In dieser Hausarbeit liegt der Schwerpunkt auf der Beschreibung der Sprachtheorie von Mathilde Hennig, welche auf der Nähe-/Distanzmodellierung nach Koch und Oesterreicher basiert. Der Theoriebaustein basiert auf dem Ziel Hennigs, Phänomene der gesprochenen Sprache genau im komplexen Sprachsystem zu verorten.
Die Darstellung der Theorie anhand eines ausgewählten Beispiels soll die Idee Hennigs noch weiter beleuchten.
Die textliche Grundlage der Hausarbeit liefert der Aufsatz aus "Hennig, Mathilde: Grammatik der gesprochenen Sprache in Theorie und Praxis, Kassel 2006."
Mathilde Hennig beschreibt in ihrer Arbeit zur „Grammatik der gesprochenen Sprache in Theorie und Praxis“ zwei Theoriebausteine, die Neumodellierung des Nähe- und Distanzmodells von Koch und Oesterreicher , sowie das Mehrebenenmodell von Norm und System nach Coseriu .
Diese können jedoch nicht den Anspruch erheben per se einer allgemeingültigen Grammatiktheorie gerecht zu werden und müssen daher als einzelne Bestandteile einer universalen Theorie verstanden werden.
In bezug auf die Entwicklung einer universalen Grammatik knüpft Hennig an die Vorstellung A`gels von einer dynamischen Sprachtheorie an, welche sowohl panchronische, als auch panmediale Charakteristika aufweist.
Die panmediale Ebene beleuchtet zum einen das gesamte Medium Sprache, aber auch den Differenzcharakter, welchen Schriftsprache und gesprochene Sprache im unmittelbaren Vergleich besitzen. Zudem verlangt die Anforderung an eine panchronische Sprachtheorie die Betrachtung sowohl historischer als auch gegenwärtiger Sprachquellen, um das Entwicklungsmuster sprachlicher Strukturen zu veranschaulichen.
Innerhalb dieser komplexen Grammatiktheorie versucht Hennig zunächst eine detaillierte Differenzierung von gesprochener Sprache im Vergleich zur Schriftsprache durch die Betrachtung der jeweiligen Kommunikationsbedingungen zu ermöglichen.
Jeder Ge
Hennig, M.: Grammatik der gesprochenen Sprache in Theorie und Praxis, 2006.
Koch, Peter u. Wulf Oesterreicher: Srache der Nähe- Sprache der Distanz. Mündlichkeit und
Schriftlichkeit im Spannungsfeld von Sprachtheorie und Sprachgeschichte, in: Romanistisches
Jahrbuch (36), hg. Von Olaf Deutschmann u.a., Berlin 1985, S. 15-33.
Hennig, M: Grammatik der gesprochenen Sprache, S.102.
Inhaltsverzeichnis
1 EINFÜHRUNG
2 DIE NÄHE- UND DISTANZMODELLIERUNG NACH HENNIG
3 ENGFÜHRUNG DER ORIENTIERUNG DURCH BESTÄTIGUNGSSIGNALE
4 BIBLIOGRAFIE
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Modell der Nähe- und Distanzmodellierung nach Mathilde Hennig, um eine systematische Differenzierung zwischen gesprochener Sprache und Schriftsprache anhand spezifischer Kommunikationsbedingungen zu ermöglichen.
- Grundlagen einer universalen Grammatiktheorie
- Neumodellierung der Nähe- und Distanzsprache
- Fünf-Ebenen-Modell zur Einordnung sprachlicher Merkmale
- Analyse von Kommunikationsparametern (Rollen, Zeit, Situation, Code, Medium)
- Engführung der Orientierung durch Bestätigungssignale in der Konversation
Auszug aus dem Buch
Die Nähe- und Distanzmodellierung nach Hennig
Hennigs Entwurf eines komplexen, die Kommunikationsbedingungen und davon abhängenden Versprachlichungsstrategien einbeziehenden, Nähe-/ Distanzmodells greift auf verschiedene Forschungsansätze zurück..
