Das Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung des Versorgungsmanagement im deutschen Gesundheitswesen.
Das Versorgungsmanagement ist im deutschen Gesundheitswesen von enormer Bedeutung. Je nach Blickwinkel variiert die Bedeutung des Begriffs Versorgungsmanagement stark, weshalb es keine einheitliche Definition gibt. Der gemeinsame Nenner der meisten Definitionen findet sich in der Zielausrichtung des Versorgungsmanagement im deutschen Gesundheitswesen. Im Folgenden werden die übergeordneten Ziele, die das Versorgungsmanagement im deutschen Gesundheitswesen verfolgt, erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1 EINFÜHRUNG VERSORGUNGSMANAGEMENT
1.1 Ziele des Versorgungsmanagement in Deutschland
1.2 Relevante Entwicklungen im deutschen Gesundheitssystem
2 LEISTUNGSMANAGEMENT UND FINANZMANAGEMENT
2.1 Angebot von Satzungsleistungen
2.2 Finanzierung von Satzungsleistungen
2.3 Zusatzbeitrag als Wettbewerbsinstrument
2.4 Der Morbi-RSA
3 KUNDENMANAGEMENT
3.1 Maßnahme „Wahltarife“
3.2 Ziele der Wahltarife und deren Risiken
4 INNOVATIVE VERSORGUNGSFORMEN
4.1 Erläuterung innovative Versorgungsformen
4.2 Kollektiv- vs. Selektivverträgen
4.3 Hausarztzentrierte Versorgung
5 MODELLIERUNG UND ENTSCHEIDUNGSFINDUNG
5.1 Ausgangssituation nach dem Standard-Gamble-Verfahren
5.2 Kosten-Nutzwert-Relationen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die strategische Bedeutung des Versorgungsmanagements in deutschen Krankenkassen, analysiert die Differenzierung durch Wahltarife und innovative Versorgungsformen und bewertet deren Wirtschaftlichkeit mittels ökonomischer Evaluierungsmethoden.
- Grundlagen des Versorgungsmanagements und historische Entwicklung
- Finanzierungsmechanismen und Instrumente des Wettbewerbs
- Kundenmanagement durch Wahltarife und Zielgruppensegmentierung
- Vergleich von Kollektiv- und Selektivverträgen
- Ökonomische Evaluation von Therapiemaßnahmen
Auszug aus dem Buch
2.4 Der Morbi-RSA
Der Morbi-RSA gleicht Risikounterschiede zwischen den Krankenkassen aus und schafft damit faire Wettbewerbsbedingungen. Er dient somit dem Ausgleich ungleicher Versichertenstrukturen innerhalb einer Krankenkasse. Er dient auch als Verteilungstool der Gelder aus dem Gesundheitsfond für die gesetzlichen Krankenkassen. Die Gelder aus dem Gesundheitsfond verteilen sich nach den Merkmalen der Versicherten wie Alter, Geschlecht und die Höhe des Versorgungsaufwandes von Versicherten mit chronischen Erkrankungen. Die Krankenkassen die Versicherte mit einer oder mehreren von 50 bis 80 ausgewählten Krankheiten haben, bekommen mehr Geld als Versicherte die keine dieser Krankheiten haben. Wenn eine Krankenkasse nicht mit den Geldern nach dem Morbi-RSA auskommt, muss diese zwangsläufig Zusatzbeiträge an Kosten der Versicherten einführen. Diese Tatsache ist der größte Kritikpunkt des Morbi-RSA. Diese Kosten müssen die Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen obwohl sie vielleicht einen gesunden Lebensstil führen und kaum Leistungen der Krankenkassen in Anspruch nehmen. Dies kann zu einer Kündigung und zu einem Wechsel der Krankenkassen führen. Eine Lösung für diese Problemstellung wäre eine Ausweitung der bisherigen 80 Erkrankungen, um ein höheres Gleichgewicht der Versicherungsnehmer für die Krankenkassen zu bilden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINFÜHRUNG VERSORGUNGSMANAGEMENT: Dieses Kapitel erläutert die übergeordneten Ziele des Versorgungsmanagements und beleuchtet die historischen Wurzeln sowie die Entwicklung des deutschen Gesundheitssystems.
