Im Folgenden soll zunächst der Begriff der „touristischen Dienstleistung“ näher erläutert und allgemeine Grundlagen zu Automobilkonzernen herausgearbeitet werden. Anschließen wird sich ein Überblick über den status quo und die Konzepte bei deutschen Premiumherstellern, hinsichtlich deren Angebot an touristischen Dienstleistungen. Diese Einschränkung erscheint mir sinnvoll, da die deutschen Premiumhersteller bereits vielfältige touristische Dienstleistungen anbieten und deshalb einen guten Überblick ermöglichen. Im Einzelnen sollen hierbei die von einer Tochtergesellschaft der VW AG betriebene AutoStadt, die Audi Foren und das Museum Mobile, die BMW-Welt, das Mercedes-Benz-Museum und das von Porsche geplante Museum näher beleuchtet werden. Dies soll mit einem Unterpunkt abgeschlossen werden, welcher die konzeptionellen Gemeinsamkeiten bei den verschiedenen Ansätzen betrachtet und versucht sie ansatzweise zu strukturieren.
Touristische Dienstleistungen, die Autos bzw. ein Fahrerlebnis mit einschließen und bereits von Dritten angeboten werden, sollen im nächsten Unterpunkt beleuchtet werden. Zwei exemplarische Angebote sollen helfen dies zu illustrieren. Spannend ist hier die Frage, ob es sich lohnt diesen bereits am Markt etablierten Anbietern Konkurrenz zu machen. Angeschnitten werden soll hierbei die Überlegung, ob Automobilkonzerne genügend touristisches Know-how besitzen um vergleichbare Dienstleistungen anzubieten, oder ob ein Ausflug in derartige Gefilde mit zu vielen Unwägbarkeiten behaftet ist.
Anschließen wird sich die allgemeinere Betrachtung einer Frage, die schon im vorhergehenden Punkt angeklungen ist und zwar ob das Anbieten von touristischen Dienstleistungen ein notwendiges und nützliches Abrunden des Leistungsspektrums darstellt oder von (vermeintlichen) Kernprozessen und –aufgaben ablenkt.
Die Überlegung, welche Leistungen ein integrierter Automobil- bzw. Touristikkonzern in der Zukunft anbieten könnte und welche Synergien und Gefahren sich daraus für so einen Konzern ergeben könnten, soll den Hauptteil abrunden. Mit einem persönlichen Fazit wird die vorliegende Arbeit abschließen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in das Thema
1.1. Problemstellung
1.2. Gang der Untersuchung
2. Grundsätzliche Begriffsklärungen
2.1. Die touristische Dienstleistung
2.2. Allgemeine Grundlagen zu Automobilkonzernen
3. Die Konzepte der deutschen Premiumhersteller
3.1. Die AutoStadt von VW
3.2. Audi Foren und Museum Mobile
3.3. Die BMW-Welt
3.4. Das Mercedes-Benz-Museum
3.5. Das von Porsche geplante Museum
3.6. Konzeptionelle Gemeinsamkeiten zwischen den Ansätzen
4. Touristische Dienstleistungen von Dritten
4.1. Red Travel – Ferraritouren durch die Toskana
4.2. „Self-drive“ Pauschalprogramme von TUI – Chinesen in Audis unterwegs auf deutschen Autobahnen
5. Kritische Diskussion und eine Zukunftsvision
5.1. Touristische Dienstleistungen von Automobilkonzernen – notwendige Ergänzung des Leistungsspektrums oder Vernachlässigung von Kernaufgaben?
5.2. Der Automobilkonzern als Touristikdienstleister – Chancen und Grenzen
6. Persönliches Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht, inwiefern Automobilkonzerne durch die Schaffung touristischer Angebote und Erlebniswelten ihre Markenprofile schärfen und die Kundenbindung in gesättigten Märkten erhöhen können, und bewertet dabei die Notwendigkeit sowie die Grenzen dieses Diversifizierungsansatzes.
- Analyse der Erlebniswelten führender deutscher Automobilhersteller
- Untersuchung der touristischen Dienstleistungsangebote externer Anbieter im Automobilsektor
- Diskussion über Synergien und Risiken der lateralen Diversifikation
- Bewertung von Markenkommunikation durch "Tempel der Mobilität"
- Ausblick auf zukünftige Potenziale für Automobil- und Touristikkonzerne
Auszug aus dem Buch
3.1. Die AutoStadt von VW
Die Entscheidung die AutoStadt zu errichten fiel bereits 1996. Ursprünglich auf einer vagen Idee Ferdinand Piëchs beruhend, wurde das 850-Millionen DM Projekt in nur 23 Monaten Bauzeit fertig gestellt und im Juni 2000, anlässlich der Weltausstellung EXPO 2000, eröffnet.
