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Der Genozid in Ruanda 1994

Eine Untersuchung der Rolle der Medien unter besonderer Berücksichtigung des Radios

Titre: Der Genozid in Ruanda 1994

Epreuve d'examen , 2009 , 82 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Sebastian Runkel (Auteur)

Médias / Communication - Médias et Politique, Communication politique
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Résumé Extrait Résumé des informations

In dieser Arbeit soll untersucht werden, inwiefern die Medien einen Einfluss auf die Geschehnisse vor und während des Völkermordes hatten. Dass dieser Einfluss vorhanden war, wird kaum angezweifelt. Die Frage ist vielmehr, wie groß er war. Diese Forschungskontroverse ist momentan in vollem Gange und produziert ein weites Spektrum von Vorschlägen. Vor allem zwei Meinungen über die Rolle des Radios und die Mechanismen seiner Wirkung stehen sich in der Forschungskontroverse gegenüber. Die erste beinhaltet die Annahme, dass durch die Radiosendungen direkt Ideen in die Köpfe der Hörer implantiert wurden, so dass dadurch die Ausübung der Gewalt bedingt und legitimiert wurde . Aus einer Studie von Christine Kellow und H. Leslie Steeves folgerten diese, dass das Radio ein Bewusstsein von Hass und Angst in das Volk indoktrinierte, das vorher in der Lebenswelt der Ruander nicht vorhanden war . Ein Faktor, der als maßgeblich für das Ausmaß des Völkermordes angesehen wird. Diese Annahme wird zum momentanen Zeitpunkt von der Mehrheit der Wissenschaftler geteilt und taucht in den meisten Veröffentlichungen zu diesem Thema auf.Die andere Annahme geht davon aus, dass das Radio die Stimme der Regierung bzw. einer hohen Autorität darstellte. Wenn der Befehl an das ruandische Volk erging, zu töten, gehorchte es. Diese Meinung wird bei Jean-Pierre Chrétien u.a. auf den Punkt gebracht, wenn es dort heißt: ‚the Rwandan Genocide had two main tools: „the radio and the machete, the first to give and receive orders, the second to execute them“ . Zunächst möchte ich den geschichtlichen Kontext des Völkermordes knapp umreißen, dessen Kenntnis für ein Verständnis alles Weiteren zwingend notwendig ist. Daran anschließend soll eine Übersicht zunächst über die Mediensituation auf dem afrikanischen Kontinent, deren Geschichte und den aktuellen Stand folgen, da auch diese nicht unwichtig für das Verständnis der Mediensituation in Ruanda ist.
Folgerichtig sollen auch in diesem Kapitel die verschiedenen Medien Ruandas vorgestellt werden.Im nachfolgenden Abschnitt steht die Untersuchung der Rolle der Medien im Blickpunkt.Abschließend sollen die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammengefasst werden und überdies noch die Rolle der Medien im Internationalen Kontext, einem weiteren dem hier behandelten sehr ähnlichen Forschungsfeld, gestreift werden.Sodann soll ein Ausblick getan werden, der sich mit Fragestellungen, denen sich die Forschung in ihrem zukünftigen Verlauf widmen sollte, beschäftigt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Völkermord

3. Medien in Afrika

3.1 Die Printmedien

3.2 Der Rundfunk

3.3 Medien in Ruanda

4. Kangura

5. RTLM: Das Radio als tödliche Waffe?

5.1 Die Sendezeit

5.2 Die Hörer

5.3 Gesellschaftliche Strukturen

5.4 Rhetorik von Gewalt

5.5 Analyse der Sendungen

5.5.1 Das Format der Sendungen

5.5.2 Themen der Sendungen

5.6 Medientheorie: Die „überzeugende“ Kommunikation

5.7 Die These der minimalen Effektivität

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Medien – insbesondere des Radios – auf das Geschehen vor und während des Völkermordes in Ruanda im Jahr 1994, mit dem Ziel, die Rolle der Massenkommunikation bei der Mobilisierung der Bevölkerung zu Massenmorden zu analysieren.

  • Rolle der Printmedien, insbesondere der Zeitung „Kangura“, als Vorläufer des Hasses.
  • Analyse des Radiosenders RTLM als Koordinationsstelle und Propagandainstrument.
  • Die rhetorische Strategie der „Arbeit“ und Entmenschlichung der Tutsi.
  • Theoretische Einordnung mittels Kommunikationstheorien zur „überzeugenden“ Kommunikation.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der These der „minimalen Effektivität“ von Medien.

