Die Bachelorarbeit beschreibt, wie der Ansatz des Diversity Management in der beruflichen Bildung angewendet werden kann, und welche Kompetenzen Lehrende dafür benötigen.
Ziel der Arbeit ist es, ein Kompetenzprofil für Lehrende in der beruflichen Bildung, zum Umgang mit kulturell diversen Lernenden, zu entwickeln. Da in der nationalen und internationalen Literatur sehr kontrovers darüber diskutiert wird, was interkulturell kompetente Lehrende ausmacht, wird in dieser Arbeit eine systematische Literaturanalyse durchgeführt, bei der verschiedene empirische Studien zu interkulturellen Kompetenzen von Lehrenden gegenübergestellt werden.
Um dieses Ziel zu erreichen werden zu Beginn der Arbeit zunächst die grundlegenden Begriffe der Diversität, der kulturellen Diversität und der interkulturellen Kompetenz definiert. Um die Relevanz der Diversität für die Lehrenden, die Lernenden und die Unternehmen herauszustellen werden in den folgenden Kapiteln Herausforderungen und Chancen von Diversität in der beruflichen Bildung dargestellt. Anschließend wird der Diversity-Management-Ansatz mit seinen Grundlagen und Maßnahmen dargestellt. Dieser Ansatz wird im Weiteren auf die berufliche Bildung übertragen und mit Kompetenzen für Lehrende unterlegt. Maßgeblich für diesen Transfer ist dabei die Monografie von Kimmelmann (2010). Mit diesem Kapitel sind die theoretischen Hintergründe der Arbeit abgeschlossen.
Anschließend werden weitere nationale und internationale Studien zum Thema der interkulturellen Kompetenzen vorgestellt, die mittels der systematischen Literaturanalyse ausfindig gemacht worden sind. Die Studien werden mit der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2015) kodiert und eingeordnet. Im Ergebnisteil werden vier Studien zu interkulturellen Kompetenzen gegenübergestellt und es wird ein erweitertes Kompetenzprofil des interkulturell professionell Lehrenden erstellt, das im Diskussionsteil kritisch reflektiert wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Definitionen
