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Der Wandel von Stigmasymbolen am Beispiel der gestreiften Kleidung vom Spätmittelalter bis zur Frühen Neuzeit

Title: Der Wandel von Stigmasymbolen am Beispiel der gestreiften Kleidung vom Spätmittelalter bis zur Frühen Neuzeit

Term Paper , 2021 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Das Thema dieser Proseminararbeit konkretisiert sich auf den Wandel von Stigmasymbolen am Beispiel der gestreiften Kleidung vom Spätmittelalter hin zur Frühen Neuzeit.
Seit jeher prägt die Redensart „Kleider machen Leute“ unser Denken. Die Modewelt ist vielfältig und bietet jedem Einzelnen die Möglichkeit seine Identität individuell und nach persönlichem Stilsinn auszudrücken. Da die Zeichenfunktion der Kleidung in der heutigen Konsumgesellschaft gegenüber „vorindustriellen“ Gesellschaften eine andere Bedeutungsebene erreicht hat, ist gerade die Wandelbarkeit von Bekleidungsmerkmalen als Übergang von der Historie in die Moderne ein nicht zu unterschätzender Entwicklungsschritt in der Geschichte, der gegenwärtig einen Zugewinn an Bekleidungsfreiheit ermöglicht.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die soziale Funktion von Kleidung und Kleiderordnungen

3. Stigmatisierung im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit

4. Gestreifte Kleidung als Ausdruck von Identität

4.1 Gestreifte Kleidung in der Unterschicht

4.2 Gestreifte Kleidung in der Oberschicht

5. Die Bedeutung der Farbe

6. Der Wandel des Streifens in seiner Optik und Bedeutung

7. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den kulturgeschichtlichen Bedeutungswandel von gestreifter Kleidung, die vom Spätmittelalter bis zur Frühen Neuzeit primär als Stigmasymbol für Randgruppen fungierte. Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich durch soziokulturelle Entwicklungen und veränderte Modewahrnehmungen ein ursprünglich negativ konnotiertes Merkmal zu einem Prestige- oder Statussymbol wandeln konnte.

  • Die soziale Funktion von Kleidung und normierenden Kleiderordnungen als Mittel der Segregation.
  • Die Rolle gestreifter Kleidung als stigmatisierendes Distinktionsmerkmal für Randgruppen.
  • Der Einfluss von Farbgebung und Material auf die symbolische Aufladung von Bekleidung.
  • Die Transformation gestreifter Muster vom sozialen Stigma hin zum Ausdruck modischer Identität.
  • Die Untersuchung der Ambivalenz und Mehrdeutigkeit von Streifenmustern in verschiedenen sozialen Schichten.

Auszug aus dem Buch

Gestreifte Kleidung als Ausdruck von Identität

Gestreifte Kleidung wurde in der Unterschicht im Mittelalter vor allem den ausgeschlossenen, geächteten Personen und Gruppen, wie Juden, Häretikern, Jongleuren, Narren, Leprakranken und Prostituierten als negatives Identitätsmerkmal und zur direkten Erkennbarkeit verordnet. Die Stigmatisierung der Geächteten und Unterschichtangehörigen mittels gestreifter Kleidung geht auf eine lange Tradition zurück, wie die Darstellung der Törichten in gestreifter Kleidung aus dem Buch der Psalmen zeigt. Folglich wurden Verbrecher, niedere Dienste und Taugenichtse bis ins 15. Jahrhundert durch gestreifte vestimäre Attribute kenntlich gemacht. Im 15. und 16. Jahrhundert wurden neben Jongleuren, Musikern und Dichtern auch Maler zu einer der Randgruppen, die Schwierigkeiten hatte, einen gesellschaftlich angesehenen Rang zu erreichen.

Bereits ein gestreiftes Kleidungsstück oder Details in der Kleidung genügten, um auf diese Stellung hinzuweisen. Als bekanntes und ausdrucksstarkes Beispiel kann in diesem Kontext das Selbstportrait Albrecht Dürers genannt werden, auf dem er ein schwarz-weiß gestreiftes Barett, ein Wams mit gestreiftem Saum, gestreifte Unterarmmanchetten und eine blau-weiß gestreifte Kordel, die seinen Mantel in Position hält, trägt. Stigmatisierende Kleidung als Abzeichen gewisser Personen und Gruppen unterschied sich also durch die vornehmlich negative Botschaft von Prestige- oder Statussymbolen, die ebenfalls mit bestimmten Formen der Bekleidung assoziiert wurden. Doch Dürers Selbstportrait weist in gewisser Form eine Ambivalenz auf. Es zeigt zugleich Standesbewusstsein durch standesgemäße Kleidung, aber auch eine sehr selbstbewusste, geradezu standesüberschreitende Form der Selbstdarstellung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Kleidung als identitätsstiftendes Zeichensystem ein und formuliert die Forschungsfrage zum Bedeutungswandel von Stigmasymbolen, hier speziell des Streifens.

