In dieser Ausarbeitung wird auf die sekundären Herkunftseffekte im Rahmen der sozialen Ungleichheit der Kinder eingegangen. Dumont et al. gehen mit einer Bildungsbenachteiligung der Kinder aus sozial schwachen Klassen aus. Diese Ungleichheit wird anhand der primären und sekundären Herkunftseffekte erfasst, aus. Diese treten bereits beim Übergang von dem Kindergarten zur Sekundarstufe I ein. Dieser Einfluss wird mit Hilfe von verschiedenen Wirkungsmechanismen untersucht.
Durch die Bildung werden Chancen gebildet, einen besseren Arbeitsplatz auf dem Arbeitsmarkt erzielen zu können und in diesem erfolgreich zu sein. Durch die Bildung ist das Individuum in der Lage, ihre Persönlichkeit entwickeln zu können und ein gesichertes Leben führen zu können. Die Schullaufbahn ist ein Meilenstein zur Existenzsicherung. Sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, welche Individuen durch öffentliche Einrichtungen erlangen. Durch eine Bildungsbenachteiligung gehen diese Chancen verloren. Diese treten vor allem aufgrund der sozialen Ungleichheit auf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Leistungsdifferenzierung
3. Soziale Ungleichheit
4. Der sekundäre Herkunftseffekt
5. Der empirische Forschungsstand
6. Fallbeispiel 1
7. Fallbeispiel 2
8. Verringerung der Herkunftseffekte
9. Interventions- und Förderungsmöglichkeiten
10. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung und Persistenz sozialer Ungleichheit im deutschen Bildungssystem mit einem besonderen Fokus auf die sogenannten sekundären Herkunftseffekte nach Raymond Boudon. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie familiäre Hintergründe über den Kompetenzerwerb hinaus Bildungsentscheidungen beim Übergang von der Grundschule zur Sekundarstufe I beeinflussen und welche Ansätze existieren, um diese Disparitäten abzumildern.
- Mechanismen der sozialen Ungleichheit im Bildungssystem
- Differenzierung zwischen primären und sekundären Herkunftseffekten
- Empirische Forschungsergebnisse zur Schullaufbahnempfehlung und zum Übergangsverhalten
- Analyse von Fallbeispielen zur sozialen Herkunft und Bildungschancen
- Diskussion von Interventions- und Förderungsmöglichkeiten zur Chancengleichheit
Auszug aus dem Buch
Der sekundäre Herkunftseffekt
Um das Konzept der sozialen Ungleichheit während des Überganges von der Grundschule auf die Sekundarstufe I erklären und beschreiben zu können, nutzen wir das Konzept von Raymond Boudon. Nach ihm lässt sich die soziale Ungleichheit in der Bildungsbeteiligung als Ergebnis individueller Entscheidungen, die in institutionellen Kontext getroffen werden, verstehen. Bildungsentscheidungen sind durch verschiedene Faktoren bestimmt. Boudon unterscheidet in seinem Konzept zwischen den primären Herkunftseffekten und den sekundären Herkunftseffekten (Dumont et al. 2014: 143).
Unter den primären Herkunftseffekten werden Einflüsse der familiären Herkunft bezeichnet, welche direkt auf die Kompetenzentwicklung der Schüler und Schülerinnen sich auswirken und somit, in unterschiedliche Schulleitungen resultieren. Nach Dumont et al. (2014: 143) sind Leistungsunterschiede, die auf die Familie Herkunft zurückgeführt werden können neben den genetischen Faktoren, auch durch die unterschiedliche Ausstattung der Familien hinsichtlich ihres ökonomischen, sozialen und kulturellen Kapitals abhängig.
Die sekundären Herkunftseffekte äußern sich in schichtspezifischen Bildungsaspirationen, die mit den entsprechenden Bildungsentscheidungen der Familien einhergehen. Dies kann als das Ergebnis der verinnerlichten Sozialschichtzugehörigkeit der Eltern verstanden werden. Boudon orientiert sich dabei an der „Social Position Theory“ (2014: 144).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz von Bildung für Lebenschancen und die Problemstellung der sozialen Ungleichheit beim Übergang an weiterführende Schulen.
