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Direkte Demokratie - eine sinnvolle Ergänzung?

Eine Darstellung am Beispiel Deutschlands

Title: Direkte Demokratie - eine sinnvolle Ergänzung?

Term Paper , 2009 , 34 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magister Artium Weronika Schmidt (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Als der Bundestag Willy Brandt im Jahre 1969 zum ersten sozialdemokratischen Regierungschef nach Kriegsende wählte, war das für viele ein Zeichen des Aufbruchs. Seine Verkündung "Wir wollen mehr Demokratie wagen" wurde zum Leitmotiv der neuen sozial-liberalen Regierungskoalition. Was folgte, ist Geschichte, doch die Worte des berühmten Politikers sind in der derzeitigen politischen Debatte aktueller den je. Der weltliche Wandel in Form von Globalisierung und Internationalisierung erfasst nicht nur den Einzelnen, sondern die Gesellschaft insgesamt und damit auch alles, was mit ihr in Zusammenhang steht: Politik, Wirtschaft, Kultur. Die Welt, in der wir leben, wird immer komplexer und unübersichtlicher; die Anforderungen des Individuums immer differenzierter, so dass eine Kanalisierung von Meinungen nur mit größter Mühe und in einem stark aggregierten Maße erreicht werden kann. Die Politische Klasse der westlichen modernen Demokratien steht vor einer Vielzahl neuer Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Eine Gesellschaft mit einer differenzierten polyhierarchischen und vielfach geschichteten Machtstruktur und dabei unterschiedlichen oft konkurrierenden Machtzentren lässt sich nur schwer zufrieden stellen. Sind politische Repräsentanten angesichts dieser Umstände überhaupt noch in der Lage, Probleme gezielt zu definieren und zu selektieren, Interessen zu kompensieren sowie Lösungen bereit zu stellen und damit das Volk in einer angemessenen Art und Weise zu vertreten oder muss man sich infolge der stetigen Veränderung gesellschaftlicher Bedingungen mit dem Gedanken anfreunden, dass das politische System zum Zwecke der Funktionssicherung einer radikalen Veränderung bedarf?
Die bisherigen Formen der nationalstaatlichen Demokratie stehen auf dem Prüfstand. Der Gedanke, die repräsentative Demokratie mit direktdemokratischen Elementen anzureichern, um die Effektivität des politischen Systems zu stärken, ist nicht neu. Allerdings haben Maßnahmen dieser Art es schwer, sich in Deutschland zu etablieren? Weshalb eigentlich? Auf der Landes- und Kommunalebene wird direkte Demokratie bereits seit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten erfolgreich angewandt. Warum nicht auch auf Bundesebene? Diese Arbeit widmet sich der Frage, ob die Einführung direktdemokratischer Elemente auf Bundesebene die Defizite der repräsentativ-parlamentarischen Demokratie überhaupt aufzuheben vermag.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Überblick

2.1 Definition „Direkte Demokratie“

2.2 Direkte Demokratie in der deutschen Geschichte des Zwanzigsten Jahrhunderts

3. Die Schweiz als Vorbild?

3.1 Direktdemokratische Verfahren

3.2 Übertragbarkeit auf Deutschland

4. Vor- und Nachteile direktdemokratischer Verfahren

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Konsequenzen der Einführung direktdemokratischer Elemente auf Bundesebene in Deutschland. Ziel ist es, unter Berücksichtigung theoretischer Grundlagen sowie praktischer Erfahrungen aus der Schweiz zu erörtern, ob plebiszitäre Mitwirkungsrechte Defizite der repräsentativ-parlamentarischen Demokratie beheben oder die Legitimation politischer Entscheidungen stärken können.

  • Theoretische Abgrenzung der Begriffe Direkte und Repräsentative Demokratie
  • Historische Aufarbeitung direktdemokratischer Erfahrungen in Deutschland
  • Analyse schweizerischer Instrumente wie Referendum und Volksinitiative
  • Evaluation der Übertragbarkeit direktdemokratischer Modelle auf das deutsche System
  • Diskussion von Chancen und Risiken bezüglich politischer Partizipation und Staatsfinanzen

Auszug aus dem Buch

2.1 Definition „Direkte Demokratie“

Wenn man fragt, was der Begriff „Direkte Demokratie“ bedeutet, muss man zunächst festlegen, was das Wort „Demokratie“ generell beschreibt. Doch bereits an dieser Stelle stößt man auf Schwierigkeiten, denn es existieren nicht nur etliche Definitionen, sondern auch unzählige Varianten der Idee „Demokratie“. Wie die meisten abstrakten Begrifflichkeiten, hat auch dieser Terminus im Lauf der Geschichte seine Bedeutung, auf Grund der Abhängigkeit seines demokratischen Inhalts von der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung, stets verändert. Trotz der Definitionsprobleme lässt sich dennoch ein stabiler Kern des Begriff festlegen - feste Elemente, die die „Idee“ der Demokratie umreißen und sich in Abgrenzung zu anderen Staatsformen hervorheben. Professor Daniel Thürer formulierte sie in Form von drei Zielen der Demokratie: „Bekämpfung autokratischer Willkür, Ermöglichung sachgerecht-gemeinwohlorientierter Beurteilung und politische Freiheit 15 aller Bürger.

