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Attis lebt. Catull c. 63. Was ist die Botschaft, die Bedeutung des Attis-Gedichts?

Titel: Attis lebt. Catull c. 63. Was ist die Botschaft, die Bedeutung des Attis-Gedichts?

Seminararbeit , 2008 , 21 Seiten , Note: 1

Autor:in: Vanya Gheorghita (Autor:in)

Latein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bei meiner Berührung mit Catulls c. 63 war das Staunen da, das Staunen über Attis' Handeln, Staunen über das Neue, Unerhörte und Unverständliche. Ich konnte mir nicht erklären, wie es dazu kommt, dass sich ein junger Mensch, der sich an der Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt – also in einer Übergangssituation – befindet, verstümmelt. Oder ist es gar keine Verstümmelung? Was ist es dann?

Catull tritt mit seinem Attis-Gedicht in den Bereich des arrhêtos, des Unsagbaren und Unbegreiflichen. Was ist die Botschaft, die Bedeutung des Attis-Gedichts?

Angeregt durch die Problematik der Transition und hiermit im weiteren Sinne durch das Phänomen der Liminalität, möchte ich mich im Lesen von c. 63 langsam an Attis' Körper herantasten. Dabei versuche ich das In-Erscheinung-treten des Körpers, also die Phänomenologie des Körpers, im Text zu verfolgen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Warum Attis?

Attis' Körper: Szenographie der Körperlichkeit

Attis' Körper I (1-5)

Attis' Körper II: (6-38)

Attis' Körper III: (39-73)

Attis' Körper IV: (74-90)

Attis lebt – in der trans scene

Andere, die den Furor überlebten

Bibliographie

Catull Ausgaben und Kommentare

Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Gedicht 63 von Catull unter dem Aspekt der körperlichen Verwandlung und liminalen Identität von Attis. Dabei wird analysiert, wie sich die Figur zwischen den Polen von Geschlecht, gesellschaftlicher Zugehörigkeit und den mythischen Kräften von Furor und Transformation bewegt.

  • Phänomenologie der Körperlichkeit in Catulls c. 63
  • Die Rolle von Geschlecht und "Transgender"-Aspekten in antiken Texten
  • Die Bedeutung von Furor divinus und liminalen Räumen
  • Die erzähltechnische Konstruktion des Attis-Körpers

Auszug aus dem Buch

Attis' Körper I (1-5)

In der ersten Zeile erfahren wir den Namen des Protagonisten „Attis“, der sich an der Oberfläche des Meeres mittels eines Schiffes schnell bewegt (vectus Attis celeri rate). Er berührt den phrygischen Hain schnell: mit den Extremitäten seines Körpers (pes), gesteuert durch den inneren Beweggrund der Begierde (cupide). Erst als Attis sein Ziel erreicht hat, die Stätte der Göttin (loca deae), kommt er zum Halt. Ibi lokalisiert ihn deiktisch an Ort und Stelle; da wird die innere Begierde von einem äußeren Stachel (stimulatus) ersetzt, denn sein Inneres (animus) ist unbestimmt (vagus). In der fünften Zeile schneidet er sich selber schlichtweg die Gewichte seiner Unterleibes ab; die vielen Längen dieser Zeile, die den Galljambus fast in einen Daktylus verkleiden, setzen nicht nur dem schnellen Lauf von Attis eine Bremse, sondern verleihen diesem Befreiungsakt von der Last seines Körpers gar einen feierlichen Ton.

Zusammenfassung der Kapitel

Warum Attis?: Einleitend wird das Staunen über Attis' Handeln reflektiert und das Interesse an der Verbindung von literarischen antiken Texten mit modernen Perspektiven, wie der transgender theory, begründet.

Attis' Körper: Szenographie der Körperlichkeit: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Rahmen und die Phänomenologie des Körpers, der liminal zwischen Individuum und Umwelt verortet ist.

Attis' Körper I (1-5): Analysiert die erste Bewegung des Protagonisten, seine Ankunft im phrygischen Hain und den Akt der Kastration als Befreiungsakt.

Attis' Körper II (6-38): Untersucht die erzählerische Distanz und das rhetorische Fehlen einer empathischen Kommentierung durch den Erzähler zu den katastrophalen Ereignissen.

Attis' Körper III (39-73): Betrachtet die emotionale Rückschau und Selbstreflexion des Attis nach der Kastration sowie seine Positionierung zwischen den Geschlechtern.

Attis' Körper IV (74-90): Thematisiert die letzte Rede des Attis und seine endgültige Auslieferung an die Wildnis und die Göttin Kybele.

Attis lebt – in der trans scene: Zieht das Fazit zur liminalen Existenz von Attis, der weder ganz Frau noch Mann ist und in einem Zwischenraum feststeckt.

Andere, die den Furor überlebten: Setzt das Schicksal des Dichters Catull in Bezug zum Furor der Liebe und vergleicht ihn mit anderen literarischen Figuren.

Schlüsselwörter

Catull, Attis, Transgender-Theorie, Kastration, Körperlichkeit, Furor, Liminalität, Antike, Geschlechtsidentität, Phänomenologie, Carmina maiora, Kybele, Transsexualität, Gattungstransgression, Mythos.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Catulls Gedicht 63, in dem die Figur Attis durch Kastration ihre geschlechtliche Identität transformiert und in eine liminale, schmerzhafte Existenz als Priester der Göttin Kybele eintritt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die Themen der Geschlechtsverwandlung, der metrischen und narrativen Konstruktion von Körperlichkeit sowie das Verhältnis zwischen antiken Texten und modernen Identitätsdiskursen.

Was ist die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage kreist um die Frage nach der Interpretation von Attis' Handeln: Wie lässt sich die liminale Situation des Übergangs und die Spannung zwischen Körper, Geist und gesellschaftlicher Wahrnehmung textnah beschreiben?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche, phänomenologische Analysemethode angewandt, die den Text im Kontext narratologischer Ansätze untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte zeilenweise Analyse des Gedichts, wobei die Bewegung des Körpers von der maritimen Ankunft bis hin zur endgültigen Verfestigung im Dienst der Kybele verfolgt wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Attis, Kybele, Kastration, Furor, Transgender, Identität, Liminalität und Catulls Carmen 63.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise auf Attis vor und nach der Kastration?

Vor der Kastration bewegt sich Attis als aktiver, zielstrebiger Protagonist; nach der Kastration wird er in einer reflektierenden, leidenden Instanz gezeigt, die ihre neue Position in einer liminalen, unbestimmten Zwischenwelt erkennt.

Welche Bedeutung kommt dem Furor divinus im Werk zu?

Der Furor dient als antreibende Kraft für die Transformation: Er beraubt Attis der normalen Urteilsfähigkeit und führt ihn in den transgressiven Zustand, der nötig ist, um gesellschaftliche Normen zu überschreiten.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Attis lebt. Catull c. 63. Was ist die Botschaft, die Bedeutung des Attis-Gedichts?
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Abteilung für Griechische und Lateinische Philologie)
Veranstaltung
Hauptseminar "Catull: Carmina maiora"
Note
1
Autor
Vanya Gheorghita (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
21
Katalognummer
V1359262
ISBN (PDF)
9783346876430
ISBN (Buch)
9783346876447
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Catull Attis transgender Körper
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Vanya Gheorghita (Autor:in), 2008, Attis lebt. Catull c. 63. Was ist die Botschaft, die Bedeutung des Attis-Gedichts?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1359262
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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