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Ottonische Kaiserinnen

Aufgaben und Möglichkeiten einer consors regni

Título: Ottonische Kaiserinnen

Trabajo de Seminario , 2009 , 20 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Susanne Schwank (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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„… lange Zeit leitete die Kaiserin mit ihrem Sohn glücklich die Herrschaft des römischen Reiches …“
(Odilo von Cluny, Epitaphium domine Adelheide auguste, ed. Herbert Paulhart(MIÖG Erg.-Bd. 20/2), Graz/Köln 1962, c.5, S.33, Z.13-15)
Diese signifikante Aussage über Kaiserin Adelheid, der Gemahlin Ottos II., traf Ende des 10. Jahrhunderts Abt Odilo von Cluny, einer ihrer Vertrauten und der Verfasser ihrer Lebensbeschreibung. Mit gewisser Prägnanz schreibt er hier Adelheid eine herrschaftsausübende Position an der Spitze des Reiches zu, was zur Zeit der Ottonen keineswegs ohne Weiteres für eine Königin selbstverständlich war – obgleich auch nicht unmöglich. So kann dieser Satz einen gedanklichen Impuls dahin gehend darstellen, die machtpolitische Stellung der Königinnen und
ihre Partizipation an der Herrschaft grundsätzlich zu hinterfragen, ohne über die Rolle dieser Frauen vorschnell nach modernen Maßstäben zu urteilen. Um bei der Beantwortung dieser zentralen Fragestellung, die gewissermaßen als Leitmotiv für diese Untersuchung gelten kann, nach systematischer Methode vorgehen zu können, müssen vorerst einige Fakten der Analyse definiert und festgehalten werden. Den Untersuchungsgegenstand, wie bereits angedeutet, bilden die Königinnen der Ottonenzeit. Für die Erforschung dieser Thematik erweist sich neben dem Quellentypus der historiographischen Schriften vor allem ein breites Spektrum an Königsurkunden als reicher Fundus. Ist man nun in solchen diplomatischen Quellen konkreten Hinweisen auf den Handlungsspielraum ottonischer Kaiserinnen auf der Spur, so erweckt bei ihrer genaueren Betrachtung zunächst ein Aspekt auf formaler Ebene besondere Aufmerksamkeit; scheinbar verbindet eine gemeinsame Formel die ottonischen Kaiserinnen: Ihnen allen wurde seit Mitte des 10. Jahrhunderts der Titel consors regni zuteil. Es gilt nun vorerst zu klären, warum diese Bezeichnung für die Gemahlinnen der ottonischen Herrscher in Urkunden – wenn auch nicht als einziger Titel – Eingang fand. Somit stellt sich des Weiteren die Frage, welche semantische Extension der Begriff innehatte: Handelte es sich lediglich um einen Titel neben anderen oder war er als ein aussagekräftiges Indiz für die politisch-rechtliche Kompetenz der Kaiserin zu verstehen? Vielleicht sogar der Spiegel ihrer politischen Mitwirkung? Und warum schließlich ist der Titel für Mathilde nicht belegbar? Im Folgenden soll es nun zu einer differenzierten Erörterung der eben aufgezeigten Gesichtspunkte kommen.

Extracto


Struktur der Arbeit

1. Einleitung

2. Die consors-Formel

2.1 Ursprung und Bedeutung der Idee des consortium regni

2.2 Überlegungen zu Gebrauch und Aussagegehalt des consors regni -Titels

3. Rekonstruktion der politischen Mitwirkung einer consors regni

3.1 Die Intervention als Hauptinstrument herrschaftlicher Teilhabe

3.2 Konkrete Aufgabenbereiche innerhalb des Regierungsgeschehens

3.2.1 Wahrung der Memoria und kirchenpolitische Einflussnahme

3.2.2 Herrschaftsausübung in Stellvertretung des Königs

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die politische Mitwirkung ottonischer Kaiserinnen im 10. und 11. Jahrhundert, insbesondere im Hinblick auf den Titel einer "consors regni" (Teilhaberin am Reich). Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der formelhaften Titulatur in zeitgenössischen Urkunden und der tatsächlichen politischen Handlungsrealität dieser Frauen zu analysieren.

  • Analyse des "consortium regni"-Konzepts als biblisch legitimiertes Herrschaftsmodell.
  • Untersuchung der Intervention als zentrales Instrument für politische Einflussnahme.
  • Bewertung der Rolle von Königinnen bei der Wahrung der "Memoria" und in der Kirchenpolitik.
  • Betrachtung der herrschaftlichen Stellvertretung, insbesondere bei Regentschaften.
  • Kritische Einordnung von Quellen (Urkunden vs. historiographische Schriften) zur Bestimmung realpolitischer Kompetenzen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Intervention als Hauptinstrument herrschaftlicher Teilhabe

Laut aktueller Forschungsmeinung kann der Grad der Mitwirkung einer ottonischen Königin am Regierungsgeschehen besonders deutlich bemessen werden anhand der Quantität ihrer Interventionstätigkeit in den Königsurkunden. Schon seit karolingischer Zeit stellte die Intervention als eine Form von Fürsprache durch einflussreiche Personen am Hof ein bewährtes Mittel für Dritte dar, ihrerseits zur Durchsetzung bestimmter Anliegen beim König zu gelangen, zum Beispiel im Falle von ersehnten Rechtsverleihungen, erwünschten Schenkungen oder erbetenen Privilegien. Ein Intervenient hatte somit eine sehr bedeutende Position, da er als Vermittler die entscheidende Stufe auf dem Kommunikationsweg zum König darstellte; der direkte Dialog mit dem König war nur in seltenen Fällen möglich und nur denjenigen Petenten mit ihrem Anliegen nicht verwehrt, die im engsten Verwandschafts oder Freundschaftsverhältnis zu ihm standen, weshalb der Fürsprecher üblicherweise zum notwendigen Bindeglied zwischen beiden Parteien avancierte.

