Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Generation X, die zwischen 1965 und 1980 geboren wurde. Neben den aktuell in der Gesellschaft präsenten Generationen, wird die Generation X genauer betrachtet. Hier ist die deutsche Generation X von besonderem Interesse, da in der Prägephase dieser Generation die Teilung Deutschlands beendet wurde. Es wird ermittelt, welche spezifischen Werte und Eigenschaften diese Generation im Laufe ihres Lebens erworben hat. Diese Generation ist heute auf dem Weg ins Rentenalter und muss sich zwangsläufig auch mit Pflege im Alter auseinander setzen.
Daher ist es der Verfasserin wichtig zu überprüfen, ob aktuell angewandte Pflegemodelle aus der Gerontopsychiatrie den generationenspezifischen Aspekten der alternden Generation X gerecht werden. Die von der Verfasserin ausgewählten Pflegemodelle werden kurz vorgestellt und beschrieben.
Zunächst wird geklärt, was unter einer Generation verstanden werden kann und welche Betrachtungsweise in dieser Arbeit relevant ist.
Die Basis dieser Arbeit ist eine orientierende Literaturrecherche, in welcher die Attribute der Generation X ermittelt werden. Eine Tendenz der bedeutsamen Attribute wird herausgearbeitet. Die beschriebenen Eigenschaften und Einstellungen werden in Bezug zu den ausgewählten Pflegemodellen gesetzt.
Dabei zeigt sich, dass die ausgewählten Pflegemodelle für die Generation X anwendbar sind, wenn die individuelle Biografie und die Kognition der zu Pflegenden maßgeblich mit einbezogen wird. Somit ist diese Arbeit eine wertvolle Orientierungshilfe, um bereits heute Akzente in der Pflege zu setzen, damit die Generation X sich mit ihren Bedürfnissen im Bereich der Pflege in der Zukunft wahrgenommen fühlt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Pflegemodelle
2.1.1 Psychobiographisches Modell nach Böhm
2.1.2 Gezeitenmodell nach Phil Barker
2.2 Generationen
2.2.1 Generationenkonzepte
2.2.2 Generationenüberblick
2.2.3 Die Generation X
2.2.4 Generation Golf
2.2.5 Die dritte Generation Ost
2.2.6 Generation X international
3. Wissenschaftliche Zielsetzung und Fragestellung
4. Methodik
5. Charakteristika der Generation X
5.1 Generationsspezifische Fremdzuschreibungen
5.2 Generationsspezifische Selbstzuschreibungen
5.3 Zusammenfassung der generationsspezifischen Attribute
6. Erörterung der generationenspezifischen Eigenschaften im Kontext der ausgewählten Pflegemodelle
6.1 Generation X im Psychobiographischen Modell nach Böhm
6.2 Generation X im Gezeitenmodell nach Barker
7. Schlussfolgerung/ Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, zu analysieren, ob aktuelle gerontopsychiatrische Pflegemodelle den spezifischen Werten und Bedürfnissen der Generation X gerecht werden oder entsprechend angepasst werden müssen.
- Charakterisierung der Generation X (Werte, Einstellungen, Prägung durch die deutsche Wiedervereinigung).
- Analyse und Vorstellung des Psychobiographischen Modells nach Böhm sowie des Gezeitenmodells nach Barker.
- Gegenüberstellung der Attribute der Generation X mit den Ansätzen der gewählten Pflegemodelle.
- Diskussion über die Anwendbarkeit dieser Modelle bei kognitiven Einschränkungen.
- Ableitung von Empfehlungen für eine zukunftsorientierte gerontopsychiatrische Pflege.
Auszug aus dem Buch
2.1 Pflegemodelle
Ein Pflegemodell gibt Metaparadigmen vor, welche die zentralen Phänomene der Pflege und ihre Beziehung untereinander widerspiegeln. Ein Pflegemodell beschäftigt sich immer mit der zu pflegenden Person, ihrer Umwelt, ihrer Gesundheit oder Krankheit und mit den sich daraus ergebenden Pflegehandlungen. Diese theoretische Basis gibt vor, wie Umfang der Pflege aussehen soll, welcher Zweck mit den Pflegehandlungen erreicht werden soll und welche Werte und Haltung sich dahinter verbergen. Anhand der vorgegebenen Struktur eines Modells ist es möglich, die Wirkung der Pflege zu evaluieren.
„Ein Pflegemodell ist eine vereinfachte, schematische, symbolische oder sprachliche Darstellung der Pflege, die in abstrakter Form wesentliche Aspekte der Pflege und Zusammenhänge zwischen diesen Aspekten wiedergibt.“ (Sauter, Abderhalden, Needham & Wolff, S.61)
Eine solche pflegetheoretische Grundlage gibt den Rahmen für die tägliche Arbeit vor. Daraus ergibt sich oft das Leitbild einer Einrichtung, es ist richtungsweisend für einen eventuellen pflegefachlichen Schwerpunkt. Die dabei in der Praxis entstehende Systematik ermöglicht eine strukturierte und einheitliche Pflegehandlung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtet den demografischen Wandel und die steigende Relevanz von Pflegebedürftigkeit für die alternde Generation X.
2. Theoretischer Hintergrund: Definiert Pflegemodelle sowie Generationenkonzepte und arbeitet die Besonderheiten der Generation X in Abgrenzung zu anderen Generationen heraus.
3. Wissenschaftliche Zielsetzung und Fragestellung: Formuliert die zentrale Forschungsfrage, ob aktuelle Modelle den spezifischen Aspekten dieser Generation gerecht werden.
4. Methodik: Beschreibt die durchgeführte Literaturrecherche und die Vorgehensweise bei der Datenauswahl.
5. Charakteristika der Generation X: Erarbeitet auf Basis von Fremd- und Selbstbeschreibungen ein Attributprofil der Generation.
6. Erörterung der generationenspezifischen Eigenschaften im Kontext der ausgewählten Pflegemodelle: Analysiert kritisch die Anwendung der Modelle von Böhm und Barker auf die Generation X.
7. Schlussfolgerung/ Fazit: Fasst zusammen, dass die Modelle individuell anwendbar sind, aber eine stärkere Berücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse und Werte der Generation X erforderlich machen.
Schlüsselwörter
Generation X, Gerontopsychiatrie, Pflegemodelle, Psychobiographisches Modell nach Böhm, Gezeitenmodell nach Barker, Altersgerechte Pflege, Demografischer Wandel, Generationenkonzepte, Biografiearbeit, Pflegebedürftigkeit, Autonomie, Wertvorstellungen, Generation Golf, Dritte Generation Ost, Empowerment.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob aktuelle gerontopsychiatrische Pflegemodelle die spezifischen Eigenschaften und Werte der Generation X berücksichtigen, wenn diese Generation in Zukunft pflegebedürftig wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die gerontopsychiatrische Pflege, die soziologische Generationenforschung und die Analyse von Pflegemodellen hinsichtlich ihrer biografischen und kohortenspezifischen Ausrichtung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Hauptfrage lautet: Werden aktuell angewandte gerontopsychiatrische Pflegemodelle den spezifischen Aspekten der Generation X gerecht?
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Verfasserin führt eine orientierende Literaturrecherche durch, kategorisiert Fremd- und Selbstzuschreibungen der Generation X und gleicht diese mit den theoretischen Ansätzen ausgewählter Pflegemodelle ab.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen zu Pflegemodellen und Generationen, die Charakterisierung der Generation X (inkl. Untergruppen) sowie die diskursive Gegenüberstellung dieser Erkenntnisse mit den Modellen von Böhm und Barker.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Generation X, Autonomie, Pflegemodelle, biografische Pflege, Empowerment und der demografische Wandel.
Warum spielt die Teilung Deutschlands eine Rolle für die Generation X in dieser Arbeit?
Die deutsche Generation X ist durch das Aufwachsen in zwei verschiedenen politischen Systemen geprägt, was zu unterschiedlichen Sozialisationserfahrungen führt, die wiederum bei der Pflege zu beachten sind.
Wie unterscheiden sich die Modelle von Böhm und Barker in Bezug auf die Autonomie der zu pflegenden Person?
Während das Modell von Böhm die Pflegekraft als aktiv steuernde Instanz (Impulsgebung) sieht, setzt Barker auf Empowerment und das Expertenwissen der zu pflegenden Person über ihre eigene Geschichte.
- Citar trabajo
- Bettina Grundmann-Horst (Autor), 2018, Die Besonderheiten der Generation X. Werden aktuell angewandte gerontopsychiatrische Pflegemodelle den spezifischen Aspekten dieser Generation gerecht?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1359206