2.1.1. Diversität
2.1.2. Kulturelle Diversität
2.1.3. Interkulturelle Kompetenz
2.2. Herausforderungen aufgrund von kultureller Diversität in der beruflichen Bildung
2.3. Chance und Potenziale von kultureller Diversität
2.4. Diversity Management
2.4.1. Grundlagen von Diversity Management
2.4.2. Maßnahmen von Diversity-Management-Programmen
2.5. Diversity Management in der beruflichen Bildung
2.6. Standard des pädagogischen Professionals in der beruflichen Bildung
2.6.1. Persönlichkeit des Lehrenden
2.6.2. Inhaltliche und curriculare Planung
2.6.3. Gestaltung von Lernprozessen und Methoden
2.6.4. Soziale Beziehungen der Lernenden
2.6.5. Umgang mit Konflikten
2.6.6. Umgang mit Sprache
2.6.7. Kooperation und Mitarbeit an der Organisationsentwicklung
2.7. Methodik
2.7.1. Systematisches Literaturreview
2.7.2. Qualitative Inhaltsanalyse
2.7.2.1. Was ist eine Qualitative Inhaltsanalyse?
2.7.2.2. Grundverfahren qualitativer Inhaltsanalyse
2.7.2.3. Grundprinzipien der qualitativen Inhaltsanalyse
2.7.2.4. Vorgehen nach dem inhaltsanalytischem Ablaufmodell von Mayring
3. Ergebnisse
3.1. Kurzvorstellung der Studien
3.1.1. Der „Diversity-Professional“ in der beruflichen Bildung (vgl. Kimmelmann, 2009)
3.1.2. Interkulturelle Kompetenz bei Lehrerinnen und Lehrern aus Sicht der empirischen Bildungsforschung (vgl. Bender-Szymanski, 2013)
3.1.3. Dimensionen interkultureller Kompetenz aus Sicht von Lehrkräften (vgl. Over, Mienert, 2010)
3.1.4. Intercultural Competenve in education, counselling and psychotherapie (vgl. Portera, 2014)
3.2. Zusammenfassung der Ergebnisse
3.2.1. Kategorie „Persönlichkeit“
3.2.2. Kategorie „curriculare Eingebundenheit kultureller Inhalte “
3.2.3. Kategorie „Lernprozessgestaltung“
3.2.4. Kategorie „professionelle Beziehungsarbeit“
3.2.5. Kategorie „professionelles Konfliktmanagement“
3.2.6. Kategorie „Sprache“
3.2.7. Kategorie „Kooperation“
3.3. Das erweiterte Kompetenzprofil des interkulturell professionell Lehrenden
4. Diskussion
4.1. Kritische Betrachtung der interkulturellen Kompetenzen
4.2. Stärken und Schwächen der Studien
4.2.1. Stärken und Schwächen der Studie: Der „Diversity-Professional“ in der beruflichen Bildung (Kimmelmann 2009)
4.2.2. Stärken und Schwächen der Studie: Interkulturelle Kompetenz bei Lehrerinnen und Lehrern aus Sicht der empirischen Bildungsforschung (Bender-Szymanski, 2013)
4.2.3. Stärken und Schwächen der Studie: Dimensionen interkultureller Kompetenz aus Sicht von Lehrkräften (Over, Mienert, 2010)
4.2.4. Stärken und Schwächen der Studie: Intercultural Competenve in education, counselling and psychotherapie (Portera, 2014)
4.3. Stärken und Schwächen der vorliegenden Arbeit (methodisches Vorgehen)
5. Schlussfolgerung
6. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit verfolgt das zentrale Ziel, ein wissenschaftlich fundiertes Kompetenzprofil für Lehrende in der beruflichen Bildung zu entwickeln, das sie befähigt, kulturelle Vielfalt im schulischen Kontext konstruktiv zu gestalten. Die Kernfrage der Arbeit untersucht, welche spezifischen interkulturellen Kompetenzen erforderlich sind, um Diversity-Management-Ansätze erfolgreich in den Unterricht sowie in die pädagogische Arbeit zu integrieren.
- Grundlagen des Diversity-Management-Ansatzes und dessen Übertragbarkeit auf Bildungseinrichtungen
- Herausforderungen und Potenziale kultureller Diversität im beruflichen Bildungskontext
- Identifikation und Kategorisierung interkultureller Kompetenzen durch eine systematische Literaturanalyse
- Erstellung eines erweiterten Kompetenzprofils für den „interkulturell professionell Lehrenden“
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Lehrende in der beruflichen Bildung treffen häufig eine heterogene Gruppe bestehend aus Lernenden mit verschiedenen Migrationshintergründen an (vgl. Hachfeld, 2013, S. 11). In vielen Fällen findet man eine Variation von Auszubildende mit Migrationshintergrund aus der ersten Generation, der zweiten Generation, sowie aus verschiedenen Herkunftsländern vor. Das ist verbunden mit ethnischer, sprachlicher, sozialer und religiöser Diversität (vgl. (Berufsbildungsbericht, 2019, S. 46). Diese Diversität ist eine große Herausforderung für die professionellen Lehrenden in beruflichen Bildungseinrichtungen. Vielfalt ist jedoch schon längst zum Normalfall in Deutschland geworden und sollte nicht länger als eine Belastung dargestellt werden (vgl. Kimmelmann 2009, S. 7). Die Ergebnisse des Statistischen Bundesamts aus den Jahren 2006 und 2018 zeigen, dass der Anteil an Bürgern mit Migrationshintergrund stetig wächst (vgl. Statistisches Bundesamt, 2018, 2006).
Der Umgang mit kultureller Diversität im deutschen Bildungssystem wird in der Literatur als mangelhaft beschrieben (vgl. Auernheimer, 2009, S. 12). Die Mängel des berufsbildenden Systems im Umgang mit kultureller Diversität sind auf verschiedenen Ebenen zu erkennen. Auf der Ebene der Berufspolitik und der Forschung sind große Vernachlässigungen wahrzunehmen. Dies wird darin ersichtlich, dass kaum wissenschaftliche Analysen oder pädagogische Konzepte existieren, die kulturelle Vielfalt aufgreifen (vgl. Bethschneider, 2008, S.2). Diese geringe Beachtung der kulturellen Diversität spiegelt sich auch auf der Ebene der Schulen wider.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die zunehmende kulturelle Diversität in der beruflichen Bildung und postuliert die Notwendigkeit, diesen Wandel durch interkulturelle Lehrkompetenzen konstruktiv zu gestalten.