2. Die soziale Funktion von Kleidung und Kleiderordnungen: Dieses Kapitel analysiert, wie Kleiderordnungen als Instrumente sozialer Segregation und zur Aufrechterhaltung ständischer Ordnung dienten.

3. Stigmatisierung im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit: Hier wird der Streifen als dezidiertes Stigmasymbol und dessen pejorative Verwendung innerhalb des gesellschaftlichen Zeicheninventars beleuchtet.

4. Gestreifte Kleidung als Ausdruck von Identität: Der Autor differenziert zwischen der stigmatisierenden Wirkung in der Unterschicht und der allmählichen Umdeutung zum Prestigeobjekt innerhalb der Oberschicht.

5. Die Bedeutung der Farbe: Dieses Kapitel untersucht die symbolische Aufladung verschiedener Farbkombinationen und deren Rolle bei der sozialen Stigmatisierung bzw. Aufwertung.

6. Der Wandel des Streifens in seiner Optik und Bedeutung: Es wird die historische Transformation der Streifenordnung sowie die Koexistenz von verschiedenen Deutungsmustern bis in die Renaissance und Romantik beschrieben.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt die These des kulturgeschichtlichen Bedeutungswandels, bei dem der Streifen seine rein negative Konnotation zugunsten individueller Ausdrucksmöglichkeiten verlor.

Schlüsselwörter

Kleidung, Kleiderordnungen, Stigmatisierung, Streifenmuster, Spätmittelalter, Frühe Neuzeit, Identität, Farbe, Symbolik, Prestigekonkurrenz, soziale Segregation, Modegeschichte, Distinktion, Materialität, Kulturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und den Bedeutungswandel gestreifter Kleidung vom Spätmittelalter bis zur Frühen Neuzeit, wobei der Fokus auf dem Übergang von der stigmatisierenden Markierung zur modischen Identitätsrepräsentation liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die soziale Funktion von Kleidung, die Wirkung von Kleiderordnungen, der Einsatz von Farben als Distinktionsmittel und die historische Prozesshaftigkeit von Stigmasymbolen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie und warum sich gestreifte Kleidung von einem Symbol der Ausgrenzung und Verachtung (Stigma) zu einem akzeptierten Element des modischen Ausdrucks und gesellschaftlichen Ansehens gewandelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kulturgeschichtliche Herangehensweise, bei der Sekundärliteratur mit visuellen Primärquellen, insbesondere historischen Gemälden und Trachtenbüchern, kritisch ausgewertet und in den historischen Kontext eingebettet wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der sozialen Funktion von Kleidung, die Bedeutung von Farbe bei der Stigmatisierung, die unterschiedliche Wahrnehmung des Streifens in Unter- und Oberschicht sowie den optischen Bedeutungswandel des Streifens selbst.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Stigmatisierung, Distinktion, Kleiderordnung, Prestigekonkurrenz und kultureller Bedeutungswandel geprägt.

Warum wurde das Selbstbildnis von Albrecht Dürer als Beispiel herangezogen?

Dürers Porträt dient als Beleg für die Ambivalenz des Streifens; es zeigt, wie ein Element, das historisch mit Randgruppen assoziiert wurde, in einen Kontext von Standesbewusstsein und künstlerischer Individualität übertragen werden konnte.

Welche Rolle spielt die Farbe Gelb in der Untersuchung?

Gelb wird als fahl und ambivalent eingestuft und im Spätmittelalter häufig mit sozialer Deklassierung, Sünde und der Kennzeichnung von Randgruppen wie Juden oder Prostituierten verknüpft.

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Details

Title
Der Wandel von Stigmasymbolen am Beispiel der gestreiften Kleidung vom Spätmittelalter bis zur Frühen Neuzeit
College
University of Duisburg-Essen  (Historisches Institut)
Course
Kleider machen Leute
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
24
Catalog Number
V1358710
ISBN (PDF)
9783346875679
ISBN (Book)
9783346875686
Language
German
Tags
wandel stigmasymbolen beispiel kleidung spätmittelalter frühen neuzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Der Wandel von Stigmasymbolen am Beispiel der gestreiften Kleidung vom Spätmittelalter bis zur Frühen Neuzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1358710
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