Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Theology - Biblical Theology

"Du sollst nicht ehebrechen". Ein zeitgeschichtlich-sozialethischer Diskurs

Title: "Du sollst nicht ehebrechen". Ein zeitgeschichtlich-sozialethischer Diskurs

Term Paper , 2021 , 16 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Anonym (Author)

Theology - Biblical Theology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

„Du sollst nicht ehebrechen.“ – Ein scheinbar unmissverständlicher Grundsatz, der die Menschheit seit Jahrtausenden begleitet. Doch beinhaltet dieses Gebot für den postmodernen Menschen dieselbe Aussagekraft und Verbindlichkeit? Um diese Frage zu beantworten, muss der lebensweltliche Kontext zur Entstehungszeit des Gebotes und die Grundlage für die Entstehung des Dekalogs erschlossen werden.

In der folgenden Arbeit soll nach dieser Klärung der Grundfragen ein sozialethischer und zeitübergreifender Diskurs den Vergleich ermöglichen, Kontraste aufzeigen und eine Verbindungslinie für gegenwärtige Praktiken und Deutungsangebote liefern. Die Thematik erfährt eine Konkretisierung, indem gefragt wird, wie ein heutiger Umgang mit dem Gebot aussehen kann. Dazu müssen die Möglichkeiten der Eheführung in Historie und Gegenwart abgewägt und gegenübergestellt werden. Als Ausgangspunkt dient zunächst folgende These: Unser heutiges Verständnis von Ehebruch ist subjektiv, was die Grenzen des Verbotenen in einer ehelichen Gemeinschaft wohlmöglich nicht so eindeutig wie in der damaligen Zeit erscheinen lässt. Ist mit dem Gebot also von einer Affäre, einem Seitensprung, heimlichen Küssen oder vielsagenden Blicken die Rede? Mit ziemlicher Sicherheit lässt sich jedenfalls behaupten, dass die Angewiesenheit der Frau auf den Mann in der Moderne zumeist kein relevanter Faktor mehr für das Verhalten in einer Partnerschaft ist. Und ist das Risiko eines ehelichen Betrugs zu Zeiten der freien Partnerwahl und Liebesheirat nicht eigentlich ein deutlich Geringeres? Nach welchen Kriterien wurde und wird also geurteilt und in welcher Härte wurden Sanktionen angewandt?

Anschließend soll die rechtliche Perspektive am Beispiel Deutschlands und des Irans die Entwicklung bis zur Gegenwart offenlegen. Die Arbeit endet mit einem liberalen Fazit, das dem/r LeserIn Anreize zu eigenen Deutungshorizonten liefert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis der Hausarbeit

1. Einleitung

2. Biblisches Zeugnis und Auslegung

2.1. Erscheinung und Bedeutung innerhalb des Dekalogs

2.2. Interpretation des Gebotes in seinem Entstehungskontext

2.3. Theologische und überzeitliche Deutungen

3. Sozialethische Problematisierung – ein zeitgeschichtlicher Diskurs

4. Neuzeitliche Praktizierung des Gebotes auf rechtlicher und gesellschaftlicher Ebene

5. Fazit

Zielsetzung & Themenschwerpunkte

Die Arbeit untersucht das siebte Gebot „Du sollst nicht ehebrechen“ im Hinblick auf seine ursprüngliche biblische Bedeutung, seine sozialethische Entwicklung im Laufe der Geschichte sowie seine heutige Relevanz und rechtliche Einordnung. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie ein angemessener Umgang mit diesem Gebot in der heutigen Zeit möglich ist, ohne dabei die historischen Kontexte oder christliche ethische Grundwerte zu vernachlässigen.

  • Historischer Kontext und Entstehung des Dekalogs im Alten Orient
  • Sozialethische Einordnung von Ehebruch als Bruch der Rechtsordnung
  • Wandel des Eheverständnisses und der Rolle der Frau
  • Vergleich rechtlicher Entwicklungen in Deutschland und dem Iran
  • Pastoraltheologische Perspektiven auf einen barmherzigen Umgang mit Scheitern

Auszug aus der schriftlichen Hausarbeit

2.2. Interpretation des Gebotes in seinem Entstehungskontext

Das Gebot „Du sollst nicht ehebrechen“ entstammt einem Kontext, der in heutiger Zeit nicht mehr existent ist und daher erschlossen werden muss. Die gesellschaftlichen Strukturen der damaligen Zeit entsprachen dem Patriarchat. Der Mann galt als Familienoberhaupt und als Herr über seine Frau. Der hebräische Ausdruck ba′al, zu deutsch Besitzer, verdeutlicht die Vergegenständlichung der Frau und die familiären Besitzverhältnisse im alten Orient. Die Rolle der Frau in der Gesellschaft als nicht handlungsfähiges Objekt wird zudem durch den hebräischen Begriff für Ehefrau als „die von einem (Ehe-)Herrn beherrschte“ widergespiegelt.

