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Rassistische Effekte von Code Words eindämmen. Wo kann man ansetzen?

Título: Rassistische Effekte von Code Words eindämmen. Wo kann man ansetzen?

Trabajo Escrito , 2023 , 15 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Maximilian Ohnheiser (Autor)

Filosofía - Práctica (etica, estética, cultura, naturaleza, derecho, etc.)
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In diesem Text werden einige Ansätze diskutiert, die einen Umgang mit Code Words vorschlagen, um die rassistischen Effekte einzudämmen.

Diese Arbeit möchte drei essenzielle, aber vor allem auch entscheidend unterschiedliche Effekte von Code Words vorstellen, die von Sprechenden im politischen Diskurs ausgenutzt werden, was dem Rassismus auf unterschiedliche Weise zuträglich ist. Am Beispiel des Begriffes „Leitkultur“ soll dann im nächsten Schritt gezeigt werden, welche soziokulturellen Bedingungen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Laufe der Zeit diese drei Effekte jeweils besonders begünstigen. Daraus soll dann ein Modell entwickelt werden, das den Stellenwert des Code Words in der Gesellschaft in verschiedene Phasen einteilt, sodass sich die Effekte eben diesen Phasen zuordnen lassen.

„Leitkultur“ – Ein Begriff, der bereits vor der Jahrtausendwende zum ersten Mal verwendet wurde und versucht, die in Europa vorherrschenden, westlich-liberalen Wertvorstellungen einzufangen. Ein Begriff, der damals noch politisch neutral war, jetzt, über 20 Jahre später allerdings eine vor allem rechte Prägung besitzt, weil er immer wieder von rechts orientierten Politikern aufgegriffen wurde, um über die Rolle von Migranten und Integrationsprobleme zu sprechen. Dass rechtsorientierte Politiker ausgerechnet diesen Begriff für ihre politische Meinungsmache verwenden, ist jedoch kein Zufall. Er bietet eine Steilvorlage, als Code Word oder auch Dog Whistle zu fungieren. Dabei handelt es sich um Wörter oder Ausdrücke, die bestimmte Botschaften oder Ansichten, oftmals solche, die nicht im Bereich der legitimen Debatte liegen, an bestimmte Personengruppen vermitteln, ohne sie explizit aussprechen zu müssen, sodass sie anderen Personengruppen harmlos erscheinen. Der Begriff der europäischen „Leitkultur“ kann gleichzusetzen sein mit westlichen Wertvorstellungen. Je nach Kontext kann er aber auch implizieren, dass es so etwas wie eine überlegene Kultur gibt, die von anderen Menschen angenommen werden soll. Rechtspopulistische Gruppen oder Parteien verwenden diesen Begriff also, um ihre rassistische und im politischen Diskurs in Deutschland nicht zur legitimen Debatte stehende Überzeugung in einem scheinbar harmlosen Begriff zu verpacken. So gelingt es, diese Überzeugung an andere rechtspopulistische Menschen zu vermitteln, ohne sich eindeutig rassistisch äußern zu müssen. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Effekte von Code Words

2.1 Deckmantel für rassistische Überzeugungen

2.2 Präzise Publikumsansprache

2.3 Framing Effekte

2.4 Code Words im Wandel der Zeit

3. Vorschläge zum Umgang mit Code Words

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die rassistischen Effekte von sogenannten „Code Words“ im politischen Diskurs, mit dem Ziel, ein Modell zu entwickeln, welches den gesellschaftlichen Reifeprozess dieser Begriffe darstellt, um daraus präzise Interventionsstrategien abzuleiten.

  • Analyse der Funktionsweise von Code Words als rhetorisches Werkzeug
  • Identifikation zentraler Wirkmechanismen wie Deckmantel-Funktion und Framing
  • Klassifizierung der Entwicklung von Code Words in spezifische Phasen
  • Diskussion von Handlungsstrategien zur Eindämmung rassistischer Effekte

Auszug aus dem Buch

2.1 Deckmantel für rassistische Überzeugungen

Rassismus ist gesellschaftlich eigentlich nicht akzeptiert. Niemand würde sich selbst freiwillig als Rassisten bezeichnen, noch würde er gerne mit Rassisten identifiziert werden. Eine Person, die sich unmissverständlich rassistisch äußert, muss deshalb mit sozialen Sanktionen rechnen. Ein etablierter Politiker, der sich rassistisch äußert, würde wohl ebenfalls sehr viel Rückhalt verlieren. In unserer Gesellschaft herrscht also durchaus eine grundsätzlich verurteilende Haltung gegenüber Rassismus vor, was zunächst als etwas positives anzumerken ist. Durch die Nutzung von Code Words im politischen Diskurs ist es jedoch für Sprechende und Zuhörende möglich, diese den Rassismus ablehnende Haltung der Gesellschaft auszuhebeln. Denn einfach gesprochen ermöglichen Code Words, rassistische Überzeugungen gesellschaftstauglich zu machen. Man kann davon sprechen, fremder Kultur keinen Raum zu geben, weil die europäische Kultur überlegen ist, man kann allerdings auch davon sprechen, die westlich liberalen Werte und die europäische Leitkultur bewahren zu wollen. Im Grunde genommen steht hinter beiden Aussagen die gleiche rassistische Überzeugung, nämlich die Ablehnung von fremden Kulturen. Die zweite Aussage, die das Code Word „Leitkultur“ verwendet, lässt jedoch die Möglichkeit offen, diese rassistische Überzeugung zu leugnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik von Code Words ein, definiert sie als Instrumente zur verschleierten Kommunikation und hebt die Notwendigkeit hervor, deren rassistische Effekte wissenschaftlich zu untersuchen.