2. Hauptteil: Definiert die theoretischen Grundlagen (Diversität, kulturelle Vielfalt, Diversity Management), analysiert Herausforderungen sowie Potenziale und leitet ein Kompetenzprofil für Lehrende ab, ergänzt durch die methodische Vorgehensweise.
3. Ergebnisse: Stellt die im Rahmen der Literaturanalyse identifizierten Kompetenzkategorien vor, die für den professionellen Umgang mit kultureller Diversität essenziell sind.
4. Diskussion: Reflektiert kritisch die identifizierten interkulturellen Kompetenzen und bewertet die Stärken und Schwächen der herangezogenen Studien sowie der eigenen methodischen Vorgehensweise.
5. Schlussfolgerung: Führt die Resultate zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, interkulturelle Kompetenz als integralen Bestandteil der Lehrerbildung und beruflichen Fortbildung zu etablieren.
6. Ausblick: Identifiziert Forschungsbedarfe bezüglich der Effektivitätsprüfung von Kompetenzprofilen und fordert einen höheren Stellenwert der Diversitätsorientierung in der zukünftigen Berufspädagogik.
Schlüsselwörter
Diversity Management, Berufliche Bildung, Interkulturelle Kompetenz, Kulturelle Diversität, Lehrerbildung, Heterogenität, Kompetenzprofil, Qualitative Inhaltsanalyse, Inklusion, Chancengleichheit, Migrationshintergrund, Schulkultur, Zusammenfassung von Studienergebnissen, Pädagogische Professionalität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit untersucht, wie der Ansatz des Diversity Management in der beruflichen Bildung angewendet werden kann und welche professionellen Kompetenzen Lehrende benötigen, um dieser Aufgabe gerecht zu werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Bedeutung von Diversität in Bildungseinrichtungen, die Anwendung von Diversity-Management-Strategien sowie die Erstellung eines Kompetenzprofils für Lehrende im multikulturellen Umfeld.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel besteht in der Entwicklung eines Kompetenzprofils für Lehrende in der beruflichen Bildung, um den Umgang mit kulturell diversen Lernenden professionell zu gewährleisten. Die Kernfrage lautet: „Welche interkulturellen Kompetenzen benötigen Lehrende in der beruflichen Bildung, um Diversity-Management-Ansätze im schulischen Kontext umsetzen zu können?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt ein systematisches Literaturreview durch, bei dem ausgewählte empirische Studien mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet und synthesiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Auseinandersetzung mit Herausforderungen und Chancen kultureller Vielfalt, die Adaption von Management-Ansätzen auf den Bildungskontext sowie die detaillierte Darstellung eines modernen Standard-Kompetenzprofils für pädagogische Fachkräfte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Diversity Management, berufliche Bildung, interkulturelle Kompetenz, Lehrerrolle, Heterogenität und Kompetenzprofil charakterisieren.
Wie unterscheidet sich die Arbeit von anderen pädagogischen Ansätzen?
Die Arbeit weicht vom klassischen Blick auf Heterogenität ab, indem sie nicht nur defizitorientierte Herausforderungen betrachtet, sondern explizit eine ressourcenorientierte „Diversity-Management-Perspektive“ einnimmt, die Vielfalt als Chance für Lern- und Organisationsprozesse begreift.
Welche Rolle spielt die Schulleitung laut dem Modell?
Die Schulleitung übernimmt eine Steuerungsfunktion, indem sie Veränderungsprozesse initiiert, Ressourcen für interkulturelle Projekte bereitstellt und die Schulkultur sowie Curricula aktiv in Richtung Diversitätsorientierung weiterentwickelt.
- Arbeit zitieren
- Tim Tübbing (Autor:in), 2020, Diversity Management in der beruflichen Bildung. Ein systematisches Literaturreview, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1358815