Das Gebot, die Ehe nicht zu brechen, war also materieller Natur und glich einer Schutzbestimmung für den Fortbestand der Sippe. Die Großfamilie galt als Versorgungsinstitution und war auf die Existenzsicherung durch die Zeugung zahlreicher, blutsverwandter, legitimer Nachverfahren angewiesen. Welche Auffassung sich hinter dem Tatbestand des Ehebruchs verbarg, bezeugt die hebräische Form naꜥap in der Übersetzung „ehebrechen“. Auch wenn der Ausdruck biblisch selten vorzufinden ist, so bezieht er sich durch ein feminines Objekt zumeist auf die Frau. Durch diesen Konnex wird deutlich, dass vornehmlich die Frau ihre Ehe brechen konnte, da diese Form des Ehebruches tief in die heiligen Strukturen der Familie eingriff. Daher finden sich auch in den Quellen, wenn von Unzucht gesprochen wird, stets Bezüge zum sexuell inakzeptierten Verhalten der Frau. Die Mutterschaft war zu Zeiten der Entstehung des Dekaloges folglich der einzig kontrollierbare Indikator, sodass das Ehebruchgebot die Familienverhältnisse des Mannes durch die Verhinderung von illegitimen Erbberechtigten bewahren sollte. Die Frau befand sich demnach in absoluter Abhängigkeit vom Mann und konnte nur durch die Mutterschaft von möglichst vielen, bestenfalls männlichen Nachkommen, Ansehen erlangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Themenstellung ein und problematisiert die Relevanz des Gebots für den postmodernen Menschen unter Berücksichtigung historischer und heutiger Kontexte.

2. Biblisches Zeugnis und Auslegung: Dieses Kapitel erläutert die Herkunft und die ursprüngliche Intention des Gebots als Lebensregel und Schutzbestimmung innerhalb der gesellschaftlichen Strukturen des alten Israels.

3. Sozialethische Problematisierung – ein zeitgeschichtlicher Diskurs: Hier wird der historische Wandel des Ehebruchs als öffentliches Kapitaldelikt hin zur modernen Sichtweise eines privaten Scheiterns analysiert.

4. Neuzeitliche Praktizierung des Gebotes auf rechtlicher und gesellschaftlicher Ebene: Dieses Kapitel beleuchtet die rechtliche Entwicklung in Deutschland bis hin zum heutigen Verständnis und diskutiert kirchliche sowie gesellschaftliche Ansätze zur Begleitung von Paaren.

5. Fazit: Das Fazit fasst die ethischen Erkenntnisse zusammen und plädiert für einen barmherzigen Umgang sowie eine gleichberechtigte Partnerschaft innerhalb der modernen Ehe.

Schlüsselwörter

Dekalog, Ehebruch, Altes Testament, Sozialethik, Patriarchat, Eheverständnis, Rechtsgeschichte, biblische Ethik, Familiensippe, Liebesheirat, Scheidungsrecht, Barmherzigkeit, Emanzipation, christliche Anthropologie, Lebensbund

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit widmet sich dem siebten Gebot des Dekalogs („Du sollst nicht ehebrechen“) und untersucht dessen Bedeutungswandel von der alttestamentarischen Zeit bis in die Moderne.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf biblischer Exegese, der sozialethischen Betrachtung patriarchaler Strukturen sowie dem Vergleich historischer und zeitgenössischer rechtlicher Aspekte und moralischer Vorstellungen von Ehe.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den lebensweltlichen Kontext des Gebots zu erschließen und zu diskutieren, wie ein vernünftiger, ethisch vertretbarer Umgang mit dem Verbot von Ehebruch in einer modernen, von Gleichberechtigung geprägten Gesellschaft aussehen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine hermeneutisch-historische Analyse des biblischen Textes in Kombination mit sozialwissenschaftlichen und rechtsgeschichtlichen Diskursen, um die Entwicklung des Eheverständnisses nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine exegetische Untersuchung der Dekalog-Stellen, eine sozialethische Analyse des Ehebruchs als Bedrohung der Familiensippe im alten Israel sowie eine rechtsgeschichtliche Betrachtung der Entwicklung des Ehebruchparagraphen bis zur Gegenwart.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören neben dem Dekalog und der Ehe vor allem Sozialethik, Patriarchat, Rechtsgeschichte und der christlich-theologische Begriff der Barmherzigkeit.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Ehebruch im Alten Testament von der modernen Sichtweise?

Während Ehebruch im alten Israel vorrangig als ein öffentlicher Rechtsbruch gegen die Besitzverhältnisse eines anderen Mannes und die Stabilität der Sippe galt, wird er heute weitgehend als privates Scheitern innerhalb einer partnerschaftlichen Beziehung wahrgenommen.

Welche Rolle spielt die Stellung der Frau für die Interpretation des siebten Gebots?

Die Arbeit verdeutlicht, dass die Frau in biblischer Zeit als nicht handlungsfähiges Objekt unter patriarchaler Herrschaft stand, weshalb das Gebot primär dazu diente, die familiäre Erbnachfolge und die Besitzstrukturen des Mannes zu schützen.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die kirchliche Praxis?

Der Autor plädiert für einen Neuanfang und einen barmherzigen Umgang der Kirche mit gescheiterten Ehen, wobei Jesus’ Verhalten gegenüber der Ehebrecherin als Vorbild für eine Ethik ohne vorschnelle Verurteilung dient.

Wie bewertet die Arbeit die heutige Rechtslage?

Die Arbeit konstatiert einen bedeutenden Fortschritt hin zur Gleichberechtigung, wobei sie kritisch aufzeigt, dass es weltweit – etwa im Iran – noch immer Regionen gibt, in denen archaische Strafpraktiken wie Steinigung rechtlich verankert bleiben.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
"Du sollst nicht ehebrechen". Ein zeitgeschichtlich-sozialethischer Diskurs
College
University of Duisburg-Essen  (Institut für Katholische Theologie)
Grade
2,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
16
Catalog Number
V1358720
ISBN (PDF)
9783346875754
ISBN (Book)
9783346875761
Language
German
Tags
diskurs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, "Du sollst nicht ehebrechen". Ein zeitgeschichtlich-sozialethischer Diskurs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1358720
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  16  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint