Im Folgenden wird die Notwendigkeit der Menschenwürde unter der Berücksichtigung von Marie Göbel und Marcus Düwell erläutert. Zu Beginn wird die Menschenwürde näher beschrieben und im weiteren Verlauf die Frage geklärt, warum die Menschenwürde eine Notwendigkeit besitzt. Dabei wird genauer auf den Begriff der Notwendigkeit eingegangen. Anschließend folgen drei Begründungsmodelle, welche die Menschenwürde als ein notwendiges praktisches Prinzip selbstreflexiv begründen. Genauer gesagt werden die Argumentationsgänge von Alan Gewirth, Jürgen Habermas und Seyla Benhabib ausgeführt. Es soll klar werden, dass es verschiedene Ansätze gibt, um die praktische Notwendigkeit eines universalen moralischen Menschenwürde-Konzepts zu verstehen. Abschließend wird die skeptische Position Hossenfelders erläutert, welche sich im Gegensatz zu den zuvor genannten Auffassungen unterscheidet.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Notwendigkeit der Menschenwürde unter der Berücksichtigung von Göbel und Düwell sowie die skeptische Position Hossenfelders.
1.1 Einleitung und Begriff der Notwendigkeit
1.2 Begründungsstrategie von Alan Gewirth
1.3 Diskursethische Perspektive nach Jürgen Habermas
1.4 Moderne Argumentationsstrategie von Seyla Benhabib
1.5 Skeptische Position von Malte Hossenfelder
1.6 Zusammenfassende Betrachtung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Begründung der Menschenwürde als notwendiges praktisches Prinzip. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die moderne Auffassung der Menschenwürde als moralischer Status eines Rechtsträgers rational begründbar ist und welchen Herausforderungen sich dieses Konzept gegenüber kritischen Einwänden stellen muss.
- Analyse der Begründungsmodelle von Alan Gewirth, Jürgen Habermas und Seyla Benhabib.
- Untersuchung des Verhältnisses von Menschenwürde und Menschenrechten.
- Diskussion der skeptischen Argumentation von Malte Hossenfelder hinsichtlich der Notwendigkeit des Würdebegriffs.
- Erörterung der Bedeutung von Handlungsfähigkeit und diskursethischen Voraussetzungen.
- Synthese der verschiedenen Ansätze zur Bestimmung einer universalen moralischen Notwendigkeit.
Auszug aus dem Buch
Die Begründungsstrategie von Alan Gewirth
Zu Beginn wird die Begründungsstrategie von Alan Gewirth dargestellt. Mit diesem Argumentationsgang versucht er eine unzweifelbare rationale Grundlage für die Annahme eines objektiven und universalen Moralprinzips durchzusetzen. Er ist der Meinung, dass man moralische Rechte und Verpflichtungen nur aus der Binnenperspektive von Handelnden erfassen kann. Die Grundlage seiner Argumentation besteht darin, „ob aus der Perspektive handlungsfähiger Wesen bestimmte Überzeugungen dialektisch notwendig sind.“ (Göbel und Düwell 2017: 69). Dabei bezieht sich der Begriff „dialektisch“ auf Annahmen, Meinungen, Feststellungen oder Behauptungen. In Hinblick auf dialektisch notwendige Urteile ist zwischen assertorischen Urteilen und dialektisch kontingenten Urteilen zu unterscheiden. Assertorische Urteile stellen etwas klar und deutlich dar, während dialektisch kontingente Urteile etwas in kontingenterweise annehmen oder vermuten. Genauer gesagt muss jeder Akteur die Aussage aus seiner Sicht notwendig bestätigen.
