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Verehrung oder Vergöttlichung - War Augustus noch ein Mensch oder schon ein Gott auf Erden?

Title: Verehrung oder Vergöttlichung - War Augustus noch ein Mensch oder schon ein Gott auf Erden?

Seminar Paper , 2004 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Ulrike Busch (Author)

World History - Early and Ancient History
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Die Suche nach der Antwort auf die Frage, ob Augustus schon zu seinen Lebzeiten als Gott galt oder ob die endgültige Apotheose erst nach seinem Tod erfolgte, gestaltet sich insbesondere deshalb schwierig, weil bei den antiken Autoren zu diesem Thema Stellungnahmen auftauchen, die miteinander nicht vereinbar sind.

Gegenstand dieser Arbeit im ersten Teil soll es sein, sich anhand von zahlreichen Ehrungen, die Octavian bzw. Augustus im Laufe seines Lebens zuteil wurden, der Frage "Mensch oder Gott?" zu nähern. Waren diese Ehren noch angemessen für einen – sicherlich "großen" – Menschen, oder wurde Augustus durch sie schon in göttliche Sphären gehoben? Alle Ehren zu berücksichtigen, die der Prinzeps erhielt, würde allerdings im Rahmen dieser Arbeit zu weit führen und ist auch zur Beantwortung der Frage nicht notwendig. Aufgrund dessen Beschränkt sich die Untersuchung auf drei Zeitpunkte bzw. Ereignisse, zu denen sich die Ehrungen häuften.

Im zweiten Teil soll es zum Einen um die Frage gehen, wie Augustus zu seiner "Göttlichkeit" stand, ob er sich selbst eventuell als Gott sah. Es ist natürlich nicht möglich, in den Menschen Augustus "hineinzusehen", doch lässt ein Blick auf sein Verhältnis zu seinem persönlich Lieblingsgott Apollo einige Rückschlüsse zu. Zum Anderen soll der Herrscherkult im römischen Reich in seinen verschiedenen (regionalen) Ausprägungen beleuchtet werden. Es ist besonders die Frage von Interesse, wo, wann und in welchem Umfang Augustus den Kult seiner Person oder seiner Schutzgeister förderte oder bremste, und was die jeweiligen Motive für sein Handeln waren. Auch in diesem Fall können Augustus' Beweggründe natürlich nicht mit letzter Sicherheit festgestellt werden, da nur er selbst sie kannte.
Die Vielfalt der Kulte, Weihestätten und Ämter kann im Rahmen dieser Arbeit nur angeschnitten werden und eine detailliertere Beschreibung dieser, wie sie in der verwendeten Quellenliteratur vorkommt, ist ebenfalls in der Kürze nicht möglich. Zur Beantwortung der Frage kann jedoch auch das Grundsätzliche dienen.

Wenn auch noch zu klären ist, ob Augustus schon zu Lebzeiten ein Gott war, so besteht doch kein Zweifel daran, dass seine Aufstieg unter die Götter spätestens direkt nach seinem Tod erfolgte.
Diesem offiziellen und endgültigen Prozess der Vergöttlichung widmet sich der letzte Teil dieser Arbeit kurz.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Ehrungen des Augustus

2.1. Nach der Schlacht von Actium

2.2. Beim Staatsakt im Jahr 27 v. Chr.

2.3. Nach der Lösung der Partherfrage

3. Augustus und sein Herrscherkult

3.1. Augustus und Apollo

3.2. Regionale Unterschiede

3.2.1. Die östlichen Provinzen

3.2.2. Die westlichen Provinzen

3.2.3. Rom und Italien

3.3. Vergöttlichung nach dem Tod

4. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Spannungsfeld zwischen der politischen Machtausübung des Augustus und seiner kultischen Verehrung als göttliche oder gottähnliche Person, um zu klären, ob er bereits zu Lebzeiten als Gott betrachtet wurde.

  • Analyse ausgewählter Ehrungen und deren Wirkung auf die Wahrnehmung von Augustus' Status.
  • Untersuchung der religiösen und politischen Dimensionen der Identifizierung mit dem Gott Apollo.
  • Vergleichende Analyse des Herrscherkults in den östlichen und westlichen Provinzen sowie in Rom.
  • Bewertung der Rolle des "Genius Augusti" als Instrument zur Machtstabilisierung.
  • Diskussion der Diskrepanz zwischen antiken Quellenberichten und der politischen Realität des Prinzipats.