Auszug aus dem Buch

5.1 Die Sendezeit

Die Sendungen von RTLM begannen morgens gegen 08:30 Uhr in Kinyarwanda. Während dieser Sendezeit wurden Mitarbeiter des Senders losgeschickt, um Ruander zu interviewen, andere um aktuelle Informationen zu Geschehnissen des Tages einzuholen. Mittags stoppte die Arbeit von RTLM dann und die Sendungen wurden beendet. Erst um 17:00 Uhr nahm der Sender wieder seine Arbeit auf und die Sendungen in Kinyarwanda wurden fortgesetzt. Von 20:00 Uhr bis 22:00 Uhr wurden die Sendungen dann in Französisch ausgestrahlt. Danach schloss RTLM seine Pforten und ein Sendetag war beendet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Klärung des Völkermord-Begriffs und Hinführung zur Fragestellung der Rolle von Medien bei der Radikalisierung der ruandischen Bevölkerung.

2. Der Völkermord: Historischer Überblick über die Massenmorde von 1994 und die künstliche soziale Unterscheidung zwischen Hutu und Tutsi durch die Kolonialmacht.

3. Medien in Afrika: Analyse der Mediensituation auf dem afrikanischen Kontinent unter Berücksichtigung kolonialer Prägungen und der Sonderstellung des Rundfunks.

4. Kangura: Darstellung des Einflusses der Zeitung „Kangura“ und ihrer Funktion als Vorreiter für die spätere mediale Hetze.

5. RTLM: Das Radio als tödliche Waffe?: Zentrale Untersuchung von RTLM, dessen Rhetorik, Hörerbindung und Rolle bei der Koordinierung des Völkermordes.

6. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse, die eine entscheidende Rolle der Medien bei der Vorbereitung und Durchführung des Völkermordes belegen.

Schlüsselwörter

Ruanda, Völkermord, RTLM, Kangura, Radio, Propaganda, Hutu, Tutsi, Massenkommunikation, Rhetorik, Hassmedien, Genozid, Medienwirkungsforschung, Kolonialismus, Interahamwe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss von Medien, primär des Radios, auf die Mobilisierung der Bevölkerung während des Genozids in Ruanda 1994.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Rolle der Zeitung „Kangura“, die Funktion des Radiosenders RTLM und die rhetorischen Strategien der Täter zur Entmenschlichung der Tutsi.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu ergründen, wie Medien dazu beitrugen, dass sich eine große Anzahl der Bevölkerung aktiv an Massenmorden beteiligte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine deskriptive und analytische Aufarbeitung von Forschungsergebnissen sowie eine Untersuchung von Medientheorien in Bezug auf die ruandische Situation.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Fokus liegt auf der inhaltlichen und strukturellen Analyse des Senders RTLM und dessen rhetorischer Gewaltverherrlichung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Ruanda, Völkermord, Radio, RTLM, Propaganda, Hutu, Tutsi, Genozid.

Welche Rolle spielten die sogenannten „Zehn Gebote der Hutu“?

Sie dienten als zentrales ideologisches Manifest, das Hutu zur Feindseligkeit gegenüber Tutsi aufrief und eine hohe Autorität beanspruchte.

Wie bewertet die Arbeit die These der „minimalen Effektivität“ von Medien in Ruanda?

Der Autor lehnt die These von Scott Straus als zu stark vereinfachend ab, da sie die tiefgreifende Vorbereitung und Koordination durch das Radio ignoriert.

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Résumé des informations

Titre
Der Genozid in Ruanda 1994
Sous-titre
Eine Untersuchung der Rolle der Medien unter besonderer Berücksichtigung des Radios
Université
University of Constance
Note
1,0
Auteur
Sebastian Runkel (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
82
N° de catalogue
V135685
ISBN (ebook)
9783640422401
ISBN (Livre)
9783640421824
Langue
allemand
mots-clé
Ruanda Medien RTLM Radio Rwanda Genozid Gewaltmedien 1994 Rwanda Massenkommunikation Hassradio Rassismus Hutu Tutsi Völkermord
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sebastian Runkel (Auteur), 2009, Der Genozid in Ruanda 1994, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135685
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Extrait de  82  pages
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