2 LEISTUNGSMANAGEMENT UND FINANZMANAGEMENT: Hier werden die Finanzierung von Satzungsleistungen, der Wettbewerb durch Zusatzbeiträge sowie die Mechanismen des Morbi-RSA untersucht.
3 KUNDENMANAGEMENT: Dieses Kapitel behandelt verschiedene Wahltarife, deren Zielgruppen sowie die Chancen und finanziellen Risiken für die Krankenkassen.
4 INNOVATIVE VERSORGUNGSFORMEN: Die Unterschiede zwischen Kollektiv- und Selektivverträgen sowie das Konzept der hausarztzentrierten Versorgung werden hier analysiert.
5 MODELLIERUNG UND ENTSCHEIDUNGSFINDUNG: Der Fokus liegt auf der ökonomischen Evaluierung eines neuen Therapieverfahrens anhand des Standard-Gamble-Verfahrens und der Berechnung von Kosten-Nutzwert-Relationen.
Schlüsselwörter
Versorgungsmanagement, Krankenkassen, Morbi-RSA, Wahltarife, Satzungsleistungen, Kollektivverträge, Selektivverträge, Hausarztzentrierte Versorgung, Kosten-Nutzwert-Relation, Standard-Gamble-Verfahren, Gesundheitsfond, Wettbewerbsinstrument, Patientenversorgung, Leistungserbringung, Gesundheitsökonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Publikation befasst sich mit den Strategien und Instrumenten des Versorgungsmanagements in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?
Zentrale Themen sind die Finanzierungssituation, das Kundenmanagement durch Wahltarife, innovative Versorgungsverträge sowie Methoden der gesundheitsökonomischen Evaluation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Möglichkeiten zur Steuerung der Versorgungsqualität und Wirtschaftlichkeit durch verschiedene Managementansätze der Krankenkassen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es werden Literaturanalysen zur rechtlichen und strukturellen Situation sowie ein gesundheitsökonomisches Modell (Standard-Gamble-Verfahren) zur Kosten-Nutzwert-Bewertung eingesetzt.
Was steht im Hauptteil des Buches im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Finanzierungsstrukturen, die kritische Diskussion von Wahltarifen und Vertragstypen sowie die formale Modellierung therapeutischer Entscheidungswege.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Versorgungsmanagement, Morbi-RSA, Wahltarife, Kosten-Nutzwert-Relation und Selektivverträge geprägt.
Wie unterscheidet sich die Sichtweise bei Kollektiv- und Selektivverträgen?
Das Dokument beleuchtet dies aus der Perspektive der Ärzte, der Versicherten und der Krankenkassen, wobei jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile hinsichtlich Flexibilität und Verhandlungsmacht deutlich werden.
Welche Rolle spielt das Standard-Gamble-Verfahren in Kapitel 5?
Es dient dazu, eine ökonomische Evaluation für ein neues Therapieverfahren zur Behandlung von Katzenallergien durchzuführen, um dessen Kosteneffektivität objektiv bewerten zu können.
Was wird am Morbi-RSA primär kritisiert?
Ein zentraler Kritikpunkt ist, dass Krankenkassen bei unzureichender Deckung ihrer Ausgaben durch den Finanzausgleich gezwungen sind, Zusatzbeiträge einzuführen, was zur Abwanderung von Versicherten führen kann.
Welchen Vorteil bietet ein Selbstbehalttarif für den Versicherten?
Gesunde Versicherte können bei Leistungsverzicht über das Jahr hinweg eine finanzielle Prämie in Höhe von bis zu 500 Euro erhalten.
- Arbeit zitieren
- Florian Schaeffler (Autor:in), 2022, Das Versorgungsmanagement im deutschen Gesundheitswesen. Leistungs-, Finanz- und Kundenmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1357834