Auszug aus dem Buch

3.1. Augustus und Apollo

In der Religionspolitik des Augustus nahm Apollo eine herausragende Stellung ein. Belege dafür sind unter anderem die Errichtung eines Tempels des Apollo Palatinus auf Octavians Privatgelände im Jahr 28 v. Chr. und die Überführung der sibyllinischen Bücher vom Kapitol in diesen Tempel im Jahr 12 v. Chr. oder auch die Tatsache, dass der Sieg von Actium Apollo zugeschrieben wurde. Er war Augustus' "persönlicher Schutzgott". Jedoch blieb es nicht bei dieser besonderen Verehrung des Apollo durch Augustus, vielmehr ließ sich letzterer auch mit seinem Lieblingsgott gleichsetzen und wollte als dessen Inkarnation gelten. Sueton schreibt im Kapitel 94 der Augustus-Biographie von der Legende, Octavians Mutter Atia habe ihn von Apollo empfangen. Cassius Dio (45, 1, 2) schreibt, Caesar habe ihn vor allem wegen seiner legendären apollinischen Herkunft als Sohn gewählt. Ebenfalls bei Sueton ist zu lesen, dass bei einem Gastmahl im Jahre 40 v. Chr. die Gäste als Götter und Göttinnen verkleidet waren, und Octavian als Apollo erschien. Im Tempel des Apollo Palatinus ließ er eine Statue von sich aufstellen, die die Züge des Gottes trug. Auf vielen Münzen, die Octavian prägen ließ, gleicht der Kopf des Apollo seinem eigenen. Octavian sah also offensichtlich für sich einen Anspruch auf göttliche Ehren. Dies passt nicht zu dem Bild eines Augustus, von dem gesagt wurde, er wäre mit der Annahme von Ehren sehr vorsichtig und hätte sie zum Teil sogar abgelehnt. Doch dies ist kein Widerspruch, sondern zeigt eine Entwicklung in seiner Politik auf. Das religiöse Denken des Augustus wurde sorgfältig mit dem politischen abgestimmt und ist eng mit diesem verknüpft. Ein Datum ist hier von besonderer Bedeutung: Die Gründung des Prinzipats durch die "Wiederherstellung der Republik" im Jahr 27 v. Chr. Die bekannten Hinweise auf die Gleichsetzung von Augustus und Apollo stammen alle aus der Phase vor 27 v. Chr. Mit der res publica restituta scheint Augustus bewusst seinen Anpruch auf diese Vergötterung seiner Person aufgegeben zu haben, weil sie mit der neuen Form der Herrschaft unvereinbar war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die widersprüchlichen antiken Quellen zur Göttlichkeit des Augustus und skizziert die wissenschaftliche Debatte anhand relevanter Forschungsliteratur.

2. Die Ehrungen des Augustus: Dieses Kapitel analysiert drei markante Phasen der Ehrungen für Augustus, beginnend mit dem Sieg bei Actium über den Staatsakt von 27 v. Chr. bis hin zur Lösung der Partherfrage.

3. Augustus und sein Herrscherkult: Es wird untersucht, wie Augustus durch die Nähe zu Apollo sowie den regional differenzierten Kult in Provinzen und Rom seine Macht religiös legitimierte und festigte.

4. Schlussfolgerung: Das Fazit stellt fest, dass die Vergöttlichung als machtpolitisches Instrument diente, das Augustus geschickt den jeweiligen politischen Gegebenheiten und lokalen Traditionen anpasste.

Schlüsselwörter

Augustus, Kaiserkult, Apotheose, Herrscherkult, Prinzipat, Apollo, Genius Augusti, Antike, römische Geschichte, Religion, Machtpolitik, Provinzialkult, Verehrung, Divinisierung, res publica restituta.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Frage, inwieweit Augustus zu Lebzeiten bereits als göttliches Wesen verehrt wurde und wie er diese Verehrung als politisches Werkzeug nutzte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Analyse offizieller Ehrenbezeugungen, die Bedeutung des Apollo-Kults, regionale Unterschiede des Herrscherkults sowie die Entwicklung vom menschlichen Herrscher zum vergöttlichten Prinzipat-Inhaber.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Widerspruch zwischen der offiziellen Zurückhaltung des Augustus und der offensichtlichen kultischen Verehrung seiner Person durch eine historische Analyse aufzulösen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse antiker Autoren (Sueton, Tacitus, Cassius Dio) und der Auswertung moderner Forschungsliteratur zum römischen Kaiserkult.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Betrachtung der Ehrungen und eine inhaltliche Untersuchung der Ausprägungen des Kaiserkults sowie der Vergöttlichung nach dem Tod.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Augustus, Herrscherkult, Apotheose, Prinzipat, Apollo und das Spannungsfeld zwischen Machtpolitik und Religion.

Wie unterschied sich die Verehrung im Osten von der im Westen des Reiches?

Im Osten war die göttliche Verehrung lebender Herrscher eine Tradition, während sie im Westen als Instrument der römischen Verwaltung neu eingeführt werden musste.

Welche Rolle spielte der "Genius Augusti" in Rom?

Der Genius diente als geschickte Brücke, um Augustus kultisch zu verehren, ohne ihn direkt als Gott auf den Thron zu heben, was den republikanischen Senat provoziert hätte.

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Details

Title
Verehrung oder Vergöttlichung - War Augustus noch ein Mensch oder schon ein Gott auf Erden?
College
University of Münster  (Seminar für Alte Geschichte)
Course
Proseminar: Das Zeitalter des Augustus
Grade
1,3
Author
Ulrike Busch (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V136095
ISBN (eBook)
9783640447169
ISBN (Book)
9783640446742
Language
German
Tags
Geschichte Alte Geschichte Antike Augustus Römisches Reich Personenkult
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ulrike Busch (Author), 2004, Verehrung oder Vergöttlichung - War Augustus noch ein Mensch oder schon ein Gott auf Erden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136095
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