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Zwischen Krieg und Usurpation

Die Außenpolitik Constantius’ II. 337 bis 361

Title: Zwischen Krieg und Usurpation

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Denis Strohmeier (Author)

World History - Early and Ancient History
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Die Regierungszeit Constantius II. wurde von Aurelius Victor sehr treffend mit folgendem Zitat beschrieben: „Doch Julius Constantius, der jetzt 23 Jahre lang als Augustus die Herrschaft innehat, steht, indem ihn Unruhen bald von außen, bald im Inneren bedrängen, nur selten unter Waffen.“ Kaiser Constantius II., Sohn Konstantin des Großen, regierte 337 bis 361 die Geschicke des römischen Weltreiches und der neuen christlichen Staatskirche. Trotz seiner langen Regierungszeit findet Constantius II. häufig nur am Rande Beachtung, meist handelt es sich dabei nur um Detailfragen und Teilaspekte der Geschichte. Vor allem in Werken die sich mit theologischen und kirchenpolitischen Fragen beschäftigen wird auf Constantius Rücksicht genommen. Häufig jedoch wird er zusammen mit seinen Brüdern nur als unbedeutender Übergang zwischen den wirklich „wichtigen“ Herrschern Constantin dem Großen und Julian angesehen. So meint Alexander Demandt zu den Söhnen Konstantins: “Es gab keine herausragende Charaktere unter den Kaisern.“ Im Großen und Ganzen galten die Söhne Konstantins nicht weiter als die „Erfüllungsgehilfen“ des von ihm angefangenen großen geschichtlichen Werkes, der so genannten constantinischen Wende .
Bis auf wenige Lexikartikel gibt es nur eine Monografie die sich umfassend mit Constantius auseinandersetzt. Lediglich Pedro Barcelo hat sich bisher eingehender mit allen Aspekten der Regierung des römischen Herrscher und seiner Bedeutung für die Spätantike und das Römische Reich befasst. Auch in diesem Werk nimmt der Faktor Kirche einen großen Raum ein, wie schon der Titel nahe legt.
Die meist negative Deutung des Nachfolgers Constantins liegt auch an fehlenden zuverlässigen Quellen eines großen Teils der Regierungszeit von Constantius II.. Vor allem die Überliefungen der politischen und militärischen Ereignisse zwischen 337 und 353 sind lückenhaft bzw. bruchstückhaft. Die Quellen und auch die wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum 24 Jahre herrschenden Constantius II. sind eher überschaubar, im Gegensatz zu seinem Nachfolger Julian, der gerade mal zwei Jahre regierte, und über den es eine wahre Flut von Quellen und Literatur gibt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Innenpolitische Probleme und innerkirchliche Auseinandersetzungen

III. Die Ostfront: Armenien, Persien und Arabien

III.1. Die arabischen Stämme

III.2. Persien und Armenien

III.3. Constantius II. vs. Sapor II.

IV. Germanen an Rhein und Donau

IV.1. Germanische Einfälle an der Rheingrenze

IV.1.1 Abwehrkampf unter Constantius II.

IV.1.2 Offensive unter Caesar Julian

IV.2. Donaugrenze

IV.2.1. Goten, Juthungen, Quaden und Sarmaten

IV.2.2 Die Limiganten

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Außenpolitik des römischen Kaisers Constantius II. zwischen 337 und 361 n. Chr. und analysiert, wie er trotz massiver innenpolitischer Krisen, Usurpationen und knapper Ressourcen die Grenzen des Imperiums gegen das Sassanidenreich im Osten sowie germanische Stämme im Westen verteidigen konnte. Dabei wird insbesondere das Zusammenspiel zwischen militärischem Druck und diplomatischer Flexibilität beleuchtet, um ein differenzierteres Bild des oft negativ bewerteten Herrschers zu zeichnen.