Zunächst verweist sie auf das Freiburger Redekonstellationstypenmodell, das als Instrumentarium zur Erfassung von Textsorten dient, welche als Untersuchungsgegenstand in der Gesprochenen Sprache Forschung verwendet werden können. Das Modell beschreibt konkrete Kommunikationsbedingungen, wie beispielsweise die Anzahl der Sprecher oder die Themafixierung, und hinterfragt deren Bezug zu beliebigen Gesprächskonstellationen.6
Des Weiteren erwähnt Hennig die Modellierung von Fiehler, welche sich ausführlich mit der Abhängigkeit der Redebeiträge von den jeweiligen Kommunikationsbedingungen auseinandersetzt, kritisiert jedoch Fiehlers medial extensional ausgerichtete Sichtweise auf gesprochene Sprache, da Hennig eine eher prototypisierende Auffassung dieses Forschungsgegenstandes vertritt.
Unmittelbar bezieht sie sich auf das Modell von Koch und Oesterreicher, welches prototypisierend auf der Basis von Nähe und Distanz arbeitet und der „Systematisierung des Zusammenhangs zwischen Kommunikationsbedingungen und grammatischen Erscheinungen“7 dient.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINFÜHRUNG: Die Einleitung beleuchtet die Grundlagen der Grammatiktheorie nach Mathilde Hennig und stellt die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung von Schrift- und gesprochener Sprache anhand von Kommunikationsbedingungen dar.
2 DIE NÄHE- UND DISTANZMODELLIERUNG NACH HENNIG: Dieses Kapitel erläutert das fünfstufige Modell von Hennig, welches mittels verschiedener Parameter (wie Rollen, Zeit und Medium) eine präzise Zuordnung von Redebeiträgen zu den Polen Nähe und Distanz ermöglicht.
3 ENGFÜHRUNG DER ORIENTIERUNG DURCH BESTÄTIGUNGSSIGNALE: Anhand eines praktischen Transkriptausschnitts wird illustriert, wie Bestätigungssignale dazu dienen, das Gespräch in eine gemeinsame Richtung zu lenken und somit zur Orientierung beitragen.
4 BIBLIOGRAFIE: Verzeichnis der in der Arbeit zitierten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.
Schlüsselwörter
Hennig, Nähe- und Distanzmodell, gesprochene Sprache, Schriftsprache, Kommunikationsbedingungen, Grammatiktheorie, Sprachwissenschaft, Engführungssignale, Redebeiträge, Transkriptanalyse, Diskursebene, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Sprachtheorie, Kommunikationsparameter
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Differenzierung zwischen gesprochener Sprache und Schriftsprache auf Basis des theoretischen Modells von Mathilde Hennig.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Nähe- und Distanzmodellierung, die Analyse von Kommunikationsbedingungen und die Untersuchung von Diskursverfahren.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es, ein Modell zur Verfügung zu stellen, das sowohl aktuelle als auch historische Sprachdaten auf einer universalen Ebene in Bezug auf ihre Nähe- oder Distanzsprachlichkeit einordnen kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine modellbasierte Analyse angewandt, die durch die Untersuchung eines konkreten Transkriptausschnitts empirisch veranschaulicht wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden das Fünf-Ebenen-Modell von Hennig, die relevanten Kommunikationsparameter sowie die Anwendung dieser Theorie auf konkrete Bestätigungssignale in Gesprächen detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Nähepol, Distanzpol, Versprachlichungsstrategien, Kommunikationsbedingungen und linguistische Grammatiktheorie charakterisiert.
Wie unterscheidet Hennig zwischen Nähe und Distanz?
Hennig differenziert zwischen diesen Polen anhand der situativen Einbettung, der zeitlichen und räumlichen Gebundenheit der Kommunikationspartner sowie der Art des genutzten Mediums.
Welche Rolle spielen Bestätigungssignale im Hennig-Modell?
Sie werden als einzelsprachliche Merkmale der Ebene V eingeordnet und dienen dazu, die gemeinsame Orientierung (Diskursverfahren, Ebene IV) zwischen den Gesprächsteilnehmern zu steuern.
- Quote paper
- Bachelor of Arts Marie-Christin Schmitt (Author), 2009, Die Nähe- und Distanzmodellierung nach Matthilde Hennig, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135713