1. Einleitung
Wer im 21. Jahrhundert ein bewusstes und gesellschaftsgebundenes Leben führt, kommt nicht umhin zu bemerken, wie rasant sich die Gesellschaft entwickelt. Innovationen finden sich nicht nur in der Wirtschaft und der Technik, sondern auch im kulturellen Bereich. Während man früher die Frauen an Kirche, Küche und Kind zu binden wusste, sind berufstätige Mütter heute keine Seltenheit mehr. Alle scheinen vom Fortschritt zu profitieren.
Die Frage ist, ob auch alle den progressiven Sprint durchhalten. Wenn wir uns in unserer Umwelt umschauen, so scheint alles auf Erfolg gemünzt zu sein. Nicht etwa aus Habgier, sondern weil dies die Regeln einer Leistungsgesellschaft sind – denn anscheinend gilt das Prinzip: Nur wer Leistung bringt, dem gebührt gesellschaftliche Anerkennung Wie aber steht es mit den sozial Benachteiligten?
Im Rahmen dieser Hausarbeit soll das Phänomen der Altersdepression und Alterssuizidalität näher betrachtet werden. Inwiefern bewirken negative soziale Einflüsse bei alten Menschen eine höhere Wahrscheinlichkeit an Depressionen zu erkranken oder Suizid zu begehen? Es ist hinreichend bekannt, dass Depressionen nicht monokausal sind. Viele Faktoren spielen bei der Erkrankung eine Rolle, etwa die genetische Veranlagung oder auch das individuelle Vermögen mit Lebenskrisen umzugehen. Ebenso ist zu beachten, dass die Kausalitätskette auch hier gilt, d.h. verschiedene Faktoren, die nicht unmittelbar mit dem Phänomen zu tun haben, können mittelbare Faktoren beeinflussen. Dies alles kann in dieser Hausarbeit jedoch nicht berücksichtigt werden. Hier sollen nur die sozialen Ursachen für eine Erkrankung im hohen Alter behandelt werden, um den Rahmen nicht zu sprengen.
Zunächst einmal werden die fundamentalen Begriffe „Soziale Benachteiligung“, „psychische Störung“ und das „Alter“ definiert, um eine Begriffsbasis zu schaffen. Danach werden die zwei Themen Depression und Suizidalität mit dem Alter in Verbindung gesetzt und statistisch erfasste Daten dargelegt. Es folgt schließlich eine Erläuterung der wesentlichen sozialen Faktoren, die mit den statistischen Untersuchungen einher gehen, um einen Kausalzusammenhang zwischen Krankheit und Gesellschaftseinflüsse herstellen zu können. In den Schlussbemerkungen sollen Zukunftsaussichten und Lösungsmöglichkeiten in kurzer Form geschildert werden.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffe erklärt
2.1 Soziale Benachteiligung
2.2 Alter
2.3 Psychische Störung
3. Feststellungen
3.1 Depression
3.2 Suizidalität
4. Gründe
4.1 Wandel der Familienstrukturen
4.1.1 Erwerbstätigkeit der Frau
4.1.2 Alleinlebend
4.1.3 Kleinere Familiennetzwerke
4.1.4 Kinderlosigkeit
4.2 Gesamtgesellschaftlicher Wandel
4.2.1 Finanzielle Unsicherheiten
4.2.2 Berufswelt
4.2.3 Die Darstellung der Alten in den Medien
5. Schlussbemerkungen
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen sozialer Benachteiligung und dem Auftreten psychischer Erkrankungen, insbesondere Altersdepression und Alterssuizidalität, im Kontext einer sich wandelnden Leistungsgesellschaft.
- Soziale Ursachen für Depressionen im Alter
- Struktureller Wandel der Familienverhältnisse
- Einfluss sozioökonomischer Faktoren und Altersarmut
- Wirkung medialer Stereotype auf das Selbstbild Älterer
- Suizidalität als Indikator für gesellschaftliche Ausgrenzung
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Alleinlebend
Zunächst muss hier an die Feststellung zurück erinnert werden, dass die höchste Suizidrate bei verwitweten Männern und geschiedenen Frauen liegt. Zwei Drittel aller über 80jährigen Männer sind verheiratet. Diese Zahl wird sich in Zukunft jedoch aufgrund der zunehmenden Scheidungsraten reduzieren. Schätzungen zu Folge wird sich der Anteil geschiedener Männer und Frauen aller Altersgruppen bis zum Jahre 2030 verdoppeln. Es wird somit zu einem Anstieg von Ein-Personen-Haushalten kommen, da sowohl die Scheidungsraten steigen werden und als auch die Zahl der getrennt lebenden Partner.