  • Die Regierungszeit von Constantius II. im Kontext der Spätantike
  • Militärstrategien an der Ostgrenze (Persien und Armenien)
  • Die Sicherung der Rheingrenze gegen alamannische und fränkische Einfälle
  • Diplomatische Lösungen und Bündnisverträge an der Donaugrenze
  • Wechselwirkungen zwischen innenpolitischen Machtkämpfen und außenpolitischen Herausforderungen

Auszug aus dem Buch

III.2. Persien und Armenien

Das persische Reich wurde seit cirka 226 von den Sassaniden regiert, die die Arsakidendynastie ablöste. Für das römische Reich ändert sich dadurch wenig, es bleibt bei den kontinuierlichen Spannungen und Auseinandersetzungen mit dem östlichen Nachbarn. Genau wie ihre Vorgänger orientierten sich die sassanidischen Herrscher außenpolitischen am Achämenidenreich (550-330v.Z.) und erhoben Anspruch auf die einst persischen Gebiete in Kleinasien und Syrien. Gegenüber dem römischen Reich erhoben sie vor allem Anspruch auf das von Rom besetzte Mesopotamien und das römische Klientelkönigreich Armenien.

Das gesamte 3. Jahrhundert war durchzogen von militärischen Konflikten zwischen beiden Großreich. Erst Diokletian gelang es 298 mit den Sassaniden einen Frieden zu schließen der längere Zeit Bestand hatte.

Im 4 . Jahrhundert dann weite sich der Konflikt unter dem neuen sassanidischen Herrscher Sapur II. (309-379) aus, denn er erneuerte die aggressive Westpolitik gegen Rom. Unter der langen Regierungszeit Sapors erlebte das sassanidische Persien seine glanzvollste Zeit und auch seinen vorläufigen Höhepunkt in der Geschichte. Bereits in jungen Jahren hatte sich der persische Herrscher gegen die arabischen Stämme militärisch erfolgreich gezeigt und versuchte seit den 330iger Jahren gegen das römische Reich vor zugehen. Außenpolitisch versuchte sich die sassanidische Dynastie am Achaimenidenreich zu orientieren. Ähnlich wie Rom an der Rhein- und Donaugrenze, so wurde auch das Perserreich an seinen östlichen und nordöstlichen Grenzen durch fremde Stämme bedroht. Die Nomadenstämme der Kapisee und Altai brachten durch anhaltende Einfälle die innere Stabilität des Reiches in Gefahr, so dass sich der sassanidsiche Herrscher schon zwangsweise nach Westen wenden mußte.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die oft negative historische Bewertung von Constantius II. und stellt das Ziel der Arbeit vor, seine Außenpolitik objektiv anhand der Quellenlage zu bewerten.

II. Innenpolitische Probleme und innerkirchliche Auseinandersetzungen: Dieses Kapitel erläutert die Herausforderungen durch Usurpationen, Machtkämpfe unter den Brüdern und kirchenpolitische Konflikte, welche die Handlungsfähigkeit des Kaisers beeinflussten.

III. Die Ostfront: Armenien, Persien und Arabien: Hier wird der Konflikt mit dem Sassanidenreich und die Rolle der arabischen Pufferstaaten analysiert, wobei Constantius' defensive Strategie im Fokus steht.

III.1. Die arabischen Stämme: Es wird untersucht, wie Constantius die arabischen Stämme diplomatisch nutzte, um römische Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen an den Ostgrenzen zu wahren.

III.2. Persien und Armenien: Dieser Abschnitt behandelt die militärischen und diplomatischen Spannungen zwischen den beiden Großmächten sowie die strategische Bedeutung Armeniens.

III.3. Constantius II. vs. Sapor II.: Die direkte militärische Auseinandersetzung zwischen den beiden Herrschern und das Verteidigungskonzept des Kaisers werden hier detailliert dargestellt.

IV. Germanen an Rhein und Donau: Das Kapitel widmet sich der Sicherung der westlichen Grenzen des Reiches angesichts germanischer Einfälle in einer Zeit innenpolitischer Schwäche.

