1. Zum Handlungsbedarf:
Die Gesundheitsbranche steht in praktisch all ihren Bereichen vor tief greifenden Umbrüchen. Diese können einerseits als Herausforderung, andererseits als Chance für grundlegende Veränderungen aufgegriffen werden. Der demographische und sozioökonomische Wandel führt zu einer immer älter werdenden Bevölkerung. Damit einhergehend zu einer höheren Nachfrage nach gesundheitlichen Leistungen, aber auch gleichzeitig zu einem steigenden Gesundheitsbewusstsein der jüngeren Generation und erhöhter Bereitschaft, mehr Geld für gesundheitserhaltende, sowie gesundheitsfördernde Leistungen auszugeben. Die staatlichen Rahmenbedingungen für die Gesundheit werden sich, bedingt durch die verändernden Eigentümerverhältnisse weg von der öffentlichen Hand hin zu privaten Unternehmen und Investoren, neu strukturieren müssen. Die bisher bestehenden Finanzierungssysteme des Gesundheitswesens werden zukünftig ihre Funktion den neuen Rahmenbedingungen anpassen und der Wettbewerb wird sich aufgrund von außen in den Markt drängender Akteure verschärfen. Das Selbstbewusstsein und vor allem das Informationsbedürfnis der potentiellen Patienten wächst und verändert damit auch das Verhältnis gegenüber den Anbietern gesundheitlicher Dienstleistungen. Transparenz, Qualität und Aufklärung werden zukünftig enorm an Bedeutung gewinnen.
Im Zusammenhang mit dem rasant steigenden medizin-technischen Fortschritt werden der deutschen Gesundheitsbranche überdurchschnittliche Wachstums- und Beschäftigungspotentiale prognostiziert. Dies führt dazu, dass Gesundheit nicht mehr ausschließlich als Kostenfaktor, sondern immer mehr als ein Motor für Investitionen in die Zukunft und in neue aussichtsreiche Wirtschaftsfelder wahrgenommen wird. Innerhalb der letzten Jahre ist der Begriff der Gesundheitsregion immer mehr in den Vordergrund gerückt.
Zahlreiche Städte und Regionen versuchen sich als Gesundheitsregion zu profilieren und haben dementsprechend die Gesundheitsbranche als regionalen Wirtschaftsfaktor und -motor identifiziert und Maßnahmen zur Förderung der Gesundheitswirtschaft ergriffen
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. ZUM HANDLUNGSBEDARF:
2. BEGRIFFSDEFINITION:
3. ZUR REGION
3.1. REGIONALE ABGRENZUNG
3.2. AUSGANGSSITUATION IN DER REGION BERLIN-BRANDENBURG:
3.3. SWOT-MATRIX DER GESUNDHEITSREGION BERLIN-BRANDENBURG
3.4. HANDLUNGSFELDER
3.5. AKTUELLER STAND IN DER GESUNDHEITSREGION BERLIN-BRANDENBURG:
4. FAZIT UND AUSBLICK:
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den strukturellen Wandel der Gesundheitsbranche in der Region Berlin-Brandenburg und analysiert, inwieweit die Region die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gesundheitsregion erfüllt und welche Rolle das Regionalmanagement dabei spielt.
- Analyse des Handlungsbedarfs durch demographischen und sozioökonomischen Wandel.
- Definition zentraler Begriffe wie Gesundheit, Gesundheitswirtschaft und Gesundheitsregion.
- Evaluation der Ausgangssituation sowie Stärken und Schwächen der Region mittels SWOT-Analyse.
- Identifikation strategischer Handlungsfelder zur Stärkung des Gesundheitsstandorts.
- Untersuchung des aktuellen Umsetzungsstandes und der Notwendigkeit eines übergreifenden Regionalmanagements.
Auszug aus dem Buch
3.2. Ausgangssituation in der Region Berlin-Brandenburg:
Im Gegensatz zu vielen anderen Regionen verfügt Berlin-Brandenburg aktuell schon über die nötigen Voraussetzungen, die eine Gesundheitsregion auszeichnen. Die Zahl der Akteure in verschiedenen Bereichen von Gesundheit, z.B. in der Biotechnologie und Medizintechnik überschreitet bereits die „kritische Masse“ und ermöglicht die Bildung eines Gesundheitsclusters. Die vorhandenen Kapazitäten decken die gesamte Wertschöpfungskette von der Ausbildung über Forschung und Entwicklung bis zur Produktherstellung, Leistungserbringung und Markterschließung ab. Berlin und Brandenburg verfügen gemeinsam entlang aller Stationen dieser Wertschöpfungskette über wichtige Potentiale mit unterschiedlichen Schwerpunkten, die sich sinnvoll ergänzen. Genannt sei hier nur die ideale Kombination aus hochwertigen Kliniken in Berlin und den exzellenten Wellness- und Reha-Einrichtungen in Brandenburg.
