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Die Kreuzigung als "summum supplicium". Eine Entwicklung von der frühen Kaiserzeit bis zur Spätantike

Titel: Die Kreuzigung als "summum supplicium". Eine Entwicklung von der frühen Kaiserzeit bis zur Spätantike

Hausarbeit , 2023 , 20 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Dominik Meyer (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit befasst sich, auf einem grundlegenden Niveau, mit der Kreuzigungsstrafe der Antike, und gibt dabei einen Abriss über deren Entstehung, Terminologie, Einordnung in weitere antike Todesstrafen, sowie die Entwicklung in der Rechtsgeschichte, ausgehend von der frühen Kaiserzeit bis zur Spätantike. Die Argumentation wird dabei, an geeigneten Stellen durch einschlägige Quellenzitationen, und Überlieferungsaufarbeitungen passend ergänzt. Aufgrund des umfangreichen Materials in Forschung und Quellen, kann mitnichten ein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden, vielmehr soll den relevantesten Aspekten und Überlieferungen besondere Beachtung geschenkt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Kreuzigung als summum supplicium

2.1 Die summa supplicia als grausamste Strafen

2.2 Terminologie – Damals und Heute

2.3 Definitionsansätze

3. Eine Entwicklung von der frühen Kaiserzeit bis zur Spätantike

3.1 Die karthagische Sklavenstrafe

3.2 Von Augustus bis Diokletian – Anwendung während der hohen Kaiserzeit

3.2.1 Die antike Kreuzigung in fünf Schritten

3.2.2 Crudelissimum supplicium – Große Beliebtheit durch außergewöhnliche Grausamkeit

3.3 Die Kreuzigungsstrafe in der Spätantike

3.3.1 Der Mythos Kaiser Konstantin

3.3.2 Von crux zu furca – Die christliche Frömmigkeitsgeschichte

4. Mors turpissima crucis

5. Bibliographie

5.1 Quellen

5.2 Literatur

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Kreuzigungsstrafe von der frühen römischen Kaiserzeit bis in die Spätantike. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie sich die Terminologie, die Definition der Strafe sowie deren faktische Anwendung im Wandel der Zeit und unter dem Einfluss der zunehmenden Christianisierung veränderten, wobei auch die historische Plausibilität der vermeintlichen Abschaffung durch Kaiser Konstantin kritisch hinterfragt wird.

  • Analyse der antiken Terminologie und Begriffsbestimmungen (crux, patibulum, furca).
  • Untersuchung des tatsächlichen Ablaufs einer Kreuzigung in fünf Schritten.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der These der Abschaffung der Kreuzigung unter Kaiser Konstantin.
  • Betrachtung der Rolle christlicher Frömmigkeitsgeschichte und moralischer Wertvorstellungen.
  • Einordnung der Kreuzigung als summum supplicium im antiken Strafrecht.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Die antike Kreuzigung in fünf Schritten

Will man eine Einteilung des Strafvollzuges vornehmen, kann die Durchführung einer Kreuzigung in fünf relevante Schritte unterteilt werden. Am Anfang einer jeden Hauptstrafe steht die Stäupung, respektive, die Geißelung, die dabei allerdings nicht zum Tod führen soll, und durch Stock- oder Geißelhiebe durchgeführt wird. Vollzogen wurde sie meist, an öffentlichen Plätzen, oder am Gerichtsplatz selbst, um den Verurteilten publik zur Schau zu stellen. Auch hierbei wird, wie im gesamten römischen Strafsystem der Kaiserzeit üblich, zwischen Sklaven und Freien unterschieden. Belege hierfür liefern auch die Quellen. In den Digesten des Iustinian wird diese Unterscheidung der Klassen, auch für die Strafe der Geißelung, erneut deutlich. Hier heißt es Sklaven sollten, wie Personen des niedrigsten Ranges behandelt werden, und in Fällen, in denen ein Freier ausgepeitscht wird, sollte ein Sklave gegeißelt werden.

An die Geißelung schließt sich der Gang zum Richtplatz an. Dieser erfolgte häufig durch die belebtesten Straßen einer Stadt, um den Verurteilten öffentlich zu beschämen. Meist war dieser Prozess wohl auch mit Gewalttaten der schaulustigen Bevölkerung verbunden, wie die Äußerung, in crucem rapere, also zum Kreuz ziehen oder schleppen, in Ciceros Anklage an Verres vermuten lässt. Nicht selten wurde den Anwesenden auch der Grund für die Verurteilung öffentlich benannt. Das Ausrufen durch einen Herold, oder sogar das Umhängen eines kleinen Schildes, des sogenannten titulus, um den Hals des Verurteilten, waren durchaus gängige Praktiken.