2. Effekte von Code Words: In diesem Hauptteil werden drei zentrale Wirkweisen – Deckmantel-Funktion, präzise Publikumsansprache und Framing – detailliert analysiert und in einen zeitlichen Kontext gesetzt.

3. Vorschläge zum Umgang mit Code Words: Aufbauend auf den theoretischen Ergebnissen diskutiert das Kapitel Strategien zur Intervention, wobei der Fokus auf bildungsorientierter Aufklärung und der Erhöhung sozialer Kosten für die Verwendung der Begriffe liegt.

4. Fazit: Das Fazit fasst die erkenntnistheoretischen Ergebnisse zusammen und plädiert für die weitere empirische Validierung des entwickelten Phasenmodells zur Erforschung langfristiger gesellschaftlicher Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Code Words, Rassismus, politischer Diskurs, Leitkultur, Framing, soziale Sanktionierung, Rechtspopulismus, Meinungsbildung, gesellschaftlicher Reifeprozess, Publikumsansprache, Diskursanalyse, Vorurteil, Deckmantel, Intervention, Soziolinguistik

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie sogenannte Code Words (auch Dog Whistles) im politischen Diskurs genutzt werden, um rassistische Botschaften verschleiert zu vermitteln und so gesellschaftliche Akzeptanz zu gewinnen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen Sprachgebrauch, politischen Machtstrukturen, rassistischen Vorurteilen und den psychologischen Effekten auf unterschiedliche Zielgruppen.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist es, ein Modell zur zeitlichen Entwicklung von Code Words zu entwerfen, das es ermöglicht, zielgerichtete Gegenstrategien in Abhängigkeit vom Bekanntheitsgrad und gesellschaftlichen Stellenwert des jeweiligen Begriffs zu formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse bestehender linguistischer und psychologischer Forschung sowie Fallbeispiele (insbesondere der Begriff „Leitkultur“), um ein neues Phasenmodell abzuleiten.

Welche Aspekte werden im Hauptteil beleuchtet?

Der Hauptteil analysiert die drei Haupteffekte: die Funktion als Deckmantel für radikale Positionen, die Präzision der Kommunikation an bestimmte Milieus sowie die Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch Framing.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit zusammenfassen?

Kernbegriffe sind Code Words, Rassismus, Framing, politischer Diskurs, Deckmantel-Effekt und gesellschaftlicher Reifegrad.

Wie unterscheidet sich die „Anfangsphase“ von der „Durchdringungsphase“?

In der Anfangsphase ist das Code Word nur eingeweihten Gruppen bekannt, was eine gezielte, unbemerkte Ansprache ermöglicht. In der Durchdringungsphase steigt die gesellschaftliche Popularität, wodurch das Wort einer breiteren Debatte und damit auch kritischerer Prüfung unterliegt.

Warum ist die „post-rassistische Phase“ für die Argumentation relevant?

Diese Phase beschreibt den Zustand, in dem ein Code Word durch intensive Aufklärung seine verschleiernde Wirkung verliert, was den Sprecher zwingt, entweder auf das Wort zu verzichten oder direkte soziale Sanktionen zu riskieren.

Welchen Rat gibt die Arbeit für den Umgang in der politischen Debatte?

Die Arbeit schlägt vor, den Sprecher nicht direkt als Rassisten zu stigmatisieren (was Täter-Opfer-Umkehr provozieren könnte), sondern sachlich auf die rassistische Lesart und den ideologischen Kontext des Begriffs hinzuweisen.

Final del extracto de 15 páginas  - subir

Detalles

Título
Rassistische Effekte von Code Words eindämmen. Wo kann man ansetzen?
Universidad
University of Mannheim
Curso
Rassismus, Sexismus und Sprache
Calificación
1,7
Autor
Maximilian Ohnheiser (Autor)
Año de publicación
2023
Páginas
15
No. de catálogo
V1361517
ISBN (Ebook)
9783346881335
ISBN (Libro)
9783346881342
Idioma
Alemán
Etiqueta
Rassismus Code Words Dog Whistles Sexismus versteckter Rassismus getarnter Rassismus Alltagsrassismus rechtspopulistische Sprechweisen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Maximilian Ohnheiser (Autor), 2023, Rassistische Effekte von Code Words eindämmen. Wo kann man ansetzen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1361517
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Extracto de  15  Páginas
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