In Bezug auf den Urteilenden ist zu sagen, dass er sich zum einen in einem basalen Sinne als Akteur bewusst wird und zum anderen grundlegende rationale Fähigkeiten aufweist. Die Argumentationsweise nach Gewirth muss demnach konsequent aus der Erste-Person-Perspektive des Akteurs erfolgen. Des Weiteren müssen die Bestandteile des Arguments sowohl materiell als auch formal notwendig sein. Dies ist die einzige Möglichkeit, aus der die Konklusion bzw. das Moralprinzip logisch notwendig aus den Prämissen erfolgen kann. Darüber hinaus gilt dies auch für sämtliche weitere Argumentationsschritte als deren Implikation.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Notwendigkeit der Menschenwürde unter der Berücksichtigung von Göbel und Düwell sowie die skeptische Position Hossenfelders.: Dieses Einleitungskapitel definiert das Forschungsvorhaben, den Begriff der Notwendigkeit und skizziert die im weiteren Verlauf behandelten Ansätze der gewählten Philosophen sowie die Gegenposition von Hossenfelder.
1.1 Einleitung und Begriff der Notwendigkeit: Hier wird der theoretische Rahmen abgesteckt, indem der Begriff der Notwendigkeit mit einem starken logischen Geltungsanspruch verknüpft und die Relevanz für das Würdekonzept begründet wird.
1.2 Begründungsstrategie von Alan Gewirth: Das Kapitel erläutert, wie Gewirth aus der Perspektive des handelnden Subjekts die Notwendigkeit moralischer Rechte auf Freiheit und Wohlergehen mittels des „Principle of Generic Consistency“ rational ableitet.
1.3 Diskursethische Perspektive nach Jürgen Habermas: Hier wird untersucht, inwiefern die Diskursethik über notwendige Argumentationsvoraussetzungen den Status des Menschen als gleichermaßen zu achtender Rechtsträger stützen kann.
1.4 Moderne Argumentationsstrategie von Seyla Benhabib: Das Kapitel analysiert Benhabibs postkonventionellen Ansatz, der die moralische Achtung in einer idealen Sprechsituation als Auslegung formaler Implikationen versteht.
1.5 Skeptische Position von Malte Hossenfelder: Dieses Kapitel arbeitet Hossenfelders Kritik heraus, der die Menschenwürde als ästhetisches bzw. praktisches Wertprädikat betrachtet und für eine Vermeidung des Begriffs zugunsten der Menschenrechte plädiert.
1.6 Zusammenfassende Betrachtung: Hier erfolgt das Fazit, welches den Gewirthschen Ansatz als bevorzugtes Modell zur Begründung eines notwendigen moralischen Status und der daraus resultierenden Menschenwürde hervorhebt.
Schlüsselwörter
Menschenwürde, Notwendigkeit, Moralprinzip, Alan Gewirth, Jürgen Habermas, Seyla Benhabib, Malte Hossenfelder, Diskursethik, Handlungsfähigkeit, Menschenrechte, Rechtsträger, moralischer Status, universale Geltung, rationale Akteure, Freiheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die philosophische Begründung der Menschenwürde und die Frage, warum sie als ein notwendiges praktisches Prinzip betrachtet werden muss.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die rationalen Begründungsmodelle der moralischen Würde, die Beziehung zwischen Menschenrechten und Würdebegriff sowie die kritische Auseinandersetzung mit skeptischen Positionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche philosophische Ansätze die Menschenwürde als moralischen Status rational rechtfertigen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine philosophisch-argumentative Analyse der Schriften von Göbel, Düwell, Gewirth, Habermas, Benhabib und Hossenfelder durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Argumentationsgänge der genannten Philosophen zur Herleitung der praktischen Notwendigkeit der Menschenwürde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Menschenwürde, moralischer Status, rationale Handlungsfähigkeit und diskursethische Notwendigkeit geprägt.
Warum hält Hossenfelder den Begriff der Würde für inhaltsleer?
Hossenfelder argumentiert, dass der Begriff der Würde keine innewohnenden Merkmale aufweist und als reines Wertprädikat hinter das Konzept der Menschenrechte zurückfällt.
Was besagt das "Principle of Generic Consistency" bei Gewirth?
Das Prinzip besagt, dass rationale Akteure als Träger fundamentaler Rechte auf Freiheit und Wohlergehen zu betrachten sind, da dies eine notwendige Voraussetzung für deren Handlungsfähigkeit ist.
- Arbeit zitieren
- Rojhat Akcin (Autor:in), 2021, Die Notwendigkeit der Menschenwürde, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1360612