Demokratie ist also ein Entwicklungsprozess, der eine Vorstellung inne trägt, die die Jahre überdauert – nämlich die der Volkssouveränität. Doch erst in der Neuzeit, erst nach der Überwindung der mittelalterlichen Vorstellung und erst mit der Politik relativer Souveränität16 im Absolutismus und der ihm zugehörenden Vorstellung absoluter Souveränität17 konnte Jean-Jaques Rousseau im Rahmen seiner Lehre vom Sozialvertrag Souveränität und Volk miteinander verbinden. Seitdem wird Volkssouveränität mehr und mehr zu dem Prinzip, das politische Ordnungen zu begründen und zu legitimieren vermag. Um an dieser Stelle jedoch nicht zu weit in die Geschichte vorzudringen, soll Abraham Lincoln zitiert werden, der in seiner berühmten Gettysburg-Rede von Jahre 1863 den Kern des Gedankens am ehesten traf: Demokratie soll verstanden werden als „government of the people, by the people, for the people“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wertewandel und das wachsende Interesse der Bevölkerung an direkter politischer Partizipation als Ergänzung zur repräsentativen Demokratie.

2. Theoretischer Überblick: Dieses Kapitel definiert den Begriff der direkten Demokratie und arbeitet die historische Entwicklung sowie die Skepsis gegenüber plebiszitären Elementen in Deutschland auf.

3. Die Schweiz als Vorbild?: Hier werden die direktdemokratischen Verfahren der Schweiz analysiert und die kritische Frage der Übertragbarkeit auf das deutsche politische System gestellt.

4. Vor- und Nachteile direktdemokratischer Verfahren: Das Kapitel diskutiert anhand von Thesen die Chancen auf höhere Legitimation und Partizipation sowie Risiken wie populistische Tendenzen oder finanzielle Belastungen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass direkte Demokratie als Ergänzung sinnvoll sein kann, jedoch eine sorgfältige Ausgestaltung der Verfahren erfordert.

Schlüsselwörter

Direkte Demokratie, Repräsentative Demokratie, Volkssouveränität, Volksentscheid, Volksinitiative, Referendum, Politische Partizipation, Deutschland, Schweiz, Legitimation, Verfassungsrecht, Plebiszit, Bürgermitwirkung, Staatsgewalt, Konsensstrategie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob eine Einführung direktdemokratischer Elemente, wie sie teilweise in der Schweiz existieren, das politische System Deutschlands sinnvoll ergänzen oder verbessern könnte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die begriffliche Klärung der direkten Demokratie, die historische Erfahrung Deutschlands mit Plebisziten, der Vergleich mit dem Schweizer Modell und die Abwägung von Chancen und Risiken.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu prüfen, ob die Einführung plebiszitärer Mitwirkungsrechte Defizite der bestehenden repräsentativ-parlamentarischen Demokratie ausgleichen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Auswertung vorhandener politikwissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil erörtert theoretische Definitionen, die deutsche Geschichte, das Schweizer System, die Übertragbarkeit auf den deutschen Kontext sowie eine detaillierte Vor- und Nachteilsabwägung.

Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit besonders?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Volkssouveränität, Volksinitiative, Referendum, Legitimation und politische Partizipation charakterisiert.

Warum wird die deutsche Geschichte in Bezug auf Volksentscheide kritisch betrachtet?

Die Arbeit zeigt, dass historische Traumata und negative Erfahrungen, insbesondere aus der Zeit der Weimarer Republik und der NS-Diktatur, zu einer anhaltenden Skepsis gegenüber direktdemokratischen Instrumenten auf Bundesebene geführt haben.

Welchen Einfluss hat das Schweizer Modell auf die Argumentation?

Das Schweizer System dient als Fallbeispiel, um zu demonstrieren, wie direkte Demokratie funktioniert, wobei die Arbeit betont, dass dieses Modell nicht ohne Weiteres auf die andere politische Kultur und Größe Deutschlands übertragen werden kann.

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Details

Title
Direkte Demokratie - eine sinnvolle Ergänzung?
Subtitle
Eine Darstellung am Beispiel Deutschlands
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Institutionen im Wandel
Grade
1,0
Author
Magister Artium Weronika Schmidt (Author)
Publication Year
2009
Pages
34
Catalog Number
V135772
ISBN (eBook)
9783640460212
ISBN (Book)
9783640460151
Language
German
Tags
Direkte Demokratie Ergänzung Eine Darstellung Beispiel Deutschlands
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Weronika Schmidt (Author), 2009, Direkte Demokratie - eine sinnvolle Ergänzung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135772
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