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Frieder Nake und die Computerkunst als technisches System. Wie kann der Zufall eines Algorithmus zu einer Kunst werden?

Title: Frieder Nake und die Computerkunst als technisches System. Wie kann der Zufall eines Algorithmus zu einer Kunst werden?

Term Paper , 2019 , 28 Pages

Autor:in: Margarita Riffel (Author)

Art - Computer Art / Graphics / Art in Media
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Der Mensch im digitalen Zeitalter kommuniziert mit leblosen Objekten. Zudem ist anzumerken, dass Datenverarbeitungsanlagen von ihrer ersten Anwendung Höchstleistungen vollbringen, wie sie von keiner menschlichen Hand möglich wären. Ihre Schnelligkeit übertrifft jede Hirnaktivität. Der Computer kann jede Aufgabe lösen, die einprogrammiert wurde und das noch besser als der Mensch. Von ihrer Funktion als Riesentaschenrechner abgesehen, waren die ersten Rechner bereits mit Grafikprogramme ausgestattet. Sie dienten in erster Linie der mathematischen Visualisierung. Der Vorgang, diese mathematischen Bilder von der digitalen Welt auf die reale Welt zu übertragen, erfolgte mit Graphomaten und Druckern. Die Bilder wirken zweckmäßig, schlicht und zufällig.

Doch können daraus Kunstwerke entstehen? Der Computer ist stark von der Programmierung abhängig, anders als jede andere bestehende Kunstform. Die damit verbundenen Schwierigkeiten, Kunst mit Computer zu produzieren, sind unkonventionell. Es läuft auf ein neues System hinaus, statt auf herkömmliche Herangehensweisen. Das ist etwas Modernes und geradezu Revolutionäres.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Treffen sich zwei Geraden…

3. Matrizen multipliziert

4. Ohne den Stift abzusetzen: Polygone

5. Graustufen durch Schraffuren

6. Walk-Through-Raster

7. Struktur-Bild-Chaos: Die Zerlegung von Napoleons Porträt

8. Hommage an Paul Klee

9. Die Theorie zur Computerkunst

10. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob der Einsatz von Zufallsalgorithmen die Computerkunst als eigenständige, künstlerische Ausdrucksform innerhalb eines technischen Systems legitimiert. Dabei wird analysiert, wie durch die Verbindung von mathematischer Präzision und ästhetischem Anspruch eine neue Form der bildnerischen Produktion entsteht.

  • Die Rolle von Zufall und Wahrscheinlichkeit in generativen Algorithmen.
  • Untersuchung technischer Bildsysteme wie Matrizen, Polygone und Raster.
  • Die theoretische Einbettung der Computerkunst in die Ästhetik von Max Bense.
  • Vergleichende Analyse zwischen computergenerierter Grafik und traditioneller Malerei.
  • Die funktionale Doppelnatur des Computerbildes als Oberfläche und Unterfläche.

Auszug aus dem Buch

3. Matrizen multipliziert

Die Grafik Matrizenmultiplikation (Abb. 2) gehört zur Serie 32 aus dem Jahre 1967. Die computergenerierte Zeichnung stellt eine sogenannte Plotterzeichnung dar. Ein Plotter ist ein Ausgabegerät für Funktionsgraphen, technische Zeichnungen und Vektoren auf unterschiedlichen Materialien, wie Papier. Sie können daher als Vorgänger der modernen Drucker aus den 1960er Jahren gelten. Das verwendete Plotter- bzw. Ausgabegerät ist der Graphomat ZUSE Z 64. Mit diesem Graphomaten sind Nakes erste Arbeiten entstanden. Der für diese Darstellung verwendete Rechner Telefunken T4 war der damals größte Europas. Für die Erstellung nutzte Nake das Programm matrizenmultiplikation und die Programmiersprache ALGOL 60. Als Ergebnis liegt eine mit Tusche auf Papier gedruckte Grafik vor. Die vier dargestellten Rechtecke bilden eine Komposition mit einer Höhe von 50,2 cm und einer Breite von 41 cm. Das Original dieses frühen Werks liegt im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Einführung in die Problematik des Computereinsatzes in der Kunst und Vorstellung des Forschungsgegenstands unter Berücksichtigung ästhetischer Theorien.