2. Leistungsdifferenzierung: Analyse der strukturellen Merkmale der Leistungsdifferenzierung in Deutschland und der Debatte um horizontale sowie vertikale Durchlässigkeit.
3. Soziale Ungleichheit: Erörterung der Bildungsbiografien und der Korrelation zwischen familialer Herkunft und der Verteilungslogik auf verschiedene Schulformen.
4. Der sekundäre Herkunftseffekt: Theoretische Einführung in das Konzept von Raymond Boudon zur Unterscheidung von primären und sekundären Effekten im Bildungsentscheidungsprozess.
5. Der empirische Forschungsstand: Überblick über aktuelle Studien, die die Mechanismen der Leistungsbeurteilung und Schullaufbahnempfehlung wissenschaftlich beleuchten.
6. Fallbeispiel 1: Untersuchung des sozioökonomischen Wandels im 20. Jahrhundert und dessen Auswirkungen auf Qualifikationsanforderungen und das Bildungssystem.
7. Fallbeispiel 2: Darstellung der Lebensrealität eines benachteiligten Kindes als Illustration für die im Bildungssystem tief verankerte soziale Ungleichheit.
8. Verringerung der Herkunftseffekte: Quantitative Betrachtung der relativen Bedeutung primärer und sekundärer Effekte sowie deren hypothetische Neutralisierung.
9. Interventions- und Förderungsmöglichkeiten: Diskussion über bildungspolitische Maßnahmen und pädagogische Konzepte zur Reduktion von herkunftsbedingten Benachteiligungen.
10. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung, dass trotz systemischer Fortschritte weiterhin Handlungsbedarf zur Sicherung der Chancengleichheit besteht.
Schlüsselwörter
Soziale Ungleichheit, Bildungssystem, Sekundäre Herkunftseffekte, Primäre Herkunftseffekte, Bildungsaspiration, Leistungsdifferenzierung, Raymond Boudon, Bildungsentscheidung, Schullaufbahnempfehlung, Chancengleichheit, Familienherkunft, Schulübergang, Bildungsexpansion, Intervention, Leistungstest
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Ursachen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit im deutschen Bildungssystem, insbesondere beim Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Konzepte der primären und sekundären Herkunftseffekte, die Rolle der Schullaufbahnempfehlung sowie die Möglichkeiten einer interventionsbasierten Bildungsförderung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu ergründen, wie soziale Herkunft Bildungschancen beeinflusst und welche Mechanismen dazu führen, dass Kinder aus sozial benachteiligten Schichten systematisch geringere Erfolgschancen haben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die auf der Analyse bestehender Literatur, empirischer Bildungsstudien (wie z.B. der IGLU- oder BIKS-Studie) und theoretischen Modellen, insbesondere nach Raymond Boudon, basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Vorstellung aktueller Forschungsstände, die Analyse zweier Fallbeispiele sowie die Diskussion von Maßnahmen zur Verringerung herkunftsbedingter Effekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen soziale Ungleichheit, Bildungssystem, sekundäre Herkunftseffekte, Bildungsentscheidung und Chancengleichheit.
Welche Rolle spielen Lehrkräfte bei der Entstehung dieser Effekte?
Lehrkräfte sind durch ihre Bewertungspraxis und die Schullaufbahnempfehlung ein entscheidender Faktor, wobei ihre Entscheidungen oft durch erwartete elterliche Unterstützung oder soziale Vorurteile beeinflusst werden.
Warum wird im Dokument Chantal als Fallbeispiel angeführt?
Das Beispiel von Chantal illustriert konkret, wie prekäre sozioökonomische Verhältnisse im Elternhaus als Barriere für den Schulerfolg wirken und wie statistische Wahrscheinlichkeiten das Schicksal benachteiligter Kinder vorzeichnen.
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- Anonym (Author), 2021, Die soziale Ungleichheit unter dem Einfluss sekundärer Herkunftseffekte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1360267