Der Bezug zur Mayakultur in Asturias 'Leyenda de la tatuana'


Hausarbeit, 2005

12 Seiten, Note: 2,3

Anonym


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Asturias

3. Der magische Realismus bei Asturias

4. Der Vergleich von Mayamyhtos und der Leyenda de la tatuana
4.1. Der Kosmos
4.2. Die vier Wege
4.3. Der Baum

5. Resümee

6.Bibliographie

1. Einleitung

Das Thema meiner Hausarbeit lautet: Der Bezug zur Mayakultur in Asturias` „Leyenda de la tatuana“. Speziell werde ich auf die Frage eingehen, wie Asturias den Mayamythos[1] in seiner Leyenda einsetzt. Da mir bei der Lektüre der Leyenda aufgefallen ist, dass Asturias Elemente der alten Mythen der Maya in seine Leyenda einfließen lässt, interessiert mich, wie er das macht, das heißt, welche Elemente das sind, was er verändert oder weglässt und wie er mit Hilfe der alten Mythen etwas Neues schafft. Hierbei werde ich textanalytisch vorgehen.

Zunächst werde ich kurz vorstellen, wer Asturias war. Da er der Strömung des Magischen Realismus angehörte, werde ich erläutern, was genau der Magische Realismus ist, und wo er sich in der Leyenda wieder findet. Danach vergleiche ich den alten Mayamythos mit der Leyenda de la tatuana. Konkret werde ich mich mit den Punkten: Der Kosmos; die vier Wege und der Baum beschäftigen, da es bei diesen Punkten die größten Ähnlichkeiten zum Mayamythos gibt.

Die Literaturforschung streitet sich darum, ob Asturias die Mayakultur in seinen Werken dokumentarisch abbildet, oder ob die Werke als eine poetische Neu-schaffung einzuordnen sind. Einig ist man sich jedoch darüber, dass Asturias sich in einigen seiner Werke auf die Mayakultur bezieht.

2. Asturias

Miguel Ángel Asturias wird am 19. Oktober 1899 in Guatemala-Stadt geboren. Sein Vater ist ein mestizischer Rechtsanwalt, und seine Mutter arbeitet als Lehrerin. Die Mutter Asturias` ist indianischer (Maya) Abstammung. Aufgrund der politischen Verfolgung durch die Diktatur Estrada Caberas, verbringt Asturias Teile seiner Kindheit bei indianischen Verwandten. 1923 schließt er sein Jurastudium mit der Examensarbeit „El problema social del indio“ ab, und geht nach London und Paris, wo er sich dem Studium der Mayakultur widmet. Kindheitserlebnisse, kulturelle Er-fahrungen und die Begegnung mit Surrealisten und deren Technik écriture automatique, eröffnen ihm Zugang zum Wesen seiner indianischen Landsleute. In seiner Jugend verfasst Asturias modernistische Gedichte und übersetzt die Maya-Schöpfungsmythologie, das Popol Vuh, ins Spanische. 1930 veröffentlicht er die „Leyendas de Guatemala“, die auf breite Anerkennung treffen. Erst 1933 kehrt Asturias nach Guatemala zurück. Zeit seines Lebens ist Asturias politisch engagiert. Asturias ist ein Vertreter des Magischen Realismus in der Lateinamerikanischen Literatur, der in seinem Werk die Mythen und Legenden der Indios seiner Heimat verarbeitet. Er thematisiert auch die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Ver-hältnisse Lateinamerikas, die negativen Auswirkungen der Diktatur und die Rolle der USA in dieser Weltregion. Asturias stirbt 1974 in Madrid.