2. Treffen sich zwei Geraden…: Analyse der ersten Computergrafiken, die auf zufälligen Anordnungen von Geradenscharen basieren.

3. Matrizen multipliziert: Untersuchung der Matrizenmultiplikation als Prozess, der mathematische Zufallswerte in eine ästhetische, geordnete Bildkomposition überführt.

4. Ohne den Stift abzusetzen: Polygone: Diskussion der Polygontechnik, bei der durch zufällige Punktbestimmung komplexe Linienverflechtungen entstehen.

5. Graustufen durch Schraffuren: Erläuterung, wie durch algorithmisch gesteuerte Flächenschraffuren die Illusion von Graustufen und Tiefe erzeugt wird.

6. Walk-Through-Raster: Analyse der Raster-Grafiken, die durch die Verteilung dichter und lockerer Flächen eine eigene Bilddynamik entfalten.

7. Struktur-Bild-Chaos: Die Zerlegung von Napoleons Porträt: Fallstudie zur Dekonstruktion eines historischen Porträts in binäre Bestandteile, um das Verhältnis von Struktur und Chaos zu verdeutlichen.

8. Hommage an Paul Klee: Vergleich der kompositionsanalytischen Ansätze von Frieder Nake mit den Werken von Paul Klee.

9. Die Theorie zur Computerkunst: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Kunstbegriff im Kontext der Informatikaustattung und Ästhetik.

10. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Frage, ob Computerkunst ein eigenständiges künstlerisches System darstellt.

Schlüsselwörter

Frieder Nake, Computerkunst, Algorithmus, generative Ästhetik, Matrizen, Polygone, Plotterzeichnung, Information, Zufall, Max Bense, Bildwissenschaft, digitale Grafik, Systemtheorie, Ästhetik, Kunstgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Werk von Frieder Nake und analysiert die Computerkunst als komplexes technisches System, das durch Algorithmen und Zufallszahlen gesteuert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die algorithmische Bildproduktion, die Anwendung ästhetischer Theorien (insbesondere von Max Bense) und das Verhältnis von Technik zu künstlerischer Kreativität.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Es soll geklärt werden, ob Computerkunst aufgrund ihres spezifischen Entstehungsprozesses als eigenständige Kunstgattung innerhalb der modernen Kunstgeschichte gelten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert kunsthistorische Bildanalyse mit der Untersuchung systemtheoretischer und mathematischer Grundlagen der frühen Computergrafik der 1960er Jahre.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Werkgruppen wie Geradenscharen, Matrizen, Polygone, Raster und Schraffuren anhand praktischer Beispiele und technischer Erklärungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie generative Ästhetik, Algorithmus, Zufallswahrscheinlichkeit und die Abgrenzung zur traditionellen Malerei geprägt.

Wie unterscheidet sich die Computerkunst von traditionellen Kunstformen?

Der Autor argumentiert, dass Computerkunst nicht aus unmittelbarem manuellem Schaffen resultiert, sondern auf einem vorab definierten System aus Regeln, Parametern und Zufallsvariablen basiert.

Welche Rolle spielt die Theorie von Max Bense für diese Arbeit?

Die Ästhetik-Theorie von Bense bildet das theoretische Fundament, um die technischen Computergrafiken als ästhetische Objekte zu definieren und ihre formale Struktur zu begreifen.

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Details

Title
Frieder Nake und die Computerkunst als technisches System. Wie kann der Zufall eines Algorithmus zu einer Kunst werden?
College
University of Stuttgart
Author
Margarita Riffel (Author)
Publication Year
2019
Pages
28
Catalog Number
V1358519
ISBN (PDF)
9783346911940
ISBN (Book)
9783346911957
Language
German
Tags
frieder nake computerkunst system zufall algorithmus kunst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Margarita Riffel (Author), 2019, Frieder Nake und die Computerkunst als technisches System. Wie kann der Zufall eines Algorithmus zu einer Kunst werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1358519
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