Auf 25 Hektar ehemaligen Brachlands ist eine Erlebniswelt für Autotouristen und –käufer entstanden, die 1600 Menschen beschäftigt und täglich im Durchschnitt 6000 Besucher anzieht (o.V. 2002, S.502).
Betrieben wird die AutoStadt nicht von Volkswagen selbst, sondern von einer eigens gegründeten Tochtergesellschaft, der AutoStadt GmbH. Schon damit soll kommuniziert werden, dass hier eine Welt geschaffen wurde, in der mit alten Strukturen gebrochen werden und sich alles um den Kunden und seine Bedürfnisse und Wünsche drehen soll. Doch der Anspruch der AutoStadt ist weitreichender: Ein „Center of Excellence für Service und Dienstleistung“ will man sein, Standards in der Dienstleistungsorientierung setzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in das Thema: Es wird die Problemstellung der Arbeit erläutert, welche die Rolle von touristischen Dienstleistungen bei Automobilkonzernen zur Schärfung des Markenprofils und zur Kundenbindung beleuchtet.
2. Grundsätzliche Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe der touristischen Dienstleistung und erarbeitet allgemeine Grundlagen zu Automobilkonzernen.
3. Die Konzepte der deutschen Premiumhersteller: Hier werden die spezifischen Erlebniswelten von VW, Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche analysiert und konzeptionelle Gemeinsamkeiten strukturiert.
4. Touristische Dienstleistungen von Dritten: Dieses Kapitel betrachtet bestehende Angebote von Drittanbietern, wie Ferraritouren und Self-drive-Programme, und diskutiert deren Konkurrenzpotenzial.
5. Kritische Diskussion und eine Zukunftsvision: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Notwendigkeit dieser Dienstleistungen sowie eine Untersuchung der Chancen und Grenzen als Touristikdienstleister.
6. Persönliches Fazit: Das Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und resümiert die strategische Bedeutung der Erlebnisorientierung für die Branche.
Schlüsselwörter
Automobilkonzerne, Touristische Dienstleistungen, Erlebniswelten, Kundenbindung, Markenprofil, Markenkommunikation, Premiumhersteller, Diversifikation, AutoStadt, Erlebnisökonomie, Marketingstrategie, Tourismus, Industrieerlebniswelten, Markenstrategie, Produktinszenierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Strategie deutscher Automobilhersteller, touristische Dienstleistungen und sogenannte Erlebniswelten zur Markenkommunikation und Kundenbindung einzusetzen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Erlebniswelten der Automobilhersteller, die strategische Bedeutung der Markeninszenierung und die laterale Diversifikation in den Tourismussektor.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, dass touristische Konzepte bei Automobilherstellern existieren, und zu analysieren, welche strategischen Ziele diese bei der emotionalen Kundenansprache verfolgen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Untersuchung, die auf der Analyse von Fachliteratur, Firmenkonzepten und Marktbeobachtungen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Konzepte der deutschen Premiummarken, beleuchtet Angebote von Drittanbietern und diskutiert kritisch die Synergien und Gefahren dieser Entwicklung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Erlebniswelten, Kundenbindung, Markenprofil, Automobilbranche und touristische Dienstleistungen charakterisiert.
Warum spielt die Architektur für die Erlebniswelten der Autohersteller eine so wichtige Rolle?
Architektur und Design sind entscheidend, da sie Transparenz und Weltoffenheit demonstrieren und den Besuchern helfen sollen, die Marke mit allen Sinnen zu erleben.
Warum ist das Beispiel Opel für die Untersuchung relevant?
Das Beispiel Opel dient als warnendes Gegenbeispiel, das verdeutlicht, dass touristische Ausflüge keine Selbstläufer sind und bei fehlender Authentizität scheitern können.
Welche Rolle spielt die Selbstabholung eines Fahrzeugs in der AutoStadt?
Die Fahrzeugabholung ist eine perfekt choreografierte Zeremonie, die Teil des Erlebniskonzepts ist, obwohl sie nur einen kleinen Teil der gesamten Besucheraktivitäten ausmacht.
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- B. Sc. Pirmin Seßler (Author), 2007, Touristische Dienstleistungen von Automobilproduzenten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135895