Üblicherweise hatten diese Funktion Bischöfe oder Reichsfürsten, die politisch am Hof integriert waren und als Vertraute des Herrschers als fideles nostri bezeichnet wurden, und in früheren Zeiten nur selten die Gemahlin des Königs. Im 10. Jahrhundert belegen die Quellen jedoch einen Prozess des Wandels zu Gunsten einer zunehmend häufiger werdenden Interventionstätigkeit der Königinnen, der besonders deutlich als Wendepunkt ab der Herrschaft Ottos I. und Adelheid als Kaiserpaar um 964 erkennbar wird. Letztere trat von nun an regelmäßig als Intervenientin in zahlreichen Diplomen auf und leitete damit die Entwicklung der Fürsprachetätigkeit hin zur Etablierung als eigenen Kompetenzbereich der Königin ein, der ihre politische Bedeutung verstärkte. Die Tatsache, dass für jede Intervention die Initiative von einer außen stehenden Person mit einem Begehren ausging und diese sich direkt an die Fürsprecherin wandte, ist in diesem Zusammenhang besonders zu betonen. Denn dieses aktive Herantreten an die Königin spiegelt die Akzeptanz ihrer bedeutender werdenden Autoritätsposition durch die Umwelt wider und kann als Beleg für die realpolitische Substanz und Kompetenz hinter ihrer urkundlichen Erwähnung als Fürsprecherin gelten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, ottonische Königinnen und ihre Rolle im Reich zu bewerten, ohne sie modernen Maßstäben zu unterwerfen, und definiert den Fokus auf die Königinnen Mathilde, Adelheid, Theophanu und Kunigunde.

2. Die consors-Formel: Hier wird der Ursprung der "consortium regni"-Idee beleuchtet, die durch biblische Vorbilder wie Esther legitimiert wurde, und der Gebrauch dieses Titels in Urkunden analysiert.

3. Rekonstruktion der politischen Mitwirkung einer consors regni: Dieses Hauptkapitel untersucht, wie Königinnen durch Interventionen, Memoriapflege und bei Regierungsstellvertretung aktiv in das politische Leben des Reiches eingriffen.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die politische Teilhabe der Königin zwar an die Ehe mit dem Herrscher gebunden war, sie aber je nach Kontext ihr traditionelles Aufgabenspektrum deutlich erweitern konnte.

Schlüsselwörter

Ottonen, Kaiserin, consors regni, Mittelalter, Politik, Urkunden, Intervention, Herrschaft, Adelheid, Theophanu, Kunigunde, Memoria, Regentschaft, Legitimation, consortium regni.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die politische Rolle und den Einfluss ottonischer Königinnen und Kaiserinnen im 10. und 11. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Mittelpunkt stehen das Herrschaftsverständnis der "consors regni", die Bedeutung von Urkunden für die politische Machtausübung sowie der Einfluss dieser Frauen auf Klostergründungen und kirchliche Belange.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob der Titel "consors regni" lediglich ein formelhaftes Indiz war oder tatsächlich die politische Mitwirkung und Kompetenz der Königin am Regierungsgeschehen widerspiegelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine systematische Analyse von Quellen wie Königsurkunden, Historiographie (Viten, Chroniken) und zeitgenössischen Rechtstexten (Ordo), um die politische Handlungsrealität zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der "consors-Formel" und die detaillierte Untersuchung politischer Instrumente wie der Intervention (Fürsprache) sowie konkreter Aufgabenbereiche, etwa die Wahrung der Memoria oder die Stellvertretung des Königs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen ottonische Dynastie, consors regni, Herrschaftspraxis, politische Intervention, Adelheid von Burgund, Kaiserin Theophanu und die Rolle der Memoria.

Welche Rolle spielte die biblische Esther-Figur für die ottonischen Kaiserinnen?

Die Figur der Königin Esther diente als religiöses Ideal und christliche Begründung, um die Teilhabe einer Königin an der Regierung (consortium regni) rechtlich und moralisch zu legitimieren.

Warum unterscheidet sich die politische Rolle von Mathilde von der ihrer Nachfolgerinnen?

Mathildes Krönung fand vor der Einführung des Mainzer-Ordo statt, weshalb der "consortium"-Gedanke in ihrem Fall in Urkunden nicht explizit verbalisiert ist, obwohl sie dennoch politischen Einfluss ausübte.

Inwiefern beeinflusste die Abwesenheit des Königs die Rolle der Königin?

Die Abwesenheit des Königs, etwa während eines Heereszuges, konnte die politische Eigenständigkeit der Königin fördern und ihr Handlungsspielraum bei Regierungsaufgaben wie der Lehenvergabe oder der Regentschaft erweitern.

Final del extracto de 20 páginas  - subir

Detalles

Título
Ottonische Kaiserinnen
Subtítulo
Aufgaben und Möglichkeiten einer consors regni
Universidad
University of Bamberg  (Institut für Geschichte, Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte unter Einbeziehung der Landesgeschichte)
Curso
„Auf Bitten unserer geliebtesten Gemahlin“: Einflussmöglichkeiten von Frauen in adligen Familien
Calificación
1,0
Autor
Susanne Schwank (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
20
No. de catálogo
V135834
ISBN (Ebook)
9783640455256
ISBN (Libro)
9783640455188
Idioma
Alemán
Etiqueta
Ottonische Kaiserinnen Aufgaben Möglichkeiten consors regni Theophanu Adelheid
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Susanne Schwank (Autor), 2009, Ottonische Kaiserinnen , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135834
Leer eBook
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