In der heutigen Unternehmenswelt ist eine Vielzahl von unterschiedlichen Anwendungssystemen (AWS) im Einsatz. Bereits innerhalb der Unternehmensgrenzen einer Organisation werden oft für die einzelnen Funktionsbereiche verschiedene AWS verwendet. Diese Vielfalt der Systeme ist in den meisten Fällen historisch gewachsen oder durch Fusionen entstanden.
Die eingesetzten Systeme sind allerdings i.d.R. nicht für die Zusammenarbeit mit anderen Systemen ausgelegt und verfügen daher kaum über (standardisierte) Schnittstellen zum Austausch der Daten. „Als Legacy-Systeme gelten alle Softwaresysteme, die mit einer früheren Softwaretechnologie als die gegenwärtige implementiert wurden.“1 Ein Austausch dieser Legacy-Systeme durch moderne Systeme mit offenen Kommunikationsmöglichkeiten, ist meistens nicht möglich, da es sich oftmals um geschäftskritische Anwendungen handelt. Ein Ausfall dieser Systeme würde die Zukunft des Unternehmens bedrohen und stellt daher ein zu großes Risiko dar.
Im Sinne der Vorstellung durchgängiger IT-gestützter Geschäftsprozesse, die teilweise unternehmensübergreifend erfolgen sollen, ist dies uneffektiv. Es besteht die Gefahr von redundanter Datenhaltung, Medienbrüchen und im schlimmsten Fall sogar von Informationsverlusten. Inkonsistenzen in den Datenbeständen der einzelnen AWS sind vorprogrammiert. Dies kann bereits durch einen so simplen Geschäftsvorgang wie einer Adressänderung passieren. Außerdem können dem Unternehmen erweiterte Möglichkeiten wie Cross-Selling-Aktivitäten oder eine einheitliche Kundenansprache entgehen.
Inhaltsverzeichnis
1 AUSGANGSSITUATION
2 ENTERPRISE APPLICATION INTEGRATION
2.1 PUNKT-ZU-PUNKT-INTEGRATION
2.3 BUS-ARCHITEKTUR
2.4 ARCHITEKTUREBENEN
2.4.1 Integrationsmodell
2.4.2 Kommunikationsmodell
2.4.3 Integrationsmechanismen
2.4.4 Middleware
2.5 WEBSERVICES
2.5.1 Basistechnologie
2.5.2 Webservice Architektur
2.5.3 Datentransformation
3 TENDENZEN
3.1 PORTALE
3.2 SERVICEORIENTIERTE ARCHITEKTUR (SOA)
4 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die technologischen Herausforderungen und Lösungsansätze der Enterprise Application Integration (EAI), um heterogene IT-Systemlandschaften effizient zu vernetzen und Geschäftsprozesse durchgängig zu automatisieren.
- Methoden der Systemvernetzung (Punkt-zu-Punkt, Hub-and-Spoke, Bus-Architektur)
- Struktur und Ebenen der EAI-Architektur
- Technologien und Standards wie Webservices, SOAP und XML-basierte Datentransformation
- Moderne Trends wie Portallösungen und Serviceorientierte Architekturen (SOA)
Auszug aus dem Buch
2.1 Punkt-zu-Punkt-Integration
Auf der Punkt-zu-Punkt (P2P) Integrationsstufe erfolgt die Kopplung durch eine direkte Kommunikationsverbindung zwischen den beiden zu Verbindenden AWS.
Die Anzahl der benötigten Schnittstellen steigt mit zunehmender Anzahl an AWS linear nach der Formel n*(n-1) an. Dies bedeutet, dass sich der Aufwand zur Einrichtung und anschließenden Wartung der Schnittstellen mit jedem neuen AWS erhöht.
Bereits in dieser relativ kleinen Umgebung mit 4 AWS werden zur vollständigen Integration 12 Schnittstellen benötigt. Da es sich bei jeder Schnittstelle i.d.R. um individuell angepasste Verbindungen handelt ist die Implementierung mit hohem Aufwand verbunden. Erfolgt ein Austausch eines AWS, müssen mit einem Schlag für Schnittstellenanpassungen in den verbliebenen drei AWS durchgeführt werden.