Es existiert bereits eine Reihe von regional, sowie überregional agierenden Netzwerken wie z.B. Bio Top Berlin-Brandenburg, die Forschung, Wirtschaft und teilweise auch die Krankenversorgung bündeln. Des Weiteren weist Berlin-Brandenburg eine außergewöhnliche Dichte an gesundheitsorientierten Forschungsbereichen in Hochschulen, als auch in außeruniversitären Einrichtungen und Unternehmen auf. Berlin-Brandenburg verfügt über ein leistungsfähiges Netz der kurativen Gesundheitsversorgung.[13] Die Charité gehört zu den führenden Universitätskliniken in Deutschland [14] und Vivantes ist das größte öffentliche Krankenhausunternehmen Deutschlands.[15] Berlin und seine zwölf Bezirke sind Mitglied im WHO-„Gesunde-Städte-Netzwerk“ der Bundesrepublik Deutschland, das der Vernetzung von gesundheitsfördernden Strukturen und Gesundheitsangeboten im präventiven Bereich dient. [16] Die Attraktivität Berlin-Brandenburgs als Gesundheitsregion zeigt sich auch in der Investitionsbereitschaft privater Unternehmen. So hat z.B. die Helios Kliniken GmbH mehr als 200 Mio. € in den Neubau des Klinikum Buch investiert und ihren Verwaltungssitz nach Berlin verlegt. [17] Berlin-Brandenburg verfügt bereits jetzt schon über 348.000 Beschäftigte im Gesundheitssektor, damit sind ca. 14 % aller Erwerbstätigen in Berlin-Brandenburg im Gesundheitssektor tätig. [18] Für die Zukunft versucht sich Berlin-Brandenburg als Referenzzentrum für eine transparente, qualitativ hochwertige patientenorientierte Gesundheitsversorgung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. ZUM HANDLUNGSBEDARF: Die Branche steht unter dem Druck des demographischen Wandels und veränderter Finanzierungssysteme, was eine Neuausrichtung und verstärkte regionale Kooperation notwendig macht.
2. BEGRIFFSDEFINITION: Es werden grundlegende Termini wie Gesundheit, Gesundheitswirtschaft, Region und Gesundheitsregion definiert, um einen einheitlichen Rahmen für die Analyse zu schaffen.
3. ZUR REGION: Dieser Hauptteil analysiert die spezifischen Voraussetzungen der Region Berlin-Brandenburg, ihre Netzwerke, SWOT-Faktoren und die definierten strategischen Handlungsfelder.
4. FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit stellt fest, dass das Potenzial der Region groß ist, aber an einem übergreifenden Regionalmanagement mangelt, um die vorhandenen Strukturen effektiv zu steuern.
Schlüsselwörter
Gesundheitsregion, Berlin-Brandenburg, Gesundheitswirtschaft, Regionalmanagement, Wertschöpfungskette, Netzwerke, Demographischer Wandel, Medizintechnik, Biotechnologie, Gesundheitsversorgung, Standortmarketing, Strukturwandel, Cluster, Prävention, Wirtschaftskraft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Etablierung der Metropolregion Berlin-Brandenburg als bedeutende Gesundheitsregion im nationalen und internationalen Vergleich.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit thematisiert den Handlungsbedarf durch gesellschaftliche Veränderungen, die Definition der Gesundheitswirtschaft, die Analyse regionaler Standortpotenziale sowie die Notwendigkeit einer koordinierten Netzwerkstruktur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, zu bewerten, inwieweit die Region Berlin-Brandenburg ihre bestehenden Potenziale nutzt, um als führender Gesundheitsstandort zu agieren, und wo strategische Defizite liegen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, eine SWOT-Analyse der regionalen Rahmenbedingungen sowie Experteninformationen, um den aktuellen Status der Handlungsfelder zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die regionale Abgrenzung, die aktuelle Ausgangslage (unter anderem mit Kennzahlen), eine SWOT-Matrix sowie die 12 strategischen Handlungsfelder und deren Umsetzungsstand detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Gesundheitsregion, Regionalmanagement, Netzwerke, Gesundheitswirtschaft sowie die spezifische Rolle der Region Berlin-Brandenburg.
Warum wird ein übergreifendes Regionalmanagement als notwendig erachtet?
Der Autor stellt fest, dass ohne ein solches Management die Koordination zwischen den zahlreichen regionalen Akteuren und Netzwerken leidet und Fördermittel nicht effizient verwaltet werden können.
Wie steht es um die Umsetzung der strategischen Maßnahmen?
Die Umsetzung verläuft aktuell schleppend; viele Handlungsfelder leiden unter mangelnder politischer Unterstützung und einer zersplitterten Struktur, was das Ziel einer flächendeckenden Umsetzung bis 2015 fraglich macht.
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- Philipp Dase (Author), 2009, Die Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg - Aktueller Stand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136084