3. Der Magische Realismus

Magischer Realismus im Allgemeinen meint, „ein Zusammenspiel magischer An-schauungsformen aus dem indianischen Weltbild mit realistischen Vorstellungen europäischer Provenienz“.[2] Mit anderen Worten heißt das soviel wie, dass das europäische, aufgeklärte, rationale Denken auf die spirituelle Weltanschauung der Indianer trifft. Durch die Vermischung realistischer und magischer Elemente, er-geben sich ungewöhnliche „Identitätsauflösungen“[3]. Das heißt, dass Grenzen auf-gehoben werden, die normalerweise eine allgemeine Gültigkeit besitzen, wie etwa die Grenzen zwischen Mensch und Tier, Mensch und Pflanze, Mensch und Mensch, Tod und Leben und andere.[4] Im Falle der Leyenda de la tatuana ist es die Grenze zwischen Mensch und Pflanze, die sich auflöst. Denn der Mandelbaum kann sowohl Pflanzengestalt annehmen als sich auch als Mensch fortbewegen, und er kann mit den Menschen und den Tieren reden.

Der Begriff des Magischen Realismus ist vor allem durch Asturias geprägt, der sich in seinen Werken oftmals auf die alten Mythen der Maya bezieht. Asturias selbst unterscheidet zwischen drei Formen von Realität: die reale Realität, die magische Realität und die dritte, die die Verschmelzung der ersten beiden und somit den magischen Realismus darstellt.[5]

Es gibt verschiedene Versuche, den Begriff des Magischen Realismus zu erklären. Ronald Daus meint, dass die Mehrdeutigkeit des Begriffes an den zwei ver-schiedenen Ebenen des Magischen Realismus liegt. Er erklärt die zwei Ebenen wie folgt:

„Das magisch-realistische Denken sei entweder kennzeichnend für einen historisch fixierbaren intellektuellen Entwicklungsstand der Mayas, den Asturias dokumentarisch abbilde. Oder es handle sich um ein ahistorisches, bei den Guatemalteken latent immer vorhandenes Mythenpotential, dessen sich Asturias bediene, um zur Vermittlung der guatemaltekischen Tiefenpsychologie neue, eigene Mythen zu schaffen.“[6]

Offensichtlich ist, dass Asturias sich die Mythen der Mayas zu Eigen macht und sie als literarisches ‚Baumaterial’ benutzt, um neue, eigene Werke zu schaffen. Er zitiert in seinen Werken wortwörtlich ausgewählte Stellen aus dem Popol Vuh. Ob seine Werke nun literarische Neuschöpfungen oder dokumentarische Abbildungen sind, bleibt umstritten. Eindeutig ist aber, dass vor allem in seinen Leyendas die Magie beziehungsweise die magische Weltanschauung des indígena in den Vordergrund tritt.

[...]


[1] Anm. Für die Schreibweise von „Mayamythos“ habe ich mehrer Optionen gefunden. Ich habe mich für diese entschieden und werde sie auf den folgenden Seiten beibehalten.

[2] Strosetzki, Christoph: Einführung in die spanische und lateinamerikanische Literaturwissenschaft. Berlin: ESV 2003, S. 141.

[3] Ebd. , S. 141.

[4] Vgl. Schrader, Ludwig: Conejos amarillos en el cielo: Zu einigen Konstanten im Romanwerk von Miguel Angel Asturias, in: Iberoromania 2,3 1970, S. 231-247, hier S. 236.

[5] Vgl. Strosetzki, Christoph : Einführung in die spanische und lateinamerikanische Literaturwissen-schaft. S. 142.

[6] Daus, Ronald: „Miguel Angel Asturias“, in: W. Eitel hg., Lateinamerikanische Literatur der Gegenwart in Einzeldarstellungen. Stuttgart 1978, S. 297-329, hier S. 301f.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Der Bezug zur Mayakultur in Asturias 'Leyenda de la tatuana'
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Romanisches Seminar)
Veranstaltung
Lateinamerikanische Kurzgeschichten
Note
2,3
Jahr
2005
Seiten
12
Katalognummer
V136122
ISBN (eBook)
9783640443406
ISBN (Buch)
9783640443468
Dateigröße
409 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bezug, Mayakultur, Asturias, Leyenda
Arbeit zitieren
Anonym, 2005, Der Bezug zur Mayakultur in Asturias 'Leyenda de la tatuana', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136122

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