Die Anfangskosten einer P2P-Integration sind relativ gering. Es fallen nur die ohnehin zu zahlenden Lizenzkosten für die Anwendungssoftware und die Einrichtung der Schnittstellen in den jeweiligen AWS an. Aus den o.g. Gründen sind allerdings Betrieb und Wartung von hohen Folgekosten begleitet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 AUSGANGSSITUATION: Beschreibt die Probleme historisch gewachsener, isolierter Anwendungssysteme und die Notwendigkeit einer systemübergreifenden Prozessintegration.
2 ENTERPRISE APPLICATION INTEGRATION: Erläutert technische Ansätze und Architekturebenen, um den Datenaustausch zwischen verschiedenen Anwendungen zu automatisieren.
2.1 PUNKT-ZU-PUNKT-INTEGRATION: Analysiert die direkte Kopplung von Systemen und zeigt den hohen Wartungsaufwand bei wachsender Systemanzahl auf.
2.3 BUS-ARCHITEKTUR: Beschreibt ein auf asynchroner Kommunikation basierendes Modell zur effizienten Massenverteilung von Daten.
2.4 ARCHITEKTUREBENEN: Differenziert die EAI-Umsetzung in die Sichten Integrationsmodell, Kommunikationsmodell, Integrationsmechanismen und Middleware.
2.5 WEBSERVICES: Erörtert die Nutzung definierter Softwaremodule für den automatisierten Maschine-zu-Maschine-Datenaustausch.
3 TENDENZEN: Stellt moderne Ansätze wie Portale und Serviceorientierte Architekturen (SOA) zur Steigerung der Flexibilität vor.
4 FAZIT: Fasst den Wandel hin zur geschäftsprozessorientierten Integration zusammen und betont die Bedeutung von Standardtechnologien für künftige Anforderungen.
Schlüsselwörter
Enterprise Application Integration, EAI, Punkt-zu-Punkt-Integration, Middleware, Webservice, SOA, SOAP, XML, Datentransformation, Messaging, Bus-Architektur, Geschäftsprozess, Systemintegration, IT-Infrastruktur, Datenaustausch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Herausforderungen und technischen Konzepte bei der Integration unterschiedlicher Anwendungssysteme in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind klassische Integrationsmodelle, Middleware-Technologien, Webservices und aktuelle Architekturtrends wie die Serviceorientierte Architektur.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Methoden aufzuzeigen, wie durch eine effiziente Systemintegration redundante Datenhaltung vermieden und die Effektivität von Geschäftsprozessen gesteigert werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es erfolgt eine fundierte theoretische Analyse und Gegenüberstellung verschiedener technischer Integrationsansätze anhand existierender Fachliteratur und Architekturmodelle.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung technischer Architekturen (P2P, Hub-and-Spoke, Bus) sowie eine Analyse der Ebenen, auf denen Integration stattfinden kann.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere EAI, Middleware, Webservices, Mapping, XML und lose Koppelung.
Warum ist die Punkt-zu-Punkt-Integration für große Umgebungen problematisch?
Da der Schnittstellenaufwand quadratisch mit der Anzahl der Systeme wächst, steigen die Wartungskosten bei diesem Modell sehr schnell in einen unwirtschaftlichen Bereich.
Welchen Vorteil bietet ein Basisschema bei der Datentransformation?
Durch die Nutzung eines Basisschemas muss jedes System nur eine Mapping-Tabelle für dieses Schema erstellen, anstatt für jede mögliche Verbindung zwischen allen Systemen ein eigenes Mapping zu pflegen.
Was unterscheidet SOA von rein technischer Integration?
SOA ist ein architektonisches Konzept zur Kapselung von Funktionen in Services, während EAI primär die technische Verbindung der Systeme zum Ziel hat.
Was bedeutet die "lose Koppelung" in einer SOA?
Lose Koppelung beschreibt die Fähigkeit, einzelne Services unabhängig voneinander auszutauschen oder anzupassen, ohne den gesamten Prozess zu stören.
- Citation du texte
- Murat Ertugrul (Auteur), 2007, Entwicklungstendenzen bei Application Integration, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136022