalen Währungssystems, um Finanzkrisen vorzubeugen und die Stabilität zu erhöhen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer ordnungspolitischen Analyse, die historische Fakten, ökonomische Zusammenhänge und aktuelle Reformdiskussionen verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Problemen durch Devisenspekulation und den Schwierigkeiten der politischen Kooperation, gefolgt von konkreten Lösungsansätzen wie Transaktionssteuern und regionalen Währungssystemen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Weltwährungssystem, Devisenspekulation, Wechselkursvolatilität, Tobinsteuer und globale Finanzarchitektur.
Welche Rolle spielt die sogenannte "Theorie der Eckpositionen" in der Arbeit?
Die Arbeit diskutiert diese Theorie kritisch, da sie für Schwellenländer zwischen den Optionen "Currency Board" und völlig frei schwankenden Wechselkursen wenig Spielraum lässt und oft zu Krisen führen kann.
Warum wird die Dollarisierung für größere Staaten als ungeeignet betrachtet?
Die Autorin argumentiert, dass der Verlust der geldpolitischen Souveränität, des Seignorage-Vorteils und die Gefahr der wirtschaftlichen Erpressbarkeit durch das Ankerland zu gravierende Nachteile darstellen.
- Quote paper
- Dipl.-Ökonom Tobias Hintelmann (Author), 2004, Diskussion einer Reform des Weltwährungssystems , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135669