IV.1. Germanische Einfälle an der Rheingrenze: Die Analyse der Bedrohung durch Alamannen und Franken sowie die notwendige kaiserliche Reaktion stehen im Zentrum.

IV.1.1 Abwehrkampf unter Constantius II.: Dieser Abschnitt beschreibt die unmittelbaren militärischen Gegenmaßnahmen und diplomatischen Bemühungen des Kaisers zur Stabilisierung der Rheingrenze.

IV.1.2 Offensive unter Caesar Julian: Der Fokus liegt auf der Rolle Julians als Caesar und dem Wandel zu einer offensiveren Außenpolitik im Westen.

IV.2. Donaugrenze: Hier wird die Verteidigung des Donauraums gegen Sarmaten, Quaden und Juthungen thematisiert.

IV.2.1. Goten, Juthungen, Quaden und Sarmaten: Es wird die erfolgreiche Befriedung dieser Region durch geschickte Diplomatie und Militärpräsenz aufgezeigt.

IV.2.2 Die Limiganten: Die Umsiedlung und Unterwerfung der Limiganten als konsequente Maßnahme der römischen Sicherungspolitik werden hier erörtert.

V. Fazit: Das Fazit revidiert die negative Einschätzung von Constantius II. und unterstreicht seinen Erfolg bei der Erhaltung des römischen Imperiums unter widrigsten Umständen.

Schlüsselwörter

Constantius II., Sassanidenreich, Sapor II., Spätantike, Römische Außenpolitik, Grenzverteidigung, Armenien, Alamannen, Usurpation, Diplomatie, Perserkriege, Reichssicherung, Limes, Donaugrenze, Rheingrenze

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Außenpolitik von Constantius II. und stellt den Versuch dar, seine Regierungsleistung jenseits der oft einseitig negativen Quellenüberlieferung neu zu bewerten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Verteidigung des Römischen Reiches an der Ostgrenze gegen Persien sowie die Sicherung der Rhein- und Donaugrenzen gegen germanische Stämme.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, den Nachweis zu erbringen, dass Constantius II. trotz massiver innenpolitischer Krisen und begrenzter Ressourcen eine strategisch sinnvolle und erfolgreiche Außenpolitik betrieb.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine regional orientierte historische Analyse, um das Wechselspiel zwischen Innen- und Außenpolitik sowie den Einfluss der Herrscher-Vertreter zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Ostfront, die Konflikte an Rhein und Donau sowie die Rolle von Mitregenten und militärischen Befehlshabern unter dem Kaiser.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Constantius II.", "Spätantike", "Grenzverteidigung" und "Strategische Diplomatie" zusammenfassen.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Kaisers im Vergleich zu Julian?

Der Autor argumentiert, dass Constantius II. im Gegensatz zu seinem Nachfolger Julian eine realistischere, defensive Politik verfolgte, die das Überleben des Reiches sicherte, anstatt durch aggressive Machtdemonstrationen Ressourcen zu verschwenden.

Warum war die Grenze an der Donau laut Arbeit besonders stabil?

Die Stabilität an der Donaugrenze wird auf eine Kombination aus effektiven Klientelverträgen und einer pragmatischen, zeitweisen Militärpräsenz zurückgeführt, die eine dauerhafte Befriedung ermöglichte.

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Details

Title
Zwischen Krieg und Usurpation
Subtitle
Die Außenpolitik Constantius’ II. 337 bis 361
College
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Course
Die constantinische und valentinische Dynastie
Grade
1,0
Author
Denis Strohmeier (Author)
Publication Year
2005
Pages
29
Catalog Number
V135850
ISBN (eBook)
9783640438648
ISBN (Book)
9783640438433
Language
German
Tags
Zwischen Krieg Usurpation Außenpolitik Constantius’
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Denis Strohmeier (Author), 2005, Zwischen Krieg und Usurpation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135850
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