Studien belegen, dass Menschen in Partnerschaften gesünder leben, ihren Lebensstandard höher einschätzen, eine höhere allgemeine Lebenszufriedenheit aufweisen, auf mehr materielle Ressourcen zurückgreifen und in Krisen- und Krankheitszeiten die Hilfe des Partners in Anspruch nehmen können. Erlemeier führt an, dass fast die Hälfte der Suizidversucher verwitwet und bis zu 60 % alleine leben sind. Die Ehe fungiert somit meist als Schutz vor depressiven Phasen und Suizidgedanken. Zu bedenken ist allerdings auch, dass es dabei auf die Qualität der Ehe ankommt. Schlechte Beziehungen erwirken genau das Gegenteil. Die Zufriedenheit alter Menschen ist aus diesem Grund gefährdeter, weil sie immer seltener in stabilen Partnerschaften leben und leben werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Altersdepression in einer Leistungsgesellschaft ein und benennt soziale Einflüsse als zentralen Untersuchungsgegenstand.
2. Begriffe erklärt: Hier werden die zentralen Termini Soziale Benachteiligung, Alter und psychische Störung definiert, um eine theoretische Basis für die Untersuchung zu schaffen.
3. Feststellungen: Dieses Kapitel liefert statistische Daten zur Verbreitung von Depressionen und Suizidalität bei älteren Menschen in der modernen Gesellschaft.
4. Gründe: Der Hauptteil analysiert soziale Faktoren wie den Familienwandel und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die das Depressionsrisiko im Alter erhöhen.
5. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst den Zusammenhang zwischen sozialer Ausgrenzung und Altersdepression zusammen und diskutiert mögliche politische Lösungsansätze.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Fachpublikationen.
Schlüsselwörter
Altersdepression, Suizidalität, soziale Benachteiligung, Leistungsgesellschaft, Alter, psychische Störung, Familienstrukturen, Altersarmut, soziale Isolation, demografischer Wandel, Medienbilder, Autonomieverlust, Gesundheitsrisiko, Suizidprävention, Lebensqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, warum sozial benachteiligte Menschen im Alter häufiger von psychischen Krankheiten, insbesondere Depressionen und Suizidalität, betroffen sind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Wandel der Familienstrukturen, den Auswirkungen von Altersarmut, den Anforderungen der Leistungsgesellschaft sowie der medialen Darstellung älterer Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll aufgezeigt werden, inwiefern negative soziale Einflüsse und eine verminderte gesellschaftliche Teilhabe bei alten Menschen die Wahrscheinlichkeit für Depressionen und Suizidhandlungen erhöhen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin/der Autor stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie auf die Analyse statistischer Daten zur Suizidalität und zur sozialen Lebenslage Älterer.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Familienstrukturen, den gesamtgesellschaftlichen Wandel, finanzielle Unsicherheiten und die Rolle der Medien bei der Stigmatisierung Älterer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text am besten?
Wesentliche Begriffe sind Altersdepression, soziale Benachteiligung, Suizidalität, Leistungsgesellschaft und der Einfluss des Familienwandels auf die psychische Gesundheit.
Inwiefern beeinflussen Medien das Selbstbild der älteren Generation?
Die Medien vermitteln laut Arbeit oft ein negatives, stereotypes Bild von Alten als "leistungsunfähig" oder "kränklich", was das Selbstbewusstsein schwächen und den sozialen Ausschluss fördern kann.
Welche Rolle spielt die Ehe als Schutzfaktor für ältere Menschen?
Die Ehe fungiert oft als stabilisierendes soziales Netzwerk, das vor Isolation und depressiven Episoden schützt; ein Verlust des Partners erhöht hingegen das Suizidrisiko signifikant.
Wie unterscheidet sich die Situation von Frauen und Männern bei der Suizidalität?
Männer begehen häufiger vollendete Suizide, während Frauen öfter Suizidversuche hinter sich haben, wobei sich im Alter auch bei Frauen eine Tendenz zu härteren Methoden zeigt.
Was ist mit dem sogenannten "Ungarischen Muster" gemeint?
Dieses Muster beschreibt eine positive Korrelation zwischen dem Alter und der Suizidrate, was bedeutet, dass mit zunehmendem Alter auch das Risiko für Suizidhandlungen steigt.
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- Sadia Hübsch (Autor), 2008, Alter Tage schwere Last, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136090