Die Wahl des Richtplatzes war dahingegen eine Sache von enormer Wichtigkeit. Aufgrund der symbolträchtigen Wirkung einer Hinrichtung durch das Kreuz, war es für die antiken Zeitgenossen sehr wichtig einen Platz auszuwählen, der „weithin gesehen wurde oder auf sehr belebten Stellen lag, damit die Schande recht öffentlich und die abschreckende Wirkung recht stark sei“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Kreuzigungsstrafe ein und erläutert die Schwierigkeit einer einheitlichen terminologischen und wissenschaftlichen Definition aufgrund widersprüchlicher Forschungsansätze.

2. Die Kreuzigung als summum supplicium: Hier wird die Einstufung der Kreuzigung als eine der grausamsten antiken Strafen beleuchtet, wobei zentrale Begriffe wie crux, patibulum und furca hinsichtlich ihrer antiken Bedeutung analysiert werden.

3. Eine Entwicklung von der frühen Kaiserzeit bis zur Spätantike: Dieses Hauptkapitel untersucht die Ursprünge der Kreuzigung, deren Durchführung im römischen Strafrecht und die Transformation der Strafe während der Spätantike unter christlichem Einfluss.

4. Mors turpissima crucis: Das Fazit stellt fest, dass die Kreuzigung als notwendiges Instrument staatlicher Macht entstand, durch die Christianisierung an Legitimität verlor und in juristische Bedeutungslosigkeit versank.

5. Bibliographie: Dieses Kapitel listet die verwendeten antiken Primärquellen und die wissenschaftliche Fachliteratur auf.

Schlüsselwörter

Kreuzigung, römische Kaiserzeit, Spätantike, summum supplicium, Kaiser Konstantin, Strafrecht, Terminologie, Christianisierung, patibulum, furca, Hinrichtung, antike Grausamkeit, Sklavenstrafe, crux, Rechtsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Geschichte, Terminologie und den Vollzug der Kreuzigungsstrafe im römischen Reich von der frühen Kaiserzeit bis in die Spätantike.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert auf die juristische Einordnung der Kreuzigung als summa supplicia, die terminologische Forschung und den Wandel der Strafform durch den zunehmenden Einfluss des Christentums.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der Kreuzigung nachzuzeichnen und insbesondere die historische Stichhaltigkeit der These zu prüfen, Kaiser Konstantin habe die Kreuzigungsstrafe offiziell abgeschafft.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine quellenkritische Analyse antiker Rechts- und Literaturzeugnisse sowie eine vergleichende Auseinandersetzung mit der modernen Forschungsgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die antiken Ursprünge, beschreibt den typischen Ablauf einer Kreuzigung in fünf Schritten und analysiert detailliert den Übergang von crux zu furca in der Spätantike.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kreuzigung, summum supplicium, Kaiser Konstantin, Christianisierung, Rechtspraxis und antike Strafsysteme.

Hat Kaiser Konstantin die Kreuzigung offiziell verboten?

Dies gilt nach dem aktuellen Forschungsstand, der in der Arbeit dargelegt wird, eher als Mythos; eine offizielle kaiserliche Aufhebung lässt sich in den Quellen nicht zweifelsfrei belegen.

Was bedeutet der Wechsel von „crux“ zu „furca“?

Der Begriffswechsel deutet auf eine Transformation der Strafe unter moralischem und religiösem Druck hin, bei der das ursprüngliche Kreuz durch das Instrument furca ersetzt wurde, was zu einer humaneren, wenngleich immer noch tödlichen Praxis führte.

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Details

Titel
Die Kreuzigung als "summum supplicium". Eine Entwicklung von der frühen Kaiserzeit bis zur Spätantike
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Historisches Seminar)
Note
1.3
Autor
Dominik Meyer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
20
Katalognummer
V1357110
ISBN (PDF)
9783346870698
ISBN (Buch)
9783346870704
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kreuzigung eine entwicklung kaiserzeit spätantike
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dominik Meyer (Autor:in), 2023, Die Kreuzigung als "summum supplicium". Eine Entwicklung von der frühen Kaiserzeit bis zur Spätantike, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1357110
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Leseprobe aus  20  Seiten
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